Traumnacht: Selbstbegegnungen

Während der Dissoziation schlief ich ein. Ungefähr zwei Stunden später muss es gewesen sein, als ich in meinem zweiten Körper erwachte. Ich schaffte es, mich im Bett zu erheben und aufzustehen. Zuerst konnte ich mal wieder nichts sehen und tastete mich durch den Raum. Ich fühlte eine Wand und einen Kühlschrank links von mir. Anhand der Richtung und der Position des Kühlschranks konnte ich schlussfolgern, dass ich mich in einer alten Wohnung von mir befand. Demnach hatte ich mich schon wieder in eine andere Realität bewegt. Das hier war vermutlich eine andere alternative Realität von mir, an die ich mich angeschlossen hatte.

Endlich gelang es mir, die Augen zu öffnen. Ich befand mich tatsächlich in meiner alten Wohnung. Alles stand fast so, wie es damals war. Nur der Tisch war neu. Auf dem Tisch entdeckte ich einige Gebrauchsgegenstände. Ich machte mir den Spaß, sie gedanklich zu beeinflussen und sie in einem Muster anzuordnen, sodass ich nachher, wenn mein Selbst in dieser alternativen Realität wieder erwachte, ihm dies vielleicht auffallen würde. Natürlich müsste ich darauf zählen, dass er sich an diese außerkörperliche Erfahrung erinnern würde, an die ich mich gerade angeschlossen hatte.

Es ist vielleicht nicht einfach zu verstehen, wie ich in diesem Moment dachte, aber es ist ähnlich wie mit dem Zeitreisen, nur dass es hier nicht um eine Reise von Zeitpunkt A nach B geht, sondern um eine von Selbst A nach B. Aus dem Grund musste ich gleichzeitig aus seiner Perspektive denken, wie er nachher in seiner Realität aufwachen und die Gegenstände so vorfinden würde. Irgendwie war es eine amüsante Vorstellung, mir sein Gesicht vorzustellen. Wenn er sich dann noch an diese außerkörperliche Erfahrung erinnern würde, die ja genau genommen seine war, dann würde er für sein Alltags-Ich einen schönen Beweis haben.

Dann entdeckte ich auf dem Tisch ein iPhone. Das war eine interessante Entdeckung, denn das iPhone gab es zu der Zeit überhaupt nicht, als ich in dieser Wohnung wohnte. Somit war mir deutlich, dass es sich hier um eine alternative Realität handelte, die zwar nicht zeitverschoben war, aber in der ich mich dazu entschieden hatte, diese Wohnung nicht zu verlassen und dort wohnen zu bleiben.

Ich versuchte sein/mein iPhone einzuschalten, einfach aus einem spontanen Interesse heraus, damit ich einmal sehen konnte, wie das Gerät innerhalb der astralen Wahrnehmungsfrequenz aussieht. Tatsächlich konnte ich es dann nach ein, zwei Minuten einschalten. Es wirkte ein wenig silbrigweiß. Die Apps und die Schrift wirkten etwas verschwommen. Lesen konnte ich nichts, da die Wahrnehmung leicht verschoben und unscharf war, wie bei jemanden, der kurzsichtig ist. Dann schaltete sich das iPhone wieder automatisch das Display aus. Es war auch genug der wissenschaftlichen Untersuchung.

Gehirnkicker-frequenzen-meditation-binaurale-beats

Danach versuchte ich, eine Freundin zu besuchen. Ich konzentrierte mich und schon war ich dort. Sie saß an ihrem Schreibtisch und konnte mich nicht wahrnehmen. Ihrem Umfeld nach zu urteilen, befand sie sich ebenfalls in dieser alternativen Realität auf der momentanen Gegenwartslinie. So versuchte ich, irgendwie Kontakt zu ihr aufzunehmen. Sehen konnte sie mich nicht. Zuerst konnte ich mit meinen Gedanken, die ich auf sie projizierte, dazu bewegen, mich in ihrer Gegenwart zu empfinden. Als sie mich fühlen konnte, versuchte ich ihr telepathisch zu sagen, dass sie sich schnell ins Bett legen und sich auf mich konzentrieren sollte. Sobald ihr Körper entspannt wäre, würde ich sie aus ihrem Körper ziehen. Diese Anweisung schien sie sehr deutlich empfangen zu haben…

“Ich soll mich jetzt ins Bett legen und du ziehst mich raus? Also, da muss ich erst mal überlegen, ob ich das will. Das ist mir etwas sehr spontan gerade…”

Ich musste lachen. Dann schlichtete ich die Situation ein wenig ab und meinte, dass es ja vielleicht gar nicht klappen würde und es nur ein Vesuch wäre.

In dem Moment schien sie beruhigt und sie legte sich ins Bett und konzentrierte sich. Als ich glaubte, dass sie ausreichend entspannt war, trat ich hinter sie und zog an ihren Schultern, um sie nach hinten heraus zu ziehen bzw. nach oben zu hieven.

Zuerst wehrte sie sich ein wenig, da es nicht immer angenehm ist, wenn an einem herumgezogen wird, aber dann klappte es doch und ich konnte sie aus dem Körper ziehen. Jetzt endlich konnte sie mich auch optisch wahrnehmen.

“Man, das war ja ein Akt!”, meinte sie und wir lachten.

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