Traumnacht: Ein ganzes Leben im Traum

Traumnacht” ist eine Reihe, in der ich mich bewusst darauf konzentriere, einen luziden Traum oder eine außerkörperliche Erfahrung zu erleben bzw. in der ich von einem interessanten oder außergewöhnlichen Traum berichte.

Nachdem wir in Nepal angekommen waren, bezog unser Archäologen-Team den Zeltplatz. Wir waren ungefähr 60 Studenten, die für ihre Ausbildung eine Ausgrabungsstätte, mit allem was dazu gehört, besuchte und dort mitarbeitete. Der Zeltplatz selbst befand sich für uns erst einmal am Fuße eines Tafelberges. Oben auf dem Berg gab es ein Plateau mit einer größeren Felsstruktur, die einen Zugang zu einer Höhle aufwies und von Einheimischen als eine Art Tempel o.ä. verehrt wurde.

Als ich das erste Mal vor der Höhle stand, war ich von der Felsstruktur und vor allem von der ca. vier Meter hohen Ganesha-Statue aus dichtem Gestein beeindruckt, die einem Wächter gleich links neben dem Eingang stand.

Ganesha ist eine hinduistische Gottesfigur, die symbolisch für das Auflösen festgefahrener Strukturen und Blockaden steht. Ich konnte meinen Anblick von dieser Statue einfach nicht losreißen. Ich getraute mich kaum, allzu nah heranzugehen und verblieb respektvoll in einiger Entfernung. Für einen Moment glaubte ich, dass sich diese Statue plötzlich bewegen und um sich schlagen würde, weil die vielen Menschen auf dem Platz herumliefen und sich um diesen heiligen Ort keinerlei Gedanken machten. Wir waren als Team gekommen, aber entweihten in gewisser Weise diesen Ort. Es scherte uns kein bisschen, was hier geschah oder was sein würde, wenn wir diesen Ort wieder verließen. Aus diesem Grunde wünschte sich vermutlich unterbewusst ein Teil von mir, dass Ganesha zum Leben erwachte und einmal kräftig aufräumte…

Wir verbrachten dort mehrere Wochen. Es war Mai. Die Routine war ziemlich einfach gehalten, aber besaß in jedem Fall seinen besonderen Reiz. Wir gruben an verschiedenen Stellen im Sand, sondierten mit Gerätschaften nach vergrabenen Gegenständen, erforschten die Höhle, nahmen Gesteinsproben u.v.m. Der Tag begann meist morgens um 7 Uhr und wir arbeiteten oft bis spät in den Abend. In der Dunkelheit schalteten wir vorzugsweise Scheinwerfer ein, um weiterarbeiten zu können. Es war derart anstrengend, dass wir abends wie tot ins Bett fielen. Mein Körper war nach wenigen Tagen richtig braungebrannt und in der Glut der Sonne schwitzten wir ausgiebig um die Wette. Am Nachmittag wurde jede Bewegung doch zur Qual und wir sehnten uns nach der kühlenden Dunkelheit der Nacht. Manchmal mussten wir die Arbeiten am Nachmittag einstellen und sie am Abend weiterführen, weil das Arbeiten in der Hitze unerträglich wurde.

Ich gewann dort einige Freunde, insbesondere einen Studenten in meinem Alter, der ziemlich locker und entspannt war. Er hatte oftmals Unsinn im Kopf und übertrat gelegentlich gern die Regeln. Er steckte mich gelegentlich mit seiner guten Laune an und wir fabrizierten häufig peinliche Momente. Ich erinnere mich beispielsweise noch gut an eine unangenehme Begebenheit, als wir am Abend dringend zur Toilette mussten, aber die Latrinen  besetzt waren. Nun standen wir unter starkem Druck am Fuße des Berges und pinkelten einfach neben eins der dortigen Zelte an die Felswand. Plötzlich kam der Professor heraus, der das Team leitete und erwischte uns in flagrante. Wir kicherten wie blöd und mussten uns auf das Äußerste zusammenreißen, als er uns eine Standpauke darüber hielt, wie fahrlässig unsere unbedachte Handlung gewesen war und diese eine doch wohl unangenehme Duftnote für seine heutige Nachtruhe bedeuten würde. Wir entschuldigten uns mehrmals bei ihm und sahen zu, dass wir Land gewannen. Es war peinlich und sicherlich wurde es noch peinlicher, wenn er beim nächsten Theorieunterricht seine Anspielungen darauf machen würde. Diese blieben auch am Folgetag nicht aus und unsere spontane Aktion sprach sich im Zeltlager schnell herum.

Ich erlebte dort jedoch eine sehr schöne Zeit und ich kam an diesem Ort auch zu meiner Entscheidung, später als Archäologe für die Universität arbeiten zu wollen. Mich hatte diese Zeit sehr bewegt und mir deutlich gemacht, dass ich meine Karriere hier auch weiterführen wollte.

