Suche nach Erleuchtung: Fluchtgeschwindigkeit (Teil 25)

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Eigentlich habe ich noch von einem Traum zu berichten, in dem es um den Sammler geht, aber die Erfahrung von heute Nachmittag hat mich doch sehr ergriffen und wollte sie möglichst frisch ins Traumtagebuch schreiben. Für jene, die sich auch auf meine “normalen” Träume oder andere Einträge immer wieder freuen, seien hiermit kurzzeitig vertröstet.

Vor zwei Wochen hatte ich eine kurze Erfahrung, in der ich in meiner Meditation eine Art “Knopf” entdeckt hatte. Er ist kein optischer Knopf, sondern vielmehr eine Art psychischer Mechanismus, den ich “berühren” oder “auslösen” kann. Wenn ich diesen Knopf betätigte, was mir leider bisher erst zwei Mal kurz gelungen ist, konnte ich mich danach direkt überhaupt nicht mehr bewegen und fühlte meinen Körper nicht mehr. Als ich ihn das zweite Mal betätigte, hatte ich einen minimalen Blackout und fühlte mich sehr benommen. Doch was mir beim Drücken des Knopfes aufgefallen war, ist, dass es kurz vorher ein sehr kurzes “Beschleunigungsgefühl” gab. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es ist wirklich wie eine Art Beschleunigungsgefühl. Leider – oder glücklicherweise – war dieses Gefühl so minimal kurz, dass ich es kaum genießen oder näher austesten konnte. Eine mögliche Assoziation könnte der Moment sein, in der man sich auf der höchsten Spitze der Achterbahn befindet und es dann bergab geht. Bei diesen beiden Malen jedoch war das Gefühl viel zu kurz. Trotzalledem kam es mir so vor, als wollte sich etwas in mir beschleunigen, so wie ein Porsche, der nur noch einen Tropfen Benzin besaß und darum kurz anfuhr und sofort wieder ausging. Nichtsdestotrotz war ich ein klein wenig vorangekommen und dieser Knopf beförderte mich von einem Bewusstseinszustand in den nächsten. Sehr weit war ich hierbei nicht von mir und meinem Körper und dem Schlafzimmer entfernt, auch wenn ich kurz den Faden und die Orientierung verloren haben mochte.

Heute habe ich diesen “Knopf” wiedergefunden und ihn erneut betätigt. Was dann geschah, ist sehr schwer mit Worten zu beschreiben und für einige vielleicht sehr abstrakt, aber ich werde versuchen, es trotzdem niederzuschreiben. Es war nicht einfach, erneut diesen Knopf auszulösen, aber was ich dann erlebte, war der schiere Wahnsinn! Das erwähnte Beschleunigungsgefühl nahm plötzlich zu und ich raste für einige Sekunden hinaus ins Universum – zumindest glaubte ich, dass es das war – und ich erblickte Milliarden von Selbste auf Millionen Planeten. Ich fühlte mich für einen Moment wie Gott persönlich, oder zumindest wie ein halber Gott, und überblickte das Universum! Die Geschwindigkeit nahm zu und meine Bewegung durch das Universum mit all diesen Selbsten bekam eine gewisse Ungenauigkeit, sodass meine Spur auf dem Hauptstrahl meiner Entwicklung zum alleinigen Schöpfer einige Randselbste streifte, die eher negative Gefühle aufwiesen. Somit konnte ich auf der einen Seite die göttliche Herrlichkeit des Hauptstrahls wahrnehmen und mich an den vielen Milliarden Selbsten erfreuen und die Gesamtsumme ihrer positiven Erfahrungen, aber gleichzeitig nahm ich auch die niedrig schwingenden Selbste mit ihren Ängsten, Zweifeln und Depressionen wahr. Ich musste achtgeben, dass ich mir durch diese ungenaue Bewegung meiner beschleunigten Wahrnehmung nicht die Gefühle dieser anderen, eher negativen Selbste annahm. Es gelang mir recht gut.

