Superhelden im Alltag

Wie oft kann man in Kinofilmen Menschen beobachten, die über bestimmte Fähigkeiten verfügen? Sie fliegen hoch in den Himmel, können Stürme erzeugen, Menschen mit bloßer Gedankenkraft hinfortschleudern, Kranke heilen, sich von einem Ort zum anderen teleportieren u.v.m. Bekannte Namen sind Superman, Batman, Spiderman, X-Men, die Fantastischen Vier u.a. Sie alle werden als Mutanten oder Superhelden bezeichnet, die über eine besondere Fähigkeit verfügen, die sie meistens zum Wohle der Menschheit einsetzen. Nicht jeder dieser Superhelden verfügt unbedingt über eine genetische Besonderheit, sondern es gibt auch welche, die sich einfach nur ausgiebig trainiert haben oder mit raffinierter Technik ausgestattet sind. Batman besitzt sein Batmobil und einen flinken Partner namens Robin. Keinem der beiden sind jemals übernatürliche Kräfte zuteil geworden. Man muss nicht unbedingt über eine paranormale Fähigkeit verfügen, um ein Superheld zu sein.

Diese Erkenntnis hat sich mancherorts nun herumgesprochen und ein neuer Trend zeigt sich für die Verbrechensbekämpfung als Silberstreifen am Horizont. Es sind bisher nur wenige, aber langsam tauchen Superhelden in der Alltagswelt auf, die mit ihrer Zivilcourage und guten Taten überhaupt Menschen in Not helfen. Dazu gehören nicht nur Superhelden, die versuchen, anderen Menschen psychologische oder finanzielle Hilfe zu gewährleisten, sondern es gibt auch jene, die sich tatsächlich verkleiden und in der Nacht durch die Straßen ziehen, in der Hoffnung, ihre Fähigkeiten positiv einzusetzen und x-beliebigen Menschen tatkräftig und mit einer Portion Gewaltbereitschaft zu helfen.

Einer der filmischen Vorbilder solcher Alltags-Superhelden oder Real-Life-Superheroes ist “Kickass“, ein Film, in dem ein junges Mädchen gemeinsam mit ihrem Vater in Superheldenkostümen gegen das Unrecht in ihrer Stadt kämpfen. Sie legen sich mit Mördern, Drogenbossen und anderen Kriminellen an, um einmal so richtig aufzuräumen. Keiner dieser Alltags-Superhelden verfügt über paranormale Fähigkeiten, sondern sie profitieren einfach von ihrem Wissen über Selbstverteidigung und tragen Waffen bei sich, die sich am Rande der Legalität befinden. Zwar wird in diesem Film stark übertrieben und es gibt auch einige Tote, aber die Alltags-Superhelden in unserer Welt sind oftmals auch technisch recht gut ausgerüstet. In ihrem Waffenarsenal können sich Elektroschocker, Tränengas, Gaspistolen, asiatische Kampfsportwaffen wie Nun-Shakos oder Sai’s befinden. Es gibt derlei viele Möglichkeiten, um sich für solche mutigen Einsätze auszurüsten.

Es ist polizeilich und gesetzlich auch nicht verboten, sich ein Superheldenkostüm anzuziehen und zu patrouillieren, denn nichts anderes tun die so genannten Real-Life-Superhelden, die Ausschau nach Unrecht halten, um es mit eigener Tatkraft zu beseitigen. Was für den einen nach Selbstjustiz riecht, schmeckt dem anderen vielmehr nach Notwehr, sinnvoller Eigeninitiative und Zivilcourage.

Der Wunsch, sich ein selbstgenähtes oder gekauftes Kostüm anzuziehen, um als unerkannter Held durch die Straßen zu ziehen, ist höchstwahrscheinlich in den USA geboren worden, das Land, aus dem die meisten Comics und Filme mit solchen Themen stammten. Einige dieser mutigen und einsatzfreudigen Superhelden ist beispielsweise der “Crime Fighter”, der schon mehrere Kriminelle gestellt und an die Polizei ausgeliefert hat. Die Polizei in seinem Bezirk grüßt ihn sogar und die Nachbarschaft lässt sich gern einmal mit ihm fotografieren. Trotzdem befürchten die Beamten, dass er eines Tages in ein Feuergefecht geraten und darin umkommen könnte. Manche Gangs können neben der Polizei sicherlich keinen Freak gebrauchen, der auf eigene Faust ermittelt und ihre Drogen- und Waffengeschäfte stört. Der “Crime Fighter” besitzt sogar einen Comicladen und hinter einem der vielen Regale befindet sich sein Superhelden-Hauptquartier. Schnell schiebt er es beiseite, als sei es ein verborgener Geheimgang, zieht sich dahinter sein Superheldenkostüm an und geht nachts auf Streife, um in Not zu helfen.

