Das Youtube-Orakel

Ich möchte gern davon berichten, was ich persönlich auf dem Videoportal Youtube entdeckt habe. Dort kann man seit geraumer Zeit phonetische bzw. automatische Untertitel in englischer Sprache aktivieren. Zum Einen ist dies eine Hilfe für Gehörlose, damit diese auch die deutsch- oder englischsprachigen Videos verstehen können, aber auch für jene, die zu dieser Sprache vielleicht eine Texthilfe besitzen möchten. Die Einrichtung orientiert sich innerhalb des Videos nach der Aussprache des Sprechers und versucht so gut wie möglich, die ausgesprochenen Wörter zu erkennen und schriftlich darzustellen. Natürlich klappt das nicht immer, vor allem nicht, sobald der Sprecher undeutlich spricht oder einen Dialekt besitzt. Weitgehend wird sich dabei an die amerikanische Aussprache gehalten. Es kann dann schon mal passieren, dass Wörter falsch erkannt werden…

Da diese Spracherkennungseinrichtung automatischer Untertitel zuerst einmal manuell und vom Videobesitzer aktiviert werden muss, so muss der Zuschauer diese ebenfalls noch einmal aktivieren, damit der Vorgang auch funktioniert. Für den Endverbraucher nur zwei Klicks auf das kleine “Umschlagsymbol” unten rechts und dann auf “Untertitel Ein” und schon kann es losgehen.

Warum ich diesen Artikel nun als “Youtube-Orakel” darstelle, liegt daran, dass es einem solchen eigentlich sehr ähnlich ist, da nicht jedes Wort verstanden wird und manchmal sogar Rätsel aufgeben kann. Noch interessanter wird es, wenn man ein Video mit Text vor sich hat, in dem auch einige Musikpassagen enthalten sind. Insbesondere in diesen Musikpassagen versucht die Untertitelfunktion Worte zu erkennen und beginnt sie dann manchmal auch anzuzeigen. Woher sie diese Worte beziehen ist ebenso ein Orakel für sich, wie das, was man daraufhin zu lesen bekommt. Manchmal ist es unsinnig, verwirrend, zusammenhanglos, aber manchmal auch interessant, ungewöhnlich schlüssig und zuweilen durchaus spirituell – insbesondere wenn man dies aus der Perspektive dessen betrachtet, dass es keine Zufälle geben kann.

Das erstaunlichste Ergebnis, das ich in einem Video mit aktivierten automatischen Untertiteln erhielt, war wie folgt:

“On. I’m on. Go union. And. With.You.”

Wenn man sich diese Worte einmal näher anschaut, erkennt man durchaus eine schlüssige Botschaft. Wer oder was immer sie sandte, schien erst einmal “on” gegangen zu sein, um die nächsten Worte in die Matrix, d.h. unsere Welt zu senden. Daraufhin folgte die Empfehlung, die “Einheit” anzustreben, mit dem Zusatz, sich selbst doch gleich mitzunehmen bzw. mit dabei zu sein.

Natürlich lässt dies allerlei Interpretationen zu, darum nenne ich es auch das Youtube-Orakel.

Meistens sind es Dokumentarfilme, die nicht nur die Möglichkeit der Aktivierung automatischer Untertitel ermöglichen, sondern auch stellenweise instrumentale Musik beinhalten. Kurzfilme bieten sich ebenfalls an. Musikvideos eignen sich auch, wenn es sich dabei ebenfalls um instrumentale Musik handelt und die Untertitelfunktion aktiviert wurde. Doch ebenso Filmtrailer bieten sich sehr gut an, da sie Musik und Ton beinhalten. Man muss bei Trailern jedoch aufpassen, denn die Sprache der Schauspieler wechselt sich hier mit dem Youtube-Orakel der automatischen Untertitel schnell ab. So kann man die Botschaften vielleicht notieren und sich später darüber Gedanken machen. Wichtig ist es, dass man sie säuberlich von den tatsächlichen wörtlichen Rede der Schauspieler trennt. Seltsamerweise, so ist mir aufgefallen, ist die ominöse Nachricht eines Youtube-Orakels nicht immer wiederholbar. Spielt man die Sequenz wieder ab, kann durchaus ein anderer Text gezeigt werden. Man muss auch geduldig sein, bis einmal ein solches Video gefunden wird. Wenn man danach sucht, findet man meistens keins, so ist es mir aufgefallen, sondern sie scheinen einem einfach zu begegnen. Ich wünsche viel Spaß!

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Videos mit Text und Musik abwechselnd:

Filmtrailer Pandorum (nur am Anfang)

Cosmos-Reihe mit Carl Sagan (gelegentlich zwischendurch)

 

3 Kommentare zu “Das Youtube-Orakel

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