Traumnacht: Das leckere Abendessen

Traumnacht Nachtträume

Ich saß mit einem Freund und einer Freundin im obersten Stock eines Kaufhauses. Wir tranken einen Kaffee und genossen die Aussicht auf die Stadt. Die Unterhaltung war bereits abgeklungen und es herrschte Aufbruchsstimmung.

“Möchtest du mitkommen?”, fragte ich die Freundin.

“Nein, ich bleibe noch ein bisschen hier und shoppe.”

Wir verabschiedeten uns. Der Freund hingegen stieg mit mir in den Fahrstuhl nach unten gen Ausgang.

Als wir den Fahrstuhl wieder verließen, fiel mir auf, dass es noch einen anderen Fahrstuhl gab, in den sicherlich 20 Leute passten. Er war ausgesprochen groß und jeder Fahrgast musste, um mitzufahren, sich in eine Art Vorrichtung stellen. Es besaß schon leicht den Charakter eines Fahrgeschäfts.

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“Lass uns das mal anschauen, was das für ein seltsamer Fahrstuhl ist!”, meinte ich zu meinem Freund und wir gingen näher heran. Mehr als 20 Personen betraten gerade den Fahrstuhl und jeder von ihnen stellte sich in eine dafür vorgesehene, mit weißem Plastik verkleidete, Bucht. Ein dicker Mann, um die 50 Jahre alt, half den Personen, sich richtig in diese Buchten zu stellen. Er wirkte in seiner dunkelgrauen Hose und dem hellgrauen Hemd ein wenig wie ein Busfahrer.

“Gleich geht es los, meine Damen und Herren! Das wird das Abendessen Ihres Lebens!”

Neben dem Fahrstuhl konnte ich eine Tür erkennen, die in einen kleinen Raum führte. Dort stand ein Tisch mit einem kleinen Buffet.

“Oh, schau mal! Hier gibt es kostenloses Essen!”, meinte mein Freund und er schien richtig begeistert. “Lass uns auch mitfahren!”

Ich wiegte den Kopf hin und her, aber da ich noch Zeit und auch noch nicht gegessen hatte, stimmte ich zu.

“Dürfen wir noch mitfahren!”, meinte mein Freund wenige Augenblicke später zu dem dicken Mann.

“Nein, es ist leider schon alles besetzt. Sie können mit dem nächsten Fahrstuhl mitfahren. Das ist der letzte für heute Abend.”

Er zeigte auf einen weiteren Fahrstuhl, der sich 20 Meter weiter hinten befand, dessen Türen jedoch verschlossen waren.

“Dieser Fahrstuhl kommt gleich mit den Gästen zurück. Sie können dann gern dort mitfahren.”

Nun stieg auch noch der dicke Mann in den Fahrstuhl, die Türen schlossen sich und weg waren sie.

Ungefähr fünf Minuten später öffnete sich die Tür des anderen Fahrstuhls. Die Personen strömten hinaus und schienen sehr begeistert zu sein. Ich konnte hören, wie sie von dem Buffet schwärmten.

“Komm! Da fahren wir jetzt mit!”, forderte mein Freund mich auf und wir gingen auf den nächsten Busfahrer zu.

Er sah nahezu genau so aus wie der andere dicke Mann, mit dem wir vorhin gesprochen hatten. Freundlich schaute er uns an: “Ja, Sie sind dabei! Gerne!”

Dann sammelte er noch einige andere Personen ein, die dort schon gewartet hatten.

“Hey, was macht ihr denn hier?”, fragte uns die Freundin, die sich vorhin noch von uns verabschiedet hatte. Anscheinend hatte sie uns zufällig hier entdeckt, als sie sich einige Kleider angeschaut hatte.

Kurzerhand überredete mein Freund sie, ebenfalls mitzukommen. Zuerst zögerte sie, aber als der “Busfahrer” uns den Nebenraum mit dem kleinen Buffet zeigte, war sie ziemlich schnell überredet. In der Mitte des Tisches prunkte ein riesiger Fisch, der von Kaviar, gefüllten Eiern, grünem Salat und massig Tomaten umsäumt war. Ein wahrer Augenschmaus!

Kurze Zeit später standen wir ebenfalls in diesen Buchten.

“Gleich geht es los, meine Damen und Herren! Sie werden das leckerste Abendessen Ihres Lebens erhalten!”

