Der Holometer – In die Zeit gezoomt!

Sicherlich kennt man die Umstände, die die Relativität der Zeit mit sich bringen. Eine Stunde auf einer Party vergeht wesentlich schneller als die Stunde beim Zahnarzt.  Dies bedeutet, dass das Zeitempfinden im Gegensatz zu dem, was die Uhr anzeigt, völlig unterschiedlich sein kann. Aus dem Grund spricht man von subjektiver und objektiver Zeit. Ähnlich kennt man dies auch von Temperaturen. 10 Grad minus können sich manchmal sehr kalt, aber dann auch wieder mild anfühlen, obwohl das Thermometer immer den gleichen Wert misst. Auch sind 10 Grad im November wesentlich kälter als 10 Grad im März, da der Frühling angebrochen ist und man sich innerlich schon auf den Sommer freut. Es ist fast so, als würde man die Kälte im Frühling wesentlich leichter ignorieren können. So spricht man also von tatsächlicher und gefühlter Temperatur.

Das z.Z. beste Gerät, um die Zeit zu messen, ist die so genannte Atomuhr. Sie misst nicht die Zeit direkt, sondern vielmehr den Zerfall eines Cäsium-Atoms, der sich bis auf mehrere Stellen genau auf eine Sekunde beschränkt. Wer sich schon einmal gewundert hat, warum eine Bahnhofsuhr für einen kurzen Moment auf der 12 verharrt und dann erst die vergangene Minute anzeigt, hängt damit zusammen, dass die Uhr auf den Zerfall des Cäsium-Atoms wartet. Ist das Atom zerfallen, zählt die Uhr weiter.

Im letzten Jahr hat der Physiker Craig Hogan an einer neuen Uhr herumgebastelt, den so genannten Holometer (holografischer Interferometer). Sie soll die Atomuhr ablösen und die Zeit noch genauer und besser anzeigen als je zuvor. Doch wurde sie eigentlich nicht erbaut, um die Zeit noch besser messen können, sondern um zu beweisen, dass unsere Realität eine Illusion bzw. schlichtweg holografisch ist!

Der Realitätsfluss der Raumzeit, so, wie wir sie im Alltag gewohnt sind, soll nicht so reibungslos und flüssig sein, wie man dies vielleicht glaubt. Man erhofft sich, in die Zeit hineinzuzoomen, ähnlich wie man es bei einem Foto machen kann. Man zoomt hinein und irgendwann tauchen die Pixel auf. Ich habe hierzu mal vor vielen Jahren einen Text verfasst, der das Problem des Zoomens und der unbekannten Realitäten im Mikrokosmos hochwissenschaftlich darzustellen versuchte (s. Bestiola arcana inter litteras).

Schwarze Löcher sind beispielsweise ein interessantes Phänomen, da sie ein dermaßen starkes Gravitationsfeld besitzen, dass sie die Zeit, laut Albert Einstein, dehnen kann. Diese Zeitverzerrung kann innerhalb eines bestimmten Umfeldes somit die Zeit wesentlich langsamer vergehen lassen, als an anderen Orten. Unser Auge nimmt nur all das wahr, was innerhalb des Lichtspektrum liegt und sich unterhalb der Lichtgeschwindigkeit bewegt. Alles oberhalb dieser Geschwindigkeit ist für uns nicht wahrnehmbar und darum erst einmal nicht existent. Das Auge nimmt leider nur einen winzigen Bereich möglicher Wahrnehmungen wahr. Allzu leicht verfällt man deswegen dem Glauben, es gäbe nur das, was man sehen und anfassen kann.

Der erwähnte Holometer soll die Eigenschaft besitzen, einen Laserstrahl zu senden, der sich in mehrere Sterahlen gleichzeitg aufteilt. Jeder Strahl misst daraufhin die Zeit. Sobald also einer der Strahlen eine Differenz im Vergleich zu den anderen misst, wird eine Zeitfluktuation wahrgenommen. Primär misst er dabei Interferenzen in Form von “holografischen Geräuschen”. Da ein bestimmter Mittelwert solch eines Geräusches in Raum und Zeit bereits erfolgreich gemessen wurde, kann jede Abweichung davon sofort registriert werden. Man erhofft sich hiermit eine direkte, experimentelle Einsicht und die fundamentale Natur von Raum und Zeit zu erhalten. Erhofft wird, dass die ersten Messungen noch in diesem Jahr vorliegen. Demzufolge kann davon ausgegangen werden, dass sich weitere, seltsame Unstimmigkeiten zeigen werden, wie sie sich z.B. in der Quantenphysik überraschenderweise offenbarten.

Craig Hogan sagt hierzu: “Die Leute versuchen die Realitäten aneinander zu binden, haben aber überhaupt gar keine Daten zur Verfügung, sondern nur eine Handvoll Mathematik. Die Hoffnung ist, dass der Holometer uns etwas liefert, womit man arbeiten kann.”

Aufgrund meiner vielen eigenen seltsamen Erlebnissen mit der Zeit, kann ich sagen, dass Zeit aus Intervallen besteht, aus Pulsationen. Es gibt dabei erst einmal den gewohnen Hauptstrom, der jedem bekannt sein dürfte, doch existiert ein anderer Nebenstrom, der in bestimmten Intervallen unsere Zeitspur kreuzt. Dies wird jedoch von uns für gewöhnlich nicht wahrgenommen und mit unserer Wahrnehmung übersprungen. Dieser “Sprung” muss jedoch durch die Persönlichkeit und ihre physische Wahrnehmung gerechtfertigt werden, da es sich wie ein Holpern oder eine winzige Unterbrechung äußert – ähnlich wie in einem Film, wenn dieser schlecht geschnitten wurde. Unterbewusst wird dies natürlich registriert, aber um das Alltagsselbst nicht zu irritieren, wird dieser Moment getarnt. Solche Augenblicke der sich kreuzenden Zeitströme können durchaus mehrmals die Minute auftauchen. Hierbei könnte man davon ausgehen, dass der andere Zeitstrom, der den unsrigen kreuzt, aus dem Bereich der Antimaterie stammt. Die Antimaterie ist hierbei aber ein unglücklicher Begriff, denn aus der Perspektive des “fremden” Zeitstrahls sind wir die Antimaterie. Umso verrückter, dass es niemandem auffällt. Vielleicht hilft der Holometer dabei, diese Wahrnehmungsbrüche zu registrieren.

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Quelle:
http://www.symmetrymagazine.org/breaking/2010/10/20/fermilab-scientists-to-test-hypothesis-of-holographic-universe

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