Aktivierung der Zirbeldrüse: DMT Durchbruch 1 (Teil 54)

Aktivierung der Zirbeldrüse

Der DMT Durchbruch ist eine ekstatische und hochspirituelle Erfahrung, die nur wenigen Menschen zuteil wird. Körper und Geist werden mit DMT überflutet und man begibt sich auf eine unfassbare Reise…

Es existieren mehrere Möglichkeiten, einen solchen “DMT Durchbruch” (engl.: DMT Breakthrough) erfahren zu können. Wenn man es genau nimmt, hat jeder Mensch bereits einmal diesen DMT Durchbruch erlebt, nämlich bei der Geburt.

DMT Ausschüttung bei der Geburt

Im Moment der Geburt produziert die Zirbeldrüse der Mutter sehr viel endogenes DMT, gibt es ins Blut ab und hilft ihrem Neugeborenen bei der Geburt. Dies nennt man “DMT Spike”, d.h. eine Spitzenausschüttung von Dimethyltryptamin. Das meiste DMT, das die Mutter freisetzt, ist umfänglich nicht für die Mutter gedacht, sondern vielmehr für ihr Neugeborenes. Es soll dem Baby dabei helfen, diese Welt zu betreten.

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DMT Breakthrough im Moment des Todes

Wo besitzen wir noch einen solchen DMT Spike? Richtig, wenn man stirbt. Somit ergibt sich ein klares Bild, dass eine enorme DMT Ausschüttung beim Betreten und Verlassen unserer Welt erfolgt. Doch auch beim Schlaf werden höhere DMT-Mengen ausgeschüttet. Interessant sei hierbei zu erwähnen, dass eine alte Weisheit besagt, der Schlaf sei der Bruder des Todes.

Was sagt die Schul-Wissenschaft?

In der hiesigen Wissenschaft ist noch ungeklärt, ob DMT überhaupt von der Zirbeldrüse produziert wird bzw. ob es überhaupt irgendetwas macht. Hierbei berufen sich diese Schulwissenschaftler auf folgende Punkte:

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  1. Man weiß nicht, was DMT im Körper macht.
  2. Es gibt keinen ausdrücklichen Beweis, dass DMT bei Geburt und Tod ausgeschüttet wird.
  3. Es existieren nur Hinweise, dass DMT in der Zirbeldrüse produziert wird bzw. dass die Zirbeldrüse daran beteiligt ist.
  4. Falls endogenes DMT überhaupt eine Rolle spielt, existiert kein Beweis, dass es mit kraftvollen psychedelischen Erfahrungen im Zusammenhang steht.

Einer der ersten Forscher bezüglich DMT waren Rick Strassman, Albert Most und Andrew Weil im Jahre 1983 auf einer Konferenz an der University of California in Santa Barbara, USA. Most erklärte hierzu:

“Ein Paar natürlich vorkommender Zirbeldrüsenenzyme […] ist in der Lage, Serotonin in eine Reihe potenter Halluzinogene umzuwandeln. Die Zirbeldrüse wandelt Serotonin in 5-Methoxy-N-Methyltryptamin um, das dann zu 5-Methyoxy-N,N-Dimethyltryptamin wird.”

Andrew Weil ergänzte hierzu: “Dimethyltryptamin wird mit ziemlicher Sicherheit von der Zirbeldrüse im Gehirn hergestellt.”

Rick Strassman war als Einziger in der Lage, eine legale und öffentliche Studie über DMT anzumelden und durchzuführen. Hierzu versammelte er 30 Versuchspersonen, die DMT injiziert bekamen und dann über ihre Erfahrungen sprechen sollten. Dabei zeigte sich eindeutig, dass der Körper auf die Zufuhr von DMT reagiert.

Für Rick Strassman ist DMT eine Art chemischer Modulator der menschlichen Seele, eine Brücke zwischen Seele und Körper. Bei einer pathologischen Untersuchung von menschlichen Gehirnen im Jahre 2010, fand er tatsächlich Spuren von DMT darin. Für ihn war dies ein Beweis.

