Traumnacht: Hulk kommt zurück! (Teil 2)

Portal Uhr Zimmer StargateTraumnacht” ist eine Reihe, in der ich mich bewusst darauf konzentriere, einen luziden Traum oder eine außerkörperliche Erfahrung zu erleben bzw. in der ich von einen interessanten oder außergewöhnlichen Traum berichte.

Noch immer tönte dieses befremdliche Geräusch in meinen Ohren. Es war furchteinflößend, fremdartig und grenzenlos schaurig… Dann konnte ich das Kind nicht weiter zurückhalten und es gab den Befehl zur Rückkehr ab.

Ich kam in meinem Bett wieder zu mir. Die ganzen Emotionen klangen noch in mir nach und ich spürte den Drang, meinen Körper auf die andere Seite zu drehen, aber diesen Wunsch unterdrückte ich sofort. Hätte ich mich auch nur um wenige Zentimeter bewegt, dann hätte ich den Kontakt zu diesem Wesen verloren. Also blieb ich ganz still liegen und konzentrierte mich erneut auf das Wesen. So schnell wollte ich nicht aufgeben, auch wenn in mir noch die Albtraumstimmung deutlich zu spüren war…

Keine 30 Sekunden später konnte ich wieder den Kontakt zum Kind aufbauen und somit auch zu diesem Wesen. Der ganze Ablauf, wie anfangs beschrieben, lief auf identische Weise noch einmal exakt auf diese Weise ab. Dann erklang wieder diese laute Tonfolge, die dieses Wesen von sich gab, und in dem Augenblick erkannte ich, mit wem ich es hier zu tun hatte! Es war ein fragmentarisches Wesen!

Zur näheren Erläuterung sollte ich dies vielleicht erklären: Ein fragmentarisches Wesen ist eine transpersonalisierte Gestalt aus dem Unbewussten, das von einem selbst erschaffen wurde und mit Emotionen wie Ängsten, Panik oder Entsetzen getarnt wird. Es ist wie eine Ur-Erinnerung der Psyche, eingekapselt in einem Wesen, das eine unglaubliche, versteckte Fähigkeit in sich birgt, aber eben eingeschlossen ist. Man muss daher dieses Wesen einfangen, erkennen und aufbrechen, um an diese Fähigkeit zu gelangen.

Wieder löste ich mich vom Körper, aber das Kind in mir wehrte sich zu vehement gegen die Anwesenheit des Wesens, sodass ich nach kurzer Zeit wieder zurückkehren musste. Dieser ganze Vorgang wiederholte sich noch an die zehn Male, aber jedes Mal musste ich mich erfolglos zurückziehen.

Als ich dann am Ende der Nacht wieder ich selbst in meinem Bett war, ging ich noch einmal die einzelnen Szenen durch. Ich dachte darüber nach, woher dieses fragmentarische Wesen kam oder besser formuliert: Welche Kraft es in sich trug und warum es mich bereits als Kind verfolgt hatte? Mit den bisher erlangten Informationen konnte ich noch nicht viel anfangen, dies bedeutete, ich musste noch weitere Male Kontakt zu meinem Kind aufbauen und es in der nächsten Zeit auf’s Neue versuchen…

In der Literatur habe ich in nur sehr wenigen Büchern Hinweise auf solche Wesen gefunden. Beispielsweise in denen von Carlos Castaneda, in denen sie als “Verbündete” bezeichnet werden. Im Weiteren darum zum Abschluss dieses Artikels einige Auszüge, um ein besseres Bild dieses ‘Verbündeten’ zu vermitteln:

Die Lehren des Don Juan:

“Du mußt immer daran denken, daß Maíz-pinto (bewusstseinserweiternde Substanzen) nur ein Instrument ist und kein Verbündeter”, sagte er. “Wenn du einmal diesen Unterschied erkannt hast, wirst du keine Schwierigkeiten haben. Aber wenn du solche Werkzeuge als allmächtig betrachtest, bist du ein Narr.”
“Sind die Macht-Objekte so mächtig wie ein Verbündeter?” fragte ich.
Don Juan lachte spöttisch, bevor er antwortete. Offenbar kostete es ihn Mühe, Geduld zu bewahren. “Maíz-pinto, Kristalle und Federn (schamanistische Gebrauchsgegenstände) sind im Vergleich zu einem Verbündeten bloße Spielzeuge”, sagte er. “Diese Macht-Objekte sind nur notwendig, wenn ein Mann keinen Verbündeten hat. Es ist Zeitverschwendung, ihnen nachzujagen. Du solltest versuchen, einen Verbündeten zu bekommen; wenn dir das gelingt, wirst du verstehen, was ich dir jetzt sage. Macht-Objekte sind wie ein Spiel für Kinder.”

