Traumnacht: Wir sind Avatare – Teil 2

Als ich sie so vor mir stehen sah, erinnerte ich mich an sie. Diese Hexe hatte mehr oder minder einst per Zufall herausgefunden, dass unsere Realität nur eine von vielen alternativen Realitäten darstellt. Nachdem sie dies entdeckt hatte, fand sie einen Weg, diese anderen Realitäten aufzusuchen und eignete sich das umfangreiche Wissen an, die diese nun einmal bieten. Dabei lief es manches Mal leider so ab, dass sie die dort wohnenden Persönlichkeiten einfach übernahm, ähnlich wie die bösen Agenten die Statisten aus dem Film “Die Matrix”. Sie war auch schon einmal in meine alternativen Realitäten eingedrungen und hatte dort eine Persönlichkeit übernehmen wollen. An dieser Stelle waren wir aneinander geraten. Jedoch fragte ich mich in diesem Augenblick, warum ich hierher geführt wurde.

“Was ich will?”, wiederholte ich ihre Frage, um etwas Zeit zu gewinnen. “Ich bin wegen eines Wesens gekommen, das auf meinem Rücken sitzt. Es wäre schön, wenn du dir das mal anschauen würdest.”


Ich dachte mir, dies ist vielleicht eine gute Gelegenheit, dem Astraltramper ein wenig zu demonstrieren, dass er ursprünglich von mir eingeladen wurde und somit auch etwas Rücksicht nehmen sollte.

Die alte Frau, oder Hexe, wenn man so will, lief um mich herum und schaute auf meinen Rücken: “Ach, da seh ich was!”, meinte sie und griff beherzt zu!

Ich spürte richtig, wie sie an etwas auf meinem Rücken herumzog und der Astraltramper hielt sich mit aller Kraft fest. Deutlich spürte ich seine Finger, wie sie sich an meinen Armen festhielten.

“Lass gut sein”, sagte ich zu der Hexe. “Ich glaube, so einfach geht das nicht.”

Sie stellte sich wieder vor mich hin und nickte: “Ich werde mir was einfallen lassen. Zwar weiß ich nicht, was das für ein Wesen ist, aber es sieht nicht schlimm aus. Es ist harmlos. Doch kann ich dir nicht sagen, was es für ein Wesen ist und was es genau macht.”

“Es ist ein Astraltramper, der Spaß daran hat, auf die Rücken von Astralwanderern zu springen und die Welt aus ihrer Perspektive wahrzunehmen”, erklärte ich.

Sie nickte, um mir zu verstehen zu geben, dass sie mir folgen konnte: “Dieser Brut ist nicht zu trauen. Ganz gleich, was sie sagen oder machen. Sei vorsichtig.”

Mit diesen Worten schlossen wir die kleine Konversation ab. Ich bedankte mich für ihre Hilfe und ging wieder wie ein Geist durch ihre Eingangstür, wie ich auch gekommen war.

Draußen hob ich vom Boden ab und flog erneut in den Himmel hinein. Nach einiger Zeit des Fliegens überlegte ich, was ich gern als nächstes tun würde. Dabei erinnerte ich mich spontan an eine außerkörperliche Erfahrung, in der mich ein Engel in eine unterirdische Basis geführt hatte, in der zwei riesige Taucherglocken aufgestellt waren und in denen Nixen und kleine Elfen  eingesperrt waren. So sendete ich ein Navigationssignal an mein höheres Selbst, indem ich es darum bat, die Führung zu übernehmen und mich zu einem vergleichbaren Ort zu führen.

Dann klickte es in meinem Kopf und ich befand mich unter Wasser. Diese Substanz ist im außerkörperlichen Zustand immer wieder sehr interessant. Es scheint alles um einen herum zu verlangsamen und wirkt leicht wie eine zähflüssige Masse oder ein Gel. Es dauerte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt hatte und schwamm nun durch das endlose Wasser. Irgendwann entdeckte ich Lichter am Horizont. Als ich näher kam, erblickte ich eine sehr große und wunderschöne Wasserstadt. Eine Art Kuppel war um die ganze Stadt gezogen und sie wirkte sehr warm in ihrem orangefarbenen Licht. Immer mehr schwamm ich darauf zu und erkannte mehrere Türme, die spitz gegen die Kuppel wiesen. Weiter links von der Stadt sah ich es plötzlich blitzen. Als ich hinschaute, sah ich in der Ferne ein seltsames Tier mit einer großen, roten Nase, das immer wieder einen Blitz von sich gab. Irgendwie sah das sehr seltsam aus, fand ich, aber bevor ich mich näher damit beschäftigen konnte, wurde ich schon wieder zu einem anderen Ort geführt!

