Vergessenes Wissen: Die Fliegerwesen

bewusstsein, carlos castaneda, don juan, flieger, flyer, jonathan dilas, kokon, matus, schlammschatten, selbsterkenntnis, tensegrity, voladoresDie Kunst, sich über seine kleinlichen Probleme und Gefühle hinwegzusetzen, zu erkennen, warum jeder Mensch, unabhängig von Sprache und Kultur, mit den gleichen Gedankenmustern und Gefühlen zu kämpfen hat und weshalb Dualität und Konflikte, widersprüchliches Verhalten und innerer Kampf ewiger Bestandteil des täglichen Lebens sind, soll hier einmal näher betrachtet werden. Aus diesem Grund habe ich einmal den folgenden Text aus meiner Buchsammlung ausgegraben, weil ich heute eine E-Mail bekommen habe, in der eine Frau behauptet hat, dass sie von einer Art außerirdischem Wesen kontrolliert werde. Der Autor des folgenden Textes ist Carlos Castaneda im Buch “Das Wirken der Unendlichkeit”, der Ende 90 verstorben ist. Er hinterließ der Menschheit eine große Sammlung selbst verfasster Werke über die Kunst der Zauberei, eine uralte, aber auch konsequente und harte Lehre der Bewusstseinserweiterung aus dem alten Mexiko noch weit vor der Entdeckung Amerikas durch den Eroberer Christopher Kolumbus:

— Zu den schönsten Erlebnissen, die ich kannte, gehörte es, schweigend mit Don Juan zusammenzusetzen. Wir saßen bequem in Sesseln hinter seinem Haus in den Bergen von Zentralmexiko. Es war spät am Nachmittag. Es wehte eine angenehme Brise. Die Sonne stand hinter dem Haus in unserem Rücken. Ihr verblassendes Licht brachte in den großen Bäumen hinter dem Haus wundervolle Grüntöne hervor. Um Don Juans Haus und in der Umgebung standen riesige Bäume, die den Blick auf die Stadt verdeckten, in der er lebte. Das vermittelte mir immer den Eindruck, in der Wildnis zu sein – einer anderen Wildnis als die Wüste von Sonora, aber trotzdem eine Wildnis.

