Filmkritik: Prometheus

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Elisabeth und Charly entdecken in einer schottischen Höhle eine Wandmalerei mit einer bestimmten Sternenkonstellation. Sie glauben, Hinweise auf den Schöpfer der Menschen gefunden und gleichzeitig eine Einladung erhalten zu haben. Jahre später befinden sie sich an Bord der Prometheus, um dieses fremde Sonnensystem aufzuspüren und endlich ihrem Schöpfer gegenüber zu stehen. Dort angekommen müssen sie jedoch mit Schrecken feststellen, dass ihr Schöpfer mittlerweile neue Pläne gefasst hatte…

Wer erinnert sich nicht an die düstere Alien-Serie mit Sigourney Weaver, die als einzige Überlebende eines Kampfes mit einer genetisch perfekten Alienrasse kämpfte? Der Regisseur Ridley Scott ließ es sich nicht nehmen, ein Prequel zu der Alien-Reihe zu bringen und dies gleich mit neuesten Special-Effects, hervorragenden Schauspielern und mit einer neu hinzugefügten philosophischen Komponente, bei der die Raumschiff-Crew dieses Mal kein perfektes Alienwesen untersuchen und bergen, sondern den Schöpfer der Menschheit persönlich ausfindig machen soll. Erneut im Team befand sich auch der äußerst kreative schweizer Maler und Künstler H. R. Giger, der bereits die vorherigen Alien-Filme mit Bildern und Plastiken inspiriert hatte. Ebenso wurde sich auch bei der Musik viel Mühe gegeben und Marc Streitenfeld hat hier sein Bestes gegeben, um Monumental-Feeling zu erzeugen.

Doch so sehr sich die waschechten Alien-Fans einen Vorläufer erhofft hatten, wurde dieses ein wenig vernachlässigt, denn Prometheus kann als Prequel betrachtet werden, kommt aber glücklicherweise mit einer eigenen und viel spannenderen Story daher und vernachlässigt den Plot der vorangegangenen Alien-Filme. Zwar verbleibt noch, in abgespeckter Form, die unangenehme Gewalt platzender Bäuche und Köpfe, aber der Plot gewinnt an mythologischem Tiefsinn und filmischer Eleganz. Die spannende aber auch bedrohlich-kühle Atmosphäre hat Scott jedoch erneut kunstvoll zurückgezaubert und vermittelt gerade zu Anfang schnell einige Déjà-vu’s.

Der sich an Bord befindliche Android David wird hervorragend von Michael Fassbender gespielt, der sich den alten Hollywood-Darsteller Peter O’Toole in Lawrence von Arabien als Vorbild nimmt und es sich nicht nehmen lässt, ihn gelegentlich zu zitieren. Die Rolle des Androiden ist wirklich gut gelungen und vermittelt eine ganz eigene Atmosphäre und Spannung.

Enthalten sind auch einige Symbole, z.B. dass Prometheus einst ein Gott aus der griechischen Sage darstellte, welcher den ersten Menschen aus Ton formte. Somit ist die ewige Suche des Menschen nach seinem Schöpfer ebenso in diesem Film vergegenständlicht worden wie Gedanken über ein neues Terraforming der Erde. Zwar sind die Motive des Schöpfers äußerst kurzsichtig dargestellt, denn um den Menschen zu beseitigen, setzen sie gefräßige Aliens ein, die in ihrer Gefährlichkeit um Längen voraussrennen, aber die wirklichen Motive bleibt die Story schuldig.

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Je weiter der Film voranschreitet, desto bizarrere Formen nimmt er auch an und verblüfft mit seiner neuen Tiefe und alten Oberflächlichkeit gleichzeitig. In jedem Fall ist dieser Film ein Augenschmaus und vom Feinsten, regelrecht bildgewaltig und in 3D ein absoluter Hochgenuss technischer Möglichkeiten unserer Gegenwart.

Fazit: Empfehlenswert.

Bewertung: 9 von 10 Sternen

Dieser spannende Film ist HIER erhältlich!

(Regie: Ridley Scott, mit: Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron, aus USA 2012, 124 min.)

 

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