Bedingungsloses Grundeinkommen – Bewusstsein und Politik

Normalerweise interessiert mich Politik weniger. Vermutlich ob der geringfügigen Änderungen in unserem System, welche ja nicht so viel bewirken, sondern vielmehr das Volk immer mehr auf die Palme bringen. Doch gibt es z.Z. eine Petition, die in Kürze an den Bundestag gegeben wird, welche durchaus eine große Veränderung für Deutschland und für das Bewusstsein im Volk mit sich brächte. Es handelt sich hierbei um die gesetzliche Regelung eines Grundeinkommens von – sagen wir mal – 1000 Euro pro Monat. Dies bedeutet, jeder Deutsche erhält steuerfrei jeden Monat seine 1000 Euro auf Lebenszeit und das unabhängig davon, ob er arbeitet oder nicht! Ebenfalls würde die Einkommenssteuer und alle anderen Steuern beseitigt, diese fielen dann weg. Letztlich gäbe es dann nur noch eine einzige Steuer, die dann natürlich höher als jetzt wäre, die so genannte Konsumsteuer…

Da im Moment Begriffe wie Wirtschaftskrise, Finanzkrise und Inflation in den Köpfen der politisch Interessierten herumsausen, wird die Politik auch gleichzeitig mutiger, denn zu Heldentaten neigt man ja bekanntlich erst dann, wenn Gefahr droht. Bevor mein Artikel hier weitergelesen wird, bitte ich jeden meiner Leser, das folgende Video anzuschauen, um sich ein besseres Bild von diesem gesetzlichen Grundeinkommen machen zu können (entweder  nur die 7-Minuten-Version oder die ganze DVD):

LINK HIER!

Nun, nachdem der Film nun gesehen wurde, stellt sich die Frage, ist dies realisierbar und welche Vor- und Nachteile gäbe das? Für mich ist es insofern in den Fokus des Interesses gerückt, weil diese Vorgehensweise, zumindest schon einmal in unserem Land, die Gemeinschaft untereinander anheben und der erste Schritt für die Abschaffung von Hungersnot und Armut abgebaut würde. Das Bewusstsein des Menschen würde dadurch etwas angehoben. Ich habe im Folgenden die Vor- und Nachteile aufgezählt, die mir bisher eingefallen sind:

Vorteile:

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Mehr Familie, mehr Demokratie, soziale und finanzielle Absicherung, weniger Erpressung in der Arbeitshierarchie, mehr Kreativität und Freizeit, Zufriedenheit, Egoismus nimmt ab, Ellenbogengesellschaft nimmt ab, Sorglosigkeit, Arm-Reich-Kluft nimmt ab, Gemeinschaftsdenken steigt, Bruttosozialprodukt steigt, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Stundenlöhne, keine Arbeitslosigkeit mehr, keine Odachlosen mehr, keine Rationalisierungsproblematik mehr, kein Leistungsdruck, kein Hartz IV etc. mehr, Arbeiten von Zuhause nimmt zu, Firmen könnten endlich rationalisieren für neue Erfindungen, mehr Automatisierungen, Maschinen nehmen keine Arbeitsplätze mehr sondern schaffen Freizeit, weniger Schnüffelei durch den Staat, weniger Schwarzarbeit, weniger Bürokratie (z.b. nur noch eine Steuer), weniger Existenzangst, weniger Kriminalität (es besteht keine Grundversorgungsangst mehr), keine Sozialleistungen mehr vonseiten des Staates wären erforderlich, Einsparung vieler Staatskosten (z.b. für die Weiterbildung von Arbeitslosen usw), eine gerechte Steuer-Progression für alle, Freie Forschung für alle, mehr Teilzeitarbeitsplätze wären verfügbar, mehr Wirtschaftsdynamik, mehr Stiftungen, bei globaler Durchsetzung des BGE Wohlstand für alle Menschen und Abbau der Hungersnot (gegenwärtig kann weltweit für 15 Milliarden Menschen Nahrung hergestellt werden, aber trotzdem wird noch in vielen Ländern gehungert).

Nachteile:

Einwanderung , Arbeitsmotivation nimmt ab, Drecksarbeit macht keiner mehr, Steuererhöhung, drohende Inflation.

Da die Vorteile für sich sprechen, gehe ich noch kurz auf die Nachteile ein:

Einwanderung – das bedeutet, wenn andere Länder mitbekommen, dass es bei uns ein “Geschenk des Staates” von 1000 Euro gibt, und das monatlich, wollen viele einreisen und in Deutschland wohnen. Die Lösung hier wäre, dass man das BGE (Bedingungslose Grundeinkommen) nur für Menchen mit deutscher Staatsbürgerschaft garantierte.