»Heute wollen wir uns über ein sehr wichtiges Thema der Zauberei unterhalten«, sagte Don Juan unvermittelt. Und wir werden damit beginnen, daß wir über den Energiekörper sprechen.«Er hatte mir den Energiekörper unzählige Male als ein Konglomerat von Energiefeldern beschrieben, das Spiegelbild des Konglomerats von Energiefeldern, die den physischen Körper bilden, wenn er als Energie gesehen wird, wie sie im Universum fließt. Er hatte gesagt, der Energiekörper sei kleiner, kompakter und wirke massiger als die leuchtende Kugel des physischen Körpers.
Don Juan hatte erklärt, daß der Körper und der Energiekörper zwei Konglomerate von Energiefeldern seien, die eine seltsame, verbindende Kraft zusammenfüge. Er hob immer wieder hervor, die Kraft, der zu verdanken ist, daß sich die Gruppen von Energiefeldern aneinander binden, sei nach den Erkenntnissen der altmexikanischen Zauberer die geheimnisvollste Kraft des Universums. Seiner Vermutung nach handelt es sich dabei um die reine Essenz des gesamten Kosmos, die Summe all dessen, was existiert.
Er behauptete, der physische Körper und der Energiekörper seien im Bereich des Menschen die einzigen Energiekonfigurationen, die im Miteinander ein Gegengewicht bilden. Deshalb erkannte er keinen anderen Dualismus als den Dualismus dieser beiden an. Der Dualismus von Körper und Bewußtsein, von Fleisch und Geist war für ihn nichts als eine vom Verstand hergestellte und von ihm ausgehende Verbindung ohne jede energetische Grundlage.
Don Juan sagte, durch Disziplin sei es jedem Menschen möglich, den Energiekörper näher an den physischen Körper heranzubringen. Normalerweise sei der Abstand zwischen beiden sehr groß. Befinde sich der Energiekörper erst einmal in einem gewissen Abstand, der individuell verschieden groß sei, könne jeder ihn durch Disziplin zu einer genauen Kopie des physischen Körpers formen, das heißt, zu einem dreidimensionalen, körperlichen Wesen. Daraus sei bei den Zauberern die Vorstellung vom Anderen oder dem Doppelgänger entstanden. Überdies könne jeder Mensch mit Hilfe von Disziplin seinen dreidimensionalen, festen physischen Körper zu einer perfekten Kopie seines Energiekörpers formen, das heißt, zu einer unkörperlichen Ballung von Energie, die wie alle Energie für das menschliche Auge nicht sichtbar ist.
Als Don Juan mir das erklärte, hatte ich darauf mit der Frage reagiert, ob er mir etwas Mythisches beschreibe. Er erwiderte, an Zauberern sei nichts Mythisches. Zauberer seien praktische Menschen, und was sie beschrieben, sei immer sehr nüchtern und vernünftig. Nach Don Juans Ansicht beruht die Schwierigkeit im Verstehen darauf, daß die Zauberer von einem anderen kognitiven System ausgehen.
Als wir an jenem Tag hinter seinem Haus in Zentralmexiko saßen, sagte Don Juan, der Energiekörper sei von grundlegender Bedeutung bei allem, was sich in meinem Leben ereigne. Er sah als eine energetische Tatsache, daß mein Energiekörper, anstatt sich von mir zu entfernen, wie es normalerweise der Fall ist, sich mir mit großer Geschwindigkeit näherte.
»Was bedeutet das, er nähert sich mir, Don Juan?« fragte ich.
»Es bedeutet, daß dich etwas umhauen wird«, erwiderte er lächelnd. »Ein ungeheures Maß an Kontrolle wird in dein Leben kommen, aber nicht deine eigene. Es ist die Kontrolle des Energiekörpers.«
»Soll das heißen, Don Juan, eine Kraft von außen wird mich kontrollieren?« fragte ich.
»Im Augenblick kontrollieren dich eine ganze Menge Kräfte von außen«, sagte Don Juan. »Die Kontrolle, von der ich spreche, ist etwas, das jenseits des Bereichs von Sprache liegt. Es ist deine Kontrolle, aber gleichzeitig ist sie es auch nicht. Man kann sie nicht einordnen, aber erleben kann man sie ganz sicher. Und vor allem kann man sie manipulieren. Denk daran, du kannst sie voll und ganz zu deinem Nutzen manipulieren, der wiederum nicht dein Nutzen ist, sondern der Nutzen des Energiekörpers. Doch der Energiekörper bist du, also könnten wir ewig so weitermachen, wie ein Hund, der sich in den Schwanz beißt, um das, was ich meine, zu beschreiben. Die Sprache ist inadäquat. Alle diese Erlebnisse ereignen sich jenseits der Sprache.«
Es war sehr schnell dämmrig geworden, und das Laub der Bäume, das noch kurz zuvor leuchtend grün gewesen war, wirkte plötzlich sehr dunkel und bedrohlich. Don Juan sagte, wenn ich das Dunkel des Laubs sehr genau beobachte, ohne meinen Blick darauf zu konzentrieren, sondern es eher aus den Augenwinkeln betrachte, würde ich sehen, wie ein flüchtiger Schatten durch mein Gesichtsfeld zog.
»Es ist die richtige Tageszeit, um das zu tun, wozu ich dich auffordere«, sagte er. »Es dauert eine Weile, bis du die notwendige Aufmerksamkeit in dir aufbringst. Gib nicht auf, bevor du den flüchtigen schwarzen Schatten entdeckst.«
Ich sah seltsame flüchtige schwarze Schatten auf dem Laub der Bäume. Entweder war es ein Schatten, der sich hin und her bewegte, oder mehrere Schatten, die sich von links nach rechts oder von rechts nach links oder gerade nach oben bewegten. Sie wirkten auf mich wie dicke schwarze Fische, wie riesengroße Fische. Es war, als flögen riesige Schwertfische durch die Luft. Der Anblick zog mich völlig in seinen Bann. Schließlich machte er mir angst. Es wurde zu dunkel, um das Laub zu sehen, doch ich sah immer noch die fliegenden schwarzen Schatten.
»Was ist los, Don Juan?« fragte ich. »Ich sehe überall schwebende schwarze Schatten.«
»Ah, das ist das gesamte Universum«, antwortete er, »unermeßlich, nicht linear, jenseits der Sprachebenen. Die Zauberer im alten Mexiko haben diese flüchtigen Schatten als erste gesehen und sind ihnen gefolgt. Sie haben sie so gesehen wie du, und sie haben sie als Energie gesehen, die im Universum fließt. Und sie haben etwas entdeckt, das alle Erfahrung überschreitet.«
Er brach ab und sah mich an. Seine Pausen waren perfekt plaziert. Er hörte immer dann auf zu reden, wenn der Faden bei mir zu reißen drohte.
»Was haben sie entdeckt, Don Juan?« fragte ich.
»Sie entdeckten, daß wir einen lebenslangen Begleiter haben«, sagte er mit großer Klarheit und Deutlichkeit.
»Es ist ein räuberisches Wesen, das aus den Tiefen des Kosmos kam und die Herrschaft über unser Leben an sich gerissen hat. Die Menschen sind seine Gefangenen. Dieser Räuber ist unser Herr und Meister. Er hat uns fügsam und hilflos gemacht. Wenn wir protestieren wollen, unterdrückt er unseren Protest. Wenn wir unabhängig handeln wollen, verlangt er, daß wir darauf verzichten.«
Es war sehr dunkel um uns herum, und das schien mich in meinen Ausdrucksmöglichkeiten zu behindern. Im Licht des Tages hätte ich mich halb totgelacht, im Dunkeln fühlte ich mich jedoch gehemmt.
»Um uns herum ist pechschwarze Nacht«, sagte Don Juan. »Aber wenn du deine Umgebung aus den Augenwinkeln heraus betrachtest, wirst du trotzdem flüchtige Schatten sehen, die überall um dich sind.«
Er hatte recht. Ich sah sie immer noch. Von ihren Bewegungen wurde mir schwindlig. Don Juan schaltete das Licht ein, und das schien den Spuk zu vertreiben.
»Du bist allein und aus eigener Anstrengung auf das gestoßen, was die Schamanen im alten Mexiko das Thema aller Themen nannten«, sagte Don Juan. »Ich habe die ganze Zeit sozusagen bei dir um den heißen Brei geredet und wiederholt Anspielungen darauf gemacht, daß uns etwas gefangenhält. Wir sind in der Tat Gefangene! Für die altmexikanischen Zauberer war das eine energetische Tatsache.«
»Wieso hat das räuberische Wesen die Herrschaft so übernommen, wie du es beschrieben hast, Don Juan?« fragte ich. »Dafür muß es eine logische Erklärung geben.«
»Es gibt eine Erklärung«, erwiderte Don Juan, »und es ist die einfachste Erklärung der Welt. Sie haben die Herrschaft übernommen, weil wir Nahrung für sie sind. Und sie nehmen uns erbarmungslos aus, weil wir ihr Überleben sichern. So wie wir Hühner in Hühnerställen halten, in >Gallineros<, so halten uns die Räuber in Menschenställen, in >Humaneros<. Auf diese Weise haben sie ihre Nahrung ständig zur Verfügung.«
Ich spürte, daß mein Kopf sich heftig von einer Seite zur anderen bewegte. Ich konnte meinen Unmut und meinen Ärger nicht zum Ausdruck bringen, doch mein Körper bewegte sich, um beides deutlich zu machen. Ich schüttelte mich ohne jedes Zutun von Kopf bis Fuß.
»Nein, nein, nein, nein!« hörte ich mich sagen. »Das ist absurd! Was du sagst, ist ungeheuerlich. Es kann einfach nicht wahr sein, weder für Zauberer noch für normale Menschen noch für irgend jemanden.«
»Warum nicht?« fragte Don Juan ruhig. »Warum nicht? Weil es dich wütend macht?«
»Jawohl, es macht mich wütend«, erwiderte ich. »Diese Behauptungen sind monströs!«
»Nun ja«, sagte er, »du hast noch nicht alle Behauptungen gehört. Warte ein bißchen länger, und du wirst sehen, was du dann fühlst. Ich werde dich einem Blitzangriff aussetzen. Das heißt, ich werde deinen Verstand bombardieren, und du wirst nicht aufstehen und gehen können, weil du gefangen bist. Nicht, weil ich dich gefangenhalte, sondern weil etwas in dir dich am Gehen hindern wird, während ein anderer Teil von dir tatsächlich in Raserei gerät. Also mach dich darauf gefaßt!«
In mir gab es etwas, das, wie ich fand, unersättlich nach Bestrafung gierte. Er hatte recht. Ich hätte nicht um alles in der Welt das Haus verlassen. Und doch gefiel mir der Unsinn, den er von sich gab, keineswegs.
»Ich wende mich an deinen analytischen Verstand«, sagte Don Juan. »Denk einen Augenblick nach und sag mir, wie du den Widerspruch zwischen der Intelligenz des Menschen als Techniker und der Dummheit des Systems seiner Überzeugungen erklärst oder der Dummheit seines widersprüchlichen Verhaltens. Die Zauberer glauben, daß die Räuber uns das System unserer Überzeugungen, unsere Vorstellung von Gut und Böse, unsere gesellschaftlichen Sitten gegeben haben. Sie bringen unsere Hoffnungen und Erwartungen hervor und unsere Träume von Erfolg oder Versagen. Von ihnen stammen Verlangen, Gier und Feigheit. Die Raubwesen sind es, die uns zufrieden und egoistisch und zu Gewohnheitstieren machen.«
»Aber wie können sie das tun, Don Juan?« fragte ich, irgendwie noch mehr verärgert über das, was er sagte. »Flüstern sie uns das alles ins Ohr, während wir schlafen?«
»Nein, so geschieht das nicht. Das ist idiotisch!« sagte Don Juan lächelnd. »Sie sind unermeßlich viel effizienter und systematischer. Um uns gehorsam, demütig und schwach zu halten, haben die räuberischen Wesen zu einem ungeheuerlichen Manöver gegriffen – ungeheuerlich natürlich vom Standpunkt eines Kampfstrategen. Und es ist ein schreckliches Manöver vom Standpunkt derer, die darunter leiden. Sie haben uns ihr Bewußtsein gegeben! Verstehst du? Die Räuber geben uns ihr Bewußtsein, das unser Bewußtsein wird. Ihr Bewußtsein ist verschlungen, widersprüchlich, verdrießlich und von der Angst erfüllt, jederzeit entdeckt zu werden.
Ich weiß, du hast zwar nie Hunger gelitten«, fuhr er fort, »aber trotzdem hast du Angst um deine Nahrung. Und das ist nichts anderes als die Angst des Räubers. Er fürchtet, seine Machenschaften könnten jeden Moment aufgedeckt und ihm dadurch die Nahrung entzogen werden. Durch das Bewußtsein, das schließlich ihr Bewußtsein ist, lassen die Raubwesen in das Leben der Menschen einfließen, was immer vorteilhaft für sie selbst ist. Auf diese Weise erreichen sie ein gewisses Maß an Sicherheit, die als Schutzwall vor ihren Ängsten steht.«
»Es ist nicht so, Don Juan, daß ich das nicht alles für bare Münze nehmen kann«, sagte ich. »Das könnte ich, aber es hat etwas so Ekelhaftes an sich, daß es mich abstößt. Es zwingt mich zum Widerspruch. Wenn es wahr ist, daß sie uns fressen, wie tun sie es?«
Don Juan lächelte. Er freute sich königlich. Er erklärte, daß die Zauberer Menschenkinder als eigenartige, leuchtende Energiebälle sehen, die völlig von einer glänzenden Hülle bedeckt sind, so etwas wie einem Plastiküberzug, der eng an ihrem Energiekokon anliegt. Die Räuber verschlingen diese leuchtende Hülle des Bewußtseins. Zum Zeitpunkt, an dem der Mensch erwachsen wird, ist von der leuchtenden Hülle des Bewußtseins nur noch ein schmaler Rand übrig, der vom Boden bis über die Zehen reicht. Dieser Rand ermöglicht es den Menschen gerade noch, am Leben zu bleiben.«
Wie im Traum hörte ich, wie Don Juan erklärte, daß sich seines Wissens beim Menschen als einziger Spezies die leuchtende Hülle des Bewußtseins außerhalb des leuchtenden Kokons befindet. Deshalb werde der Mensch zur leichten Beute für ein Bewußtsein anderer Ordnung, wie dem schwerfälligen Bewußtsein der Räuber.
Darauf folgte eine Aussage, die vernichtender war als alles, was er jemals zuvor geäußert hatte. Er sagte, dieser schmale Rand des Bewußtseins ist das Epizentrum der Selbstreflexion, in dem der Mensch unabänderlich gefangen ist. Dadurch, daß die räuberischen Wesen mit der Selbstreflexion ihr Spiel treiben, bewirken sie ein momentanes Aufflackern des Bewußtseins, das sie dann rücksichtslos und räuberisch verschlingen. Sie legen uns alberne Probleme vor, die das Bewußtsein zum Aufflackern zwingen. So halten sie uns am Leben, damit die energetischen Flammen unserer Pseudoprobleme sie ernähren.«
Etwas an dem, was Don Juan sagte, mußte so niederschmetternd gewesen sein, daß mir an diesem Punkt tatsächlich übel wurde.
Nach einer Pause, die gerade lang genug war, um mich wieder zu erholen, fragte ich Don Juan: »Wie kommt es, daß die Zauberer im alten Mexiko und die heutigen Zauberer die Raubwesen sehen, aber nichts dagegen unternehmen?«
»Es gibt nichts, was du und ich dagegen tun können«, erwiderte Don Juan ernst und traurig. »Wir können uns nur so weit selbst disziplinieren, daß sie uns nicht anrühren. Wie könntest du von deinen Mitmenschen verlangen, sich einer so rigorosen Disziplin zu unterwerfen? Sie würden lachen und dich verspotten, und die aggressiveren unter ihnen würden dich halb totprügeln. Aber weniger deshalb, weil sie dir nicht glauben würden, denn jeder Mensch trägt tief im Innern ein ererbtes Bauch-Wissen von der Existenz der Räuber in sich.«
Mein analytischer Verstand verhielt sich wie ein Jo-Jo. Er war da, verschwand, kam wieder, verschwand und kam wieder. Was Don Juan behauptete, war absurd, unglaublich. Gleichzeitig war es so einfach, es war das Vernünftigste überhaupt. Es erklärte jede Art menschlicher Widersprüche, die ich mir vorstellen konnte. Aber wie konnte man das alles ernst nehmen? Don Juan stieß mich in die Bahn einer Lawine, die mich auf immer in die Tiefe reißen würde.
Mich überkam die Woge einer bedrohlichen Empfindung. Die Woge stieg nicht in mir auf, doch sie war mit mir verbunden. Don Juan tat etwas geheimnisvoll Positives und gleichzeitig schrecklich Negatives mit mir. Ich empfand es als den Versuch, eine dünne Membrane zu zerschneiden, die an mir zu kleben schien. Er blickte mir unverwandt und ohne zu blinzeln in die Augen. Dann wandte er den Blick ab und begann zu sprechen, ohne mich noch einmal anzusehen.
»Wann immer dich Zweifel bis an einen gefährlichen Punkt plagen«, sagte er, »tu etwas Pragmatisches dagegen. Schalte das Licht aus. Ergründe die Dunkelheit und finde heraus, was du sehen kannst.«
Er stand auf, um die Lampen auszuschalten. Ich hielt ihn davon ab.
»Nein, nein, Don Juan«, sagte ich, »schalte das Licht nicht aus. Es ist alles in Ordnung.«
Ich hatte plötzlich eine für mich höchst ungewöhnliche Angst vor der Dunkelheit. Bereits beim Gedanken daran rang ich nach Luft. Aus dem Bauch heraus wußte ich eindeutig etwas, doch ich wagte nicht, daran zu rühren oder es an die Oberfläche zu holen – nicht in tausend Jahren!
»Du hast die flüchtigen Schatten vor den Bäumen gesehen«, sagte Don Juan, setzte sich wieder und lehnte sich im Sessel zurück. »Das ist gut. Aber ich möchte, daß du sie hier siehst. Du siehst überhaupt nichts. Du nimmst nur flüchtige Eindrücke wahr. Dafür hast du genug Energie.«
Ich hatte Angst, Don Juan würde trotzdem aufstehen und die Lampen ausschalten. Er tat es. Zwei Sekunden später schrie ich, so laut ich konnte. Ich erhaschte nicht nur einen kurzen Blick auf die flüchtigen Erscheinungen. Ich hörte sie in meinen Ohren summen. Don Juan krümmte sich vor Lachen, während er das Licht wieder einschaltete.
»Was für ein launischer Junge!« sagte er. »Einerseits bist du ein absoluter Ungläubiger, aber dann wieder bist du durch und durch ein Pragmatiker. Du mußt diesen inneren Streit beilegen. Sonst wirst du dich noch wie eine große Kröte aufblasen und platzen.«

