Traumnacht: Das Haus am Rande der Welt

Träume alternative Realitäten

Traumnacht” ist eine Reihe, in der ich mich bewusst darauf konzentriere, alternative Realitäten zu betreten, in denen ich ebenfalls ein Leben habe, einen luziden Traum oder eine außerkörperliche Erfahrung erlebe bzw. ich von einem interessanten oder außergewöhnlichen Traum oder von Erinnerungen aus höheren Bewusstseinszuständen zu berichten habe.

Ich kam plötzlich in einem mir unbekannten Zimmer zu mir. Leider wusste ich nicht, wo ich mich befand, aber es war ein großer Raum, gemütlich eingerichtet, aber mit veralteten Möbeln. Plötzlich klopfte es an der Tür. Herein kamen ein Mann und eine Frau, vielleicht im Studentenalter und recht alternativ gekleidet. Sie setzten sich auf ein Sofa, das dort stand, als wären sie schon des Öfteren hier gewesen. Ich beschloss, einfach mitzuspielen, um zu sehen, wo mich mein höheres Selbst dieses Mal hintransportiert hatte…

“Ich war gerade in einem anderen Raum!”, sagte die Frau begeistert. “Dort gibt es einiges zu essen, wenn ihr möchtet. Sie liegt nur ein paar Räume weiter auf der linken Seite. Ich habe dort Brot, Thunfisch, Salat und Würstchen entdeckt. Ich glaube, dass dort manchmal jemand hingeht und isst…”

Ihre Aussage wirkte etwas befremdlich, wie ich fand. Sie wirkte recht normal auf mich, aber wenn ich etwas in ihre Aussage hineinfühlte, bemerkte ich, dass es seltsam klang, so, als würde sie ebenfalls nicht wissen, wo sie sich befand und erst einmal versucht hatte, das Terrain zu erkunden. Es wirkte, als würde sie genau so spontan hergebracht worden sein wie ich selbst, mit Amnesie und sich des Aufenthaltsortes nicht wirklich bewusst.

Nach einigen Minuten verließen sie wieder das Zimmer und ich war allein. Ich stand auf und beschloss, ebenso die nebengelegenen Räume zu erkunden. Irgendwie wusste ich, dass ich mich dabei auf keinen Fall erwischen lassen durfte, denn dann würde mir eine stärkere Amnesie treffen als die, der ich vermutlich schon unterlag. Glücklicherweise war ich mir meiner selbst so weit bewusst, dass ich wusste, dass dies nicht meine wirkliche Realität war und dass man mich hier ‘hineingesetzt’ und einfach allein gelassen hatte.

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Langsam öffnete ich die Zimmertür und spähte nach links und recht. Es war niemand zu sehen. Leise schloss ich hinter mir die Tür und schlich in Richtung Küche. Nebenan befand sich ein weiterer Raum, in dem ein alter Mann vor einem Fernseher saß. Er wirkte auf mich, als sei er sich seiner selbst überhaupt nicht bewusst. Nach meinem Gefühl zu urteilen, schien er jeden Abend dort zu sitzen und einfach sein Leben zu führen, ohne zu wissen, dass es noch andere Räume gab, als der, in dem er lebte.

Auch hier schlich ich unauffällig an seiner Zimmertür vorbei, da ich nicht wusste, was er tun würde, wenn er mich entdeckte. Dann kam ein weiterer Raum. Behutsam öffnete ich die Tür und blickte dann in ein abgedunkeltes Zimmer hinein. Dort war es Nacht und es sah aus, wie das Zimmer eines Teenagers. Ich ging einige Schritte ins Zimmer hinein und sah dort im Zwielicht, das durch die Vorhänge fiel, ein junges Mädchen in ihrem Bett liegen. Sie war nicht alter als zehn Jahre und befand sich anscheinend im tiefen Schlaf. Auch diesen Raum verließ ich wieder.

Dann, auf der linken Seite, entdeckte ich die besagte Küche. Niemand befand sich darin und ich überlegte, ob ich nach etwas Nahrung suchen sollte, aber irgendwie hinterfragte ich den Sinn, da ich wusste, dass dies nicht meine tatsächliche Realität war. Warum sollte ich dann hier essen? Dennoch öffnete ich den Kühlschrank und einige Schranktüren, um zu sehen, was es dort so gab. Die Inhalte wirkten auf mich, als hätte kürzlich eine größere Gesellschaft hier diniert.

