Die andere Seite: Die dunklen Engel

Träume Traumnacht luzides Träumen

Ich schaute kurz in meinen Handspiegel. Gut, mein Makeup saß perfekt. Offensichtlich hatte ich in dieser Realität den Körper einer Frau übernommen. Dann schaute ich wieder auf den Monitor. Die Überwachungskameras zeigten mir vier Fahrzeuge, welche in die Tiefgarage hineinfuhren. Sie fuhren ein wenig schnell, aber das störte mich in dem Moment nicht. Erst einige Minuten später fiel mir auf, dass sich drei der Fahrzeuge so postiert hatten, dass das vierte Fahrzeug nicht mehr aus der Tiefgarage heraus konnte.

“Schau mal!”, meinte ich zu meinem Mitarbeiter.

Er stand von seinem Bürostuhl auf und kam zu mir herüber.

“Na und?”, entgegnete er trocken als er auf den Monitor schaute.

“Na, sieh doch mal hin! Diese drei Autos oder Vans hier blockieren doch den anderen…”

Gehirnkicker-frequenzen-meditation-binaurale-beats

“Das ist richtig! Und der blockierte gehört zu unserer Firma! Da stimmt was nicht!”

“Na, sag ich doch!”, rief ich und wir alarmierten sofort die Sicherheit an.

Ein Einsatztrupp rannte kurz darauf in die Tiefgarage und wir hörten mehrere Schüsse.

“Meinst du, wir sollten das Experiment heute ausfallen lassen?”, fragte ich.

“Nein, das Problem lösen die da unten schon. Wir sind schon sehr eng mit unserem Zeitplan. Mach dich also fertig!”

“Gut, wenn du es sagst”, meinte ich und machte mich bereit.

Er hatte auf unser Experiment angesprochen, das eine neue Art von Kino war. Es bestand aus einem großen Raum mit einem Rondell in der Mitte. Im Inneren des Rondells gab es ungefähr 100 Kammern oder Gondeln. Diese waren konzentrisch angeordnet. Ich ging in eine der Gondeln. Irgendwie erinnerte es mich an die Gondeln in einem Fahrgeschäft aus diesen Themenparks. Ein Bügel wurde um mich herumgelegt und dann sollte ich mich auf die Leinwand konzentrieren. Die Leinwand war um die Gondeln herum angeordnet und ließ eigentlich keine Möglichkeit, wegzuschauen.

“Was wird es denn heute für ein Film sein?”, fragte ich meinen Mitarbeiter.

“Ein Horrorfilm der übelsten Sorte. Wir möchten wissen, wie darauf reagiert wird.”

“Da habt ihr euch die Falsche ausgesucht! Mit Horrorfilmen habe ich es nicht so.”

“Trotzdem müssen wir wissen, wie die Technik wirkt”, entgegnete er.

Oh je, dachte ich. Jetzt muss ich mir tatsächlich einen matschigen Horrorfilm ansehen und konnte aufgrund der besonderen Technik wahrscheinlich gar nicht wegschauen, auch wenn ich es wollte.

Der Film lief an. Es war ein richtiger Splatter-Film. Doch kaum waren die ersten zehn Minuten vergangen, vernahm ich Schreie und Lärm, die nicht von dem Film kamen. Sie kamen von draußen, außerhalb des Rondells. Ich löste den Sicherheitsbügel und lief in die Vorhalle.

Ich stand vor der geschlossenen Verbindungstür zum Kontrollraum. Hinter der Tür hörte ich noch mehr Lärm. Dann war plötzlich Stille. Einige Momente später öffnete sich die Tür und zwei Frauen kamen herein, die ich niemals zuvor gesehen hatte. Sie beide besaßen lange, schwarze Haare und trugen einen langen dunklen Mantel.

Erschrocken wich ich vor ihnen zurück, denn ihre Ausstrahlung verriet mir, dass sie nicht zu unserem Team gehörten, sondern vielmehr zu den Angreifern, die in der Tiefgarage unseres Gebäudes eingedrungen waren.

“Wir haben dich gesucht!”, sagte die Frau, die links von mir stand.