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Neben dem Crime Fighter gibt es viele andere Alltags-Superhelden, die sich selbst Aktivisten oder Rollenspieler zweiten Grades nennen. Manche von ihnen gehen sogar in Gruppen vor, um mehr Schlagkraft und Imposanz zu erreichen. Im Weiteren gibt es noch “Mr. Xtreme” und “The Urban Avenger”, welche gern Seite an Seite kämpfen und schon einige Erfolge erzielen konnten. Oder auch die Superhelden “TSAF”, “Good Samaritian”, “Captain Jackson”, “The Eye”, “Captain Prospect”, “Professor Midnight”, “The Watchman”, “Blackbird” u.v.a. gesellen sich zu dem neuen Trend “Sei ein Superheld und hilf der Welt!”.

Die meisten von ihnen trainieren sich also in diversen Kampfstilen und asiatischer Selbstverteidigung (Martial Arts), doch gibt es auch einige Nerds, wenn man sie so nennen möchte, wie beispielsweise der “Knight Warrior” und seine Freundin, die nicht sonderlich mit Selbstverteidigungstechniken und Waffen ausgestattet sind, aber trotzdem hoffen, dass sie mit ihrer Anwesenheit etwas bewegen können. Der gute Wille zählt eben auch.

Im Weiteren gibt es eine Webseite, die versucht, sämtliche Superhelden zusammenzuführen und zu organisieren. Zu diesem Kreis gehören mittlerweile sehr viele Alltagshelden wie z.B. “Thanatos”, “Geist”, “Nyx” u.a. Der Superheld “Geist” erklärte in einem Interview: “”Wir alle müssen doch nach Herausforderungen suchen, um aufzustehen”, während Thanatos meinte: “Ich tue, was ich kann, und hoffe, dass es andere Menschen auch inspirieren wird.” Der Superheld “Knightvigil” nimmt seine Sache sehr ernst und gibt an: “100 Prozent meines Glaubens kommen genau dann zum Ausdruck, sobald ich meinen Job mache.”

Wer nun glaubt, dahinter verbergen sich nur Männer, liegt mit seiner Ansicht daneben, denn auch Frauen haben sich mittlerweile dazu berufen gefühlt, als Superheldin des Alltages hinaus auf die Straße zu gehen und Menschen zu helfen. So sagt die attraktive Superheldin “Nyx” mit ihrem auffällig hübschen Kostüm beispielsweise: “Tu nicht dauernd nur was für dich selbst. Fang endlich an, auch mal Dinge für andere Leute zu tun!” Ihr Kostüm besteht aus einem schwarzen Minikleid mit schwarzrot-geringelten Strümpfen, hohen schwarzen High-Heels mit silbernen Schnallen, roten Handschuhen und Nietenarmbändern. Ein zartes, rotes Tuch verdeckt Nase und Mund und lässt nur die Augen hervorblitzen.

Der Held “Dark Guardian” bringt es ziemlich gut auf den Punkt, indem er äußert: “Es existiert in jedem von uns ein Superheld, wenn wir ihn leuchten lassen…”

Der langhaarige “Ragensi” trägt z.B. einen großen, schwarzen Schlapphut, einen schwarzen, langen militanten Mantel und ein Tuch in gleicher Farbe, das Mund und Nase verdeckt. Er meint, dass man das Feuer in seinem inneren nicht verlöschen und den Helden in sich nicht verkümmern lassen sollte.

