Traumnacht: Das magische Foto

Es gibt eine Realität, in der ich ein bekannter Parapsychologe bin und – fast wie ein Ghostbuster – anderen Menschen mit ihren Spukerscheinungen, seltsamen Vorkommnissen, ihren unkontrollierten Fähigkeiten oder vielen anderen mysteriösen Begebenheiten helfe. Das letzte Mal war ich zu einem Waldhotel bestellt worden, weil es dort gespukt hatte.  Dort sollte ich die Gründe für den Spuk aufdecken und ihn beenden (siehe Link). Dieses Mal war es ein seltsamer Anruf:

“Sind Sie Jonathan Dilas?”, fragt mich eine Frauenstimme am Telefon.

“Ja.”

“Können Sie mir vielleicht helfen?”

“Natürlich. Worum geht es?”, frage ich nach.

“Ich habe ein seltsames Foto hier. Niemand traut es sich anzuschauen. Es ist verhext!”

So etwas Seltsames hatte ich noch nie gehört. Ein verhextes Foto…

“Woher haben Sie dieses Foto?”

“Es lag hier in einer Zigarrenschachtel. Die kennen Sie ja bestimmt, diese hellbraunen Holzkistchen. Da lag es drin. Ich weiß nicht, wo es hergekommen ist.”

“Interessant! Darf ich vorbeikommen und es mir anschauen?”

“Das können Sie gern, aber es hat eine unglaublich starke Wirkung. Meine Tochter hat es sich angeschaut und ich konnte sie kurz danach ins Krankenhaus fahren. Sie hat nur noch geschrieen. Seit da an guckt das keiner mehr an!”, erzählte sie nervös.

Das klang richtig gruselig… Das Richtige für mich, dachte ich und wir verabredeten, dass ich gleich vorbeikommen würde.

Eine Stunde später stand ich in einem Vorstadt-Ghetto. Große Hochhäuser, verdreckte Kinderspielplätze, hunderte von Fahrrädern, die überall herumstanden, teilweise defekt und verrostet. Jugendliche, die an Mauern oder Häuserecken herumlungerten und an vielen Häuserwänden erblickte ich allzu schlechtes Graffiti. Irgendwann stand ich dann plötzlich vor der richtigen Tür und ging hinein.

“Guten Tag! Kommen Sie doch herein”, rief mir eine 40jährige Frau zu. Sie trug ein dunkelgraues Sweatshirt, eine braune Jogginghose und blauweiße FlipFlops. “Entschuldigen Sie, aber ich hatte noch keine Zeit, mich chic zu machen.”

“Ist schon in Ordnung”, erwiderte ich und grinste breit.

Dann setzten wir uns auf ein Sofa in ihrem Wohnzimmer.

“Warten Sie, ich hole eben das Foto. Aber passen Sie auf! Ich bin für nichts verantwortlich, was dann geschieht, wenn Sie es anschauen.”

Ihre Warnung erinnerte ich mich ein wenig an den Gruselfilm “The Ring”, in dem es ein Video gab und wenn man sich das anschaute, dann starb man innerhalb einer Woche. Doch ich konnte mir kaum vorstellen, dass es so etwas gab und vor allem nicht ein Foto, bei dessen Anblick man stirbt, ins Krankenhaus oder in die Psychiatrische eingeliefert würde.

Dann stand die Frau auch schon mit der erwähnten Zigarrenkiste vor mir und reichte sie mir.

Behutsam nahm ich die Kiste entgegen. Sie war sehr leicht und demnach befand sich nicht gerade viel darin.

“Das Foto liegt verkehrt herum da drin. Sie können die Kiste ruhig aufmachen”, erklärte sie mir.

Vorsichtig schob ich den kleinen Metallhaken zur Seite und öffnete die Kiste… Ich erblickte mehrere Fotos, die übereinander lagen. Das obere Foto jedoch lag mit der Rückseite nach oben. Es war ein Polaroidfoto, das konnte ich sofort erkennen. In der Authentizitätsforschung für seltsame Fotografien, z.B. von Geister- und anderen Spukerscheinungen, werden Polaroidfotos als unfälschbar betrachtet. Eine Polaroidkamera macht das Foto und spuckt kurze Zeit später ein fertig entwickeltes Foto aus. Ein teurer, aber netter Luxus für Leute, die ihre Fotos gern sofort in den Händen halten möchten. In der Zeit der Digitalfotografie ist eine Polaroidkamera natürlich so gut wie ausgestorben und nur noch wenige Liebhaber benutzen sie.

Ich nahm das Foto vorsichtig mit meinen Fingerspitzen auf und drehte es langsam um.