Die Fahrstuhltüren schlossen sich und es ging los! Zuerst fuhr der Fahrstuhl nach unten. Nach einer gewissen Zeit blieb er stehen und fuhr dann seitwärts durch einen sehr langen Gang. Wir konnten durch ein Fenster nach draußen schauen. Der Gang wirkte ziemlich futuristisch, kahle Wände, silberne Öltanks, vermutlich für das Heizungssystem, aber je länger der Fahrstuhl fuhr, desto unaufgeräumter und renovierbedüftiger sah die dortige Umgebung aus. Irgendwie schien es, als würde hier noch gearbeitet werden.

“Sind wir hier richtig?”, fragte eine der Fahrgäste den Busfahrer.

“Machen Sie sich keine Gedanken, hier wird gerade renoviert. Wir sind jeden Moment da.”

Mittlerweile wurde mir etwas mulmig zumute. Ich hatte das Gefühl, dass dies keine planmäßige Fahrt war. Zuerst das leckere Buffet, das vielmehr einem Vorstandstreffen als normalen Besuchern eines Kaufhauses entsprach und nun dieser abbruchreife, futuristische Gang wirkten schon ziemlich irritierend. Endlich hielt der Fahrstuhl an.

“Aussteigen, meine Damen und Herren! Wir sind angekommen”, rief der dicke Mann.

Nun standen wir vor einer weiteren Tür, die ebenfalls wie die eines Fahrstuhls aussah. Sie öffnete sich zu den Seiten und man konnte in einen weiteren Gang blicken. Hier standen überall Kartons herum, einige Kabel lagen auf dem Boden. Es sah aus, als hätte hier jemand seine Renovierungsarbeiten kurzfristig abgebrochen.

“Gehen Sie hier hinein und dann am Ende des Gangs nach links. Sie können es nicht verfehlen. Dort hinten wartet dann ein riesiges Buffet auf Sie!”

Während alle fleißig in den Gang hineinrannten, blieb ich als letzter zurück.

“Kommen Sie! Kommen Sie!”, meinte er zu mir.

“Nein, ich glaube, ich möchte lieber wieder zurück. Ich gehe nicht mit”, entgegnete ich.

Mein Freund stand noch in der Nähe und schaute mich fragend an.

“Ich habe irgendwie das Gefühl, als würde hier etwas nicht stimmen!”, erklärte ich dem Busfahrer.

Kaum hatte ich den Satz zu Ende gesprochen, griff der dicke Mann unter sein Jackett. Daraufhin sah ich einen Pistolengriff zum Vorschein kommen. Bevor er die Pistole jedoch ganz herausziehen konnte, stand ich bereits vor ihm und ergriff seine Hand.

“Was machst du da? Spinnst du!”, rief mein Freund und einige andere, die noch nicht ganz um die Ecke des Ganges verschwunden waren. Sie hatten aus ihrer Perspektive nicht erkennen können, was ich erblickt hatte.

Dann hielt ich plötzlich die Pistole des Busfahrers in den Händen. Er schaute mich entsetzt an, stieß mich zur Seite und lief fort. Die anderen konnten nicht glauben, was sie gesehen hatten.

“Was war denn das?”, rief mein Freund erstaunt. “Wollte der dich erschießen oder was?”

“Ich glaube, er wollte mich zwingen, mitzukommen.”

Plötzlich schloss sich die Tür hinter uns und wir konnten nicht mehr zurück zum Fahrstuhl. Es gab nur noch die Möglichkeit, den Gang weiter hinunterzugehen. Langsam brach Panik unter den Fahrgästen aus.

Während sich die Fahrgäste zu beruhigen versuchten, schaute ich mir die Pistole näher an. Sie war recht klein und hatte eine kreisrunde, viel zu große Öffnung. Wenn ich in diese hineinschaute, sah ich eine dunkelrote, ganz leicht durchsichtige Scheibe. Sie schien auf einer Art Licht zu basieren. Der Abzug war sehr empfindlich und bewegte sich schon, nur wenn ich meinen Finger auflegte. Sie wirkte auf mich sehr untypisch, vielleicht eher wie ein Instrument für einen Elektriker. Doch gab es keinen Zweifel für mich, dass es sich hierbei um eine Pistole handelte.

