Traumnacht: Sterne am Firmament

Nachdem ich mich nachmittags hingelegt und drei Stunden, also von 17 bis um 20 Uhr, geschlafen hatte, bot es sich an, eine Traumnacht zu machen. Ich ging um 1 Uhr ins Bett und konzentrierte mich auf meinen zweiten Körper.

Nach 20 Minuten setzten die Schwingungen ein, die ich immer als ziemlich angenehm empfinde. Kaum hatte ich kurz darauf in den zweiten Körper umgeschaltet, spürte ich jemanden hinter mir. Es biss manchmal in meine Schulter, zwar tat es nicht weh, aber es zwickte doch ein wenig. Ich befahl diesem Wesen, was immer es auch war, damit aufzuhören, und es gehorchte. Das Zwicken hörte auf, aber ich spürte es immer noch deutlich hinter mir. Irgendwann verschwand es dann.

Dann rollte ich mich zur Seite ab und landete auf dem Fußboden. Ich hatte noch Probleme, mich aufzurichten und schwebte dann nach oben. Als ich dann endlich zur Ruhe kam, musste ich mich um meine Wahrnehmung kümmern und erst einmal etwas sehen. So konzentrierte ich mich und langsam begann ich etwas wahrzunehmen. Zuerst sah ich lauter Sterne vor meinen Augen, silberne, helle Punkte, die glitzerten und schimmerten. Ich hob meine Hände hoch und versuchte nach diesen Sternen zu greifen, als ich plötzlich  meine Hände erkennen konnte. Sie waren ziemlich durchsichtig und ich konnte problemlos durch sie hindurchschauen. Immer wieder bewegte ich sie hin und her. In Verbindung mit den vielen leuchtenden Sternen war es ein hübsches und ansehnliches Spiel. Offensichtlich war ich durch die Zimmerdecke und das Hausdach in den Himmel geschwebt und hing nun oberhalb meines Hauses herum – mit dem Gesicht dem Sternenhimmel zugewandt. Ich weiß nicht, wie hoch ich mich befand, vielleicht schon weit über den Wolken – denn immerhin war es stellenweise bewölkt – aber die Schwerelosigkeit und die Ruhe waren sehr angenehm. Ich genoss diese Momente und beschloss, mich in die nächste Szene zu beamen.

Plötzlich befand ich mich auf einer großen Versammlung oder einer Feier. Überall liefen Leute herum und waren hübsch gekleidet. Es schien so, als würden sie mich nicht wahrnehmen können, denn niemand reagierte auf meine Anwesenheit. Auch rempelte mich niemand an oder berührte mich. An einer Wand sah ich eine sehr attraktive Frau stehen. Sie war als einzige schwarz gekleidet, mit dunklen, kinnlangen Haaren und trug ein schwarzes, samtiges, enganliegendes Oberteil.  Ihr Blich schweifte umher, bis sie mich sah. Für mich war in dem Augenblick klar, dass sie die Einzige in diesem großen Raum war, die mich wahrnehmen konnte. War sie etwa auch in ihrem zweiten Körper unterwegs oder war sie bereits verstorben? Wenn letzteres zutraf, wusste sie, dass sie verstorben ist? Geister sind ja immer schwer zu händeln, wenn sie es nicht wissen.

Ich stellte mich vor und begrüßte sie. Sie nickte freundlich. Ihre Augen waren hellbraun und sie trug einen hübschen Pagenschnitt. Ihr Oberteil war ziemlich hochgeschlossen, ähnlich einem Rolli. Dann versuchte ich sie telepathisch anzuzapfen, da sie nicht unbedingt kommunikativ war. Mich interessierte, was mit ihr war. Wenige Augenblicke später kamen die ersten Informationen an. Sie war ebenfalls außerkörperlich unterwegs. Ich war mir nicht sicher, ob sie wusste, dass sie von den anderen auf dieser Feier (oder Disco?) nicht wahrgenommen wurde. Die anderen Personen hier waren allesamt physisch. Wir kamen dann in ein Gespräch und wir fühlten uns voneinander angezogen.

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Nach einer Weile verabschiedete ich mich von ihr mit einem Kuss und beamte mich aus dieser Szene heraus. Dabei landete ich wieder in meinem Bett, doch ich war noch nicht wieder mit meinem physischen Körper verbunden. Bevor sie sich wiedervereinigen konnten, rollte ich mich abermals zur Seite ab und stand im Raum.

Was würde ich als nächstes tun? Ich beschloss, mich einfach von meinem inneren Selbst führen zu lassen. Es wusste sicherlich am besten, was nun gut für mich war. Kurz darauf übernahm jemand die Kontrolle und ich erschien kurz darauf neben einem Transporter. Er war geöffnet und es wurden gerade die letzten Gegenstände entladen. Es schien, als wollte jemand gerade in eine neue Wohnung ziehen. Ich erblickte neben mir einen Inder. Er war ziemlich hager, mit recht kurzen Haaren, die knapp über die Ohren reichten und war nicht größer als 1,70 m.

“Wir brauchen hier nicht helfen und können gehen…”, meinte er und wir liefen los.

