Völkerverständigung durch Kaya Yanar

Am Samstag um 22.15 im Abendprogramm des Fernsehsenders RTL tritt nun zum zweiten Mal der Comedian Kaya Yanar auf. Er sagt von sich selbst: “Ich bin halb Türke und halb Araber und ich krieg’ Dinge mit, die Ihr nicht seht.”

Sein Spezialgebiet sind türkisch-deutsche Mischsprachen wie “Eh, hasse Ei-Pott dabei?” oder “Beam ma’ Sonx rübba!”, aber auch die überzogene Darstellung der verschiedenen Gebärden und Verhaltensweisen von Europäern. Auf den ersten Blick mag manch einer dabei denken, seine Aussagen seien rassistisch, denn er weiß nicht nur über Türken und Araber Witze zu machen, sondern auch über die Deutschen, Inder, Franzosen, Amerikaner, Polen, Russen usw. Als Deutscher dürfte man einige seiner Gags sicherlich nicht in der Öffentlichkeit bringen, aber da er nun mal kein Deutscher ist, darf er sich das durchaus erlauben…Ein Ausländer, der sich über Ausländer lustig macht, ist nicht verwerflich oder rassistisch, sondern wirkt auf viele Zuschauer beinahe schon objektiv. Kaya Yanar trägt hierbei sogar sehr zur Völkerverständigung bei, wenn er über die Drohgebärden der Deutschen im Vergleich zu denen der Türken spricht oder über die vielen Lämpchen, die beim Glücksrad anspringen, wenn der Kandidat das Vokal “Ü” auswählt. So spielt er viele verschiedene Charaktere oder analysiert auf karikierende Weise das auffällige Verhalten mancher Europäer.

In einem Interview gibt Kaya Yanar an: “Die Leute empfinden meine Charaktere als eine Art Liebeserklärung an die Nation. Denn sie merken, wie genau ich beobachte und welche nationalen Eigenheiten es gibt. Die detailgetreue Imitation ist ja dann nur ein Spiegel und für den Betreffenden sehr unterhaltsam. Schließlich ist mein Humor nicht verletzend, weil ich das nicht beabsichtige. Die Griechen haben sich nach der siebten Folge beschwert, dass noch keine griechische Figur in der Sendung aufgetaucht war. Kurz darauf waren sie mit drei Figuren in der Sendung vertreten.”

Gewiss mag man sich fragen: Wie bewusst ist sich Kaya Yanar ob seiner vermittelnden Rolle zwischen den Völkern? Denn die Verständigung ist hier definitiv wirksam und so bekommt jedes Volk Mitgefühl und Verständnis für andere Völker. Ein nacherzählter Auszug aus seiner letzten Sendung:

“Wir Türken haben ja auch eine Pubertät, nur eben viel mehr als die Deutschen, weil wir ja auch mehr haben. Und wenn jugendliche Türken draußen auf der Straße herumstehen und Passanten anmachen, haben Sie keine Angst vor denen. Aber wenn ein deutsches Pärchen an einigen türkischen Jugendlichen vorbeigehen muss, wechselt es lieber die Straßenseite. Die Jugendlichen grölen auf Deutsch herum und rufen irgendwelche bedrohliche Sachen, aber gehen Sie einfach mal an denen vorbei, verstecken sich dann hinter der nächsten Ecke, blicken Sie dann zurück und hören Sie denen einmal zu, wenn die türkisch reden. Diese vielen “Ü’s” und so weiter klingen dann so niedlich und harmlos, dass Sie nur noch lachen können. Nichts Bedrohliches mehr. Aus dem Grund benutzen die Türken auch viel lieber die deutsche Sprache, damit kann man wesentlich bedrohlicher wirken.”

Quellen:

Kino.de, Kinokasse.de

4 Kommentare zu “Völkerverständigung durch Kaya Yanar

  1. Ich habe Samstag die Folge gesehen und ich fand es klasse, was der Kaya macht. Er ist schon intelligent genug, dass er weiß, was er tut.

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