Traumnacht: Das Versteck

Die heutige Nacht empfand ich irgendwie als energetisch aufgeladen und konzentrierte mich im Bett auf eine außerkörperliche Erfahrung. Nach ungefähr 20 Minuten wechselte ich in meinen zweiten Körper (Astralkörper oder Geistkörper, oder wie immer man ihn benennen möchte). Ich schwebte dann langsam zur Decke auf und versuchte mich erst einmal seitlich aus dem elektromagnetischen Feld herauszubewegen, das von meinem physischen Körper ausging. Als ich mich einige Meter von meinem physischen Körper entfernt hatte, konnte ich mich wesentlich freier bewegen. Kurz darauf lief ich ein wenig durch die Straßen. Ein Mann in dunkler Kleidung kam mir entgegen. Ich glaube, er trug sogar einen Hut. Er war ziemlich schlecht zu erkennen, da er sich mit mir zusammen auf der dunklen Seite der Straße aufhielt…

Kein Licht fiel auf ihn. Ich blieb stehen und stellte mich ihm in den Weg, um zu sehen, ob er mich überhaupt wahrnehmen kann, immerhin fand ich es seltsam, dass er förmlich aus dem Nichts aufgetaucht war. Als er nur noch zwei Meter von mir entfernt war, blieb er vor mir stehen. Offensichtlich konnte er mich in meinem 2. Körper wahrnehmen. Nun hob er seinen Kopf, damit ich sein Gesicht sehen konnte. Nett sah er wirklich nicht aus! Sein Gesicht wirkte etwas entstellt und war wirklich gruselig anzusehen. Ich verabschiedete mich dann gleich wieder höflich von ihm.

Ich streckte meinen Arm nach oben aus und schoss in den Himmel. Es war eine nahezu sternenklare Nacht und ich flog über Berge und Wälder. Irgendwann landete ich bei einem Haus, das mir von oben sehr interessant schien. Ich landete und betrat frechweg ein Dachzimmer, das eine verglaste Frontseite besaß. Ein Mann kam ziemlich schnell herbeigeeilt und schaute mich ein wenig irritiert an. Ich erklärte ihm, dass Privatsphäre in Wirklichkeit eine Illusion sei. Er nickte bedächtig und schien mich zu verstehen.

“In diesem Zustand schon,” erwiderte er. “Aber wenn Sie schon hier sind, dann können Sie mir vielleicht helfen. Sie scheinen sich ja damit besser auszukennen.”

Er deutete auf eine Wand in unserer Nähe.

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“Hinter dieser Wand scheint es ein Versteck zu geben. Ich weiß nicht, wo diese Wand hinführt. Sie führt nicht zum Nachbarn, aber sie führt auch nicht in einen Raum, der sich nebenan irgendwie befinden könnte. Wenn Sie so nett wären…?”

Er bat mich also darum, durch diese Wand zu gehen, damit ich ihm später davon berichten konnte, was sich denn dahinter befindet. Die Neugier musste ihn schon länger geplagt haben. Persönlich fand ich es spannend, einmal nachzuschauen, was sich dahinter befindet. Immerhin klang es schon etwas seltsam, wie er mir den dahinterliegenden “Raum” beschrieb. Ich dachte an geheimnisvolle Spiegel, die in Wirklichkeit Dimensionstore waren und wenn man sie durchschritt, gelangte man in eine völlig andere Welt. Wenige Sekunden später ging ich durch die Wand.

Mir kam das Durchschreiten der Wand ziemlich lang vor. Ich ging und ging, aber irgendwie schien es mir, als würde sie nie enden. Die Strukturen, die man in einer Wand vorfinden kann, sind anfangs sehr interessant, aber auf Dauer doch langweilig. Irgendwann verschwand endlich die Wand und ich trat in eine tiefe Dunkelheit ein. Ich konnte nichts sehen. Mehrmals drehte ich mich auf meinen Füßen, aber es war stockfinster. Ich beschloss, noch eine Minute zu warten und dann einfach wieder hoch in den Himmel zu fliegen, wenn hier nichts weiter geschah. Plötzlich trat ein Mann aus dem Nichts auf mich zu. Er war von einem leichten Glühen umgeben. Er trug eine braune Jacke und sein Gesicht lag im Dunkeln. Ich hatte erst einmal wieder den gruseligen Mann von vorhin in Verdacht. Ich dachte, wenn das wieder dieser Frankenstein ist, dann aber auf Wiedersehen. Doch schob ich mein kleines Vorurteil zur Seite und ließ ihn erst einmal kommen. Das Schöne an außerkörperlichen Reisen ist es ja, dass man nahezu unverletzlich ist.

“Du hast das Versteck gefunden,” meinte er zu mir.

“Welches Versteck? Ist das ein besonderer Ort hier?”

Er erklärte mir, dass es Häuser gibt, in denen Bereiche existieren, die ins Nichts führen. Es kann eine Nische oder eine Mauer sein. Solch eine Nische hatte der Mann, der mich gebeten hatte, hier hineinzugehen, entdeckt.

Plötzlich bemerkte ich einen Sog und es schien, als würde der Ort um mich herum verblassen. Langsam erwachte ich in meinem Bett. Eine Weile dachte ich noch über dieses seltsame Versteck nach, von denen es anscheinend noch mehrere gab, konnte aber den Sinn dieser Verstecke nicht richtig begreifen. Vielleicht hätte der Mann mir noch mehr davon erzählt, wenn ich es geschafft hätte, meine Aufmerksamkeit dort länger zu halten.

Ich fühlte, dass ich noch sehr entspannt war. Dies wollte ich nicht ungenutzt lassen. Nun denn, dachte ich, fliegen wir noch ein wenig. Draußen begann es gerade zu dämmern. Nach einigen Minuten wechselte ich wieder in meinen zweiten Körper und schoss mit einer affenartigen Geschwindigkeit nach draußen in die letzte Stunde der Nach über Wälder und Berge.

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1 kommentiert zu “Traumnacht: Das Versteck

  1. Sehr schöne Geschichte, würde auch gerne so etwas erleben!!!! Konnte schon ziehmlich oft in meinen Träumen fliegen, aber immer wenn ich aufgewacht bin habe ich vergessen wie das funktioniert hat, obwohl ich mir sicher war (bin) es klappt mit einem Trick.

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