Rechts von uns sah ich einige Hochhäuser und streckenweise wurde es fast zu einer irrealen Häuserschlucht, die wir entlang gingen. Manchmal wechselten wir scheinbar sogar die Realität. In einer anderen Szene wurde diese Häuserschlucht zu einer Reihe von riesigen Regalen mit Büchern, so wie in einer Bücherei. Das Licht wechselte von hellem Sonnenlicht zu einem sanften, gedimmten Braun.

Langsam beschlich mich das Gefühl, dass ich diesen Inder kannte. Seine Art, wie er sprach, sich verhielt und ging, erinnerte mich an jemanden.

“Wir werden verfolgt”, meinte er und lächelte breit. Seine weißen Zähne blitzten.

Ich schaute mich um und erkannte einen meiner Padawane, den ich letztens am Feuer mit dem alten Mann gesehen hatte. Sie ging den gleichen Weg wie wir und während sie ebenfalls ständig mit uns die Kulissen wechselte, was ihr in keinster Weise aufzufallen schien, meckerte sie die ganze Zeit vor sich hin. Sie war ungefähr 50 m hinter uns.

“Was ist denn mit ihr los?”, fragte ich den Inder.

“Sie ist sauer und schimpft…”

Ich musste unwillkürlich lachen. Etwas schien mich daran zu amüsieren, aber ich forschte nicht weiter in mir nach.

“Du hast sie in einen Konflikt gebracht. Sie hatte von dir eine bestimmte Vorstellung und diese hast du ihr zerstört. Danach wollte sie nicht mehr von dir unterrichtet werden…”, entgegnete der Inder und er lachte mit mir zusammen.

“Und sie sit wegen mir wütend?”

“Nein, deshalb nicht mehr. Sie hat nun erkannt, dass sie auf dein Manöver hereingefallen ist und hat sich nun in eine Position gebracht, aus der sie so einfach nicht mehr herauskommt.”

“Warum sollte ich so etwas tun?”, fragte ich neugierig.

“Du hast nicht schlecht gehandelt. Das musst du nicht denken. Es ist eher so, dass sie nun endlich die Möglichkeit hat, etwas in sich zu verändern. Vorher wäre es ihr nicht möglich gewesen.”

Während sie immer noch hinter uns herlief und schimpfte wie ein Rohrspatz, unterhielten wir uns locker über die Umgebung und die wechselnden Realitäten. Es war eine seltsame, aber recht angenehme Situation. Ich fühlte mich wundervoll leicht und irgendwann wechselte ich wieder zurück in mein Schlafzimmer.

Dort angekommen beamte ich mich gleich in die nächste, äußerst seltsame Szene…

“Was war denn mit dir los?”, fragte mich eine Freundin.

Ich schaute mich irritiert um. Wie immer mitten in eine Szene geworfen, ohne zu wissen, wo ich bin und was ich hier suche. Immer wieder ein spannendes Gefühl und besitzt den Geschmack von Abenteuer. Vielleicht nicht immer für denjenigen, der nur davon liest, aber wenn man es selbst erlebt, ist es immer ein Abenteuer.

Momentan stand ich in einer Küche… Sie war mir vertraut. In dieser Wohnung hatte ich vor vielen Jahren einmal gelebt. Ich war von einem Freund und einer Freundin umgeben.

“Was ist denn geschehen?”, fragte ich.

Sie blickten mich verwundert an: “Erinnerst du dich überhaupt nicht mehr daran?”

Als ich diese Worte vernahm, kam das Update rein. Ich erinnerte mich, dass ich die beiden angeschrien hatte. In den letzten Tagen hatte ich immer wieder gewisse Realitätsfluktuationen erfahren, indem ich plötzlich und völlig unvermittelt in der Zeit gereist war.

“Du hast hier rumgeschrien, dass du das nicht mehr willst und du keine Lust auf Zeitreisen hast, dass es dich nervt.”

Sie hatte recht. Ich erinnerte mich klar und deutlich daran, aber ich war gleichzeitig überrascht. Es schien, als wäre ich nun in dieses alternative Selbst von mir gesprungen, um ihm vielleicht dabei zu helfen, mit diesen Zeitreisephänomenen fertig zu werden. Somit war ich nicht außerkörperlich unterwegs, sondern hatte mein Bewusstsein in diese andere Realität projiziert. Vermutlich stand mein mein zweiter Körper noch in meiner Realität und in meinem Schlafzimmer herum.

Wie immer starten und enden meine einzelnen Erlebnissequenzen in meinem Bett. Es gelingt mir nicht immer so viele Stunden in einer bestimmten Sequenz zu verbringen, wie es mir beispielsweise in Tersus’ Theater gelungen war. So hatte es vielmehr den Charakter ständigen Programmwechsels, wie beim Switchen mit Fernsehkanälen.

Heute Nacht gelang ich noch einige Male in andere Szenen. Ich wusste nicht oft, wo ich mich befand. Es waren unterschiedliche Realitäten. Wie so oft hatten diese Erlebnisse einen gewissen Roadmovie-Charakter. Man zieht los, lernt ständig neue Leute kennen, neue Umgebungen, führt viele Unterhaltungen und kehrt wieder zurück – und das alles stets unter freiem Himmel. Es sind wie kleine Ausflüge in fremde Welten, die aber unsererm Alltag oft sehr gleichen. Es scheint mehrere Ebenen zu geben, in denen unterschiedliche Möglichkeiten und Herausforderungen bestehen oder einfach nur andere Erfahrungen gemacht werden können.

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