Luzides Träumen als Brücke zum Realitätswechsel [Teil 2]

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Im ersten Teil “Luzides Träumen als Brücke zum Realitätswechsel” beschrieb ich den theoretischen und technischen Aufbau für die Möglichkeit, sich so sehr innerhalb eines luziden Traumes über die passive Luzidität zu verankern, dass ein dauerhafter Wechsel von der Alltagsrealität hinüber in eine Traumwelt möglich ist. Nun folgt ein praktisches Beispiel…

Als ich im Bett lag, dissoziierte ich einige Minuten, um mich mit ausreichend geistiger Energie (s. Psycholektrizität) aufzuladen, um bewusst in einen luziden Traum zu wechseln. Dann kam ich innerhalb eines Traumes zu mir. Es war der erste Traum in dieser Nacht.

Von Beginn an war ich völlig luzid, d.h. ich wusste, dass ich träumte. Doch anstelle nun in dem Traum herumzurennen und die Dinge so umzugestalten, wie sie mir persönlich zusagten, entschied ich mich für die Anwendung der passiven Luzidität. Dies bedeutet, ich blieb luzid und behielt diese Tatsache für mich sowie versuchte, mich rollentechnisch in den dortigen Alltag zu integrieren, d.h. mich so zu verhalten, als wäre ich ein ganz normaler Mensch in einer völlig normalen Welt.

Der Traum war auf zwei Traumebenen gleichzeitig aktiv und ich blickte erst einmal auf die erste Ebene, um die dortige Realität zu erfassen. Manchmal tauchen Traumrealitäten auf, die sind etwas ungeordnet und leicht verwirrend. Sie besitzen eine ganz eigene Struktur und eignen sich nicht unbedingt dafür, seine Wahrnehmung dort für immer zu verankern, um den gewohnten Alltag zu verlassen. Dies liegt daran, dass die eigene Wahrnehmung noch nicht über die erforderlichen Muster verfügt, um den Traum vollkommen rein und geordnet wahrzunehmen. Die zweite Ebene, als ich dort hineinschaute, entpuppte sich als völlig logisch aufgebauten alternativen Alltag und eignete sich völlig für einen dauerhaften Wechsel. Für diese entschied ich mich dann und betrat diesen.

Es war nicht meine Absicht, dauerhaft zu wechseln, da mir meine gegenwärtige Realität noch gefiel, aber ich wollte schauen, ob ein gewisser Punkt existierte, an dem ich klar feststellen konnte, an dem eine Rückkehr nicht mehr möglich war. Diesen Punkt wollte ich natürlich nicht überschreiten. Der Forscherdrang wurde halt in mir wach.

Der erste Blick im Traum, fiel auf ein roséfarbenes Kleid mit Rückenansicht. Es war Shiva, die vor mir eine Treppe hinaufging. Ich zentrierte meine Wahrnehmung und praktizierte die passive Luzidität. Auch Shiva wollte ich in dieser Realität nicht mitteilen, dass ich luzide war. Trotzdem wurde meine Wahrnehmung immer klarer, bis ich einen recht stabilen Fokus besaß. Dies ist wichtig, um die Traumerfahrung nicht unnötig zu verkürzen.

Wir betraten dann Shivas Wohnung. Sie lebte in einer Wohngemeinschaft mit zwei anderen Frauen. Eine der Frauen begrüßte mich herzlich. Wir standen in der Küche. Shiva wollte eben ihre Tasche holen, damit wir losgehen konnten.

Dies war einer der Momente, in denen ich hätte nachfragen können, wo es denn hinginge, aber ich hielt mich zurück und blieb still. Ich erweckte somit den Eindruck, als wüsste ich genau, wohin wir nun gehen würden – auch wenn ich keinen blassen Schimmer besaß. Außerdem entschied ich mich dafür, nicht nachzufragen, weil sich Shiva sonst gewundert hätte, warum ich fragte. Vielleicht war das, was sie gerade vorhatte, eine ihrer Routinen, die mir, falls ich in dieser Realität schon immer lebte, bekannt sein sollte. Ich musste also meine Rolle spielen – und zwar so, als wüsste ich stets, was gerade vorging.

Sie zog sich andere Schuhe an und schnappte ihre Tasche. Dann verließen wir wieder diese Wohnung.