Plötzlich hörte ich ein Geräusch! Es kam jemand! Ich erspähte eine Nebentür und huschte hinein. Es war offenbar ein Abstellraum mit Regalbrettern, Eimern und Besen. Darin wollte ich erst einmal verbleiben, so lange, bis die Luft wieder rein war. Nur einen Türspalt ließ ich offen, um hinauslinsen zu können.

Ich erkannte einen grauhaarigen Mann im Morgenmantel und Pantoffeln, der in die Küche trottete und zum Kühlschrank ging. Er stöberte ein wenig dort herum, packte sich etwas ein und ging wieder. Nachdem er verschwunden war, verließ ich die Küche. Und weiter ging es durch die unbekannten Räume dieses dunklen Hauses.

Der Flur brachte mich zu einer Tür, die wiederum zu einem Hof führte. Nachdem ich einen Blick auf den Hof geworfen hatte, musste ich erkennen, dass mehrere Türen von dort in andere Bereiche des riesigen Hauses führte. Laut meiner persönlichen Einschätzung musste dieses Haus mehr als 50 Zimmer besitzen! Es musste eine gigantische Villa sein!

Ich lief über den quadratischen Hof und nahm die linke Tür. Auch dort wieder weitere zwielichtige Flure und alte Holztüren. Hier gab es eine Menge an Zimmern, die ich neu auskundschaften konnte… Aber wo war der Ausgang? Ja, das war es, dachte ich! Ich wollte eigentlich einen Ausgang aus diesem seltsamen Haus finden, in dem so viele Menschen zu leben schienen, die sich ihres Zustandes überhaupt nicht bewusst waren!

Als ich die nächste Tür öffnete, wurde es sehr seltsam! Der Raum war sicherlich an die 100 qm groß und alles, was darin stand, war ein altes Schiff! Eines dieser alten Fregatten. Und auf dem Schiff standen vielleicht zwanzig oder mehr Personen, die davon überzeugt waren, dass sie sich gerade auf hoher See befanden! Sie hielten sich an der Reling oder am Mast fest, da es mir schien, als hätten sie gerade einen unruhigen Seegang. Doch aufgrund meiner Wahrnehmung und dem Wissen, das ich mittlerweile erlangt hatte, wusste ich genau, dass diese Menschen nur halluzinierten, auf hoher See zu sein. Sie wirkten auf mich, als befänden sie sich in einem hypnotischen Zustand, der ihnen das Meer, den Seegang und den Wind vorgaukelte, denn tatsächlich befanden sie sich nur auf einer Schiffsattrappe, die jemand in dieses große Wohnzimmer gestellt hatte! Ich glaube, dies war einer der seltsamsten Räume, die ich in diesem Haus vorfand. Leise schloss ich die Tür und ging weiter…

Nach vielen Stunden hatte ich sehr viele Räume durchsucht und in einigen waren ähnlich abgedrehte Situationen vorzufinden gewesen. Viele Räume habe ich auch wieder vergessen (nachdem ich aufgewacht war). Jedenfalls, lange Rede, kurzer Sinn, ich konnte mir irgendwann einen klaren Überblick über dieses Haus verschaffen. Je mehr ich das Haus erkundete, desto klarer und luzider wurde ich innerhalb dieses Traumes.

Inhaltlich kann ich sagen, dass dieses Haus eine Art Spielplatz war, auf dem eine Veranstaltung lief, d.h. es gab eine Gruppe von Menschen, die etwas bewusster als andere waren und diese nahmen die Unbewussten mit in diese verschiedenen Räume, um ihnen kleine Unterhaltungen und Attraktionen zu präsentieren. Es war ein riesiges Spiel und keiner von ihnen wusste es! Sie waren absolut identifiziert mit dem Zustand, den sie in ihrer Hypnose wahrnahmen. Und ich wusste nicht, wie ich es den unbewussten Menschen in der Villa deutlich machen konnte. Sie konnten/wollten mir nicht wirklich zuhören, da sie in einer Art Hypnose mit begleitender Amnesie waren. Sie wussten nicht einmal, dass sie etwas vergessen hatten! Sie hatten also vergessen, dass sie etwas vergessen hatten. Das machte es sehr schwierig für mich, sie irgendwie aufzuwecken.

Ja, ich hatte es einige Male versucht, aber sie neigten dann dazu, mich anzugreifen oder misstrauisch anzuschauen. Es schien fast wie ein Fluch zu sein, nämlich, zu wissen, dass ich noch so bewusst sein konnte, aber es war schier unmöglich, andere von dem zu überzeugen, was mir in der Villa klar geworden war. Also irrte ich weiter in der Villa herum, um den Ausgang aus diesem verrückten Spiel zu suchen.