Don Juan ließ nicht locker. Er bohrte den Stachel tiefer und tiefer. »Die Zauberer im alten Mexiko«, sagte er, »haben den Räuber gesehen. Sie nannten ihn den Flieger, weil er durch die Luft springt. Es ist kein schöner Anblick. Er ist ein großer undurchdringlicher Schatten, ein schwarzer Schatten, der durch die Luft hüpft. Danach landet er flach auf der Erde. Den Zauberern im alten Mexiko war sehr unwohl bei dem Gedanken daran, wann er auf der Erde aufgetaucht sein mochte. Sie kamen zu dem Schluß, daß der Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt ein vollständiges Wesen gewesen sein muß, mit erstaunlichen Erkenntnissen, Verstandesleistungen, die heute mythologische Legenden sind. Und dann scheint all das verschwunden zu sein, und nun haben wir einen sedierten Menschen.«
Ich wollte wütend werden, Don Juan als Paranoiker beschimpfen, doch irgendwie fehlte mir die Selbstgerechtigkeit, die sich bei mir immer dicht unter der Oberfläche befand. Etwas in mir war über den Punkt hinausgelangt, mir meine Lieblingsfrage vorzulegen: Und wenn alles stimmt, was er gesagt hat? Als er an jenem Abend mit mir sprach, war alles, was er sagte, in meinem tiefsten Innern wahr, doch gleichzeitig und mit gleicher Macht war alles, was er sagte, die Absurdität an sich. »Was willst du damit sagen, Don Juan?« fragte ich schwach. Mir saß ein Kloß in der Kehle. Ich konnte kaum atmen.
»Ich will sagen, daß wir es nicht einfach mit irgendeinem Räuber zu tun haben. Er ist sehr intelligent und organisiert. Er geht nach einem methodischen System vor, das uns nutzlos macht. Der Mensch, dem es bestimmt ist, ein magisches Wesen zu sein, ist nicht mehr magisch. Für den Menschen gibt es keine anderen Träume mehr als die Träume eines Tiers, das aufgezogen wird, um ein gewöhnliches Stück Fleisch zu werden – schwerfällig, konventionell, schwachsinnig.«
Don Juans Worte riefen in mir eine seltsame körperliche Reaktion hervor, vergleichbar dem Gefühl von Übelkeit. Es war, als müßte ich mich wieder übergeben. Doch die Übelkeit stieg vom Grund meines Wesens auf, kam aus dem Mark meiner Knochen. Ich begann unfreiwillig zu zucken. Don Juan schüttelte mich heftig an den Schultern. Ich spürte, wie mein Kopf unter der Kraft seines Griffs vor und zurück fiel. Dadurch beruhigte ich mich. Ich bekam wieder mehr die Kontrolle über mich.
»Der Räuber«, sagte Don Juan, »bei dem es sich natürlich um ein anorganisches Wesen handelt, ist für uns nicht völlig unsichtbar wie andere anorganische Wesen. Ich glaube, als Kinder sehen wir ihn und kommen zu dem Schluß, er ist so entsetzlich, daß wir nicht daran denken wollen. Kinder könnten natürlich beharrlich bleiben und sich auf den Anblick konzentrieren, aber alle Menschen um sie herum halten sie davon ab.
Die einzige Alternative für die Menschheit ist Disziplin. Disziplin ist das einzige Abschreckungsmittel. Mit Disziplin meine ich keine strengen Routinen. Ich meine nicht, daß man jeden Morgen um halb sechs aufsteht und kaltes Wasser über sich kippt, bis man blau wird. Zauberer verstehen unter Disziplin die Fähigkeit, gelassen den Unkalkulierbarkeiten zu begegnen, die außerhalb unserer Erwartungen liegen. Für sie ist Disziplin eine Kunst. Es ist die Kunst, sich der Unendlichkeit zu stellen, ohne mit der Wimper zu zucken, und zwar nicht, weil sie stark und verwegen sind, sondern weil sie tiefe Ehrfurcht empfinden.«
»In welcher Hinsicht ist die Disziplin der Zauberer ein Abschreckungsmittel?« fragte ich.
»Die Zauberer sagen, daß Disziplin die leuchtende Hülle des Bewußtseins für den Flieger ungenießbar macht«, erwiderte Don Juan und musterte mich, als suche er in meinem Gesicht nach Anzeichen von Ungläubigkeit. »Das hat zur Folge, daß der Flieger verwirrt ist. Ich nehme an, daß eine ungenießbare leuchtende Hülle des Bewußtseins nicht in ihre Erkenntniswelt paßt. Wenn er erst einmal verwirrt ist, bleibt ihm keine andere Wahl, als auf sein schändliches Vorhaben zu verzichten.
Wenn die räuberischen Wesen unsere leuchtende Hülle des Bewußtseins eine Weile nicht verschlingen«, fuhr er fort, »wächst sie nach. Um die Sache ganz extrem zu vereinfachen, kann man sagen, daß Zauberer mit Hilfe ihrer Disziplin die Räuber lange genug zurückdrängen, damit ihre leuchtende Hülle des Bewußtseins über die Höhe der Zehen hinaus wächst. Hat sie die Höhe der Zehen überschritten, wächst sie, bis sie wieder ihre natürliche Größe erreicht hat. Die altmexikanischen Zauberer sagten, die leuchtende Hülle des Bewußtseins ist wie ein Baum. Wenn er nicht geschnitten wird, wächst er, bis er seine natürliche Größe und seinen natürlichen Umfang erreicht hat. Wenn das Bewußtsein die Ebenen erreicht, die höher als die Zehen liegen, werden unglaubliche Manöver der Wahrnehmung ganz selbstverständlich.
Der grandiose Trick dieser Zauberer in alter Zeit«, fuhr Don Juan fort, »bestand darin, dem Bewußtsein des Fliegers Disziplin aufzubürden. Sie fanden heraus, wenn sie das Bewußtsein des Fliegers mit innerer Stille belasteten, floh der Fremdkörper. Damit wußte jeder, der diesen Vorgang durchführte, mit absoluter Sicherheit, daß das Bewußtsein einen fremden Ursprung hatte. Ich versichere dir, der Flieger kommt zurück, aber er ist nicht mehr so stark wie zuvor, und es beginnt ein Prozeß, in dem es zur Routine wird, daß das Bewußtsein des Fliegers die Flucht ergreift, bis er eines Tages endgültig flieht. Das ist dann ein trauriger Tag! An diesem Tag mußt du dich auf deine eigenen Mittel verlassen, die praktisch gleich Null sind. Niemand sagt dir, was du tun sollst. Kein Bewußtsein fremden Ursprungs diktiert dir mehr den Schwachsinn, an den du gewöhnt bist.
Mein Lehrer, der Nagual Julian, hat alle seine Schüler gewarnt und gesagt«, fuhr Don Juan fort, »daß dies der schwierigste Tag im Leben eines Zauberers ist, denn das wahre Bewußtsein, das uns gehört, die Summe unserer Erfahrungen, ist durch die lebenslange Fremdherrschaft scheu, unsicher und unbeständig geworden. Ich würde sagen, daß der wahre Kampf der Zauberer in diesem Augenblick beginnt. Alles andere ist nur die Vorbereitung darauf«
ich wurde wirklich aufgeregt. Ich wollte unbedingt mehr wissen, und doch verlangte ein eigenartiges Gefühl in mir, mich zurückzuhalten. Das Gefühl deutete finstere Folgen und Strafen an, so etwas wie den Zorn Gottes, der über mich herabkommen werde, weil ich mich in Dinge einmischte, über die Gott selbst einen Schleier gezogen hatte. Ich unternahm eine übermenschliche Anstrengung, meine Neugier siegen zu lassen.
»Was … was … was meinst du«, hörte ich mich sagen, »mit das Bewußtsein des Fliegers belasten?«
»Disziplin belastet das fremde Bewußtsein sehr«, erwiderte er. »Und so siegen die Zauberer durch ihre Disziplin über den Fremdkörper.«
Seine Aussagen überwältigten mich. Ich dachte, Don Juan sei entweder mit Sicherheit geistesgestört, oder er verrate mir etwas so Furchterregendes, daß alles in mir erstarrte. Ich registrierte allerdings, wie schnell ich meine Kraft zusammennahm, um alles zu verwerfen, was er gesagt hatte. Nach einem kurzen Augenblick der Panik begann ich zu lachen, als hätte Don Juan einen Witz gemacht. Ich hörte mich sogar sagen: »Don Juan, Don Juan, du bist einfach unverbesserlich!«
Don Juan schien völlig zu verstehen, was ich erlebte. Er scheitelte den Kopf und hob in gespielter Verzweiflung die Augen zum Himmel. »Ich bin so unverbesserlich«, sagte er, »daß ich dem Bewußtsein des Fliegers, das du in dir hast, noch einen weiteren Stoß versetze. Ich werde dir eines der außergewöhnlichsten Geheimnisse der Zauberei verraten. Ich werde dir eine Entdeckung beschreiben. Zauberer haben Jahrtausende gebraucht, um ihre Wahrheit nachzuweisen und zu erhärten.«
Er sah mich an und lächelte boshaft. Das Bewußtsein des Fliegers flieht endgültig«, sagte er, »wenn es einem Zauberer gelingt, die Vibrationskraft zu packen, die uns als ein Konglomerat von Energiefeldern zusammenhält. Hält der Zauberer den Druck lange genug aufrecht, ist das Bewußtsein des Fliegers besiegt und flieht. Und genau das wirst du tun. Du wirst dich an der Energie festhalten, die dich zusammenfügt.«
Ich erlebte die unerklärlichste Reaktion, die ich mir vorstellen konnte. Etwas in mir schwankte tatsächlich, als habe es einen Stoß erhalten. Ich geriet in einen Zustand nicht zu rechtfertigender Angst, die ich sofort mit meinem religiösen Hintergrund in Verbindung brachte.
Don Juan musterte mich von Kopf bis Fuß.
»Du fürchtest den Zorn Gottes, nicht wahr?« sagte er. »Ich kann dir versichern, das ist nicht deine Angst. Es ist die Angst des Fliegers, der weiß, daß du genau das tun wirst, was ich dir sage.«
Seine Worte beruhigten mich keineswegs. Mein Zustand wurde schlimmer. Ich hatte unfreiwillige Zuckungen und konnte nichts dagegen tun.
»Keine Sorge«, sagte Don Juan ruhig. »Ich weiß genau, solche Anfälle sind schnell vorüber. Dem Bewußtsein des Fliegers fehlt jede Konzentration.«
Nach einem Augenblick hörte alles auf, wie Don Juan vorausgesagt hatte. Es wäre untertrieben, noch einmal zu sagen, daß ich verwirrt war. Zum allerersten Mal im Leben, mit Don Juan oder ohne ihn, wußte ich nicht mehr ein noch aus. Ich wollte vom Sessel aufstehen und hin und her gehen, aber ich litt Todesangst. Ich hatte jede Menge rationaler Erklärungen, und gleichzeitig erfüllte mich eine kindische Angst. Kalter Schweiß bedeckte meinen ganzen Körper, und ich begann tief zu atmen.

