Traumnacht: Die Nonne

Ich saß an meinem Schreibtisch und habe mir die Gegenstände angesehen, die auf der Oberfläche lagen. Dann kam mir in den Sinn, dass ich nun einfach mal versuchen könnte, sie psychokinetisch zu bewegen. Kaum gedacht schon getan! Ich konzentrierte mich auf meinen Notizblock, streckte meine Hand aus und konzentrierte mich. Tatsächlich! Innerhalb von einigen Sekunden bewegte sich der Notizblock hinauf in die Luft. Ich ließ ihn in der Luft kreiseln und dann wieder auf die Schreibtischplatte fallen. Das versuchte ich auch mit einigen anderen Gegenständen und es funktionierte tadellos. Ich war sehr zufrieden. Damit hatte ich bewiesen, dass man die DNA über das Träumen programmieren konnte.

Plötzlich erwachte ich. Schade, es war nur ein Traum gewesen. Ich war nicht einmal luzide gewesen und ging tatsächlich davon aus, es wäre Teil meiner Alltagsrealität. Trotzdem empfinde ich es als einen Fortschritt in meinem Versuch, die DNA mithilfe der Träume zu programmieren. Immerhin fand dieser Traum an meinem Schreibtisch aus meiner Alltagsrealität statt. Dies bedeutet, dass die Realität, in der diese Fähigkeit von mir erwünscht wird, wieder ein Stückchen näher zur Alltagsrealität gerückt ist. Ich befand mich nicht mehr in einer entfernten Traumwelt, die der Alltagsrealität nicht so nahe ist, sondern direkt in meiner bekannten Realität. Aus diesem Grund ein guter Fortschritt.

Langsam öffnete ich also die Augen. Dann erschrak ich kurz! Neben mir im Bett lag eine Nonne! Zumindest wirkte sie so auf mich aufgrund ihrer schwarzen Kapuze. Sie war nicht weiter als 50 cm von mir entfernt und lag auf dem Rücken. Sie blickte zur Decke und ich fragte mich, was sie in meinem Bett zu suchen hatte! Welche Nonne legte sich denn schon zu mir ins Bett, musste ich grinsend feststellen, aber trotzdem, ein bisschen gruselig war es schon. Das Bett ist ja schon ein sehr intimer Ort und unaufgefordert lässt man ungern wen hinein. Sie wirkte jetzt aber nicht feindselig oder aggressiv, sondern sie lag dort still und leise.

Offensichtlich war ich mal wieder nicht in meinem physischen Körper erwacht, sondern in meinem zweiten Körper. Das geschieht bei mir häufig. Aus diesem Grund konnte ich die Nonne recht deutlich erkennen. Draußen war es noch dunkel und ich hörte keine Atemzüge von ihr. Vielleicht war sie eine Verstorbene, die sich in mein Bett verirrt hatte? Sie wollte warten, bis ich in meinen zweiten Körper wechsele und dann mit mir sprechen. Oder lag hier jemand Bekanntes in meinem Bett, von der ich nur gerade eine andere Facette ihrer Persönlichkeit, eventuell aus einem anderen Leben, wahrnahm? Oder hatte ich gar die Realität gewechselt und lag in einem anderen Ort in einem anderem Leben neben einer Nonne innerhalb eines verschwiegenen, keuschen Klosters? Oder lag es wieder an dem Spukhaus, in dem ich nun lebte, wo sich intervallmäßig Realitäten kreuzten?

Dann fiel mir ein, dass ich vor einigen Jahren im Traum einer älteren Nonne begegnet war. Als sich unsere Wege kreuzten, blickte sie mich an und sagte: “Komm ein wenig näher zu mir und bade in meinem Licht…, damit die Dunkelheit aus Dir weicht.”

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Das fand ich damals einen sehr heftigen Spruch, aber sehr innovativ. Die Nonnen in unserer Realität sind einfach zu passiv. Die Kirche könnte jetzt in der Zeit ihres Untergangs sicherlich solch überzeugten Zauberer-Nonnen ganz gut gebrauchen anstelle dieser kuschenden Frauen, die man um ihr Matriarchat gebracht hat. Ich beschloss also in meinen physischen Körper zu wechseln, um zu sehen, ob ich sie dann auch noch wahrnehmen könnte…

Wenige Sekunden später öffnete ich meine physischen Augen. Die Nonne war augenblicklich verschwunden. Kann es wirklich sein, dass eine Nonne in meinem Bett frechweg Platz gefunden hatte? Ich war unsicher… Dann entdeckte ich, dass eine Ecke meines Kissens ein wenig hochstand und sich in meinem Blickfeld befand. Diese Ecke war innerhalb der Dunkelheit natürlich genau so schwarz wie die Kapuze der Nonne… Hatte ich im zweiten Körper vielleicht diesen Kissenzipfel erblickt und es als Nonne interpretiert?

Der rationale Verstand ist ein seltsames Gerät. Er hat die Kraft, alles so umzuinterpretieren, dass die Magie der Traumwelt im Alltag schnell verblasst und verschwindet. Wer immer uns den Verstand gab, wusste genau, was er tat.

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4 Kommentare zu “Traumnacht: Die Nonne

  1. Zitat Jonathan:

    >Der rationale Verstand ist ein seltsames Gerät. Er hat die Kraft, alles so umzuinterpretieren, dass die Magie der Traumwelt im Alltag schnell verblasst und verschwindet. Wer immer uns den Verstand gab, wusste genau, was er tat.<

    Heute, auf dem Weg ins Büro stach mir ein Plakat der Abba-Show ins Auge:

    „DIE PERFEKTE ILLUSION“

    war in großen Lettern klebend auf einer Litfaßsäule zu lesen.

    Folgende Gedanken gingen mir durch den Kopf:

    Ausgehende davon, dass unser Alltagsleben eine von uns geschaffene Matrix ist, der Geist bzw. das vielzitierte Bewusstseinsfeld, welchem wir entsprungen sind über den Dingen/der Materie steht und dessen Eigenschaften allwissend, allgegenwärtig und somit PERFEKT sind, muss auch unser Alltagsleben PERFEKT sein. Von daher behaupten viele Esoteriker es gäbe kein gut oder böse, weil es einfach nur IST. Damit wir diese selbstgeschaffene Illusion nicht durchschauen haben wir uns den Verstand gegeben. Weil wir sooo perfekt sind. Cool.

    Liebe Grüße
    Sylvia

  2. Hallo Excalibur,
    in der Regel verwende ich eigene Fotos oder gehe zu Fotodatenbanken, wo man lizenzfreie Bilder erhält. Weiteres findest Du in der FAQ (s. rechts). Wenn sich mal ein Bild verirrt haben sollte, dann wird es natürlich sofort ausgetauscht. Hinweise hierzu sind immer willkommen. :-) Also vielen Dank. :-)
    Liebe Grüße, Jonathan

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