Portale

Unser Raumdenken ist eigentlich sehr begrenzt. Wenn wir uns einen Raum vorstellen sollen, dann stets viereckig mit einer Tür drin. Das war’s dann auch schon. Ein Raumgestalter mag vielleicht diesen Raum innerhalb seiner Vorstellung schöner einrichten, doch Tatsache bleibt, dass wir uns einfach nur vorstellen können, dass man eine Tür öffnen muss, um von einem Raum in den nächsten zu kommen. Der neue Raum, den wir dann betreten, ist dann mit Sicherheit an den anderen Raum angebaut. Es wäre ja undenkbar, wenn wir die Tür zu unserem Wohnzimmer öffnen würden und befänden uns dann plötzlich im Büro auf der Arbeit. Die Distanz zwischen zwei Räumen ist in unserem Denken nur durch eine Tür getrennt. Der Raum, der auf einen anderen Raum folgt, kann in seiner Distanz nicht mehr als 50 cm betragen.

Kürzlich entdeckte ich jedoch ein sehr interessantes Computerspiel, das mit diesem begrenzten Raumdenken aufräumt. Darin ist man in einem wissenschaftlichen und sterilen Gebäudekomplex gefangen und das Versuchskaninchen einer intelligenten Maschine. Man besitzt in dem Spiel nur ein Gerät (keine Waffen), womit man nur Portale öffnen kann, sozusagen künstliche Wurmlöcher generieren kann. Sieht man im ersten Stock eine Betonwand, dann kann man vom Erdgeschoss aus dort ein Ausgangsportal schaffen und unmittelbar vor sich in der Wand ein Eingangsportal. Man geht durch das Portal hindurch und ist gleich im ersten Stock. Nach diesem Prinzip rätselt man sich durch das Spiel und erweitert auf spielerische Weise das Raumdenken.

Das Spiel ist nahezu gewaltfrei. In zwei Räumen trifft man vielleicht mal auf kleine Androiden, die mit Knallerbsen schießen und sich ständig dafür entschuldigen. Sehr amüsant gemacht. Während man als Versuchskaninchen 18 Räume zu bewältigen hat, wird man auf dem Weg hindurch manchmal liebevoll daran erinnert, dass man nach erfolgreichem Abschluss der Testphase als sehr leckerer Kuchen enden wird. Offensichtlich mag die intelligente Maschine gern Kuchen. Überhaupt sind viele Kommentare der Maschine äußerst amüsant und kreativ, nahezu mit Esprit. Und so läuft man durch die Räume, ausgerüstet mit einem Portale-Erzeugungs-Gerät und hofft, diesem seltsamen Gebäude zu entkommen. Wer es dann schafft, alle Räume zu überwinden und das Spiel noch immer sehr ansprechend findet, kann kostenlos zusätzliche Räume aus dem Internet herunterladen.

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Quelle

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1 kommentiert zu “Portale

  1. ich hab mir eben ein paar bilder angeschaut. das spiel schaut gut aus und der preis ist auch nicht hoch. das mit raumdenken war mir nicht so bewusst wie wir das benutzen. ganz ganz liebe grüsse an dich jonathan!! evelyn

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