Im nächsten Augenblick befand ich mich in einer Höhle. Sie war ziemlich geräumig und die Decke war ausgesprochen hoch. Weiter rechts erblickte ich einen langgezogenen Weg, der zu einem großen Tor führte. Ich spürte deutlich, dass dieses Tor zu einem Gebäude führte. Vielleicht war es ein Schloss oder eine Basis, ich wusste es nicht. Jedenfalls kam ich auf Schloss, weil die Atmosphäre in dieser Höhle so mystisch und magisch wirkte. Es hätte nur noch gefehlt, dass eine kleine Fee schwirrend an mir vorbeigeflogen wäre und eifrig zur Begrüßung winkte. Dieser ganze Zauber umhüllte mich wie ein Mantel und ich spürte, dass das Leben ein großes Abenteuer sein kann, wenn man die richtigen Wege ging.

Nachdem ich ein Stück weit in die Höhle geschwebt war, erblickte ich plötzlich etwas, das mir schier den Atem raubte. Ein riesiges Tier saß vor einer großen Felswand und schaute mich neugierig an. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen und musste mehrmals hinschauen! Es war ein Drache! Seine Schuppen waren handtellergroß und in grüngoldener Farbe. Der Kopf überdimensional groß und sein Maul gewaltig bis imposant. Doch er fletschte nicht die Zähne, sondern grinste mich breit an. Es war wirklich ein Grinsen, sogar ein höchst freundliches, da gab es keinen Zweifel.

Wie tief war ich in den Erdboden eingedrungen, dass ich hier einen Drachen vorfand? Es musste dafür eine Erklärung geben. Ich erblickte plötzlich eine sehr dicke, silberne Kette, die an der Felswand befestigt war und gleichzeitig noch zu dem Hals des Drachen führte. Ein sicherlich ein Meter breites Stahlhalsband war am Hals des Drachen befestigt, sodass er nicht fliehen konnte.

Dieser Anblick irritierte mich sehr, da ich nicht mehr wusste, wo ich mich hier überhaupt befand! Gleichfalls litt meine Orientierung völlig darunter. Wurde ich von meinem inneren Selbst etwa Jahrtausende in die Vergangenheit geschickt, um diesen Anblick erleben zu dürfen? War ich in der Zeit gereist? Oder befand ich mich an irgendeinem verschwiegenen unterirdischen Ort der Hohlwelt? Oder war dies eine geheime Basis, die sich, aufgrund ihrer Reisen zu anderen Planeten oder in andere Dimensionen, dazu entschlossen hatten, einen Drachen als Souvenir mitzubringen und ihn im Keller zur zirkusähnlichen Attraktion ihrer Verwandten anzuketten oder war ich irgendwann einfach ganz unbemerkt zu einem luziden Traum übergegangen?

So prüfte ich, ob ich noch außerkörperlich war. Ich schickte ein Signal in mein Schlafzimmer, doch bestätigte mir dies, dass mein Astralkörper hier bei mir war. Also glaubte ich zuerst, dass ich in der Zeit gereist war, aber dieses blankpolierte, blitzende Silberhalsband des Drachen sah mir einfach nicht nach frühem Mittelalter oder vorsintflutlichen Zeiten aus, sondern vielmehr nach hochmodernen!

Dann folgte der Schock der Nacht, wenn man so möchte: Der Drache sprach zu mir!

Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, dass ich hier in eine Höhle geführt werde, in dem ein sprechender Drache lebte. Ich war immer noch der Ansicht, dass ich luzide träumen musste, denn dann waren diese Dinge problemlos möglich und Realitäten konnten sich mit Fantasie mischen. Doch in einer außerkörperlichen Erfahrung sieht man die Realitäten so, wie sie sind. Sie haben keinen Platz für Halluzinationen – höchstens für kreative Interpretationen.

