Traumnacht: Das seltsame Haus

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Traumnacht” ist eine Reihe, in der ich mich bewusst darauf konzentriere, einen luziden Traum oder eine außerkörperliche Erfahrung zu erleben bzw. in der ich von einem interessanten oder außergewöhnlichen Traum berichte.

Ich weiß nicht, in welcher Stadt oder Land ich mich befand, aber ich war gerade im Inneren eines sehr großen Hauskomplexes. Als ich mich durch dieses Haus bewegte, sah ich viele Menschen, überwiegend Rentner. Eines war sehr offensichtlich: Sie konnten mich nicht wahrnehmen. Wie schon so oft in meinen Traumerfahrungen war ich nur ein heimlicher Beobachter von Vorgängen, die ich dann zu verstehen suchte.

Im Keller entdeckte ich einen großen Raum, durch den ein Kanal floss. Es war seltsam, dachte ich, dass jemand ein Haus mitten auf einen ca. 3 Meter breiten Kanal baut und diesen irgendwie architektonisch integriert. Das würde für gewöhnlich kein Architekt machen, dachte ich. Außerdem fragte ich mich, wie das wohl Feng-Shui-technisch zu interpretieren wäre. Der Kellerraum besaß vielleicht an die 100 qm und es rauschte dort die ganze Zeit. In der Mitte des hier sichtbaren Kanalstückes gab es eine Art Mini-Schleuse oder eine Klappe, die man nach unten bewegen konnte und das Wasser etwas staute; wenn man wollte. Wozu diese spezielle Mini-Schleuse nun war, konnte ich mir nicht vorstellen. Vielleicht war es auch gar kein Kanal, sondern jemand hatte eine unterirdischen Fluss entdeckt und diesen mit der Zeit vom Keller aus freigeschaufelt.

Dann ging ich in einem der Räume im Erdgeschoss. Hier gab es einen Raum, in dem eine Disco-Kugel hing und es wurde gerade Musik gespielt. Auf der Tanzfläche befanden sich vielleicht acht oder neun Rentner, die in frischen Sommerkleidern tanzten. Es war ein ungewohntes Bild, dass Rentner so ausgelassen tanzten als seien sie noch Teenager. Ich fragte mich, wo sie die Energie hernahmen, denn einige von ihnen waren schon ziemlich alt. In einem anderen Raum entdeckte ich ein Kind. Es war ein Junge im Alter von vielleicht 10 Jahren. Er schien mit irgendwas beschäftigt zu sein, was ich nicht einordnen konnte.

Ich wollte die Zusammenhänge in diesem Haus begreifen. Es war kein Altersheim, das stand fest. Eine Discothek für Rentner sicherlich auch nicht. Und wieso gab es hier nur alte Menschen und ein Kind. Niemand schien in den mittleren Jahren zu sein. Was war das für ein seltsames Haus?

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Es gab keine andere Möglichkeit. Um mehr herauszufinden musste ich mich an einen der Rentner andocken, um seine Gedanken und Gefühle anzuzapfen. Nur so könnte ich mehr über diesen Ort erfahren. Im Erdgeschoss fand ich auf dem Flur eine ältere Frau, sie war vielleicht Mitte sechzig und grinste glücklich vor sich hin. Sie war mir sympathisch, also drang ich mit meinem Geist in sie ein.

“Guten Abend!”, begrüßte mich eine andere ältere Frau.

“Guten Abend”, erwiderte ich.

Die sind aber wirklich alle sehr nett hier, ging mir der Gedanken durch den Kopf. Es war der Gedanke der Frau, an die ich mich gerade heimlich angeschlossen hatte. Sie war auf dem Weg zur Disco.

“Und? Auf dem Weg zur Disco?”, fragte sie.

“Ja.”

“Ich werde auch gleich kommen. Gehen Sie nur schon einmal vor. Alles andere besprechen wir dann morgen früh in einem persönlichen Gespräch. Viel Spaß!”, fügte die andere Frau hinzu und ging dann wieder.