Irgendwie hatte ich einen wahrhaft furchtbaren Anblick auf mich losgelassen – schwarze flüchtige Schatten, die um mich herumhüpften, wohin ich mich auch wandte.
Ich schloß die Augen und legte den Kopf auf die Sessellehne. »Ich weiß nicht, was ich tun soll, Don Juan«, sagte ich. »Heute abend hast du es wirklich geschafft, mich so weit zu bringen, daß ich mich nicht mehr zurechtfinde.«
»In deinem Innern tobt ein Kampf«, sagte Don Juan. »Tief im Innern weißt du, daß du nicht umhin kannst, zuzustimmen, daß ein unverzichtbarer Teil von dir, deine leuchtende Hülle des Bewußtseins als eine unverständliche Nahrungsquelle für natürlicherweise unverständliche Wesenheiten dienen wird. Und ein anderer Teil von dir widersetzt sich dieser Situation mit aller Macht. Die Revolution der Zauberer«, fuhr er fort, »besteht darin, daß sie sich weigern, sich an Übereinkünfte zu halten, an deren Zustandekommen sie keinen Anteil hatten. Niemand hat mich je gefragt, ob ich damit einverstanden bin, von einer anderen Art Bewußtsein aufgefressen zu werden. Meine Eltern haben mich nur zur Welt gebracht, um wie sie selbst Nahrung zu sein, und damit Schluß.« Don Juan stand auf und streckte Arme und Beine. »Wir sitzen hier seit Stunden. Es ist Zeit, ins Haus zu gehen. Willst du etwas mit mir essen?«
Ich lehnte ab. Mein Magen war in Aufruhr.
»Ich glaube, du gehst besser schlafen«, sagte er. »Der Überraschungsangriff hat dich am Boden zerstört.«
Es bedurfte keines weiteren Zuredens. Ich fiel in mein Bett und schlief wie tot.
Zu Hause wurde die Vorstellung von den Fliegern im Laufe der Zeit eine der stärksten Fixierungen meines Lebens. Ich erreichte einen Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, Don Juan habe in Hinblick auf sie absolut recht. Ganz gleich, wie sehr ich es versuchte, ich konnte seine Logik nicht beiseite schieben. Je mehr ich darüber nachdachte, und je mehr ich mit anderen redete und sie und mich beobachtete, desto stärker wurde meine Überzeugung, daß irgend etwas uns zu einer Handlung oder einer Interaktion oder einem Gedanken unfähig macht, in deren Mittelpunkt nicht unser Ich steht. Meine Sorge galt wie die Sorge eines jeden, den ich kannte oder mit dem ich sprach, dem Ich. Da ich für eine so allgemeine Homogenität keine Erklärung fand, hielt ich Don Juans Betrachtungsweise für die passendste Art zu erklären, was vor sich ging.
Ich vergrub mich tief in die Lektüre von Mythen und Legenden. Beim Lesen erlebte ich etwas, das ich noch nie so empfunden hatte. Jedes Buch, das ich las, war eine Interpretation von Mythen und Legenden. In jedem Buch war deutlich ein gleichgelagertes Bewußtsein zu spüren. Der Stil unterschied sich, doch das Motiv hinter den Worten war immer dasselbe. Selbst bei einem so abstrakten Thema wie Mythen und Legenden schafften es die Autoren immer, Aussagen über sich einfließen zu lassen. Das gleichbleibende Motiv hinter jedem dieser Bücher war nicht das vorgebliche Thema des Buches, es war der Dienst am Ich. Das hatte ich noch nie so empfunden.
Ich schrieb meine Reaktion Don Juans Einfluß zu. Ich stellte mir die unumgängliche Frage: Beeinflußt er mich, damit ich das sehe, oder diktiert tatsächlich ein fremdes Bewußtsein alles, was wir tun? Ich wurde notgedrungen wieder rückfällig, bestritt es, und dann begann ein verrückter Wechsel zwischen Bestreiten, Glauben und Bestreiten. Etwas in mir wußte, das, worauf Don Juan abzielte, was immer es sein mochte, war eine energetische Tatsache, doch etwas anderes von ebenso großem Gewicht in mir wußte, daß das alles Unsinn war. Das Endergebnis meines inneren Kampfs war eine Vorahnung. Ich hatte das Gefühl, daß eine drohende Gefahr auf mich zukam.
Ich stellte umfangreiche anthropologische Nachforschungen über die Flieger in anderen Kulturen an, doch ich fand nirgends irgendwelche Hinweise. Don Juan schien die einzige Informationsquelle zu diesem Thema zu sein. Als ich ihn das nächste Mal sah, begann ich sofort, über die Flieger zu sprechen.
»Ich habe mir größte Mühe gegeben, in dieser Angelegenheit rational zu bleiben«, sagte ich, »aber ich kann es nicht. Es gibt Augenblicke, in denen ich in Hinblick auf die Raubwesen völlig mit dir übereinstimme.«
»Konzentriere deine Aufmerksamkeit auf die flüchtigen Schatten, die du tatsächlich siehst«, antwortete Don Juan lächelnd.
Ich sagte Don Juan, die flüchtigen Schatten würden bestimmt noch das Ende meines rationalen Lebens bedeuten. Ich sah sie überall. Seit meinem letzten Besuch konnte ich nicht mehr im Dunkeln einschlafen. Bei eingeschaltetem Licht zu schlafen, beunruhigte mich überhaupt nicht. Doch sobald ich das Licht ausschaltete, begann alles um mich herum zu hüpfen. Ich sah nie vollständige Gestalten oder Formen. Ich sah nur flüchtige schwarze Schatten.
»Das Bewußtsein des Fliegers hat dich nicht aufgegeben«, sagte Don Juan. »Es ist schwer angeschlagen. Es versucht sein Bestes, seine Beziehung mit dir neu zu gestalten. Aber etwas in dir hat sich endgültig davon gelöst. Der Flieger weiß das. Die wirkliche Gefahr besteht darin, daß das Bewußtsein des Fliegers den Sieg davonträgt, weil es dich ermüdet und dadurch zum Aufgeben zwingt, daß es den Widerspruch zwischen dem, was es sagt, und dem, was ich sage, ausnutzt. Verstehst du, das Bewußtsein des Fliegers hat keine Konkurrenz«, fuhr Don Juan fort. »Wenn es etwas behauptet, stimmt es seiner eigenen Behauptung zu und bringt dich dazu zu glauben, du hättest etwas Verdienstvolles getan. Das Bewußtsein des Fliegers erklärt: Alles, was Don Juan Matus dir sagt, ist völliger Unsinn. Dann stimmt dasselbe Bewußtsein seiner eigenen Behauptung zu. >Ja natürlich ist das alles Unsinn<, sagst du dann. Auf diese Weise siegen sie über uns.
Die Flieger sind ein wesentlicher Bestandteil des Universum«, erklärte er. »Sie müssen als das angesehen werden, was sie sind – ehrfurchtgebietend und monströs. Sie sind das Medium, mit dem uns das Universum testet.
Wir sind vom Universum geschaffene energetische Sonden«, fuhr er fort, als wäre er sich meiner Anwesenheit nicht bewußt. »Und weil wir Energie besitzen, die Bewußtsein hat, sind wir das Mittel, mit dem das Universum sich seiner selbst bewußt wird. Die Flieger sind die unerbittlichen Herausforderer. Sie können als nichts anderes angesehen werden. Wenn es uns gelingt, das zu tun, erlaubt uns das Universum, weiterzugehen.«
Ich wollte, daß Don Juan weitersprach. Doch er sagte nur: »Nach dem Blitzangriff bei deinem letzten Besuch kannst du nur in begrenztem Maße etwas über die Flieger sagen. Es ist Zeit für eine andere Art Manöver.«

