Filmkritik: “Transzendenz” mit Johnny Depp

Transzendenz Filmkritik Johnny DeppEvelyn (Rebecca Hall) und Will (Johnny Depp) sind ein Wissenschaftler-Paar, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Quelle des menschlichen Geistes zu entdecken und diesem im Anschluss in einen Computer zu transferieren. Nach einem Anschlag auf Will’s Leben bleibt den beiden nichts anderes übrig, als seinen Geist als erstes Versuchskaninchen zu benutzen und digitalisieren ihn vollständig. Doch Evelyn ist nach ihrem Erfolg nicht sicher, ob es wirklich ihr einstiger Ehemann ist oder nicht, denn der Transfer hat zwar funktioniert, aber er will unbedingt ins Internet und dort die Welt zum Besseren transzendieren. Nun steht sie zwischen ihrem neuen Mann und einer terroristischen Gruppe, die diese Transzendenz um jeden Preis verhindern will.

Der Regisseur Wally Pfister ist bekannt durch sein erstes Werk “Memento” und hat mit diesem Film bereits einen Hit gelandet. Seine weiteren Filme waren nicht allzu bekannt, liefen aber in den Kinos. Mit Transzendenz erhofft er sich einen großen Durchbruch, indem er hochaktuelle Themen behandelt wie die Entwicklung künstlicher und empfindsamer Intelligenzen und weltverbessernde Maßnahmen durch den exponentiellen Fortschritt in der Computertechnik.

Bereits Hinweis ist der Beginn des Filmes, indem einer der Hauptdarsteller seine Computertastatur als Türstopper benutzt und ein iPhone ins Bild gerückt wird, das einfach verstaubt und unbenutzt auf der Straße herumliegt. Symbolische Fragmente, die bereits zu Anfang offene Kritik zum Zukunftsdrive der Welt, immer weiter nach höherer Technologie zu streben, demonstrieren möchte. Der Verlauf des ganzen Filmes ist eine verzerrte Darstellung eines drohenden globalen Krieges, der zwischen Mensch und Computer aufsteigt, sobald sich letzterer tatsächlich zu einer selbstlernenden Instanz mit einer Priese Emotionen entwickelt und mit seiner fortgeschrittenen Intelligenz Maßnahmen zu ergreifen versucht, um die Zerstörung der Welt rückgängig zu machen. Der Zuschauer wird erst von der Idee begeistert, die weltverbessernden Maßnahmen des denkenden Computers gutzuheißen, aber wird im Verlaufe des Filmes hinterhältig mit zunehmenden Unbehagen von der drohenden Gefahr überzeugt;  nur um zum Ende wiederum mit einem unerwarteten Epilog zu überraschen, der einen nicht unbedingt ratlos, aber mit Verständnis für beide Seiten zurücklässt.

Die Parallele zu den Ur-Parabeln “Golem” oder “Frankenstein” ist ebenso erkennbar, indem eine künstliche Schöpfung, hier nur in modernisierter Form, mit höheren Kräften ausgestattet, die Welt zum Besseren zu verändern trachtet, in dem es sich vonseiten des Schöpfers plötzlich als unkontrollierbar und unaufhaltsam herausstellt. “Transzendenz” ist ein guter Film, er unterhält und demonstriert, aber letzten Endes verliert er sich in allzu seichte Abläufe und mutlosem Einsatz vonseiten des Regisseurs.

Fazit: 6 von 10 Sternen. Sehr unterhaltsam, aber nicht allzu transzendierend.

Film ist HIER erhältlich!

Regie: Wally Pfister – Drehbuch: Jack Paglen
Mit: Johnny Depp, Morgan Freeman, Kate Mara
Genre: Science-Fiction, 119 min., ab 12 Jahre
Land: USA/Großbritannien 2014
Ähnliche Filme: Rasenmähermann

Trailer

 

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2 Antworten für “Filmkritik: “Transzendenz” mit Johnny Depp”

  1. Louis sagt:

    Hi, kleine Anmerkung, fand ich nämlich irritierend;

    Wally Pfister war bei “Memento” der Director of Photography, also der Kameramann, nicht der Regisseur.

    Meintest Du, dass das sein erstes Werk als Kameramann in einem Kinofilm war? Das weiß ich nämlich nicht so genau.

    Hab den Film soeben geschaut und stimme grundsätzlich zu. Nur hätte ich ihn vielleicht eine 7 gegeben ;-)

    Nun fiebere ich LUCY entgegen, das Thema und der Trailer haben mich total angesprochen. Kinoooo! :D

    Filmische Grüße

  2. JonathanJonathan sagt:

    Hallo Louis,
    danke für Deinen Kommentar und Deinen Hinweis. :-)
    Lucy ist wirklich genial. Schau mal rein. Es müsste Dir gefallen.
    Liebe Grüße, Jonathan

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