“Oh, ein Fremder!”, sagte der Drache, als sei er ebenso überrascht wie ich.

Daraufhin folgte ein sehr langes Gespräch mit ihm. Doch mein Signal, das ich in mein Schlafzimmer gesendet hatte, das Hinterfragen meines Zustandes und die Unsicherheit hatte dummerweise dazu geführt, dass ich nur noch zur Hälfte mit meinem Bewusstsein in dieser Höhle war. Dies hatte zur Folge, dass ich mich an kein Wort unseres Gespräches erinnern kann, sondern daraufhin zurück in mein Schlafzimmer switchte und im Anschluss tatsächlich in einem luziden Traum landete.

In diesem mehr oder minder halb luziden Traum stand ich nun in einem sehr großen Haus. Es waren zehn, zwanzig oder mehr Personen anwesend, die damit beschäftigt waren, Kaffee und Kuchen auf Tische zu stellen. Es war, als wäre ich in eine Familienfeier hineingerutscht, die gerade vorbereitet wurde.

“Hallo”, begrüßte mich einer der älteren Frauen. “Nehmen Sie sich doch ein Stück Kuchen.”

Ich war nun kein Beobachter mehr, sondern mitten im Geschehen. Auch wurde ich sofort wahrgenommen und man ging augenblicklich auf mich ein. Meine Beobachterposition war gänzlich verschwunden. Einige der Personen kamen nun auf mich zu und begrüßten mich. Sie freuten sich offensichtlich, dass ich gekommen war und wollten mich entsprechend umsorgen.

Rechts von mir entdeckte ich einen Fernseher, der eingeschaltet war. Der Bildschirm zeigte eine Unterwasserwelt, so wie wir sie auch aus Dokumentationen kennen. Dann wurde ein Fotograf vom Moderator vorgestellt, der ein Schwein dazu ausgebildet hatte, unter Wasser Fotos zu machen. Für diesen Zweck hatte er dem Schwein eine Kamera vor die Nase gebunden, die sich in bestimmten Abständen selbst auslöste. Mir war nicht bewusst, dass Schweine so gute Schwimmer und Taucher sind, bin mir aber bezüglich dieses Themas wirklich unsicher.

Ich musste plötzlich laut loslachen! Denn ich erinnerte mich an das blitzende, seltsame Tier, das ich vor der großen Unterwasserstadt gesehen hatte!

“Das Schwein kenne ich doch!”, meinte ich laut.

Die Leute um mich her schauten erstaunt und ich hielt ihnen gleich einen Vortrag über den Zauber der vielen Welten, die es zu erkunden gilt. Was man dort erleben und erfahren kann und in denen es möglich ist, nach den essentiellen Antworten zu suchen: Wer bin ich und wo kam ich ursprünglich her?

Während sie interessiert lauschten, oder nur so taten als ob, spürte ich die Anwesenheit des Mannes, der am Anfang dieser abenteuerlichen Nacht mit mir über die Zirbeldrüse gesprochen hatte. Er war jedoch nur als Stimme aus dem Off vorhanden und meinte zu mir:

“Und wenn er sein Bewusstsein langsam verliert, alles zu vergessen droht, die Klarheit schwankt und langsam verblüht, versucht er in dieser Zeit andere vom Zauber der vielen Welten zu überzeugen…”

Danach erwachte ich in meinem Bett. Es war 8.30 Uhr – und während ich bereits von draußen den Trubel des Alltags vernahm, kämpfte ich um jede kleine Erinnerung und schluckte den Ärger darüber, dass ich das Gespräch mit dem Drachen tatsächlich vergessen hatte, gedankenlos zur Seite. Doch das Gefühl in einer verzauberten Welt zu leben und dass das Leben ein Abenteuer sein kann, konnte ich als zusätzlichen Bonus mit in meinen Alltag retten!