Draußen angekommen liefen wir durch einige Straßen und ich verblieb weiterhin im passiven Modus. Meine Luzidität musste aufrechterhalten werden und ich schaute mir alles um mich herum an, aber ohne dabei irgendetwas zu fixieren. Mein Blick glitt also über diese Realität hinweg, so, wie man das normalerweise auch in seinem gewohnten Alltag handhaben würde.

Wieder liefen wir eine Treppe hinauf, aber es waren nur wenige Stufen. Oben angekommen riss Shiva eine Doppeltür auf und wir betraten eine Kneipe. Links befand sich eine große Bar, aufgebaut wie ein Karree mit einem kleinen Zugang vorne links. Sie fiel mir zuerst auf, da sie der Blickfänger in dem großen Raum war. Ansonsten erblickte ich noch viele Tische mit Stühlen. Auch saßen dort bereits mehrere Leute an diesen Tischen und tranken etwas oder sprachen miteinander.

“Okay, ich werde dann mal loslegen…”, meinte Shiva.

Ich wusste noch immer nicht, worum es ging, aber ich nickte und antwortete:

“Alles klar. Dann leg mal los!”

Sie verabschiedete sich und ging dann hinter die Bar. Das war dann der Moment, an dem ich einen Teil des ganzen Ablaufes automatisch verstand, denn Shiva arbeitete in dieser Kneipe hinter der Bar. Sie hatte soeben ihre Schicht begonnen. Nun ergaben auch die vorherigen Handlungen einen Sinn, indem ich einfach nur mitgespielt und niemanden Löcher in den Bauch gefragt hatte.

Ich kam mir schon ein wenig wie ein Alien in dieser alternativen Realität vor, der zwar mit solchen Realitäten durchaus vertraut war, aber nicht mit den detaillierten Abläufen der Personen, mit denen man in Kontakt stand. Jedenfalls winkte ich ihr noch mal zu und verließ die Kneipe. Ich wollte mich draußen umschauen.

Die Dunkelheit war eingebrochen und ich lief eine Weile durch die Stadt. Meinem ersten Eindruck nach musste dies eine recht große Stadt sein, vermutlich mit einigen hunderttausend Einwohnern. Irgendwann kam ich zu einem Park. Dort sprach mich eine Frau an, die ihren Hund suchte und ob ich ihr vielleicht dabei helfen könne.

Nun lief ich mit ihr im Park herum auf der Suche, nach ihrem Haustier. Dabei kam ich dann zu einer großen Wiese mit einer riesigen Platane. Je weiter ich auf die Wiese lief, desto dunkler wurde es. Es wurde sogar so finster, dass ich kaum noch etwas erkennen konnte. Dabei fiel mir ein, dass ich schnell wieder zurück ins Licht gehen sollte, denn sollte es zu dunkel werden, würde mich meine Wahrnehmung an meine geschlossenen Augenlider erinnern, die ich in meinem Bett vor Augen sehen würde. Also ging ich schnell zurück, um nicht plötzlich aufzuwachen bzw. den Traum abrupt zu beenden.

Wir konnten den Hund dann trotzdem finden und sie bedankte sich herzlich bei mir. Es war ein kleiner weißer wuschiger mit zotteligem Fell. Er beleckte ihre Hand, als sie ihn auf dem Arm hielt.

Dann ging ich weiter und kam zu einem Platz, auf dem jemand ein großes Display aufgestellt hatte, sicherlich um die 50 Zoll groß. Ein Mann war dort und hatte einen Stuhl davor gestellt.

“Möchten Sie den auch einmal testen?”, fragte er mich.

“Ja, klar”, entgegnete ich und er bot mir den Platz auf dem Stuhl an.

Ich setzte mich und schaute dann auf den Bildschirm. Darauf erkannte ich einige Sänger auf einer Bühne, die einen kommerziellen Song zum Besten gaben. Dabei fragte ich mich, was denn Besonderes an diesem Display sei. Doch dann fiel mir auf, dass ich plötzlich nur noch die Beine der Sänger erkennen konnte. Welch seltsame Kameraeinstellung, dachte ich noch. Dann gab mir der Mann eine Art Brille, die ich aufsetzen konnte. Mit der konnte ich dann meinen Kopf bewegen und beeinflusste damit die Kameraposition auf dem Bildschirm. Das war ganz amüsant, denn ich konnte nun die Kameraeinstellung auf dem Display beliebig beeinflussen. Ich konnte hoch zu den Köpfen, dann wieder zum Boden, zur Seite oder sogar die ganze Bühne anschauen. Das war wohl eine neue Erfindung, die hier jemand vorstellen wollte.