Ein “Verbündeter”, sagte er, ist eine Macht, die ein Mensch in sein Leben einbeziehen kann, damit sie ihm hilft, ihm rät und ihm die nötige Kraft zu großen und kleinen, richtigen oder verkehrten Taten gibt. Dieser Verbündete ist notwendig, um das Leben eines Menschen zu erhöhen, seine Handlungen zu lenken und sein Wissen zu fördern. Ein Verbündeter ist wirklich eine unentbehrliche Hilfe zum Wissen.
“Ein Verbündeter wird dich lehren, Dinge zu sehen und zu verstehen, die dir ein Mensch unmöglich klarmachen könnte.”
“Ist ein Verbündeter so etwas wie ein beschützender Geist?”
“Er ist weder ein Beschützer, noch ein Geist. Er ist eine Hilfe.”
“Er kann nicht so gezähmt und genutzt werden, wie ein Verbündeter gezähmt und genutzt wird. Mescalito (bewusstseinserweiternde Substanz namens Meskalin) ist nicht in uns. Wer immer vor ihm steht, egal ob diese Person ein brujo (Zauberer, Schamane) oder Farmjunge ist – er wählt viele verschiedene Formen, um sich zu zeigen.”
“Wie zeigt er es?” fragte ich.
“Er zeigt es auf vielerlei Art. Manchmal zeigt er es auf seiner Hand oder auf dem Felsen oder den Bäumen oder einfach vor dir. Diese Eigenschaft macht ihn zu einer einzigartigen Macht.”

Eine andere Wirklichkeit:

“…wenn du mit dem Verbündeten eins wirst, dann […] kannst du deinen Verbündeten jederzeit anrufen und ihn dazu bringen, alles zu tun, was du willst. Die Verbündeten sind weder gut noch böse, aber sie werden von den Zauberern zu den Zwecken eingesetzt, für die sie ihnen geeignet erscheinen.”

“Die Verbündeten treten in verschiedenen Erscheinungen auf. Sie sehen wie Hunde, Coyoten, Vögel, sogar wie Steppenläufer aus – wie du willst. […] Alles existiert auf seine eigene Weise, wenn du siehst. Aber die Verbündeten sieht man nur in der Form, in der sie auftreten. Diese Form ist überzeugend genug, um die Augen zu täuschen; das heißt, unsere Augen. […] Die Verbündeten nehmen nur eine beliebige äußere Erscheinung an, und dann sehen wir sie als das, was sie in Wirklichkeit gar nicht sind. Es ist nicht ihre Schuld, wenn wir unsere Augen darin geübt haben, die Dinge nur anzuschauen.”

Ich fing an zu zittern, ohne dabei zu frieren. Nervöse Zuckungen liefen mein Rückgrat entlang. Mein Kopf war schwer, besonders direkt über meinem Nacken. Ich klagte, daß ich mich nicht gut
fühlte und erzählte ihm, was ich gesehen hatte. Er lachte mich aus und sagte, sich der Furcht auszuliefern, sei ein armseliges Sich-gehenlassen.
“Du fürchtest dich, ohne Angst zu haben”, sagte er.
“Du hast gesehen, wie der Verbündete dich anschaute. Tolle Sache! Warte, bis du ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehst, bevor du dir in die Hosen scheißt.”

“Einem Verbündeten entgegenzutreten, ohne vorbereitet zu sein, ist dasselbe, als wolle man einen Löwen mit einem Furz erschrecken.”