Nachdem sich alle wieder gefangen hatten, berieten wir, wie wir weiter vorgehen würden. Wir planten, den Gang weiter entlang zu gehen und eine Person, die ausgelost wurde, stets vorauszuschicken. Mein Eindruck war, dass am Ende des Ganges jemand auf uns wartete… und sicherlich nicht, um uns mit einem großzügigen Buffet zu beglücken, sondern um uns Probleme zu bereiten.

Plötzlich ertönte ein Alarmsignal. In einem 2-Sekunden-Rhythmus ertönte es – so eben wahrnehmbar in vielleicht hundert Metern Entfernung am Ende des Ganges. Vorsichtig gingen wir den Gang hinunter. Links von uns erblickten wir dann einen seltsamen Behälter. Auf den ersten Blick wirkte dieser wie ein Öltank für Heizungen, aber am Fuße des Behälters sah ich ein ziemlich futuristisch aussehendes Schaltpult. Einige der Rohre verliefen unter der Decke und führten zum Ende des Ganges, auf den wir gerade zuliefen. Am Ende erblickten wir eine weitere Tür…

“Wie kann das sein?”, unterbrach mich mein Freund. “Die Menschen oben im Kaufhaus werden uns doch vermutlich vermissen, wenn der Fahrstuhl nicht wieder zurück kommt”, erklärte mein Freund.

“Ich denke, dass nur der letzte Fahrstuhl des Abends nicht wieder zurückkehrt. Andernfalls würde es auffallen. Wahrscheinlich ist die letzte Fuhre für etwas anderes gedacht als Werbung für ein leckeres Buffet zu machen.”

Dann schauten wir uns mit großen Augen an und in diesem Moment schienen wir das Gleiche zu denken! Das leckere Buffet… die seltsame Pistole… die Flucht des Busfahrers… der letzte Fahrstuhl… die futuristischen Öltanks… Nun lag die Lösung deutlich vor unseren Augen! Das letzte Buffet des Abends sind die Fahrgäste selbst!

Uns lief ein Schauder den Rücken hinunter. So unglaublich es schien, aber langsam setzten wir das Puzzle zusammen. Die spezialisierten Gourmets schienen mit Sicherheit keine Menschen zu sein, sondern vielmehr waren es Außerirdische, die an menschlichem Fleisch Gefallen gefunden hatten…

Ein interessanter Traum, wie ich fand! Dieser war wieder mal eine Geschichte wert… Ich konnte mir richtig vorstellen, wie man daraus einen spannenden Film drehen konnte. Doch was ist an diesem Traum nun dran? Gibt es Außerirdische, die sich als ganz besonderes Buffet andere Spezies aussuchen? Ich dachte einmal darüber nach, warum es nicht auch Außerirdische geben könnte, die vielleicht sehr vermögend sind und über großen Einfluss verfügen, welche einen eigenen Zoo mit wiederum außerirdischen Kreaturen besitzen. Wer weiß? Vielleicht gibt es irgendwo eine “Adam und Eva” auf einem fernen Planeten in einem außerirdischen Zoo… Ich musste sogleich an meine Erfahrung vom 14.7.2009 denken, als mich ein Engel in einen unterirdischen Bereich geführt hatte, in dem er mir zwei riesige Taucherglocken zeigte, in denen Meerjungfrauen und kleine Feen festgehalten wurden…

(Teil 2 hier)

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2 Kommentare zu “Traumnacht: Das leckere Abendessen

  1. Schade mich hätte ja stark interessiert, wie es wohl weitergegangen wäre, wenn Du den Raum mit Deinen Begleitern betreten hättest. Außerdem hättest Du dann die Möglichkeit gehabt die Waffe auszuprobieren. Bei Deiner Beschreibung musste ich direkt an den Film”Man in Black” denken. Die haben dort ja auch Waffen mit auserirdischer Technologie, und wenn ich mich richtig erinnere war dort auch die kleinste und unscheinbarste Waffe die gefährlichste.;D

  2. Hallo Ole,
    ja, das hätte mich auch interessiert. Es war ja eine recht aussichtslose Situation, nur die Waffe war irgendwie ein Faktor, der die Karten neu mischte. Sie sah nur wirklich äußerst unscheinbar aus.
    Liebe Grüße, Jonathan

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