Doch lange wollte ich mit dieser Technik nicht herumspielen, da ich auch hier befürchtete, meine Klarheit zu verlieren, wenn ich mich zu sehr auf diese Details konzentrieren würde. Also bedankte ich mich bei dem Mann und erhob mich wieder.

Mein Weg führte mich in die Fußgängerzone der Innenstadt. Dort kamen mir viele Menschen entgegen und ich konzentrierte mich nun auf meine Fußsohlen. Wie stabil konnte ich mich in dieser Realität bewegen? Ich spürte jedoch noch nicht den unmittelbaren Kontakt zwischen meinen Schuhen und dem Boden. Ich konzentrierte mich weiter, bis ich irgendwann ein wenig Bodenkontakt fühlen konnte. Hätte ich an dieser Stelle weitergemacht, dann hätte sich meine Wahrnehmung in dieser Realität immer weiter verankert.

Auch meinen Atem kontrollierte ich. Bisher kam es mir so vor, als schwebte ich nur durch diesen Traum, ohne jemals atmen oder mich über Fußschmerzen beschweren zu müssen. Doch auch mein Atem war vorhanden, wenn ich dies denn wollte. So wurde meine Wahrnehmung innerhalb dieser Traumrealität immer stabiler und normaler, d.h. wie in meinem gewohnten Alltag.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt bemerkte ich, dass sich meine Wahrnehmung zunehmend verfestigte. Ich beschloss daraufhin, schnell wieder diesen Traum zu verlassen, damit die Rückkehr nicht zu schwierig würde.

Ich erwachte wohlbehalten in meinem Bett. Der Traum war so stabil und lang gewesen – sicherlich hatte ich mich in dieser Traumwelt mehrere Stunden aufgehalten, sodass ich nun energiegeladen und völlig ausgeruht war. Dies hatte also genau das zum Ergebnis besessen, wie ich es mir gedacht hatte.

Ich wurde gefragt, ob es eine Flucht darstelle, wenn man plane, seine Alltagsrealität zu verlassen und sich dauerhaft in einer Traumrealität niederließe. Man muss dabei erwähnen, dass, sobald die Traumwelt betreten wurde, man sich in einer alternativen Realität befindet, die dann ebenso physisch ist, wie die, aus der man kam. Verankert man seine Wahrnehmung in dieser neuen Traumrealität, dann würde diese zur neuen Alltagswelt und die vorherige Alltagswelt zum Traum. Was denkst Du, wie Du hier in diese Dir vertraute Alltagswelt gekommen bist? Es ist also keine Flucht. Jeder Mensch besitzt das natürliche Recht, die Realität zu wechseln, wann immer es ihm gefällt. Zu sagen, es wäre eine Flucht, wäre dasselbe, als würde man sagen, man entfliehe dem Apfel, weil man sich lieber für eine Banane entscheidet. Entscheidungen aller Art sind aus einer höheren spirituellen Ebene aus gesehen gleichwertig. Sämtliche existente Realitäten bzw. alternative Realitäten sind ebenso gleichwertig. Es besteht keine Verpflichtung, innerhalb einer Realität zu verbleiben. Weder ist dann das Höhere Selbst oder irgendein Gott bzw. dessen Sohn erbost, falls man sich für einen Realitätswechsel entschiede, noch existieren auf irgendwelchen höheren Existenzebenen Gesetze dafür. Dem Menschen wurde einen freien Willen gegeben und er kann wählen, was er wählen möchte. Besäße er hingegen keinen freien Willen, bräuchte man sich gar keine Gedanken über eine mögliche “Flucht” machen, da dann diese “Flucht” überhaupt nicht gelingen könnte und alles entsprechend vorherbestimmt wäre.

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Author: Matrixblogger

Der Matrixblogger ist Autor, Bewusstseinsforscher, Berater und Blogger, hat bislang neun Bücher veröffentlicht und ist bekannt aus Fernsehen, Radio, Interviews, Vorträge, Literaturwettbewerben, Workshops und vielen anderen Aktivitäten. Seine Interessen gelten der Bewusstseinserweiterung, außerkörperliche Erfahrungen, luzides Träumen, die Dissoziation, die Matrix und die Aktivierung der Zirbeldrüse.

1 kommentiert zu “Luzides Träumen als Brücke zum Realitätswechsel [Teil 2]

  1. Sehr interessant und faszinierend zu gleich. Könntest du noch weitere Teile dazu verfassen ? Finde es nämlich extrem spannend :)

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