Ich fragte, ob diese Kräfte (Verbündete) feste Substanz hätten, ob man sie wirklich berühren könne. Ich sagte, daß die bloße Vorstellung eines Geistes für mich etwas Ätherisches bedeute.
“Nenne sie nicht Geister”, sagte er, “nenn sie Verbündete; nenn sie unerklärliche Kräfte.”
Er schwieg einige Zeit, dann legte er sich auf den Rücken und stützte den Kopf auf die verschränkten Arme. Ich bestand darauf, zu erfahren, ob diese Wesen feste Substanz hatten.
“Verlaß dich drauf, sie haben Substanz”, sagte er nach kurzem Schweigen.
“Der Verbündete wird zu dir kommen, ungeachtet deiner Gefühle”, sagte Don Juan, als ich meinen Bericht beendet hatte. “Ich meine, du brauchst nichts zu tun, um ihn herbeizurufen. Du kannst dasitzen und deine Daumen drehen oder an die Frauen denken, und dann klopft es plötzlich auf deine Schulter, du drehst dich um, und der Verbündete steht neben dir.”
“Was kann ich tun, wenn das passiert ?” fragte ich.
“Moment mal”, sagte Don Genaro. “Das ist keine gute Frage. Du solltest nicht fragen, was du tun kannst. Offensichtlich kannst du gar nichts tun. Du solltest fragen, was kann ein Krieger tun?”
Er drehte sich zu mir herum und blinzelte. Er neigte den Kopf leicht nach rechts und spitzte den Mund. Ich schaute zu Don Juan rüber und erwartete eine Andeutung, ob ich das als Witz auffassen sollte, aber er behielt sein ernstes Gesicht bei.
“Nun gut”, sagte ich, “was kann ein Krieger tun?”
Don Genaro blinzelte und schmatzte mit den Lippen, als suche er nach dem richtigen Wort. Er schaute mich starr an und rieb sich das Kinn.
“Ein Krieger macht sich in die Hosen”, sagte er mit indianischer Feierlichkeit.
Don Juan bedeckte sein Gesicht mit den Händen, und Don Genaro stampfte auf den Boden und brach in ein brüllendes Gelächter aus.
“Angst ist etwas, was man nie überwindet”, sagte Don Juan, nachdem das Lachen abgeklungen war. “Wenn ein Krieger so in die Ecke getrieben wird, dann kehrt er dem Verbündeten einfach den Rücken zu, ohne zweimal nachzudenken. Ein Krieger kann sich nicht gehenlassen, darum kann er nicht vor Angst sterben. Ein Krieger erlaubt dem Verbündeten nur dann zu kommen, wenn er sich gut fühlt und bereit ist. Wenn er stark genug ist, um mit dem Verbündeten zu ringen, dann öffnet er seine Öffnung und stürzt nach vorn, packt den Verbündeten, drückt ihn zu Boden und fixiert ihn mit den Augen, solange es nötig ist. Dann wendet er den Blick ab, gibt den Verbündeten frei und läßt ihn laufen. Ein Krieger, mein kleiner Freund, ist immer Herr der Lage.”

Reise nach Ixtlan:

“Du bist nun fast so weit, dem Verbündeten zu begegnen. Natürlich weißt du, daß der Mann, den du im Gebüsch sahst, der Verbündete war. Du hörtest sein Brüllen wie das Geräusch eines Düsenjägers. Er wird dich am Rand einer Ebene erwarten, einer Ebene, zu der ich selbst dich führen werde.”
“Muß der Verbündete mich angreifen?”
“Es ist unvermeidlich. Um zu sehen, muß man lernen, die Welt so zu sehen, wie die Zauberer sie sehen, und deshalb muß der Verbündete herbeibeschworen werden – und wenn das geschafft ist, dann kommt es.”

Der zweite Ring der Kraft:

