Filmkritik: Frequencies

filmkritik frequenciesDie Menschen der Zukunft sind aufgeteilt in höher- und niederfrequent. Zak hat das miese Schicksalslos gezogen und kam mit einer niedrigen Frequenz zur Welt. Je niedriger diese ist, desto mehr Pech zieht man an. Dummerweise verliebt er sich auch noch in die emotionslose Marie, die eine der hochfrequenten Menschen des Planeten ist und es ihr gesetzlich verboten wurde, sich mit Zak einzulassen. Seine Annäherungsversuche scheitern daher kläglich und lassen nach genau 60 Sekunden die ungünstigsten Pechmomente wie von Geisterhand bewegt auftreten. In verzweifelter Liebe zu Marie sucht er nach einem Weg, dieses unbequeme Hindernis mit allen Mitteln zu überwinden…

Eigentlich hat man es hier mit einer modernen Romeo-und-Julia-Geschichte zu tun, in der sich zwei unterschiedliche Menschen  partout nicht lieben dürfen, weil es nicht nur das Gesetz, sondern obendrein auch noch die Natur verbietet. Ihre unterschiedlichen Frequenzen verursachen bei Annäherung die unangenehmsten Reaktionen von Natur und Gegenständen der Umgebung, was Zak und Marie trotz starker Anziehung konsequent auf Distanz hält. Der Film ist in jedem Fall sowohl eine Hommage an Shakespeares Tragödie als auch eine Parabel für die Liebe zu sehen, die sich über alle Naturgesetze hinwegzusetzen versucht. Eine gewisse Sozialkritik an Vorurteilen selbsternannter Genies und alles verbietenden Gesetzen vonseiten der Regierungen ist hierbei sicherlich auch in die Absicht des kreativen Regisseurs und Drehbuchautoren geraten. Gewiss ist es auch verspielter Humor des Regisseur zu erraten, derart mit unterschiedlichen Frequenzen zu spielen, die Glück oder Pech bedeuten können und darüber hinaus die Hauptdarsteller Zak und Marie zu nennen, wenn man so Zack von der Glücksmarie zur Pechmarie werden kann.

Man darf diesen Film aber im Titel nicht mit “Frequency” der 90er verwechseln, in dem ein verstorbener Vater und sein Sohn über Sonnenaktivitäten per Funk zueinander finden. Selbst wenn dieser Film auch seine Stärken besitzen mag, übertrumpft “Frequencies” diesen jedoch um Längen und demonstriert mit Schläue und Raffinesse eine wundervolle Komposition einer hochmodernen Liebesgeschichte mit Esprit und einem tiefen Sinn filmischer Schönheit und Eleganz. Trotz der Tatsache, dass man es hier mit einem Independent-Film zu tun hat, konnte der Film sämtliche Kritiker bei der Premiere überzeugen und auch das Publikum vergab 4 von 5 Punkten. Wirklich ein ganz hervorragender Film.

Fazit: 9 von 10 Sternen. Elegant und tiefsinnig.

Film ist HIER erhältlich!

Regie/Drehbuch: Darren Paul Fisher
Mit: Daniel Fraser, Eleanor Wyld, Dylan Llewellyn, Georgina Minter-Brown
Genre: Social Sci-Fi-Drama
Land: England/Australien 2013, ca. 109 min.
FSK: ab 6 Jahre
Ähnliche Filme: Mr. Nobody, Black Mirror
Trailer: Video

 

Unterstütze den Matrixblogger mit einer kleinen Spende... :-)
Du kannst unten einen Kommentar hinterlassen.

Ein Kommentar für “Filmkritik: Frequencies”

  1. Atman sagt:

    Hallo,
    seht Euch auch den hier an:
    “Jamie Marks is Dead – Der Tod ist erst der Anfang”

    LG Atman

Hinterlasse einen Kommentar

Powered by WordPress