Traumnacht: Astrales Hellhören

Ich entspannte mich eine Weile auf der Seite liegend und nach ca. 30 Minuten legte ich mich auf den Rücken und konzentrierte mich auf meinen 2. Körper. Ich schaffte es aus dem Wachzustand heraus, die Schwingungen auszulösen. Viele berichten, dass ihnen diese Schwingungen unangenehm erscheinen, aber ich finde sie immer sehr angenehm. Vorwiegend spüre ich sie an den Ohren und ziehen dann von dort aus durch den Körper, der Kopf bleibt jedoch irgendwie das Zentrum. Die Schwingungen wurden immer intensiver, bis ich mich vom Körper löste. Ich schwebte hoch und ungefähr einen Meter über meinem physischen Körper verharrte ich. Ich hörte seltsame Töne, als würde jemand an einem Radioknopf drehen und kurz hörte ich auch Musik, doch dann war es wieder verschwunden. Dann schaltete ich von meinem 2. Körper in den 3. Körper um…

Im nächsten Moment stand ich plötzlich in einem mir fremden Zimmer. Es war kein Licht eingeschaltet. Es sah mir irgendwie nach einem Kinderzimmer aus. Doch dieses Kinderzimmer schien einem Erwachsenen zu gehören, denn inmitten des unaufgeräumten und mit Bauklötzen, Soldatenfiguren, Plüschtierchen, Ritterburg übersäten Boden stand ein echtes Motorrad. Es war ein sehr altes Motorrad, es besaß noch diesen hellen Einzelsattel, der an jene erinnert, die manche Hollandräder besitzen. Mit dicken Federn unter dem Sattel und in beiger Farbe. Es wirkte sehr schnittig und besaß sicherlich schon Oldtimerwert. Ich fragte mich, wer denn sein Motorrad in seine Wohnung stellt? Ich verließ den Raum und ging weiter. Ich wusste mal wieder nicht, wo ich gelandet war, aber dennoch neugierig genug, um zu erfahren, wer hier wohl wohnte. Ich ging den Flur entlang und schritt durch die Tür hindurch, die sich hinten links befand. Hier gelangte ich ins Wohnzimmer. Es war beleuchtet und es saß ein junger Mann vor seinem Fernseher. Er spürte nicht, dass ich gerade neben ihm stand und ihn beobachtete. Eigentlich bemerkt mich fast nie jemand.

Ich schaute aus dem Fenster. Dabei fiel mir ein, dass manche Astralreisende davon berichten, dass es leicht wäre, Mauern und Türen zu durchdringen, aber Glas mache irgendwie manchmal Schwierigkeiten. Also steckte ich meinen Kopf durch das Glas des Wohnzimmerfensters und wollte sehen, was passiert. Es war etwas schwerer zu durchdringen und es kam mir dabei so vor, als wäre das Glas viel dicker als es eigentlich war. Mittlerweile hatte ich meinen kompletten Kopf durchgesteckt, aber trotzdem wirkte es für mich, als hätte ich es noch nicht durchdrungen. Es zog sich beinahe wie Kaugummi. Ich beschloss, wieder in meinen 2. Körper zurückzuspringen und von dort aus einen neuen Start zu versuchen.

Sogleich schwebte ich wieder fröhlich unter der Decke und hörte kurz wieder diese seltsamen Töne. Plötzlich ein Flüstern und Tropfen von Wasser. Ich konzentrierte mich dann auf das, was ich vor mir sah. Die vielen kleinen, leuchtenden Punkte, sie rasten wild umher, als seien sie emsig beschäftigt. Dann sah ich wieder ein Muster vor meinen Augen, ein konzentrisches Muster mit dicken Punkten, welche rotierten. Dann wurden sie zu Rechtecken und wirkten nun wie ein geheimer Codeschlüssel auf mich, verborgen in einem animierten Bild. Diese reihten sich kreisförmig an und in der Mitte erschien plötzlich ein goldenes Isis-Auge. Das sah ziemlich cool aus. Das Auge war goldfarben und der Augapfel blau. Es war kein Bild, sondern dreidimensional, es sah aus wie ein Original-Schmuckstück aus dem alten Ägypten. Dann verschwand dieses Auge wieder und ich fragte mich neugierig, was wohl als Nächstes folgen möge und es vielleicht möglich sei, dass ich mich einfach in höhere Ebenen katapultieren könne, um dort, wie in manchen Schriften behauptet wird, auf reine Lichtwesen zu treffen. Also konzentrierte ich mich und spürte sofort einen starken Auftrieb. Ich flog und flog, aber eher kam es mir doch vielmehr wie ein Fahrstuhl vor, in dem ich mich befand, und nach oben raste. Plötzlich sah ich ein grelles Licht vor mir. Es war so grell, dass ich Probleme hatte, es zu fixieren. Es wirkte wie eine Scheibe, die ein warmes Licht aussandte und ich spürte, dass dieses Licht ein Wesen war. Ich fragte mich, ob es mit meiner niedrigen Frequenz überhaupt möglich sei, so weit in diese Lichtebenen einzudringen, aber während ich das dachte, fuhr der “Fahrstuhl” wieder nach unten. Klasse, dachte ich, das kommt davon, wenn man so etwas denkt. Trotzalledem besaß ich den Eindruck, dass ich die Aufmerksamkeit dieses Lichtwesen erregt hatte. Es war scheinbar noch in der Nähe, auch wenn ich es nicht wahrnehmen konnte. War es mir etwa gefolgt? Wollte es Kontakt zu mir aufnehmen? Ich schickte eine nonverbale Botschaft an das Wesen, aber es regierte nicht. Es schien einfach nur in der Nähe zu sein, beobachtend, lauernd, als wäre es eine Eule, die die Nacht beobachtete.