Die Jahre flogen an mir vorbei und ich wurde ein Professor, der einen Lehrstuhl an der Universität erhielt und Archäologie unterrichtete. Als ich dann 70 Jahre alt wurde, dachte ich darüber nach, dass es bald so weit ist: Der Tod würde an die Tür klopfen und dieses interessante Leben beenden. Ich weiß es noch genau, ich saß auf einer Bank und schaute dem gewohnten Treiben des Campus zu. Bald würde ich dies alles nicht mehr erleben können, alles hinter mich lassen und in eine neue Welt gehen. Ich glaubte in diesem Leben sehr wohl daran, dass es ein Weiterleben nach dem Tode geben würde, aber ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich erwartete. Während ich so darüber nachdachte, klopfte mir jemand auf die Schulter. Mein damaliger Studentenfreund stand plötzlich hinter mir. Wir begrüßten uns und er erklärte mir, dass er mich einmal besuchen kommen wollte. Er war, ebenso wie ich, auffällig gealtert. Wir gingen dann ein wenig spazieren und erinnerten uns an alte Zeiten. Irgendwann blickte er mich mit seinen schelmischen Augen an und meinte:

“Wo ist denn hier dein Büro?”

“Dort vorne”, antwortete ich.

“Ah gut, dann komm mal mit…”

Wir gingen gemächlich zu dem Pavillon, in dem sich mein Büro befand. Er schaute sich um und grinste mich daraufhin an:

“Man, muss ich pissen!”, meinte er und ehe ich mich versah, pinkelte er auch schon direkt gegen die Hauswand. “Der guten alten Zeiten zuliebe”, meinte er, “immerhin bist du ja jetzt der Professor…”

Wir lachten und ich stellte mich neben ihn. Der Weg zum Klo war weit…

Ich könnte noch viel mehr aus den Episoden berichten, in der ich bei den Ausgrabungen mitgemacht und die Höhlen erforscht hatte, in der ich eine attraktive Studentin kennenlernte und mit ihr später zusammenlebte, welchen Unsinn ich mit meinem Freund fabriziert hatte und wie ich zu einem Professor wurde, der viel Jahre auf dem Campus verbrachte, aber dies alles zu berichten, würde vermutlich ein ganzer Roman werden. Ich habe natürlich auch nicht alles in meiner Erinnerung behalten können und vieles vergessen. Beispielsweise erinnere ich mich seltsamerweise so gut wie gar nicht an das Innere der Höhle, obwohl diese Erkundung sicherlich so interessant gewesen sein dürfte. Auch viele andere Begebenheiten habe ich völlig vergessen, aber die witzige Erinnerung mit der Konfrontation mit dem Professor blieb mir unverständlicherweise gut im Gedächtnis.

Als ich morgens erwachte, kam ich mir vor, als hätte ich Tage geträumt. Es war ein befremdliches Gefühl, so lange fort gewesen zu sein und doch wieder nach wenigen Stunden in meinem Bett zu erwachen. Ich erinnerte mich dabei gleich an eine Folge der Serie “Star Trek – Next Generation“, in der Captain Picard vom Strahl einer Sonde getroffen wurde und im Anschluss ein komplettes Leben auf einem Planeten verbrachte, in welchem sein Leben als Captain eines Raumschiffes nur wie ein Traum erschien. Es hatte sich hierbei um eine Zivilisation gehandelt, dessen Planet einer Katastrophe zum Opfer fiel und in letzter Sekunde diese Sonde gebaut hatte, damit ihr kulturelles Wissen an andere Wesen weitergegeben werden konnte. Dies geschah dann in Form eines Lichtstrahls, der den Personen, die sich der Sonde näherten, direkt ins Gehirn projiziert wurde und daraufhin die überlieferten Informationen als unmittelbares Nacherleben erfahren werden konnte (siehe Folge “Das zweite Leben“, 5. Staffel). In der Folge verhielt es sich so, dass Picard ein komplettes Leben auf dem sterbenden Planeten erfahren hatte und tatsächlich nur 25 Minuten bewusstlos gewesen war.

Meine Recherchen zu diesem Traum ergaben Folgendes: Zuerst dachte ich, die Ausgrabungen hätten in Afghanistan stattgefunden, aber später fiel häufiger der Begriff Nepal im Traum und ich erkannte, dass wir höchstwahrscheinlich tatsächlich in Nepal waren. Nun war mir nicht deutlich, inwiefern der hinduistische Gott Ganesha mit Nepal in Verbindung hätte stehen können, doch laut einiger Quellen im Internet kommt Ganesha als Gottesfigur sogar häufiger vor als in Tibet. Mehr noch, in Nepal existieren sogar vier Ganesha-Tempel in der Nähe der Hauptstadt Kathmandu. Außerdem gibt es noch unzählige Schreine, die dieser Gottheit huldigen. Dem seien noch viele Touristenfahrten hinzuzufügen, die rundum den Himalaja stattfinden und sogar Ganesh-Tours heißen u.ä.

Sehr erstaunt war ich, als ich sogar einen Tempel mit einem gewaltigen Höhlensystem in Nepal namens Lenyadri ausfindig machen konnte, der sich in einer Felswand befindet, gleichzeitig in eine Höhle führt und vom äußeren Erscheinungsbild der Umgebung und Vegetation ungefähr mit meinem Aufenthaltsort in meinem Traum übereinstimmen könnte. Dem sei an dieser Stelle hinzuzufügen, dass ich bisher leider niemals in Nepal gewesen bin mich auch niemals mit den dortigen Tempeln beschäftigt habe. Interessant zu erwähnen ist vielleicht, dass Lenyadri, Cave 7, ausschließlich der Gottheit Ganesha gewidmet ist. Für mich wieder mal ein kleiner Beweis für die Möglichkeit des unverzerrten Träumens und den erstaunlichen Wahrheitsgehalt, den Träume eben liefern können.

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