Dann erkannte ich, dass jeder Mensch, der sich durch sein Alltagsleben bewegt, eine ganz bestimmte Geschwindigkeit besitzt. Mit dieser Geschwindigkeit geht er durchs Leben und macht seine Wahrnehmungen. Dies gewährleistet für gewöhnlich und für die meisten Menschen eine recht optimale Entwicklung zur Ganzheit des Selbst – möge sie 300 Jahre oder 20.000  Jahre, in Anbetracht der vielen Reinkarnationen auf diesem Planeten, dauern. Doch hier nahm ich plötzlich in wenigen Sekunden die Entwicklung vieler tausenden Jahren meiner Selbst wahr, bis hin zu anderen Planeten und mitunter in ganz anderen Körpern als die der Menschen. Es war nur die Veränderung der Geschwindigkeit, die mich hat all dies wahrnehmen lassen. Mein physischer Körper und seine Alltagsrealität waren dermaßen weit entfernt, dass ich dies alles mit einem Fingerschnippen einfach hätte vergessen können. Vermutlich hätte man mich dann am anderen Tag tot aufgefunden und alle anderen hätten geglaubt, ich wäre aus dem einen oder anderen Grund verstorben.

Kurz darauf schnellte mein Fokus wieder zurück zu meinem Körper, der auf dem Bett lag. Das Erlebnis hatte nur Sekunden gedauert, aber es war so intensiv und lebendig, dass es mich richtig mitgerissen hatte. Ich war wie elektrisiert von den Wahrnehmungen, die ich erfahren hatte. Und auch wenn sie wirklich äußerst schwer zu beschreiben ist, so hoffe ich, dass ich einen kleinen Teil davon deutlich machen konnte, damit jeder Leser daran teilhaben kann.

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3 Kommentare zu “Suche nach Erleuchtung: Fluchtgeschwindigkeit (Teil 25)

  1. Wieder mal eine Erfahrung, an der sich viele bereichern können:) Danke, dass Du diese mit uns teilst!
    Beim Lesen hat mich die Stelle im Text mit der individuellen Geschwindigkeit, mit der sich jeder durch seinen Alltag bewegt kurz an “Donnie Darko” erinnert, den ich durch deine Filmtipps entdeckt habe.
    liebe Grüße Ole

  2. Hallo, Jonathan
    sehr faszinierender Bericht, erinnert mich an einen sehr berühmten Tennis-Profi, weiss nicht mehr genau, wer es war. Bei ganz entscheidenden Bällen fühlte er sich manchmal wie in Zeitlupe als hätte er alle Zeit der Welt, ganz genau zu überlegen, wie er den Ball schlägt. Und es gibt ja auch die Träume, in der man lange Traumerlebnisse in Sekundenbruchteilen träumt. Z.B. träumte ein Franzose, er wäre verhaftet und geköpft worden, und das in der Zeit zwischen dem Fallen der Gardinenstange auf seinen Kopf und dem Aufwachen. Auch von Nahtoderlebnissen wird ja berichtet, dass manche ihr Leben in kürzester Zeit vor ihrem inneren Auge ablaufen sehen. Somit scheint auch die Zeit keine feste Grösse, aber das hat ja schon Einstein bewiesen.
    liebe Grüsse,
    Uwe

  3. Hallo Uwe,
    richtig, Du sprichst hier einige bekannte Effekte an, wenn man innerhalb eines kurzen Zeitraumes stundenlange Erfahrungen machen kann. So verhält es sich auch mit uns. Wir besitzen eine bestimmte Geschwindigkeit, mit der wir duchs Leben gehen. Wenn wir beschleunigen, dann nehmen wir plötzlich ganz andere Elemente wahr, die zuvor zwar auch da waren, aber nur unterbewusst registriert wurden.
    Liebe Grüße, Jonathan

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