»Ich muß betonen, es ist eine verrückte Idee, die bei dir auf sehr großen Widerstand stoßen wird«, sagte er. »Ich will dir im voraus verraten, daß du sie nicht leicht akzeptieren wirst. Aber daß sie verrückt ist, sollte kein Hindernis sein. Du bist Sozialwissenschaftler. Deshalb ist dein ‘Verstand für alle Dinge offen, die zu überprüfen oder zu erforschen sind. So ist es doch oder nicht?«
Don Juan machte sich schamlos über mich lustig. Ich wußte es, aber es störte mich nicht. Vielleicht lag es daran, daß er sehr schnell ging und ich mich ungeheuer anstrengen mußte, um Schritt mit ihm zu halten, aber sein Sarkasmus glitt einfach an mir ab, und ich reagierte nicht gereizt, sondern lachte. Ich richtete meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf das, was er sagte.
»Die verrückte Idee«, sagte er langsam und wog dabei die Wirkung seiner Worte ab, »ist, daß offenbar jeder Mensch auf der Erde genau die gleichen Reaktionen, die gleichen Gedanken und die gleichen Gefühle hat. Die Menschen scheinen mehr oder weniger auf die gleiche Art auf die gleichen Stimuli zu reagieren. Diese Reaktionen werden scheinbar von der Sprache, die sie sprechen, verschleiert, doch wenn wir den Schleier wegziehen, sind es genau die gleichen Reaktionen, mit denen jeder Mensch auf dieser Welt zu kämpfen hat. Ich möchte, daß dich das neugierig macht – natürlich als Sozialwissenschaftler -, und daß du herausfindest, ob du eine wissenschaftliche Begründung für diese Homogenität liefern kannst.«

