Traumnacht: Die Zaubererhexe

Ich hatte vielleicht gerade einmal 10 Minuten geschlafen, als ich plötzlich in meinem zweiten Körper erwachte. Ich befand mich gerade in der Schlafstarre und konnte mich nicht bewegen. In meiner Kindheit war ich sehr oft ganz automatisch in diesen Zustand gekommen und hatte stets unglaubliche Ängste ausgestanden, weil ich dachte, etwas wäre mit mir nicht in Ordnung. Heutzutage weiß ich, dass es die Körperstarre ist und dass sie zu einer Ablösung vom physischen Körper dazugehört.

Dann spürte ich die Anwesenheit einer Person in meinem Schlafzimmer. Ich öffnete meine Augen und sah vor mir eine seltsame Gestalt stehen… Sie war weiblich und von oben bis unten in Schwarz gekleidet. Ein schwarzes Kleid mit viel Spitze, hochgeschlossen und es reichte bis zum Boden. Auf dem Kopf trug sie einen Hut, der eine Schleppe besaß, die über die Haare und über den Nacken fiel. Es war wie eine Art Haube, so ähnlich wie sie auch Nonnen tragen. Doch diese Haube war vielmehr ein Hut, der nach oben spitz zulief und das sicherlich bis zu 30 cm. Sie war eine Zauberer-Hexe!

So strahlte sie zumindest auf mich aus. Und nicht nur das, ihre Ausstrahlung wirkte auch immens stark und mächtig, fast so, als wäre für sie alles möglich.

So stand sie vor mir und schaute zu mir hinunter, der da grad in seinem Bett lag und sich von seinem Körper zu lösen versuchte… Plötzlich fühlte ich, was sie vorhatte. Sie wollte mir dabei helfen, aus dem Körper zu gelangen. Wenn jemand einem Menschen dabei helfen will, ihn aus dem Körper zu ziehen, greift man seinen zweiten Körper an einem Arm oder Bein und zieht ihn dann heraus, doch das schien sie überhaupt nicht nötig zu haben! Sie zog mich mit ihrer puren Gedankenkraft, ja, mit ihrem Willen aus meinem Körper heraus.

Sie musste nur daran denken, mich in einem außerkörperlichen Zustand zu sehen und leitete damit meinen Ablösungsprozess in Gang. Dann veränderte sich die ganze Umgebung und ich befand mich vor einem alten Haus in einem Garten mit grünen, hohen Hecken. Dort stand ich dann und blickte mich um. Die Hecken waren unterteilt und es gab immer wieder einen Zwischenruam von einigen Metern, durch den man hindurchschauen konnte. Dort sah ich dann, wie sie an einer dieser Öffnungen entlangging. Ihr Kleid und ihre Hutschleppe wehten leicht im Wind. Es war ein wunderschönes Bild, doch gleichzeitig besaß es auch eine unheimliche, mystische und dunkle Stimmung.

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Plötzlich hörte ich seltsame Töne. Sie erinnerten mich an künstliche Töne aus Science-Fiction-Filmen, in denen z.B. die Kameralinse eines Androiden justiert wird. Es zierpte und kratzte in meinem Kopf mit hochtechnischem Klang und gleichzeitig änderte sich dazu meine Wahrnehmung. Es kam mir so vor, als drehte jemand an meiner Wahrnehmung mit einem Schraubenzieher herum und jede minimale Veränderung bewirkte eine andere Wahrnehmungssequenz, die daraufhin durch mein Bewusstsein schoss. Ich sah Bilder. Die Zaubererhexe kam wieder in den Fokus, wie sie vor mir stand und dann verschwand das ganze Bild wieder und ich befand mich an einem anderen Ort und sah dort die Hexe wieder. Auch nahm ich noch viele andere Bilder und Szenen wahr, doch kann ich mich kaum noch daran erinnern, weil sie so schnell durch mein Bewusstsein jagten. In einer Sequenz lag ich sogar wieder in meinem Bett und neben mir lag eine Freundin, die mir gerade etwas erzählte. Doch so schnell die Bilder wieder in meinen Kopf gelangten, so schnell verschwanden sie auch wieder. Zwischendurch erwachte ich auch immer wieder mal in meinem physischen Körper, aber ich blieb dann ganz still liegen, bewegte mich keinen Zentimeter, damit ich schnell wieder in diese Erfahrung hineinspringen konnte. Das gelang mir auch mehrere Male und alles begann wieder von vorn…

Ich wurde das Gefühl nicht los, dass jemand an meiner Wahrnehmung herumspielte und versuchte, diese irgendwie anders einzustellen oder zu justieren. Es war irgendwie erschreckend zu spüüren, wie diese Hexe diese Kunst so perfekt beherrschte und ich nichts dagegen tun konnte, aber gleichzeitig war es auch faszinierend und ich wusste, dass es gut ist, was sie tut…

Dann schaltete ich wieder in meinen physischen Körper um. Nun gelang es mir nicht mehr, zurück in diese interessante Erfahrung zu springen. Ich dankte der schwarzen Hexe für ihren Besuch und öffnete meine Augen. In meinem Schlafzimmer war es dunkel. Ich fühlte, dass sie noch dort war und dann irgendwann verließ sie mein Zimmer.

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