Irgendwann gelang es mir, den Ausgang zu entdecken! Als ich die richtige Tür öffnete, blickte ich auf einen großen Garten und eine weite Fläche. Es war ein riesiges Haus auf dem Land. Weit und breit konnte ich keine Häuser entdecken und die ganze Welt, welche auch immer es gewesen sein mochte, befand sich in einem dauerhaften Zwielicht. Ich hatte es geschafft, dem großen Spiel in diesem Haus zu entkommen, das Spiel um Attraktionen, Beziehungen, Kämpfe aller Art, der Langeweile und zugleich der Unterhaltung… Doch, was würde diese Welt noch im Sinn haben? Wie lange konnte ich mein erlangtes Bewusstsein und Wissen in dieser Welt noch aufrechterhalten? Würde ich irgendwann wieder der Amnesie anheimfallen? Gab es einen Ausgang aus dieser Welt? Na ja, zumindest hatte ich den Ausgang aus der seltsamen Villa gefunden…

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3 Kommentare zu “Traumnacht: Das Haus am Rande der Welt

  1. Hallo Jonathan, ich lese Deine Berichte immer wieder sehr gerne. Besonders aufmerksam werden lassen hat mich das Schiff im Wohnzimmer. Vor ca. 2 Jahren hatte ich einen ähnlichen Traum. Ich saß mit mir unbekannten Personen in einem kleineren Wohnzimmer. Es gab einen Durchgang in einen länglichen Nebenraum. Dort stand so ein großes, hölzernes Piratenschiff mit Segelmasten, auf dem sich verschiedene Leute tummelten. Ich fragte mich, wie sich damit in einem Zimmer fahren ließe. Auf der anderen Seite des Raumes gab es meiner Erinnerung nach, eine Glasscheibe. Dort hinter lag ein großer Raum, ähnlich einer Halle. Nebenan war eine Art Einkaufscenter. Leider habe ich mir darüber wohl keine Notizen gemacht. Das war nur ein sehr markanter Traum, da ich sonst nichts mit Schiffen zu tun habe und damals auch keine Filme gesehen habe, die mich beeinflusst haben könnten. Ist Dir eine Plattform bekannt, wo es möglich ist, sich über “Traumwelten” auszutauschen, die evtl. in anderen Ebenen mehr oder weniger manifest bestehen? Im deutschsprachigen Raum konnte ich bisher nichts diesbezüglich finden. Ich fände es spannend, dies präziser zu erforschen – bzgl. Abgleich, genauerer Beschreibungen von “Traumwelten” (shared dreams).
    Beste Grüße
    Lucinda

  2. Hallo Lucinda,
    danke für Deinen Kommentar.
    Die Menschen waren hypnotisiert und dachten, dass sie sich auf dem Meer befänden. Tatsächlich jedoch stand in dem Zimmer nur eine Art Attrappe eines Schiffes.
    Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Tests gemacht, Beweise geliefert und auch oft mit anderen zusammen geträumt. Was die Beweissuche betrifft, habe ich irgendwann plötzlich erkannt, was das eigentlich soll und habe es dann hinter mich gelassen. Beweise suchen nur diejenigen, die Zweifel besitzen. Auch ein wichtiger Umstand, woran es dann liegt, dass man selbst keine Erfolge besitzt, weil man eben noch zu viele Zweifel besitzt. Man kann es sich aber (leider) immer nur selbst beweisen, dass es funktioniert. Man kann es nicht über die Fähigkeiten anderer beweisen. Die „andere Welt“ entzieht sich absichtlich den Naturwissenschaften und dem rationalen Verstand. Ich sollte mal darüber einen Artikel schreiben. ;)
    Ja, Du kannst Dich bei „Telegram“ an der Gruppe von Matrixxer anmelden. Dort wird gern mal über solche Themen diskutiert. Auch gibt es viele Infos, u.a. von mir, die es sonst nirgends gibt. :) Dort sind schon an die 100 Leute. :)
    Liebe Grüße, Jonathan

  3. Hallo Jonathan,
    danke für die Infos.
    Was ich bzgl. des Erforschens meine, ist nicht unbedingt die “Suche” nach Beweisen, sondern die Frage nach Beständigkeit “paralleler” Ebenen, eventueller Versammlungspunkte. So kehre ich in Träumen an dieselben Orte zurück, die in ihrem So-Sein oder in ihrer Andersartigkeit im Vergleich zur physischen Welt scheinbar Bestand haben.
    Liebe Grüße, Lucinda

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