Traumnacht: Der Klon-Keller

Ich weiß nicht, wo ich war oder wie ich dorthin gekommen bin, aber ich war eben halt dort. Vor mir befand sich eine Tür. Sie wirkte auf mich, wie eine vergessene Kellertür. Ich öffnete sie. Langsam ging ich die Treppen hinab. Das Licht war sehr schwach und ich konnte nur eben die Stufen erkennen. Als ich unten angekommen war, sah ich schon ein wenig mehr und durchsuchte die Räume. Überall standen Regale herum mit unzähligen Kisten gefüllt. Wer hatte diese Kisten hier hineingestellt? Was war nur in ihnen drin? Dann ging ich zu einem der Kisten und öffnete den Deckel. Ein unangenehmer, scharfer Geruch schlug mir entgegen, sodass ich mich kurz abwenden musste. Dann schaute ich erneut hin und sah darin zwei kleine Kaninchen sitzen. Sie waren vielleicht gerade einige Wochen alt. Ich hielt es für unmenschlich, dass man sie in diese kleine Kiste gesteckt hatte und in ihrem Unrat auch noch verkümmern ließ. Ich suchte dann eine leere Kiste, die viel größer war und setzte die beiden dann in diese hinein. Mir fiel dabei auf, dass diese Kaninchen in einer Art Trance zu sein schienen. Sie konnten sich kaum bewegen, als würden sie schlafen. Zwar schauten sie mich kurz an, aber mehr unternahmen sie einfach nicht. Dann machte ich die Kiste wieder zu und sah mir die anderen an. Dort fand ich erneut einige Kaninchen. Ich machte dann das Gleiche mit ihnen, damit sie es angenehmer hatten. Vermutlich stand ich hier gerade an einem Regal, in dem nur Kaninchen in den Kisten vorzufinden waren. Ich ging zum nächsten Regal. Während ich dorthin ging, erkannte ich, dass es hunderte von diesen Regalen gab. Im nächsten Regal erblickte ich eine sehr große Kiste. Sie war sicherlich zwei Meter breit und einen Meter hoch. Vorsichtig öffnete ich den Deckel und wich erschrocken zurück! Darin befanden sich zwei Menschen! Nachdem ich den Deckel zur Seite gestellt hatte, sah ich, dass es zwei identische Frauen waren mit langen, blonden Haaren und pausbackigen Gesichtern. Die Haare wirkten irgendwie noch nicht richtig “fertig”. Sie hatten beide Halbglatzen. Auch sah es so aus, als hätten sie noch gar keine Beine! Ich dachte darüber nach, ob diese Kisten vielleicht die Funktion eines Brutkasten für Klone hatten.  Nicht nur erkannte ich dieses pausbackige Gesicht, sondern ich erkannte darin eine Freundin von mir. Ich war sehr überrascht.

Dann öffnete plötzlich eine von den beiden Klone die Augen und schaute mich an!

“Was machst du denn da drin?”, fragte ich.

Der Klon antwortete nicht. Er schien sich auch in diesem Schlaf zu befinden, so wie die Kaninchen zuvor. Sie wirkten alle konserviert oder gar gebannt.

Im Anschluss nahm ich wieder den Deckel auf und verschloss die Kiste wieder. Was war das nur für ein seltsamer Ort?

Klick. Im nächsten Augenblick verschwindet der Keller und die ganze Szene und ich saß mit einigen Freunden in einem Wohnzimmer. Wir erzählten uns gerade etwas und lachten. Da erkannte ich die Freundin unter ihnen, von der ich gerade noch zwei Klone in diesem düsteren Keller entdeckt hatte. Sie wirkte sehr ausgelassen und ich beschloss, mir einen Spaß daraus zu machen, ihr von den Klonen zu erzählen. Auf der anderen Seite jedoch dachte ich, dass sie mir vielleicht nicht glauben würde und begann ein wenig zu improvisieren:

“Ich habe gestern etwas Schreckliches gesehen!”, begann ich mit meiner Erzählung. “Es hat mit dir zu tun.”

“Was denn?”, fragte sie und schaute mich leicht erschrocken an.

“Ich habe ein Selbst von dir getroffen, das genau so aussah wie du. Es war noch nicht richtig fertig, aber es sah dir schon sehr ähnlich.”

“Man, das ist aber gruselig! Was erzählst du denn da?”, entgegnete sie mit großen Augen.

“Dieses Selbst meinte, dass es nach dir sucht! Es irrt schon seit Ewigkeiten herum und sucht nach dir!”

Es gruselte sie sehr, das konnte ich fühlen. Manchmal reitet mich auch der Schalk.

Dann erwachte ich in meinem Bett. Es war halb sieben am frühen Morgen. Eigentlich wollte ich heute eine Traumnacht mit einer Schlafunterbrechung machen, aber ich muss den Wecker scheinbar ausgemacht haben. Sicherlich beim nächsten Mal. Im Moment bin ich auch viel mit Umzugsgedanken beschäftigt. Hinzu kommt noch viel Arbeit und neue Gedanken, die ich erst einmal ordnen muss.

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