Joe Rogan – Radiomoderator und Standup-Comedian

Im Jahre 2009 äußerte Joe Rogan, ein bekannter Radiomoderator aus dem USA auf seiner Show:

“Es heißt Dimethyltryptamin. Es wird von deiner Zirbeldrüse produziert. Das ist eigentlich eine Drüse […], die sich im Zentrum deines Gehirns befindet. Es ist die verrückteste Droge überhaupt. Es ist das stärkste Psychedelikum, das der Menschheit bekannt ist. Buchstäblich! Aber das Verrückteste daran ist, dass es natürlich ist, und dass dein Gehirn es jede Nacht produziert, wenn du schläfst. Weißt du, wenn du schläfst, während der Zeit, in der du dich in einem schweren REM-Schlaf befindest, und kurz vor dem menschlichen Tod, pumpt dein Gehirn hohe Dosen von Dimethyltryptamin aus. Niemand weiß, was es mit dem Schlaf auf sich hat. Niemand weiß, warum Träumen so wichtig ist. Aber Träumen ist ungeheuer wichtig. Wenn du nicht träumst, wirst du verdammt verrückt und stirbst. Während du träumst, während du im REM-Schlaf bist, machst du einen psychedelischen Trip durch. Und nur sehr wenige Menschen wissen davon. Aber es ist dokumentiert worden. Es gibt ein großartiges Buch darüber namens “DMT: The Spirit Molecule” von einem Arzt namens Dr. Rick Strassman. Er hat all diese klinischen Studien an der Universität von New Mexico dazu durchgeführt. Und wenn man dieses Zeug nimmt, wird man buchstäblich in eine andere verdammte Dimension versetzt. Ich meine nicht, dass man das Gefühl hat, in einer anderen Dimension zu sein. Ich meine, du bist in einer anderen Dimension! Da sind verdammt komplexe geometrische Muster, die sich in synchroner Reihenfolge durch die Luft bewegen, überall um dich herum im dreidimensionalen Raum; und es ist, als wären es Arterien, nur dass kein Blut durch sie pumpt, sondern verdammtes Licht – pulsierende Lichter ohne Grenzen…”

Rick Strassman – Das DMT Molekül

Am Ende seines Buches schlägt Strassman vor, dass DMT über supraleitende Quantencomputer des menschlichen Gehirns bei Raumtemperatur oder über Wechselwirkungen mit dunkler Materie Zugang zu Paralleluniversen (und außerirdischen Wesen) ermöglichen könnte. Doch als gläubiger Wissenschaftler ist es trotzdem seine Aufgabe, die ganze Sache mit der Zirbeldrüse und dem DMT aus der schulwissenschaftlichen Perspektive zu betrachten:

“Ich habe mein Bestes getan, um in meinem DMT-Buch zu unterscheiden, d.h. zwischen dem, was bekannt ist, und dem, was ich in Bezug auf bestimmte Aspekte der DMT-Dynamik vermutet habe. Wir wissen nicht absolut, ob DMT in der Zirbeldrüse gebildet wird. Ich sammle eine Menge Indizien, die dafür sprechen, die Zirbeldrüse genau unter die Lupe zu nehmen, aber wir wissen es noch nicht. Es gibt Daten, die darauf hindeuten, dass die DMT-Konzentration im Urin bei Psychose-Patienten ansteigt, wenn sich ihre Psychose verschlimmert. Wir wissen jedoch nicht, ob DMT während Träumen, Meditation, Nahtoderfahrungen, Tod, Geburt oder anderen endogenen veränderten Zuständen ansteigt. In dem Maße, in dem diese Zustände denen ähneln, die durch die Verabreichung von DMT hervorgerufen werden, stellt sich die Frage, ob endogenes DMT daran beteiligt sein könnte, und wenn dem so wäre, würde dies eine Menge erklären. Aber wir wissen es noch nicht. Selbst wenn die Zirbeldrüse nicht involviert wäre, hätte das insgesamt wenig Einfluss auf meine Theorien bezüglich einer Rolle von DMT bei endogenen veränderten Zuständen, denn wir wissen, dass das Gen, das an der DMT-Synthese beteiligt ist, in vielen Organen vorhanden ist, insbesondere in der Lunge. Wenn die Zirbeldrüse DMT herstellt, würde das eine Menge loser Enden in Bezug auf dieses rätselhafte kleine Organ erschließen. Aber die Menschen scheinen auch ohne Zirbeldrüse ein ziemlich normales Leben zu führen, zum Beispiel, wenn sie wegen eines Tumors entfernt werden musste. In diesen beiden Bereichen – der Verbindung zwischen Zirbeldrüse und DMT sowie der Dynamik des endogenen DMT – dürften wir in den nächsten Jahren, dank der Bemühungen einer Forschungsgruppe unter der Leitung von Steven Barker an der Louisiana State University, viel mehr wissen. Zusammen mit seinem Doktoranden Ethan McIlhenny entwickelt er einen neuen Super-Assay für DMT, 5-MeO-DMT, Bufotenin und Metaboliten. Mit diesem Test können diese Verbindungen viel empfindlicher nachgewiesen werden als mit früheren Generationen von Tests. Sie untersuchen die endogenen Spiegel bei wachen, nüchternen Normalpersonen, um die Ausgangswerte dieser Verbindungen zu ermitteln. Wir sollten innerhalb eines Jahres einige Daten aus diesen Proben haben. Sie werden auch Zirbeldrüsengewebe untersuchen. Sobald wir einige Basisdaten von normalen Menschen bei normalem Wachbewusstsein haben, können wir Vergleiche zwischen diesen Werten und den Werten in endogenen veränderten Zuständen wie Träumen, Nahtod und so weiter anstellen.”

Rick Strassman weiß natürlich, dass DMT eine extrem intensive Wirkung auf Körper und Geist besitzt, immerhin konnte er dies in seiner Studie eindeutig beobachten, aber es geht ihm auch darum, dies schulwissenschaftlich zu beweisen, damit sein Wissen und seine Ergebnisse auch öffentlich und ganz legitim anerkannt wird. Dies darf man nicht vergessen und dieser Unterschied sollte auch verstanden werden.

Ähnlichkeiten zwischen einem DMT-Trip und einer Nahtoderfahrung

Forschungen am Imperial College London haben gezeigt, dass DMT die Nahtoderfahrung nachahmt. Das bedeutet, dass sowohl DMT-Trips als auch Nahtoderfahrungen sehr ähnliche Eigenschaften haben.

Die Experimentatoren dieser Studie verabreichten 13 Teilnehmern DMT und ließen sie einen Fragebogen ausfüllen, der häufig zur Messung der Intensität von Nahtoderfahrungen verwendet wird. Sie fanden heraus, dass die Personen, die DMT eingenommen hatten, sehr ähnliche Berichte lieferten, wie Personen, die eine natürliche Nahtoderfahrung hatten.

Sowohl DMT-Trips als auch Nahtoderfahrungen beinhalteten Dinge wie ein Gefühl von Frieden und Harmonie, die Erfahrung einer fremden Umgebung, eine veränderte Zeitwahrnehmung, die Begegnung mit mystischen Wesen und eine Trennung vom Körper. Es gab auch einige Unterschiede: Nahtoderfahrungen betrafen eher die Begegnung mit toten Verwandten, ein Gefühl tiefen Verstehens, das Erreichen eines Punktes ohne Wiederkehr, Zukunftsvisionen und den Rückblick auf das eigene Leben.

Insgesamt sieht es so aus, als sei die DMT Erfahrung der Nahtoderfahrung sehr ähnlich und nähere sich einer ähnlichen Intensität an, ohne jedoch genau die gleichen Qualitäten einer mystischen Nahtoderfahrung zu haben.