Ich beschäftigte mich in Gedanken eingehend mit der Aufgabe, die er mir gestellt hatte. Ich begann damit, daß ich mein Bewußtsein nach Artikeln oder Arbeiten zu diesem Thema durchforschte, von denen ich wußte. Ich dachte, ich müsse wissenschaftlich darüber arbeiten, und beschloß, damit zu beginnen, daß ich alle verfügbare Werke über >Nationale Eigenschaften< las. Ich begeisterte mich spontan für dieses Thema und wollte eigentlich sofort nach Hause fahren, denn ich nahm mir die Aufgabe sehr zu Herzen. Doch bevor wir das Haus erreichten, setzte sich Don Juan auf einen hohen Felsvorsprung über dem Tal. Er sagte eine Weile nichts. Er war nicht außer Atem. Ich konnte mir nicht vorstellen, weshalb er sich gesetzt hatte.
»Die heutige Aufgabe für dich«, begann er unvermittelt in einem bedeutungsvollen Ton, »ist eines der geheimnisvollsten Dinge der Zauberei. Es liegt jenseits der Sprache, jenseits aller Erklärungen. Wir sind heute in die Berge gegangen, und wir haben geredet, weil das Geheimnis der Zauberei in das Profane eingebettet werde muß. Es muß aus dem Nichts hervorgehen und ins Nicht zurückkehren. Das ist die Kunst der Krieger-Wanderer. Sie gehen unbemerkt durch das Nadelöhr. Also wappne dich, indem du dich so weit wie möglich vom Rand entfernt mit dem Rücken an die Felswand lehnst. Ich bin bei dir, für den Fall, daß du ohnmächtig wirst oder fällst.«
»Was hast du vor, Don Juan?« fragte ich. Meine Furcht war so offenkundig, daß ich es hörte und die Stimme senkte.
»Ich möchte, daß du die Beine kreuzt und dich in die innere Stille begibst«, antwortete er. »Sagen wir, du willst herausfinden, welche Artikel du lesen könntest, um Ablehnung oder Zustimmung für das zu finden, was ich die gebeten habe, in deinem akademischen Bereich zu tun. Begib dich in die innere Stille, aber schlaf nicht ein. Da ist keine Wanderung auf dem dunklen Meer des Bewußtseins. Es ist Sehen aus der inneren Stille heraus.«
Es fiel mir sehr schwer, mich in die innere Stille zu begeben, ohne einzuschlafen. Ich kämpfte gegen das beinahe ununterdrückbare Verlangen, auf der Stelle einzuschlafen. Ich hatte Erfolg und stellte fest, daß ich aus einer undurchdringlichen Dunkelheit, die mich umgab, hinunter in das Tal blickte. Dann sah ich etwas, das mir das Blut in den Adern erstarren ließ. Ich sah einen großen Schatten mit einem Durchmesser von etwa fünf Metern, der in die Luft sprang und geräuschlos auf der Erde aufschlug. Ich spürte den Aufprall in meinem Körper, doch ich hörte ihn nicht.
»Sie sind sehr schwer«, sagte Don Juan an meinem Ohr. Er hielt mich mit aller Kraft am linken Arm fest. Ich entdeckte etwas, das aussah wie ein Schlammschatten, der sich auf der Erde wand. Der Schatten setzte zum nächsten gewaltigen Sprung an und landete mit der gleichen ominösen Lautlosigkeit etwa fünfzehn Meter weiter. Ich rang darum, nicht meine Konzentration zu verlieren. Meine Angst überstieg alles, was ich rational beschreiben konnte. Ich hielt den Blick fest auf den hüpfenden Schatten im Tal gerichtet. Dann hörte ich ein höchst eigenartiges Summen, eine Mischung aus dem Rauschen von Flügeln und dem Brummen eines Radios, das nicht genau die Frequenz eines Senders empfängt. Der Aufprall, der darauf folgte, war unvergeßlich. Er ließ Don Juan und mich bis ins Innerste erbeben – direkt vor uns war ein riesiger Schlammschatten gelandet.
»Hab keine Angst«, sagte Don Juan herrisch. »Bewahre deine innere Stille, und er verschwindet.«
Ich zitterte am ganzen Körper. Mir war deutlich bewußt, wenn ich meine innere Stille aufgab, würde sich der Schlammschatten wie eine Decke über mich legen und mich ersticken. Ohne daß die Dunkelheit um mich herum verschwand, schrie ich aus Leibeskräften. Ich war noch nie so wütend und so frustriert gewesen. Der Schlammschatten machte einen neuen Satz und sprang hinunter ins Tal. Ich schrie immer weiter und strampelte mit den Beinen. Ich wollte abschütteln, was immer auch gekommen sein mochte, um mich zu fressen. Meine Erregung war so stark, daß ich mein Zeitgefühl verlor. Vielleicht wurde ich ohnmächtig.
Ich kam in meinem Bett in Don Juans Haus wieder zu mir. Auf meiner Stirn lag ein in eiskaltes Wasser getauchtes Handtuch. Ich glühte vor Fieber. Eine der Frauen aus Don Juans Gruppe rieb mir den Rücken, die Brust und die Stirn mit Branntwein ein, doch das brachte mir keine Erleichterung. Die Hitze, die ich spürte, kam aus meinem Innern. Erzeugt wurde sie von Zorn und Hilflosigkeit.
Don Juan lachte, als sei das, was mir widerfuhr, die komischste Sache der Welt. Sein Lachen war wie ein nicht enden wollendes Sperrfeuer.
»Ich hätte nie geglaubt, daß du dir den Anblick eines Fliegers so zu Herzen nehmen würdest«, sagte er.
Er nahm mich bei der Hand und führte mich hinter das Haus. Dort steckte er mich voll angekleidet, mit Schuhen und Armbanduhr in einen großen Bottich voll Wasser. »Meine Uhr! Meine Uhr!« rief ich.
Don Juan bog sich vor Lachen. »Du solltest keine Uhr tragen, wenn du mich besuchst«, sagte er »Jetzt hast du deine Uhr ruiniert!«
Ich nahm die Armbanduhr ab und legte sie neben den Bottich. Ich wußte, die Uhr war wasserdicht, und es würde ihr nichts passieren. Das Untertauchen half mir sehr. Als Don Juan mich aus dem eiskalten Wasser zog, hatte ich ein gewisses Maß an Kontrolle zurückgewonnen.
»Das ist ein absurder Anblick!« wiederholte ich immer wieder, unfähig, etwas anderes zu sagen.
Der Räuber, den Don Juan mir beschrieben hatte, war nichts Menschenfreundliches. Er war ungeheuer schwerfällig, roh und gleichgültig. Ich spürte die Geringschätzung, die er für uns hegte. Zweifellos hatte er uns vor langer Zeit unterdrückt und, wie Don Juan sagte, schwach, verletzlich und fügsam gemacht. Ich zog meine nassen Sachen aus, hüllte mich in einen Poncho und setzte mich auf das Bett. Ich weinte mir im wahrsten Sinne die Augen aus, aber nicht um mich. Ich hatte meinen Zorn, meinen unbeugsamen Willen, nicht zuzulassen, daß sie mich fraßen. Ich weinte um meine Mitmenschen, besonders um meinen Vater. Bis zu diesem Augenblick hatte ich nie gewußt, daß ich ihn so sehr liebte.
Ich hörte, wie ich ständig wiederholte, »Er hatte nie eine Chance«, als seien es nicht wirklich meine Worte. Mein armer Vater, der rücksichtsvollste Mensch, den ich kannte. Er war so zärtlich, so sanft und doch so hilflos.
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Quelle:
(Aus dem Buch “Das Wirken der Unendlichkeit“, von Carlos Castaneda)