Auf dem Foto erkannte ich eine Gruppe von Personen, die sich umarmten und für den Fotografen posten. Doch dieses Foto war plötzlich mit blutroten Symbolen überdeckt, vier an der Zahl. Die Symbole waren vielmehr Glyphen, ähnlich der Kabbala. Das erste Symbol sprang mir besonders ins Auge. es war vergleichbar mit einem roten Kreuz, dessen Verbindungskreuz in der Mitte fehlte. Dann zogen sich noch drei immer kleiner werdende, rote Kleckse durch den Bereich, wo die Lücke klaffte. Plötzlich wurde mir völlig heiß unddas Symbol begann vor meinen Augen zu tanzen und zu vibrieren. Es leuchtete und mir wurde schwindelg. Ich ließ das Foto zu Boden fallen und konnte nur noch schwer atmen. Wenige Sekunden später löste ich mich von meinem Körper und schwebte durch das Wohnzimmer der Frau.

Ich hing nun an der Decke und versuchte die Kontrolle wiederzuerlangen, denn diese Überraschung musste ich erst einmal verdauen. War ich jetzt tot? Oder hat das Foto eine solche magische Kraft, dass es einem bei dem schlichten Anblick aus dem Körper herauswirft? Diese Fragen stellte ich mir, während ich dort unter der Decke schwebte.

Ich erwachte in meinem Bett. Das Foto hatte ich noch einigermaßen gut in Erinnerung. Ganz rechts hatte ein Mann in einem grauen Anzug gestanden. Wenn ich es korrekt einschätze, dann würde ich sagen, dass es ein Foto aus den 60er Jahren gewesen ist. Es wirkte auch amerikanisch und nicht unbedingt deutsch. Die Farben auf dem Foto waren sehr verblasst. Der Mann, de rechts gestanden hatte, war vielleicht über 50 Jahre alt udn trug auch einen grauen Hut. Sehr spannend finde ich die Möglichkeit eines Fotos, das diese Wirkung hat. Auch wenn ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass es ein solches Foto jemals geben könnte.

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10 Kommentare zu “Traumnacht: Das magische Foto

  1. Hallo Jonathan!
    Dieses Foto mit seiner Wirkung scheint wohl wirklich in irgendeiner Realität zu existieren. Gruselig, aber spannend!
    Interessant finde ich auch Dein Wissen um Deine reichlichen anderen Selbste. Woher bist Du Dir sicher, dass es sich immer um andere Selbste, und nicht etwa um Wahrscheinlichkeiten handelt?
    LG
    Nicole

  2. Ja, ich unterscheide zwischen einem Selbst und einer Wahrscheinlichkeit. Allerdings ist Deine Gegenfrage berechtigt, denn eine Wahrscheinlichkeit bleibt wohl nur so lange wahrscheinlich, bis diese erfahren wird. Somit erübrigt sich meine o. g. Frage ;-)
    LG
    Nicole

  3. Die beiden Punkte erinnern mich an etwas, dass ich heute beim Bürgeramt erlebt habe: Und zwar liess ich meinen Personalausweis verlängern, und jedesmal, als meine Sachbearbeiterin meine Unterschrift für den Perso einscannte, erschien im Bereich der Unterschrift ein schwarzer Punkt auf dem Monitor, obwohl weder auf dem Papier noch auf dem Scanner einer zu sehen war. Als ich meine Unterschrift nochmal auf ein neues Formular setzte, erschien der Punkt an einer anderen Stelle, diesmal aber so weit entfernt von meiner Unterschrift, dass er nicht mehr störte. Die Sachbearbeiterin konnte sich das nicht erklären, und hatte das auch noch nie erlebt. Ich hoffe, es geht ihr noch gut ;-)

    LG, Uwe

  4. Das ist ja interessant. Ich habe letztens ein Video von superschnellen Insekten gesehen, die man nur auf Videoabspielungen beobachten kann. Mit dem bloßen Auge sind sie nicht erkennbar. Daran musste ich gerade denken.
    Liebe Grüße, Jonathan

  5. Ich glaube nicht, dass es ein Insekt war, weil die Punkte zeitgleich mit der ganzen Unterschrift auf dem Monitor erschienen, und auf dem Papier auch kein Punkt oder Insekt zu sehen war, und das mehrmals. Aber eine interessante Parallele das mit den Insekten. Ich frage mich wirklich, was für ein Punkt das gewesen sein könnte, seltsam. Beim ersten Mal war statt \”U.\” \”.U.\” zu sehen, vielleicht ein Softwarefehler.
    LG, Uwe

  6. Hallo Uwe,
    das ist wirklich sehr seltsam. Dann war es vermutlich kein Tierchen. Manchmal kommen solche Fehler von Grafikkarten. Obwohl schwarze Punkite da eher sehr selten sind.
    Liebe Grüße, Jonathan

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