Ich wich vor ihnen zurück. Blind ging ich einige Schritte nach hinten und stieß mit dem Rücken gegen die Wand. Dann öffneten sie beide ihren Mantel und ließen ihn einfach nach hinten auf den Boden fallen. Gleichzeitig breiteten sie gewaltige, schwarze Flügel aus! Mir blieb der Atem stehen. Ich war völlig fasziniert vom Anblick dieser dunklen Engel, die sich vor mir offenbart hatten. Leicht bewegten sich ihre Flügel in dem großen Raum.

“Und nun werden wir dich mitnehmen!”, sagte der andere dunkle Engel und sie ergriffen mich.

Sie bewegten ihre Flügel und hoben mit mir vom Boden ab. Der Raum und das Rondell, all das verschwand im nächsten Augenblick und wir flogen weit hinauf. Kurz darauf nahm ich eine gewaltige Halle wahr. Die Decke war so hoch, dass ich sie kaum sehen konnte. Es durften mehrere hunderte Meter gewesen sein. Diese riesige Halle besaß vermutlich eine abgerundete Kuppel. Außerdem erblickte ich mehrere Plateaus, auf denen viele Statuen standen. Je höhrer sie mit mir flogen, desto mehr erkannte ich von ihnen. Sie waren sicherlich 2,50 Meter hoch und erinnerten mich an das Aussehen einer eisernen Jungfrau. Ihre Arme waren seltsam nach vorn gebogen und die beiden dunklen Engel flogen mit mir zu einer dieser Statuen.

“Hier wirst du bleiben!”, sagte einer der Engel und platzierte meinen Körper in die Arme einer dieser dicken Statuen.

Die Arme der Statue umfassten mich sofort und ich kam nicht mehr weg. Dann spürte ich, wie die Hände langsam und kontinuierlich meine Lebensenergie absaugten. Es war so sanft, dass es kaum zu spüren war, aber ich konnte es fühlen. Ich kam mir wie eine Batterie vor. Überhaupt wirkten diese ganzen aufgereihten Statuen, oder was immer sie auch waren, wirkten nun wie Akkus auf mich. Sie standen bereit, um die Energie von vielen Menschen oder Wesen einzusammeln.

Die Engel ließen mich einfach zurück und flogen fort. Ich sah mich um und versuchte eine Möglichkeit zu finden, um aus der Umklammerung der Statue wieder herauszukommen. Ich bewegte mich hin und her, aber nichts geschah. Sie hielt mich eisern fest. Einige Zeit stand ich in der Umklammerung dieser Statue, bis ich irgendwie einen Weg fand, um mich zu befreien. Ich sprang aus der Umklammerung heraus und lief von den Statuen fort.

Meine Wahrnehmung schien durch die Begegnung mit den Engeln verändert worden zu sein. Sobald ich etwas fixierte, sah ich ein seltsames Leuchten um einige Wesen herum, die ich in der Ferne sah. Dann ging ich auf dem Plateau, auf dem ich mich befand, bis zum Rand. Ich konnte von hier sicherlich an die 50 Meter in die Tiefe schauen. Dann lief ich los und rannte das ganze Plateau entlang. Immer weiter lief ich. Nach mehreren hundert Metern fiel mir etwas Merkwürdiges auf. Ich erkannte die Umrisse einiger Personen. Es war, als würde ich nur ihre blasse, blutrote Aura sehen können. Sie waren durchsichtig und nur schwer wahrzunehmen.

Plötzlich erkannte ich, was das zu bedeuten hatte. Diese durchsichtigen Personen waren Menschen von der Realitätsebene, von der ich gekommen war! Die schwarzen Engel hatten mich auf ihrem Flug in eine andere Realität befördert. Das erklärte mir auch, wieso die Decke plötzlich so gigantisch hoch war und woher diese vielen Plateaus und Statuen so schnell hergekommen waren. Was ist dies nur für eine seltsame Realität, dachte ich. Wieso hatten mich diese dunklen Engel nur hier hingeführt?

Im nächsten Moment verschwomm alles um mich herum und ich erwachte in meinem Bett. Welch ein seltsamer Traum aus einer verrückten Welt.

Share:

2 Kommentare zu “Die andere Seite: Die dunklen Engel

  1. Was ist das für eine Realität wo du da gewesen bist? Paar mal hatte ich auch ne außerkörperliche Erfahrung, aber in der war ich nur zuhause bei meinen Eltern.

  2. hey! ein traum nach meinem geschmack! hihi. aber wegen batterie und so, weiss nich. ;) würd mich auch voll interessieren, wo du warst. LG

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.