Dann hörte ich wieder Töne. Musik. Dann verschwanden sie wieder. Dieses Mal wollte ich dem auf den Grund gehen und konzentrierte mich auf die Töne. Viele Astralreisende berichten von seltsamen Tönen und Musik, während sie sich von ihrem Körper lösen oder in einem Zwischenzustand sind. Eine kurze Wahrnehmung ist es dabei meistens nur und gar zu kurz, als dass man seine Aufmerksamkeit darauf richten wolle. Dieses Mal wollte ich dem auf den Grund gehen. Ich lauschte in die Stille hinein und suchte nach den Tönen. Plötzlich hörte ich abermals Musik, doch dieses Mal ließ ich sie nicht wieder verschwinden, sondern hielt sie fest. Die Musik war definitiv orientalisch oder asiatisch, vielleicht indionesisch, ich weiß es nicht. Ich hörte Ukulelen oder ähnliches heraus, Zupfinstrumente, dann hin und wieder schepperte es, als hätte jemand zwei Radkappen gegeneinander geschlagen. Für mich klang diese Musik ziemlich befremdlich, aber ich meinte so etwas schon einmal gehört zu haben. Dann verschwand die Musik und ich hörte Stimmengewirr und mehrere Menschen, die miteinander sprachen. Viel Tumult, Schritte, Rascheln… Ich konzentrierte mich darauf und im nächsten Moment stand ich auf einem Basar! Es war zwar kein großer Platz, so wie wir es vielleicht von Flohmärkten her kennen, sondern er bestand aus vielen Gängen, in dem ganzen Stadtviertel verteilt und in denen Menschen ihre Sachen anboten. Die Wege waren auch nicht asphaltiert und mit Sand ausgelegt. Die Häuser waren ebenso sandfarben und am Ende eines Weges fand man einen großen Torbogen, den ich durchschreiten konnte und dann kam der nächste Weg. So lief ich durch die fremden Straßen irgendwo im Orient herum und war nun Teil dieses großen Basars.

Dann sprang ich irgendwann wieder zurück in meinen 2. Körper. Dort lauschte ich wieder den Tönen und audiellen Fetzen, die ich vernehmen konnte. Wieder diese schrille Musik, dann hörte ich erneut diesen Tumult des Basars… Im nächsten Moment Geräusche einer Tropfsteinhöhle, dann wieder komische Töne, als spielte jemand mit einem Synthesizer herum, kurz vernahm ich sogar ein Flüstern, als wollte mir jemand etwas Geheimnisvolles mitteilen… und dann erkannte ich, was es mit diesen Tönen auf sich hatte! Es war plötzlich so logisch, dass ich mir in meiner Vorstellung vor den Kopf schlug. Das waren Zutrittsmöglichkeiten in meine vielen unterschiedlichen Leben! Der Zugang lief hierbei nur auf akustischer Ebene ab. Ich hatte eigentlich stets Bilder erwartet, was auch manchmal der Fall war, aber es gab auch einen Zugang über das Hellhören. Der Zugang schien immer der gleiche zu sein. Ich hörte ständig die gleiche seltsame Musik, diesen Basar und andere Geräusche und Momente, die ich mittlerweile teilweise wieder alle vergessen habe. Immerhin hatte ich mir auch noch viele andere Träume zu merken, die später folgten. Der Einstieg in ein anderes Leben über diese Geräusche erschien dann aber nicht wie eine Erinnerung, sondern es war ein direkter Einstieg, mitten am Geschehen beteiligt in irgendeiner Szene. Wer immer diese Möglichkeit erschaffen hatte, der wollte sich eine Hintertür offen lassen, um immer wieder in die vergangenen bzw. in die Leben überhaupt bei Bedarf beliebig eintreten zu können.

Irgendwann beschloss ich, die Erfahrung zu beenden. Es war mal wieder eine sehr spannende Nacht gewesen.

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2 Kommentare zu “Traumnacht: Astrales Hellhören

  1. Ich finde das wieder einmal ein sehr gelungener Beitrag eines Klartraumähnlichen Inhaltes. Ich denke du hasta auch schon Erfahrungen mit luziden Träumen gemacht? Ich hoffe dir ist schon bewusst das astrale Reisen eine andere Form des Klarträumens sind und weder etwas mit der Realität zu tun haben noch mit sonstigem okkultem Zeugs
    lg Lucid

  2. Hallo Lucid,
    danke für Deinen Beitrag. Wenn Du Dich noch ein wenig durch den Blog wühlst, dann findest Du noch viele andere luzide Traum-Erfahrungen.
    Liebe Grüße, Jonathan

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