Manch Superheld trägt einfach nur eine schwarze Hose, weißes Hemd und eine schwarze Augenbrille, um das Gesicht einigermaßen zu verbergen, aber andere ziehen sich ein komplettes Kostüm an, mit Maske, Handschuhen, Cape und Stiefeln. Einige sehen elegant, gruselig, böse, abgedreht oder äußerst hübsch aus, andere aber auch bunt, lächerlich und ziemlich improvisiert. Trotz dieser bunten Mischung an Kostümen haben sich manche dieser Superhelden sogar zu Superstars entwickelt. Vorzuweisen ist hier u.a. “Shadow Hare”, der bereits von CNN und anderen großen Fernsehsendern interviewt wurde und seine Webseite über 300.000 Besucher täglich registriert. Dabei wirkt “Shadow Hare” als Mann recht schmächtig und fürchtet sicherlich keinen Bösewicht zu Tode. Trotzdem verteilt er auch gern unter seiner Maske Visitenkarten, um auf seinen Dienst an der Welt aufmerksam zu machen. Dabei schreckt er in seinem Übermut nicht davor zurück, seine Visitenkarte auch Polizisten in die Hand zu drücken. Es kann ja einmal sein, dass sie seine Hilfe benötigen. Weniger Hilfe benötigt vermutlich “Shadow Star”, die als Frau im Body-Building-Studio nicht nur ihr tägliches Workout praktiziert, sondern auch in ihrem schwarzen, hautengen Nylonanzug mit allerlei Waffen umzugehen weiß. Dies demonstriert sie ganz gern in ihren Videos auf dem Videoportal Youtube und unterrichtet gleichzeitig, online in ihren eigenen vier Wänden oder auch mal am Strand von Malibu, den Umgang mit Samuraischwertern, Schlagstöcken oder anderen asiatischen Kampfmitteln.

Nicht nur die USA weist Superhelden vor, sondern auch England. So gibt es dort beispielsweise “Knight Hood” und “Decoy”, die sogar schon einige Male interviewt wurden. Sie wirken zwar eher komödiantisch und einander sehr zugetan, aber dennoch setzen sie sich für die Menschen auf ihre Weise ein. Sie sammeln Spendengelder, glänzen mit Diplomatie und Humor, um hilfreich sein zu können und setzen ihre Kräfte auf ihre Weise ein. Die meisten Superhelden, unabhängig aus welchem Land, setzen sich auch sehr viel für Street-Working und für Landstreicher ein, die vielleicht ihr abzählbares Hab und Gut verloren haben oder Medikamente, Nahrung und einen Schlafplatz benötigen. Nicht jeder dieser neuen Superhelden verbirgt seine Identität unter einer Maske. Es gibt auch jene, die ihre Identität nicht verdoppeln und ganz offen und erkannt zu ihrem Heldentum stehen. Hier gibt es z.B. “Prowler”, eine junge Frau aus New York, deren Vorbild Catwoman zu sein scheint. Zwar einst eine Gegenspielerin von Batman und weniger den Guten zugehörig, so ist “Prowler” dennoch sehr im sozialen Bereich engagiert.

Befremdlich hingegen wirkt eine Superheldin aus China, die bisher noch völlig unerkannt geblieben ist, weder existiert ein Name noch kennt man ihr Aussehen, und scheint, zumindest laut einiger öffentlicher Kameras, über paranormale Fähigkeiten zu verfügen. Auf einem Video ist sie in einem Supermarkt zu sehen, in der sich ein Einkaufswagen verselbständigt und auf ein kleines Mädchen zurast, das gerade am Boden hockt und nach einem Comic schaut. Plötzlich sieht man die Superheldin, wie sie mit einer Handbewegung den Einkaufswagen aus seiner Spur bringt und regelrecht zur Seite abdriften lässt, ohne auch nur den Wagen in irgendeiner Form berührt zu haben. Das Kind ist einer bösen Beule entgangen. Auf einer weiteren Überwachungskamera erkennt man einen Lastwagen, der mit hoher Geschwindigkeit auf eine Kreuzung zurast, die gerade von einem Fahrradfahrer befahren wird. Es fehlt nur ein halber Meter, bevor es zu einem tragischen Unfall kommt, als plötzlich diese Frau aus dem Nichts auftaucht, blitzschnell den Fahrradfahrer ergreift und ihn innerhalb einer Sekunde von der Kreuzung zu einem Ort in 20 Metern Entfernung teleportiert. Damit hatte sie sein Leben gerettet. Dieses Video wirkt auf den ersten Blick sehr authentisch und ist binnen kürzester Zeit um die ganze Welt gegangen. Mittlerweile behauptet der Großteil der Zuschauer, dass dieses Überwachungsvideo manipuliert wurde, um auf einen kommenden Film hinzuweisen, doch davon unabhängig ist die Idee einfach wundervoll und unterstützt viele Real-Life-Superhelden in ihren Absichten und konstruktiven Plänen für die Welt.