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13 Antworten für “Vergessenes Wissen: Die Fliegerwesen”

  1. Heinrich sagt:

    Man ist das heftig! Im Kindalter habe ich was erlebt, was man vergleichen könnte damit. da war dauernd so ein Schatten der in mich rein wollte. Hab meine Eltern gefragt aber die konnten auch nichts dafür sagen. Super Text. Danke!
    Gruss aus Berlin von Heiner

  2. Uwe sagt:

    Jesus sagt auch: Hütet Euch vor dem Widersacher, denn er geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.”
    Robert Monroe berichtet in seinen ausserkörperlichen Erfahrungen auch davon, dass die Menschen von dunklen Wesen gehalten werden, um sie auszusaugen. Dabei ernähren sich die Wesen won negativen Energien wie Angst, Verzweiflung usw. Früher gab es deswegen viele Kriege, aber heute, wo es das Fernsehen gibt, erzeugen Sendungen mit Gewalt denselben Zweck. Soweit Monroe.
    Die Fliegerwesen erinnern auch sehr an den Schmerzkörper bei Eckhart Tolle.
    Somit wäre ja auch mal ganz pragmatisch die Frage geklärt, wozu wir überhaupt leben und warum es soviel Leid gibt ;-)
    Aber ich schätze mal, dass nur die Menschen diese Wesen sehen können, die auch die menschliche Aura sehen können. Ich hab noch keinen gesehen. Aber den Wert der Stille kenne ich sehr gut. Schönes, freudvolles Sammeln, Bewahren von Energie.
    Danke für den spannenden Text.