Ich ging dann in den Raum, wo sich die Disco befand. Die Musik dröhnte mir entgegen als ich die Tür öffnete. Das Licht flackerte und die Discokugel warf ihre Spiegelreflektionen um sich als gäbe es kein Gestern. Dann ging ich direkt zur Tanzfläche und tanzte mit den anderen zusammen. Ich wurde sehr freundlich empfangen und fühlte mich irgendwie neu und beschwingt.

Kurze Zeit später kam die Frau herein, mit der ich auf dem Gang gesprochen hatte. Sie kam ebenfalls direkt zur Tanzfläche. So tanzten wir eine Weile zusammen.

“Wissen Sie”, begann ich meinen Satz, “diese Außerirdischen sind viel schwungvoller als unsere Rentner. Und weil sie erst so kurz hier bei uns sind, hängen sie auch nicht so untätig herum wie unsere Menschen, die sehr alt geworden sind. Die haben noch richtig Spaß an solchen Sachen!”

Die andere Frau nickte und lachte: “Ja, sie sind noch nicht lange hier. Sie sind den ganzen Dingen noch nicht so überdrüssig wie wir, die schon so lange hier leben. Sie saugen alles Neue gierig auf und machen jeden Unsinn mit, wenigstens es macht Spaß.”

“Richtig. Das ist faszinierend. Irgendwie steckt mich das an und macht mich viel munterer”, entgegnete ich.

“Ich weiß”, antwortete die andere Frau.

Dann dockte ich mich von der alten Frau ab und schwebte zu dem 10jährigen Jungen. Er befand sich in dem Kellerraum und blickte fasziniert auf den Kanal. Dann beugte er sich hinunter und aktivierte die Mini-Schleuse. Danach stocherte er wie wild im Wasser herum. Ich wollte mit meinem Geist in ihn eindringen, aber irgendwie klappte es nicht. Ich war trotzdem neugierig zu erfahren, was er da überhaupt tat. Ganz in der Nähe stand eine Frau. Ich drang dann in sie ein. Das funktionierte reibungslos.

“Jetzt hör endlich auf!”, sagte ich.

“Lass mich!”, erwiderte der Junge.

“Deine Gier ist wirklich unersättlich. Du stocherst und suchst in diesem Wasser herum auf der Suche nach wertvollen Dingen. Deine Gier nach Geld ist sehr stark.”

“Na und?”

Offensichtlich war der Junge auch ein Außerirdischer, der den Körper eines 10jährigen Jungen übernommen hatte. Die Außerirdischen kamen allem Anschein nach mit unseren Gefühlen nicht so gut zurecht. Sie schienen nicht gedrosselt zu werden, so wie es bei uns Menschen der Fall ist. Ihre Gefühle übermannten sie und so stürzten sie sich in alle Dinge hinein. Dieser Junge war völlig versessen auf wertvolle Gegenstände, die er in dieser Brühe finden konnte. Die “Mini-Schleuse” war also eine Art Filter oder Sieb, um darin herumtreibende Gegenstände abzufangen. Manchmal fand er darin eine Münze oder einen funkelnden Stein. Er war wie eine Elster, die sich auf alles, was irgendwas Wert sein könnte, stürzte.

“Komm jetzt da weg”, meinte ich zu ihm, aber der Junge hörte mich nicht.

Dann verließ ich die Frau und versuchte noch einmal mich an den Jungen anzudocken. Für einen kurzen Augenblick gelang es mir. Als ich mich in dem Jungen befand, fühlte ich einen fast unerträglichen Ansturm von Gier nach Geld und Reichtum. Im nächsten Moment konnte ich das Gefühl aber drosseln und erhob mich. Die Frau grinste mich dankbar an.

“Siehst du, so ist es viel besser. Komm doch mit nach oben. Wir können uns doch einen Film anschauen”

Seltsamerweise fühlte sich der Junge nicht wie ein Junge an, sondern ebenso erwachsen wie die anderen auch. Die Frau, die hier ein wenig die Rolle der Mutter übernahm, war ebenfalls eine Außerirdische. Als ich mich an sie angedockt hatte, spürte ich kurz eine starke Sorge, aber hatte sie rasend schnell und ganz automatisch gedrosselt.