Was hat es nur auf sich mit all diesen Superhelden-Geschichten und -Filmen, die immer mehr Anklang in den Kinos und beim Publikum finden?

Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und glaube, dass diese Hinweise durchaus als symbolisch zu betrachten sind. Nicht nur steckt in jedem von uns ein kleiner Superheld, der sich gelegentlich vorstellt, unglaubliche Taten zu vollbringen. Man denke dabei an seine Kindheit, in der man sich tausend Mal stärker und genialer vorkam als man tatsächlich war, sondern davon unabhängig erlebt man die Anwendung solcher Fähigkeiten wie Fliegen, Superkraft, Schnelligkeit und dergleichen auch gelegentlich in seinen Träumen. Für das Unterbewusstsein existieren diese Fähigkeiten und es weiß, dass sie zu einem gewissen Teil sogar anwendbar sind. Manchmal wirkt es geradezu auf mich, als wolle die Natur den Menschen darauf vorbereiten, dass es in naher Zukunft möglich ist, dass solche genetischen “Defekte” in Erscheinung treten könnten, die die eigenen Fähigkeiten verstärken. Zumindest ist die Bereitschaft für tausende von Alltags-Superhelden bereits in erreichbare Nähe gerückt. In unserem Unterbewusstsein bzw. in den brachliegenden Genen sind jedenfalls all diese Möglichkeiten und Fähigkeiten verborgen und warten darauf, entdeckt zu werden.

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Quellen:
Superheldin Teleportation Kreuzung
Superheldin mit Einkaufswagen
Video mit Crime Fighter aus Seattle
Video 2 mit Crime Fighter
Superhelden-Gang aus San Diego
Mr. Xtreme und The Urban Avenger aus San Diego
TSAF, Good Samaritian, Captain Jackson, The Eye, Captain Prospect, Professor Midnight, The Watchman, Blackbird
Superheld Shadow Hare aus Cincinatti
Superheld Shadow Star
Prowler aus New York
Video mit Knight Warrior
Infoseite: Reallife Superheroes und Vorstellungsvideo

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4 Kommentare zu “Superhelden im Alltag

  1. Ich find das wirklich genial und unterstütze die Leute dabei.
    ABER:
    Es wird zwangsläufig irgendwann soweit kommen, dass einer dieser Helden umgebracht werden wird. Je nachdem, wo er operiert, werden sich schnell einige Personenkreise angepisst fühlen und ihn aus dem Weg schaffen, wenn er zu aufdringlich wird.
    Die negativen Kräfte in der Welt sind gut organisiert und schlagfertig. Wenn man nicht SEHR, SEHR aufpasst, kann es schnell vorbei sein.
    Heldentaten, die auf Konflikt ausgelegt sind (Verbrecher jagen) locken immer auch böse Jungs an, die sich mit dem Helden messen wollen. Und da sehe ich das große Problem solche Aktionen, gerade z.B. das von dir beschriebene Mädchen, das nicht wirklich über SV Kenntnisse verfügt.

  2. Hallo Glücksritter,
    das ist natürlich richtig und eben die Gefahr, ein Superheld zu sein. Doch 100.000nde sterben jährlich an Autounfällen… Im Vergleich dazu ein sehr geringer Einsatz.
    Liebe Grüße, Jonathan

  3. Das ganze mag seine Gefahren haben, aber ist es das nicht wert?

    Ich bin selbst Held in der “Alpha-Phase” (Name “Big Brother”, weil ich eine für die sein möchte, die Hilfe brauchen) und suche immer Leute, die sowas unterstützen.

    Es geht nicht darum, etwas GROßES zu tun oder Aufmerksamkeit zu bekommen – es geht darum, das Richtige zu tun.

    ~Big Brother

  4. Hallo Big Brother,
    danke für Deinen Kommentar.
    Das finde ich ganz hervorragend von Dir, Dich auf diese Weise einzusetzen. Ich arbeite gerade an einem Webseitenprojekt, wo “Superhelden” sich einloggen und von ihren Taten berichten können, um bekannter zu werden und somit potentielle Superhelden anzuziehen. Ich könnte mir das als ein gutes Projekt vorstellen. Vielleicht hast Du ja auch Lust mitzumachen.
    Liebe Grüße, Jonathan

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