Körpertausch: Diskussionen über Freiheiten

“Wenn ich sage, dass du um 22 Uhr zu Hause bist, dann meine ich das auch so!”

“Du schränkst damit meine Freiheit und meine individuelle Entwicklung ein, wenn du mir solche Sachen sagst. Lass das doch.”

“Versteh doch, dass ich verantwortlich bin und wenn irgendetwas passiert, dann schaut man zuerst mich an und nicht dich.”

“Ich pass aber auf mich selbst auf. Da musst du dir keine Sorgen machen!”

“Wir müssen hier überhaupt nicht diskutieren. Das habe ich so beschlossen.”

“Ach ne. Jetzt hört aber auf…”

Während wir weiter darüber diskutierten, wann ich denn abends zu Hause zu sein zu habe, wunderte mich langsam doch ein wenig, wo ich hier überhaupt war und vor allem: wie alt war ich überhaupt?

Das Gespräch mit diesem Mann kam mir doch so vor als wäre ich nur ein Teenager, der eine Diskussion mit seinem Vater darüber führt, welche Freiheiten mir in meinem Alter offenstehen… Alter? Wie alt war ich denn jetzt?

Ich schaute mich um. Wir liefen gerade eine Straße entlang und es war schon dunkel. Der fremde Mann schaute mich an und gerade eben wusste ich noc ganz deutlich und ohne jeden Zweifel, dass er mein Vater war, aber nun schien sich etwas in mir verändert zu haben und er war nur noch ein fremder Mann. Ich schaute an mir herunter und sah, dass ich Jeans und hohe Schuhe trug. Mein Sweatshirt das ich trug wies zwei runde Beulen auf. Ich war eine Frau!

Langsam erkannte ich, dass ich in diese Realität gesprungen sein muss und musste sofort vergessen haben, wer ich bin und woher ich komme. Ich ging doch tatsächlich davon aus, ich wäre eine 16jährige Discogängerin, die mit ihrem Vater um längere Ausgehzeiten stritt.

Die Welt der Träume ist schon verrückt… vor allem erkennt man es dann, wenn man weiß, wie sie aufgebaut ist und welche Tücken es gibt.

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