Traumnacht: Das Traumfest der luziden Träumer

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Der Wecker klingelte. Aufstehen. Schlafunterbrechung. Ich schaltete ihn aus. Es war 4.30 Uhr. *gähn* Die Vögel trillerten draußen schon putzmunter in die Welt hinaus, dass sie vor mir erwacht waren. Ich beschloss, noch ein Minütchen liegen zu bleiben, um mich zu sammeln. Als ich die Augen schloss, spürte ich, dass ich nur zur Hälfte hier angekommen war. Es war mir so, als wäre ein anderer Teil von mir woanders. Also suchte ich ihn… Kurz darauf befand ich mich plötzlich in einer anderen Realität. Ich trug ein Schwert und ein Hemd mit brauner Hose. Neben mir erblickte ich eine Kriegerin. Sie lächelte mich an.

“Nicht anhalten. Wir müssen weiter!”, meinte sie zu mir und überholte mich, weil ich für sie aus einem unerfindlichen Grund stehen geblieben war.

Ich erkannte diese Realität sofort! Es war eine Welt, genau so, wie Tolkien sie in seinen Büchern beschrieben hatte. Sein Werk “Herr der Ringe” war keine Erfindung gewesen, wie er es selbst auch immer wieder erwähnt hatte, sondern der Einblick in eine andere Realität, die tatsächlich existierte. Mir war es gelungen, in diese Realität einzutauchen.

Die Kriegerin und ich waren jedoch nicht dabei, die Welt vor bösen Halunken zu retten, sondern es war eine Wanderung. Vielleicht wollten wir irgendwo Pferde kaufen oder jemanden besuchen. Ich wusste es nicht. Die Umgebung war sehr schön. Viel Wald, Felder, Wiesen… und  keinerlei Technik. Wenn man aus einer Realität kommt mit Autos, Technik, Strom und diesem ganzen Fortschritt und landet daraufhin in einer solchen Welt, dann fällt einem das ziemlich schnell auf.

Während ich mich dort umsah, hörte ich gleichzeitig noch die Vögel, wie sie in meiner Heimatrealität noch immer von den Bäumen trällerten. Ich war an zwei Orten gleichzeitig! Das war eine sehr interessante Erfahrung. Kurz darauf erwachte ich in meinem Bett. Noch immer fühlte ich mich so, als wäre ich nicht richtig hier, also schloss ich wieder meine Augen und wenige Sekunden später befand ich mich wieder an zwei Orten gleichzeitig. Wir waren noch immer auf dem Weg zu einem Dorf. Es war eine schöne Realität, nicht ungefährlich, weil jeder stets bewaffnet durch die Gegend lief, aber sie war sehr schön. In der Luft lag die Magie uralter Zeiten.

Dieses Hin- und Herwechseln erfuhr ich dann noch einige Male, bis ich dann aufstand. Nach einer Stunde legte ich mich wieder ins Bett… Nach einer halben Stunde schlief mein Körper wieder ein.

“Oh, was ist denn hier los?”, fragte ich zwei Frauen, die gerade vor mir standen.

Ich befand mich auf einer großen Hauptstraße mit vielen Ständen, einem Zug und hunderten von Menschen. Gerade eben war ich luzide geworden und beschloss mal wieder, ein passiver, luzider Träumer zu bleiben, um die Realität, in der ich gelandet war, näher zu untersuchen.

Menschen liefen an uns vorbei und es war ein sehr ausgelassenes Straßenfest. Pferde, Kinder, Künstler mit den waghalsigsten Tricks und allen möglichen Leute.

“Das ist das Fest der luziden Träumer”, meinte eine der Frauen. Sie war sehr klein, vielleicht 1,60 m groß, dunkel gekleidet und hatte hellrotes Haar.

Für einen Moment überlegte ich, ob es meine Traumlehrerin war, aber ich war mir nicht sicher. Sie liebte es, sich mit unterschiedlichem Aussehen zu präsentieren.

“Und was bedeutet das genau?”, fragte ich nach.

“Hier treffen sich viele luzide Träumer, um sich kennenzulernen. Dieses Fest läuft eigentlich jeden Tag und immer wieder sind auch welche da. Sie haben erkannt, dass das Träumen eine Möglichkeit ist, sich zu treffen, auch wenn man weit auseinander wohnt oder vielleicht niemanden kennt, der auch luzide träumen kann. Also trifft man sich hier und kann sich austauschen.”

“Ah, das ist ja interessant. Kommen denn viele Träumer hier her?”

“Das sind schon eine ganze Menge. Manchmal sind weniger hier und manchmal sehr viele. Wir können ja oben auf diese Platform da hinten gehen. Von dort aus haben wir einen guten Überblick.”

Im nächsten Moment befanden wir uns auch schon in einem Aufgang zur Plattform. Ich musste den Weg durch die Menge irgendwie übersprungen haben, fiel mir auf. Da der Aufgang etwas steil war, beschloss ich, mich nicht mehr auf die normale Weise per Fuß fortzubewegen, sondern mich zu beamen. Ich beamte mich also 10 Meter nach vorn, um zu sehen, welchen Einfluss das auf meine Stabilität in dem Traum auf die Luzidität besaß. Die Luzidität blieb stabil, aber ich spürte, dass die Umgebung kurz ausgeblendet worden war und ich drohte aufzuwachen. Für diese 10 Meter Beamen benötigte ich eine knappe Sekunde. Somit wartete ich ein paar Sekunden und als ich wieder stabil war, beamte ich mich wieder voran.

“Hey, wie machst du das?”, fragte die andere Frau. “Wenn ich mich beame, wache ich immer sofort auf!”

“Ja, das spüre ich auch, dass die Gefahr besteht, dann aufzuwachen. Wie es aussieht, darf ich nicht zu lange Beamen, denn sobald ich das tue, wird alles Schwarz um mich herum. Bin ich zu lange in dieser Schwärze, verliere ich den Kontakt zu dieser Traumwelt, in der ich mich gerade befinde.”

“Richtig! So erlebe ich das dann auch. Alles wird Schwarz und dann Plopp, bin ich wach.”

Kurz darauf waren wir oben auf einer Platform und konnten von dort auf das Fest hinunterschauen. Es waren viele Hunderte, die gekommen waren. Es war ein schöner Anblick. So Wenige sind wir doch nicht, dachte ich und freute mich.

Im nächsten Moment erwachte ich dann in meinem Bett.

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3 Kommentare zu “Traumnacht: Das Traumfest der luziden Träumer

  1. Ich stand auch schon auf den Plattformen wobei es bei mir eher Kugeln waren wo wir luziden Träumer uns trafen. Ich sollte nur noch etwas persönliche Energie speichern, dann können wir uns gezielt im Traum treffen…
    Es gibt keine Träume im herkömmöichen Sinn sondern nur andere Realitäten in einem multidimensionalen
    Universum wobei die Begrenzung nur unserer eigener
    Geist ist :))

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