 

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7 Antworten für “Traumnacht: Wir sind Avatare – Teil 2”

  1. Uwe sagt:

    Hallo, Jonathan

    danke für die spannenden Erlebnisse. Einfach klasse. Die astrale Welt scheint ja wesentlich bunter zu sein als die physische.
    Hat die Stimme aus dem Off vielleicht die Funktion des alten Mannes übernommen?
    Aber was meinst Du mit der Überschrift “wir sind Avatare”?

    LG, Uwe

  2. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Uwe,
    ja, das ist richtig. Sehr viel bunter.
    Mit Avatare meine ich so etwas wie “ferngesteuerte” Puppen, die man programmiert bzw. beseelt und in einer Realität für diese und jene Zwecke einsetzt. Also eigentlich eine künstliche Figur. Im Computerbusiness nennt man diese auch virtuelle Konstruktion, wie z.B. wenn man in einem Spiel eine Figur fernlenkt und mit ihr die Spielherausforderungen löst. Das Spiel “Sims” ist dafür ein sehr gutes Beispiel.
    Liebe Grüße, Jonathan

  3. Lee sagt:

    Hallo :)

    Meine T-raum Hexe wurde 1978, im Alter von ca. “28” Jahren verbrannt ;-)
    Ihr Freund verstand ihre Heil- und Zauberkunst leider nicht.
    Sie war gerade vor ihrem Holzhaus, als sich die Dorfbewohner johlend und bewaffnet mit Mistgabeln, Hacken u.s.w. näherten – aufgehetzt und angeführt von ihrem Freund.
    Sie schleppten Sie mit, vor sich her treibend, und führten Sie zu einem Platz, auf dem schon ein Scheiterhaufen aufgerichtet war.
    Alle Dorfbewohner versammelten sich dort um genüsslich zuschauen zu können wie die Hexe brennt….
    Gefesselt, oben auf dem Scheiterhaufen stehend, ging der Hexe nur ein Gedanke durch den Kopf: “Ihr könnt mich nicht töten”.
    Und ein Gefühl von tiefem Frieden begleitete Sie.
    Unter den Zuschauern befand sich “getarnt” auch eine Freundin der Hexe.
    Die Freundin ist heute Ihre Tochter ;-)

    LG
    Lee

  4. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Lee,
    sehr interessant. Solche Querverbindungen, wie Du sie beschreibst, sind mir auch immer wieder aufgefallen.
    Liebe Grüße, Jonathan

  5. Lee sagt:

    Oh, da hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen !
    Ich meinte das Jahr 1789 !!

    LG

  6. Frank sagt:

    Hallo,

    ich lese gerade “Robert Monroe – Mann mit den zwei Leben”.

    Dort spricht er ebenfalls von wesen, die sich auf seinem Rücken setzen und er sie nicht richtig loswerden kann. Nur wusste er nicht recht was das für Wesen waren und warum sich diese auf seinem Rücken festhielten.

    Gibt es vielleicht eine Sammlung von Orten, die man besuchten sollte, eine Art Favorittensammlung?

    Zum Beispiel:
    – Die Rückseite des Mondes
    – Die unterirdische Marsstadt
    – Innere Erde (Hohle Erde, Nordol, Südpol)
    – Die Reptuliuden in der Erdkruste
    – Neuschwabenland in der Antarktis
    – Tscheschenin Anastasia Schule
    – Vladimir – Anastasia Siedlungen
    – Taos New Mexico – Earthships
    – Atlantis
    – Saturn Ringe und Saturn Nordpol
    – Innersonne
    – 3x größerer Planet wie die Erde (Anastasia)
    – Area 51 in New Mexico
    – Bibliothek von Rom/Alexandria
    – Indigokinder in China (Camps – Chinas Psychics)
    – Planet X – Nibiru
    – Looking Glas
    usw.

  7. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Frank,
    danke für Deinen Kommentar.
    Jeder hat so seine persönliche Favoritenliste, denke ich mal. Einige aus Deiner Liste habe ich auch schon besucht. Kann dies aber in manchen Fällen nur vermuten, da es leider keine Schilder gab. Überhaupt so ein Problem bei der Außerkörperlichkeit, wenn es ausschließlich um Orte geht.
    Das ist richtig mit Monroe. Dies waren jedoch Katzen, wie sich später herausstellte.
    Liebe Grüße, Jonathan

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