“Natürlich weißt du, daß der Mann, den du im Gebüsch sahst, der Verbündete war. Du hörtest sein Brüllen wie das Geräusch eines Düsenjägers. Er wird dich am Rand einer Ebene erwarten, einer Ebene, zu der ich selbst dich führen werde.”
“Muß der Verbündete mich angreifen?”
“Es ist unvermeidlich. Um zu sehen, muß man lernen, die Welt so zu sehen, wie die Zauberer sie sehen, und deshalb muß der Verbündete herbeibeschworen werden – und wenn das geschafft ist, dann kommt es.”
Schon früher war ich mit jenen unerklärlichen Phänomenen zusammengestoßen, die Don Juan und Don Genaro als ihre Verbündeten bezeichneten. Sie waren vier an der Zahl, und es waren Wesen, so real wie nur etwas auf der Welt. Ihre Erscheinung war so fremdartig, daß sie mich, jedesmal wenn ich sie erlebte, in einen unbeschreiblichen Angstzustand versetzten. Der erste, dem ich begegnete, war Don Juans Verbündeter; es war eine dunkle, rechteckige Masse, an die drei Meter hoch und knapp zwei Meter breit. Sie bewegte sich mit der alles zermalmenden Wucht eines riesigen Felsblocks und atmete so schwer, daß es mich an das Geräusch eines Blasebalgs erinnerte. Ich war ihm stets in der Nacht, in der Dunkelheit begegnet. Mir kam es so vor, als sei es eine Tür, die sich schwankend von einer Ecke über die andre wälzte.
Der zweite Verbündete, mit dem ich es zu tun bekam, gehörte zu Don Genaro. Er war ein düsterer, ungewöhnlich großer, glatz-köpfiger Mann mit länglichem Gesicht, mit dicken Lippen und riesigen trüben Augen. Er trug immer Hosen, die für seine langen dürren Beine zu kurz waren.
“Aber warum sehe ich sie als Ungeheuer?”
“Das ist nicht weiter geheimnisvoll”, sagte la Gorda (Don Juans Schülerin). “Du hast deine menschliche Form noch nicht verloren. Mir ging es ebenso. Ich sah die Verbündeten als Menschen; für mich waren sie alle Indianer mit fürchterlichen Gesichtern und bösem Blick. Sie lauerten mir an verlassenen Orten auf. Ich glaubte, sie hätten es auf mich als Frau abgesehen. […] Einer von ihnen kam immer und setzte sich auf mein Bett und rüttelte es, bis ich aufwachte. Den Schrecken, den dieser Verbündete mir einjagte, will ich nicht noch einmal erleben – selbst jetzt, wo ich verwandelt bin. Heute Nacht, glaube ich, fürchtete ich mich vor den Verbündeten wie eh und je.”

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6 Antworten für “Traumnacht: Hulk kommt zurück! (Teil 2)”

  1. Jah Beroth sagt:

    Hallo Jonathan,

    Danke für dein Artikel. Das ist echt interessant. Vor allem wie du die Parallelen zu Carlos Castenda gezogen hast.

    Ich dachte immer das ich von “Dämonen” bzw niedrige Wesen angegriffen wurde als ich mich in solche ähnliche Situationen befand. Ich kämpfte echt die ganze Nacht mit einem Schattenwesen. Der mich erst in der Schlafparalyse von allen Seiten angriff und meinem Körper unerträgliche schmerzen zufügte.

    Oder mich jedes Mal “einschläferte” damit er weiter machen konnte. Es war sehr viel Angst im Spiel.

    Nehmen wir mal an, dass war jetzt in meinem Fall ein fragmentiertes Wesen.
    So soll ich den jetzt als Verbündeten ansehen? der weder gut oder böse ist..
    Was ist der Sinn und Zweck das mein verbündeter dann kommt wenn ich mich in der Schlafparalyse befinde und da nicht wirklich viel machen kann.

    Ich kämpfe ja jedes mal gegen den und besiege den auch. Aber warum kommt der dann alle paar Jahre dann wieder zurück?

    Oder ist das in meinem Fall doch kein fragmentiertes Wesen?

    So rein Intuitv hab ich mir das immer so erklärt dass es lediglich eine Prüfung war die ich absolvieren musste weil ich vor dem Schlafen gehen mich immer schütze und dann sowas trotzdem druchkommt.

    lg

  2. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Jah,
    vielen Dank für Deinen Kommentar.
    Das fragmentierte Wesen kommt meist aus einem selbst, daher ist es nicht böse, es wirkt nur so. Immerhin verkörpert es einen Bereich, den man an sich selbst weggeschlossen hat.
    Wenn dieses Wesen immer wiederkommt, obwohl es besiegt wurde, kann man davon ausgehen, dass noch etwas fehlt, um es völlig zu integrieren und kontrollieren zu können.
    Liebe Grüße, Jonathan

  3. apfelsineapfelsine sagt:

    Könntest du das Wesen denn nur durch das Kind sehen oder auch direkt ? Schließlich ist es doch immernoch ein Fragment von dir…

  4. apfelsineapfelsine sagt:

    Ich glaube im Schamanismus nennt man das auch Seelenrückführung…. ?
    Ein Bereich den man an sich selbst weg geschlossen hat, kann auch durch ein Trauma verursacht worden sein so wie ich das verstehe.

  5. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Apfelsine,
    ja, das ist richtig. Es kann durch ein Trauma verursacht worden sein, aber ich vermute stark, in diesem Fall ist es eher ein außersinnliches Phänomen.
    Liebe Grüße, Jonathan

  6. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Apfelsine,
    Ich konnte es so, wie das Wesen mir begegnet ist, aus beiden Selbsten heraus auf die gleiche Weise wahrnehmen.
    Liebe Grüße, Jonathan

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