Experimente zeigten, dass DMT in den Gehirnen sterbender Ratten freigesetzt wird. Wir wissen auch, dass Nagetiere, wenn sie dem Tod nahe sind, Veränderungen in ihren Gehirnen aufweisen, die ziemlich psychedelisch aussehen. Zum einen ähnelt die elektrische Aktivität in den Gehirnen sterbender Ratten sehr stark dem, was passiert, wenn Menschen Psychedelika einnehmen. Es kommt dabei zu einem Anstieg der Verbindungen zwischen Bereichen des Gehirns, die normalerweise nicht miteinander kommunizieren.

Was würde es bedeuten, wenn DMT beim Tod von unserem Gehirn freigesetzt würde?

Obwohl es also einige vorläufige Beweise bei Nagetieren gibt, können wir keine soliden Schlussfolgerungen darüber ziehen, was in menschlichen Gehirnen passiert, wenn wir sterben und ob DMT daran beteiligt ist. Doch wenn sich herausstellt, dass dies der Fall ist und unsere Gehirne mit selbst hergestelltem DMT überflutet werden, während wir auf dem Sterbebett liegen – was könnte dies für uns bedeuten?

Wirklich, es würde nicht viel zu unserem Verständnis der subjektiven Nahtoderfahrung beitragen. Es gibt Tausende und Abertausende von Berichten darüber, was Menschen durchmachen, wenn sie dem Tod nahe kommen, so dass wir bereits eine ziemlich gute Vorstellung davon haben, was uns erwartet.

Wenn wir jedoch in der Lage wären, den Tod vorauszusehen – oder zumindest die frühen Phasen des Todes -, könnte uns das helfen, eine gesunde Akzeptanz unserer eigenen Sterblichkeit zu fördern. Es könnte die Menschen ermutigen, DMT zu nehmen, um ihre Angst vor dem Tod zu verringern und ein weniger ängstliches Leben zu führen. Die Forschung hat bereits gezeigt, wie die psychedelische Erfahrung Stress und Angst bei Menschen mit einer unheilbaren Krankheit verringern kann. Doch entgegen den Behauptungen einiger Kommentatoren würde die Feststellung, dass das menschliche Gehirn beim Tod DMT freisetzt, nicht bedeuten, dass die Nahtoderfahrung ihre ganze Mystik verloren hat.

Die Untersuchung der Ähnlichkeiten zwischen DMT-Trips und Nahtoderfahrungen hat gezeigt, dass DMT zwar nahe dran ist, die Nahtoderfahrung in ihren Merkmalen und ihrer Intensität aber dennoch einzigartig ist. Auch die Suche nach einem neurochemischen Spiegel für unsere subjektiven Erfahrungen ersetzt nicht die Erfahrung selbst. Wenn überhaupt, könnte es zeigen, wie weit verbreitet spirituelle Erfahrungen wirklich sein können. Die Person, die DMT auf ihrer Couch raucht oder Ayahuasca in Peru trinkt, könnte mit einer Kraft in Kontakt kommen, mit der die Menschen seit Tausenden von Jahren in Verbindung stehen – vielleicht in den Momenten des Todes am intensivsten.

Gemessen wurde, dass 49 Tage nach der Empfängnis kurzzeitig ein erhöhter DMT-Spiegel im Fötus zu verzeichnen ist. Die Zirbeldrüse schüttet auch beim Tod eine hohe Menge DMT aus, sodass die typische Nahtoderfahrung mit Tunnel und dergleichen angespielt wird. Der DMT-Gehalt ist auch im Traum nochmal erhöht. Ein klarer Hinweis darauf, dass eine extreme geistige Erfahrung bei der Geburt, dem Tod und im Traum mit einer DMT-Ausschüttung verknüpft ist.

(weiter in Kürze in Teil 55…)

-.-

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Quellen:
Erowid
N,N-dimethyltryptamine and the pineal gland: Separating fact from myth“, Nichols
“DMT – Das Bewusstseins-Molekül”, Rick Strassman
Entheonation Blog
Die Unbestechlichen Blog
Dieter Broers Webseite
Prof. Alexander Trofimov
Collegetus Blog

 

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Author: Matrixblogger

Der Matrixblogger ist Autor, Bewusstseinsforscher, Berater und Blogger, hat bislang 12 Bücher veröffentlicht und ist bekannt aus Fernsehen, Radio, Interviews, Vorträge, Literaturwettbewerben, Seminare und vielen anderen Aktivitäten. Seine Interessen gelten der Bewusstseinserweiterung, außerkörperliche Erfahrungen, luzides Träumen, die Dissoziation, die Matrix und die Aktivierung der Zirbeldrüse.