Fehlende Arbeitsmotivation – dies bedeutet, wieso sollte jemand um 8 Uhr morgens aufstehen, wenn schon einmal 1000 Euro von allein und für das Nichtstun auf das Konto kommen? Hierzu wurde erfolgreich bereits eine abgeschlossene Langzeitstudie in Kanada von einem Herrn Professor Derek Hum, Universität Manitoba, mit dem interessante Ergebnis durchgeführt, dass gar nicht so viele Menschen einfach aufhörten zu arbeiten. Die meisten Menschen erhielten bessere Arbeitsbedingungen (der Chef ist natürlich viel netter, weil er um Kündigungen fürchtet, kein Mobbing und kein großes Druckmittel mehr) und laut Umfragen hat sich gezeigt, dass viele Menschen nicht aufhören würden zu arbeiten, weil sie einfach nicht zu Hause rumsitzen wollen. Gegenwärtig, laut Statisitk, sollen 40 % aller Arbeiter mit ihrem Job zufrieden sein, ca. 30 % sind nur halbwegs zufrieden und 10% würden am liebsten direkt kündigen. Wenn man nun die Arbeitslosen betrachtet, die teilweise unbedingt einen Job wollen, so würde zumindest die Lücke der 10 % gestopft werden, die sofort kündigen würden, wenn sie das Grundeinkommen bekämen. Es würde erst einmal viele Kündigungen geben, Umstrukturierung und Neuorientierungen, aber mit dem Ergebnis, dass letzten Endes all die Menschen arbeiten, die auch arbeiten wollen und die gar nicht arbeiten möchten, es auch nicht unbedingt müssten. Viele Firmen dürfen z.b. keine Arbeiter entlassen, weil ihnen das vom Staat her untersagt wurde.Diese Firmen würden das aber gerne tun, weil viel Maschinen an die Stelle der menschlichen Arbeitskräfte gesetzt wurden. Viele Arbeiter in Großfirmen werden also eigentlich nur aus Mitleid festgehalten und sind eigentlich nicht wirklich notwendig. Außerdem bremst dies die Weiterentwicklung von besseren Maschinen, die noch mehr Arbeit auf einmal erledigen könnten oder die Umwelt weniger belasten würden. Das Ziel harter Arbeit ist es ja stets, irgendwann einmal nicht mehr arbeiten zu müssen! Also würde hier doch der erste Schritt in diese Richtung getan!

Nachteil Steuererhöhung – bedeutet, dass die erwähnte Konsumsteuer plötzlich höher würde, aber hierbei wird mit einer progressiven Steuerreform gearbeitet, die zur Folge hätte, dass die Steuer erst ab einem bestimmten Zusatzanstieg in Betracht käme. Die Konsumsteuer würde ja nur dann gezahlt, wenn auch konsumiert wird. Auch dies wird in dem oben genannten Film sehr gut erklärt.

Keiner macht mehr die Drecksarbeit – die Lösung hierzu wären, dass sich automatisch bessere Arbeitsbedingungen ergeben würden, attraktivere Zusatzlöhne, nettere Chefs, weniger Hierarchie usw., denn der Arbeitnehmer besäße zwar nicht mehr Rechte als sonst, aber er könnte jederzeit gehen, ohne seine Existenz aufs Spiel setzen zu müssen.

Inflation – dies bedeutet, dass das Geld vielleicht an Wert verliert, wenn jeder so viel davon zur Verfügung hat. Das ist natürlich möglich, aber in Anbetracht unserer gegenwärtigen Wirtschaftskrise bleibt die Inflation in keinem Fall aus, unabhängig davon, welches Konzept jetzt, nachdem der Zug fast abgefahren ist, noch eingesetzt würde.

Natürlich gäbe es bei der Umsetzung des bedingungslosen Grundeinkommens wieder neue Probleme, denn jede Neuerung bringt auch stets neue Herausforderungen mit sich. Es gibt gegenwärtig einfach kein Konzept, dass überhaupt keine Nachteile besäße. Persönlich bin ich sehr für diese Regelung, denn sie würde u.a. das Bewusstsein des Landes in die richtige Richtung zu Gemeinsamkeit, Mitgefühl und mehr Menschlichkeit bewegen; auch vonseiten des Staates wäre es in diesen misstrauischen Zeiten eine gute Geste.

Aus dem Grund habe ich mich auch an der Petition beteiligt, die jeder, der dieses neue Konzept des Grundeinkommens befürwortet, unterschreiben kann. Beeilung ist angesagt, denn die Petition endet am 17. Februar. Wer möchte, kann sich unter dem folgenden Link anmelden und dort seine Unterschrift hinzufügen: LINK HIER!