  3. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Uwe,
    der Löwe steht hier für den hungrigen Wolf oder jener, der in Wut und Hass umherläuft und alles zerstört. Ich kann mir ebenso sehr gut vorstellen, dass diese Fliegerwesen oder Voladores, wie man sie auch nennt, sehr gern von jenen naschen, die sich so gern in ihren negativen Gefühlen laben. Die Dissoziation steht ganz oben als Maßnahme dagegen.
    Liebe Grüße, Jonathan

  4. Huang Mao sagt:

    Hallo Jonathan,
    kleiner Fehler beim Abschreiben oder der OCR-Software:

    “Das gleichbleibende Motiv hinter jedem dieser Bücher war nicht das —vergebliche— Thema des Buches, es war der Dienst am Ich. Das hatte ich noch nie so empfunden.”

    Es muss —vorgeblich— heissen.

    Ansonsten gute und mutige Seite.
    Mutig weil:
    »Wir können uns nur so weit selbst disziplinieren, daß sie uns nicht anrühren. Wie könntest du von deinen Mitmenschen verlangen, sich einer so rigorosen Disziplin zu unterwerfen? Sie würden lachen und dich verspotten, und die aggressiveren unter ihnen würden dich halb totprügeln. Aber weniger deshalb, weil sie dir nicht glauben würden, denn jeder Mensch trägt tief im Innern ein ererbtes Bauch-Wissen von der Existenz der Räuber in sich.«

    Wollen hoffen, dass sie Dich nicht halb tot prügeln.

    Liebe Grüsse

    Huang Mao

  5. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Huang,
    danke für Deinen guten Hinweis.
    Die einzige Disziplin, die man eigentlich strikt einhalten müsste, ist das Erlernen der Dissoziation.
    Liebe Grüße, Jonathan

  6. Rainer sagt:

    Dieses “vergessene Wissen” müsste in der Bevölkerung
    viel bekannter werden, auch wenn es für die große Masse wahrscheinlich nicht glaubwürdig ist, bleibt bei manchen doch was hängen, macht sich mal Gedanken über diese Ungeheuerlichkeit.
    Manch einem fällt es dann wie Schuppen von den Augen.

    Gruß

    Rainer

  7. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Rainer,
    danke für Deinen Kommentar.
    Das ist allerdings richtig. :-)
    Liebe Grüße, Jonathan

  8. Christian sagt:

    Hallo Jonathan, danke für diesen Beitrag.
    Konnte dieses Viech “Flieger” in einigen Übungen selbst erleben – gruselig das Teil und doch zieht es sich zurück, ab einem bestimmten Punkt in der eigenen Entwicklung – nicht, dass es nicht ab und zu wieder versuchen würde anzudocken.
    Es gibt noch mehr Bücher dazu, da wären z.B. die Schriften aus Nag Hammadi (Bibel der Häretiker), “Der verratene Himmel” undr “Diagnose: Wetiko”.
    Liebe Grüße, Christian

  9. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Christian,
    danke für Deinen Kommentar.
    Ja, das ist richtig. Ab einem bestimmten Punkt in der Entwicklung zieht es sich zurück und man wird nicht mehr “genießbar”.
    Liebe Grüße, Jonathan

  10. Thorbjoern sagt:

    Das erklärt Vieles.

    Über eben diese “Dissoziation“
    (Rekapitulation, Systemik, Aufstellungsarbeiten, Stuhlanker, dynamische Meditation und andere perspektivische Herangehensweisen)
    ist mir immer wieder aufgefallen
    – egal in welcher Schicht,
    und sei sie noch so “tief“, seien
    es Personae dieser oder anderer
    Leben, seien es Seelenanteile auch
    über Genenerationen hinweg (es macht
    Spaß so Geschichte zu lernen) –
    dass es da immer eine Art Schatten
    gab der das alles “macht“ aber
    nicht greifbar ist.

    Auch die Disziplin der 4 Attribute
    der Krieger wirft so ein bedeutendes
    Licht auf das Loswerden dieser
    “Außerirdischen“, transplutonischen
    Wesen.

    Beim Lesen spürte ich einen Schlag.
    Und ich bekam eine Antwort, nicht
    nur auf das was los ist in der Welt,
    sondern auch auf einen Blickpunkt
    der Primärtherapie der mir bisher
    entgangen ist.

    Danke

  11. […] auf das Teile-und-Herrsche-Prinzip von Wetiko hinein.Dennoch finde ich seinen Hinweis auf den Räuber bzw. Flieger, von dem Don Juan Matus berichtet, und auf die Archonten aus der Gnostik bedenkenswert. Bei Castaneda bin ich noch gar nicht so weit, […]

  12. Vivienne sagt:

    Hmmmm….
    Das mit dem Schatten hier Flieger genannt…
    Kann ich nicht bestätigen…hatte aber mal genug Energie und Willen eine Wahrheitsmeditation zu machen. Sprich ich habe mich hingesetzt und solange auf einen Punkt konzentriert bis dieses plappernde Bewusstsein schlimm hervorgetreten ist. Ich wusste nicht was ich machen sollte und habe die …mh … Schalen oder Levels weggerissen bis ich immer tiefer gekommen bin aber immer wieder auf neue Schichten des Plapperns in anderer Form gestossen bin. Nach einer Weile der Wut, bin ich zwischen die Gedanken gekommen. Die Stille.
    In der Stille habe ich das Wissen gefunden.
    Ich “wusste” alles zur gleichen Zeit. Egal wo ich hingeschaut habe.
    Sehr schwer in Worte zu fassen.
    Dann habe ich mich darüber gefreut und schwupp war ich wieder im Fluss der Gedanken.

    Diesen Schatten habe ich nicht gesehen.
    Ich habe allerdings schon Geistwesen wahrgenommen. Die von anderen Menschen.

    Vielleicht kann mir ja jemand von euch weiterhelfen?
    Ich würde mich sehr freuen ???

  13. segoii sagt:

    jeder kann sie sehen wenn sie Menschen befallen haben. Der Blick verändert sich extrem – und auch das Verhalten. Der Blick ist dann extrem dunkel, stechend und von Oben herab. Die gesamte Erscheinung des Menschen strahlt dann diese Kälte und Grobheit aus. Es ist etwas schwer zu erklären. Meist erhascht man sie wenn man Menschen nicht direkt ansieht, sondern indirekt von der Seite / aus dem Augenwinkel erblickt. Manchmal blicken sie einen aber auch frontal an. Man sieht das sogar auf Videos !
    Es ist zum Kotzen, weil man einfach nix machen kann in dieser Gesellschaft. Man ist dermaßen auf den Mammon und seine Apparatur angewiesen. Willst deinem Chef sagen, dass das alles Rotz ist und man kein Bock hat ? Die meisten Menschen sind sich dieser Situation ja nichtmal bewusst. Was ist das bitte für ein Kampf. Extrem und mit ungleichen Mitteln.

    Ich weigere mich den Fortbestand dieser Welt so zu befürworten. Das ist Missbrauch.

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