2 Kommentare zu “Aktivierung der Zirbeldrüse: DMT Durchbruch 1 (Teil 54)

  1. Hallo Jonathan,
    danke für deinen super DMT-Bericht. Sehr aufschlussreich, wie immer bei Dir.
    DMT hat ein unglaubliches Potential!

    Ich möchte hier mal eine meiner Lieblingsstellen aus dem Buch von Rick Strassman zitieren.
    Deutsche Ausgabe, gebunden, Seite 458/459:

    Am nächsten Tag fand dann seine Sitzung mit 0,4 mg/kg statt.
    Er schrieb gerne, und obwohl meine Aufzeichnungen von seiner Sitzung recht vollständig sind, beschreibt der Brief, den er mir später schickte, diese Erfahrung noch besser:
    Der leere Raum im Zimmer begann zu funkeln. Große, kristalline Prismen tauchten auf, Lichter schossen in alle Richtungen davon und entfalteten ein wildes Schauspiel. Dann legten sich kompliziertere und ausgesprochen schöne geometrische Muster über mein Gesichtsfeld. Mein Körper fühlte sich kühl und leicht an. Verlor ich etwa gerade das Bewusstsein? Ich schloss die Augen, stieß einen tiefen Seufzer aus und dachte: »Mein Gott!«
    Es war absolut nichts zu hören, aber mein Geist war völlig erfüllt von einem Klang, der wie das Verhallen einer großen Glocke war, die kurz zuvor geläutet hatte. Ich wusste nicht, ob ich atmetete. Ich vertraute darauf, dass alles gut gehen und ich diesen Gedanken loslassen konnte, bevor ich in Panik geriet.
    Die Ekstase war so groß, dass mein Körper sie nicht fassen konnte. Ich spürte, wie mein Bewusstsein dadurch fast zwangsweise aus der körperlichen Hülle herausgeschleudert wurde und diese hinter sich ließ.
    Aus diesem wild tobenden, kolossalen Wasserfall aus flammenden Farben heraus, der sich über mein gesamtes Gesichtsfeld hinweg ausbreitete, aus diesem tosenden Schweigen und einer unaussprechlichen Freude traten sie dann hervor bzw. tauchten sie auf. Sie hießen mich willkommen, waren neugierig und meinten fast singend zu mir: »Erkennst du es jetzt?« Ihre Frage ergoss sich in mein Bewusstsein und füllte es bis in den letzten Winkel hinein aus: »Erkennst du es jetzt? Erkennst du es jetzt?« Der trillernde Singsang ihrer Stimmen übte einen ungeheuren Druck auf meinen Geist aus.
    Es gab keinen Grund zu antworten. Genauso gut hatte mich jemand an einem strahlenden, wolkenlosen Nachmittag in der Wüste New Mexicos mitten im Sommer fragen können: »Ist es hell? Ist es hell?« Frage und Antwort waren identisch. Mein »Ja!« wurde durch ein tieferes »Selbstverständlich!« ergänzt. Und schließlich kam noch ein ungeheuer treffendes »Endlich!«.
    Mit meinen inneren Augen »starrte« ich sie an, und wir schätzten uns gegenseitig ab. Als sie sich wieder in diesem wilden Strudel aus Farben zurückzogen, der jetzt allmählich an Intensität verlor, konnte ich einige Geräusche aus dem Zimmer hören. Ich wusste, dass ich wieder zurückkam. Ich spürte meinen Atem, mein Gesicht, meine Finger und war mir undeutlich einer zu mir vordringenden Dunkelheit bewusst. Waren da Flammen, Rauch, Staub, kämpfende Truppen, ein enormes Leid? Ich schlug die Augen auf.

    Viele Grüße nach Paraguay
    Holger

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