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27 Kommentare zu “Bedingungsloses Grundeinkommen – Bewusstsein und Politik

  1. Denkt daran: Es müssen 50.000 Unterschriften her! Und es ist nur noch HEUTE und MORGEN Zeit. Also unbedingt dahin und unterzeichnen! Ferri

  2. Richtig Ferri, es haben bisher erst 40.000 unterschrieben. Ich denke, dass wesentlich mehr unterschrieben hätten, wenn es mehr wüssten. Es gehen sicherlich nicht viele regelmäßig auf die Webseite des Bundestages? ;-) Liebe Grüße, Jonathan

  3. Hallo Jonathan, wie sieht es aus in den anderen deutschsprachigen Ländern mit dem Grundeinkommen? Weisst Du etwas darüber?
    Können Menschen unterschreiben die nicht in Deutschland wohnen?
    LG Sarah

  4. Sah mir den Film gerade an und gebe meine Unterschrift, weil sich ein Grundeinkommen für jeden Richtig anfühlt. In meinem Kopf kreisen jetzt so viele Gedanken und Bilder, würde aber den Rahmen sprengen, gäbe ich jetzt allle wieder ;o).
    Ich bin überzeugt davon, ist die Existenzangst genommen, besinnen sich wieder viele Menschen auf das, was wirklich wichtig ist. Sie gehen verantwortungsbewusster mit sich und ihren Mitmenschen um, kümmern sich mehr umeinander, sind hilfsbereiter und steigern so die Lebensqualität jedes Einzelnen.
    Ich denke auch nicht, dass dann weniger Menschen arbeiten werden. Ganz im Gegenteil.
    Zur “Drecksarbeit”, die ja dann wohl keiner mehr machen möchte. Ich frage mich, warum die Tätigkeiten, die von “Müllmännern” oder “Kanalarbeitern” ausgeübt werden, als Drecksarbeit bezeichnet werden. Sie beseitigen den Dreck (unseren!), damit es wieder sauber ist, also sollte es auch Sauberarbeit heißen. Klingt auch gleich nicht mehr so abwertend.
    Liebe Grüße
    Maureen

  5. Ich stimme dir zu Maureen! Es müsste eigentlich Sauberarbeit heißen. :) Die Vorteile dieses neuen Systems überwiegen auf jeden Fall und darum ist es wertvoll! MfG Volker B.

  6. seitdem mir klar ist, dass ich Personal der BRD bin (habe nämlich einen Personalausweis), finde ich es wird echt an der Zeit, das Grundeinkommen einzuführen (wir sind alle verdammt schlecht bezahltes Personal, und machen einen verdamt nochmal guten Job, hier zu leben :) )

    liebe Grüsse
    Karen

  7. Hallo Karen,
    da hast Du allerdings Recht. :-) Die Stundenlöhne sind ziemlich klein im Vergleich. Wenn der Staat einen höheren Umsatz machen möchte, gelingt ihm das nur auf diesem Wege. Natürlich sind die Firmeninhaber mit Angestellten mit einer solchen Regelung eher nicht einverstanden, da die Angestellten schwerer zu halten sein würden und mit attraktiveren Stundenlöhnen gelockt werden müssten. Andere Firmeninhaber jedoch sind dafür, weil sie gern Arbeitskräfte rationalisieren würden, aber es nicht dürfen. Die Einführung des BGE würde auf jeden Fall erst einmal einiges in unserem Land verschieben.
    Liebe Grüße, Jonathan

  8. Hi, hab das so eine Frage an dich. Ich habe jetzt das “Deutschland sucht den bGE-Kandidaten”-Spiel bei Facebook gestartet:
    http://www.facebook.com/apps/application.php?id=124236182237

    Und wollte dich fragen, ob du Lust hättest so eine Facebook-Box bei dir in die Seite einzubauen?
    Beispiel:
    http://codeschnipselbge.blogspot.com/

    Wenn ja, den Code findest du hier:
    http://snippets.dzone.com/posts/show/7620

    Damit würden wir auf unsere bGE-Kandidaten aufmerksam machen.

    Viele Grüße bgenymous

  9. Hi, ich habe ja kein Blog aber ich schreibe in der Facebook-Community, wer über das Projekt berichtet, wer die Facebook-Box einbaut. Viele Grüße

  10. Gibt´s am Tag der Zeitenwende, fast 4 Jahre später, was Neues über den BGE??

    Tut sich da überhaupt ERNSTHAFT was in die Richtung?? Wer weiß was?

    Liebe Weltaufgangs-Grüße

    Louis

  11. Hallo Louis,
    nein, leider sind die Bemühungen hier etwas eingefroren und es wird auf der Stelle getreten. Das Prinzip ist von den regierenden Parteien, oder wer auch immer wen regiert, nicht akzeptiert worden.
    Liebe Grüße, Jonathan

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