Die andere Seite: Die Rettung

Ich lag in meinem Bett und entspannte mich. Nach einigen Minuten sah ich eine Szene vor meinen Augen. Es war eine Frau. Sie lachte laut und blickte ziemlich unfreundlich in meine Richtung. Dann tauchte ich weiter in diese Szene ein…

Die Laternen schalteten sich automatisch ein. Die Dunkelheit brach ein. Ich schaute gehetzt nach hinten. Einige hundert Meter entfernt sah ich meine Verfolgerin. Sie stand breitbeinig an der Straßenecke und hatte ihren Kopf in den Nacken gerissen. Sie hatte es in den letzten Minuten tatsächlich geschafft, ständig auf meiner Spur zu bleiben. Ich hatte sie einfach nicht abschütteln können. Im Moment konnte ich mich jedoch nicht auf einen Kampf mit ihr einlassen. Mein Bewusstheitslevel war gerade ziemlich niedrig und noch ausschlaggebener war, dass ich das Mädchen in Sicherheit bringen musste, die auf meiner rechten Schulter lag. Einen offenen Kampf konnte ich mir nicht leisten. Außerdem musste ich damit rechnen, dass ihre Freunde ihr gefolgt waren und in Kürze ebenfalls hier eintreffen würden. Es gab also nur eins für mich zu tun: So schnell wie möglich die Verfolgerin abzuhängen und das Mädchen zu retten.

Ich hielt die Kleine fest. Immer wieder fühlte ich, ob sie noch lebte. Sie war bewusstlos. Ich hörte leise ihren Atem als ich für einen Moment innehielt und angestrengt lauschte. Die letzten Stunden waren für sie sehr anstrengend gewesen.

Dann erblicke ich einen Zugang zur U-Bahn. So schnell ich konnte, rannte ich zum Zugang. Dort angekommen lief ich die Rolltreppen hinunter, um noch schneller zu werden. Dann hörte ich Schritte hinter mir. Kurz darauf schepperte und knallte es laut. Etwas schlug nur einen Meter hinter mir auf. Glas splitterte. Ich drehte mich um. Die Verfolgerin hatte einen Stromkasten aus seiner Verankerung herausgerissen und ihn hinter mir hergeworfen. Wie durch einen Zufall hatte sich der Kasten quergestellt und konnte mich nicht treffen und verkeilte sich knirschend und lärmend in der Rolltreppe.

“Aaaahhhhh, verdammt!”, hörte ich die Frau schreien.

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Sie hätte mit diesem schweren Kasten sicherlich das Mädchen getroffen, weil sie ja über meinen Schultern lag. Ich atmete erleichtert auf und dankte ihrem Schutzengel. Dieser Kasten hätte mir einen kräftigen Stoß verpasst, aber das Mädchen wahrscheinlich augenblicklich getötet.

Dann tauchte ich hinab in die dunklen Gänge der U-Bahn. Die Verfolgerin schien aufgegeben zu haben, denn ich hörte sie nicht mehr… Ich hatte das Mädchen gerettet!

Kurz darauf verschwand die Szene vor meinen Augen und ich fand mich wieder in meiner Alltagsrealität. Ich fragte mich, was denn da nur vorgefallen war? Und wieso war das Mädchen bewusstlos? Ich fühlte, dass es das Mädchen aus jener Mission gewesen war, in der ich den Körper ihres Vaters übernommen hatte. Nachdem sie mich entdeckt hatte, schien sie sich mit aller Entschlossenheit uns angeschlossen zu haben. Welch verrückte Welt die andere Seite sein kann…

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