Dann wurde ich aus dem Jungen herausgeworfen. Ich konnte aus irgendwelchen Gründen nicht länger bei ihm angedockt bleiben. Nun stand er verwirrt im Raum und schaute sich um. Er muss mitbekommen haben, dass seine Gier für einen Augenblick völlig verschwunden war. Doch kurz darauf setzte er sich wieder ans Wasser und suchte in diesem Auffangsieb herum.

Kurz darauf erwachte ich in meinem Bett. Was für ein seltsames Haus! Demnach müsste es Außerirdische geben, die es irgendwie geschafft hatten, menschliche Körper anzunehmen. Unsere menschlichen Gefühle machen ihnen manchmal schwer zu schaffen. Sind die Gefühle positiv, dann stürzen sie sich in den Trubel hinein und leben es ganz ausgelassen aus, aber sind sie negativ, dann können sie sie nicht kontrollieren. Geldgier und Amüsement sind hier sicherlich nicht das Einzige. Irgendwie musste ich grinsen als ich darüber nachdachte, dass manche Menschen glauben, mitunter Nina Hagen, dass Präsident Bush in Wirklichkeit ein Außerirdischer sei. Irgendwie könnte es ja passen und eine amüsante aber auch erschreckende Vorstellung. Auch erinnerte ich mich an den Film “Sie leben!” von John Carpenter, in dem ein Mann eine Sonnenbrille entdeckte, die ein besonderes Glas zu besitzen schien und er unter den Menschen plötzlich Außerirdische ausfindig machen konnte. Er sah, dass die Bücher und Werbeplakate versteckte Botschaften enthielten, Suggestionen, die den Menschlichen Geist beeinflussen sollten. Aber vielleicht gab es dieses Haus, das ich besucht hatte, auch nur in einer anderen Welt. Wer weiß das schon?

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5 Kommentare zu “Traumnacht: Das seltsame Haus

  1. Mir persönlich gefallen die Ausdrücke Sternengeborene oder Walk-Ins besser als Außerirdische. Aber ob es sie nun wirklich gibt, sei dahin gestellt. Allerdings scheinen sie tatsächlich von allerlei irdischen Gefühlen überwältigt zu sein. Dies macht uns Mr. Bush doch gleich um einiges sympathischer, oder?!
    LG
    Nicole

  2. …ein sehr spannender Traum :)
    Ich kann mir (bis jetzt zumindest) selten Träume merken – ich erinnere mich meistens (in Bruchteilen) an schlechte Tráume.
    Als ich noch um einiges jünger war, träumte ich mal davon, dass mich Außerirdische geholt haben. Das Raumschiff war riesig (zumindest von dem, was ich sehen konnte) das Licht so grell, dass ich kaum die Augen öffnen konnte. Aber dafür so schön bunt. Ich konnte nichts verstehen, von dem, was sie sagten. Geschweige denn wirklich erkennen, wie sie aussahen – sie wirkten auf mich – zumindest in diesem Augenblick – nicht befremdlich. Es waren vielleicht 4 oder mehr von diesen Wesen – ich weiß es nicht. Irgendwann befand ich mich auf einer Art Liege. Und dann weiß ich nicht mehr viel. Als ich wieder zurück gebracht wurde, saß ich auf einmal nassgeschwitzt, ängstlich und ziemlich verwirrend in meinem Bett.
    Über diesen Traum denke ich manchmal noch nach.
    Liebe Grüße Ostara

  3. Hallo Ostara,
    danke für Deinen Kommentar.
    Als ich mit dem Träumen anfing, konnte ich auch kaum welche erinnern. Alles antrainiert. :-)
    Wie es scheint, bist Du dann eins der vielen Projekte der extra-terrestrischen Genforschung. Das sind mittlerweile Millionen auf der Erde und so gut wie die meisten unter ihnen haben auf physischer Ebene keinen blassen Schimmer.
    Liebe Grüße, Jonathan

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