Traumnacht: AKE – Ägyptische Bandagen

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Wie immer stehe ich vor dem Zubettgehen eine Weile auf dem Balkon und schaue hinaus in den Himmel. Und wenn das Wetter warm und schön ist, setze ich mich auch gern hin und bleibe sogar länger. Das Wetter war heute recht durchwachsen. Es hatte am Abend geregnet und es war auch bewölkt. Unabhängig vom Wetter ist es aber wichtig, dass man sich kurz vorher einmal sammelt und auch laut ausspricht, welche Ziele man noch vor Augen hat und in sich geht. Danach legte ich mich ins Bett. So richtig tief entspannen konnte ich mich nicht. In der Ferne hörte ich Leute lauthals Lieder mitsingen, die auf ihrer Party gespielt wurden. Irgendwann schlief ich ein.

Ich erwachte plötzlich in meinem 2. Körper. Ich meinte gerade gefühlt zu haben, dass jemand stand an meinem Bett und an mir herumgezogen hatte. Ich wartete, ob es sich so verhielt und tatsächlich, da war es wieder: Ich fühlte deutlich, wie jemand meinen Arm nahm und immer wieder zog.

Ich hatte offensichtlich Besuch, der gern mit mir sprechen wollte. War es vielleicht der Dreamwalker Ingrid? Viel Zeit darüber nachzudenken besaß ich nicht. Immer wieder griff jemand an meine Hüfte, packte meinen Armund zog und zog. Dann drehte mich jemand auf die linke Seite. Rein theoretisch musste ich jetzt schon über dem Bettrand hinaus sein. Dann wurde ich hochgehoben und stand plötzlich in meinem 2. Körper im Raum.

Es war stockduster. Ich konnte nichts sehen. Dann konzentrierte ich mich, um in der Schwärze irgendwas zu erkennen. Einige Sekunden später nahm ich dann plötzlich zwei Silhouetten im Raum wahr. Ich ging einige Schritte darauf zu.

“Hallo? Wer seid Ihr?”

“Na endlich!”, hörte ich eine bekannte Frauenstimme sagen.

Nun traten zwei Frauen an mich heran und lachten mich breit an. Es waren zwei Freundinnen von mir!

“Wart Ihr das grad, die an mir herumgezogen haben?”, fragte ich.

“Klar! Wer denn sonst?”, sagten sie und nickten mir zu.

“Jedenfalls vielen Dank für die Unterstützung. Endlich mal jemand, der nach zwei Mal Herumziehen nicht gleich wieder gegangen ist. Dafür muss man schon Geduld haben”, sagte ich lachend.

Irgendwie besaß die ganze Situation etwas Heimliches, etwas Verstohlenes. So, wie sie vor mir standen mit ihrem breiten Grinsen und sich wie kleine Kinder freuten, dass ich mich ihnen nun angeschlossen hatte… Es erinnerte mich an eine ferne Jugendzeit, wenn man sich heimlich mitten in der Nacht traf und sich aus dem Haus schlich, um Abenteuer zu erleben und niemand anders würde jemals davon erfahren, weil sie alle tief und fest schliefen. Der ganze Raum war genau von dieser Atmosphäre durchtränkt.

Im gleichen Moment fragte ich mich, ob die beiden sich wohl morgen früh daran erinnern werden, dass sie mich hier besucht und mich auf die außerkörperliche Ebene gezogen hatten. Meine Intuition verriet mir, dass sie sich morgen leider nicht erinnern werden. Schade, dachte ich, dass sich immer kaum wer daran erinnert.

Wir tauschten noch einige Sätze aus, doch plötzlich spürte ich eine Kraft von hinten kommend, so als würde mich jemand zu etwas zurückziehen wollen. Im nächsten Moment befand ich mich auch schon wieder in meinem physischen Körper. Na toll, dachte ich, das war ja ein kurzes Vergnügen!

Ich wusste, dass es gut ist, wenn man sich keinen Millimeter bewegt und sich noch einmal auf seinen 2. Körper konzentriert, um die Erfahrung erneut auszulösen. Nach wenigen Minuten schaltete ich tatsächlich wieder in meinen 2. Körper und spürte dann sofort die Anwesenheit von einigen Personen im Raum. Ich war mir überhaupt nicht mehr sicher, ob das noch die beiden Freundinnen von mir waren. Die emotionale Identitätssignatur (EIS) der beiden fehlte. Plötzlich packte mich jemand und rollte mich hin und her. Ich befand mich noch in der Körperstarre und konnte dem nicht entgegenwirken, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, das tun zu müssen. Ich hatte den Eindruck, dass ich einfach zusehen sollte.

Dann wurde ich weitere Male im Bett hin und hergedreht. Kurz darauf rollte mich dann jemand nur noch in eine Richtung. Immer weiter und weiter. Ich spürte plötzlich, dass hinter diesem Rollen eine Absicht stand, denn ich fühlte, dass ich mit Bandagen umwickelt war.  So, wie die alten Ägypter vor Jahrtausenden ihre Leichen eingewickelt hatten. Exakt so fühlte es sich an. Und nun war jemand gekommen, der mich aus diesen Bandagen befreien wollte. Er – oder sie – rollte mich immer weiter aus und ich fühlte deutlich, wie die Bandagen immer mehr von mir abfielen. Für einen Augenblick ging mir der klare Gedanke durch den Kopf, dass hier jemand versuchte, mich auf eine höhere Frequenzebene zu befördern. Gleichzeitig kam ich mir vor wie eine Apfelsine, die jemand abpellte. Es war ein witziges Gefühl… Doch je mehr die Bandagen von mir abfielen, desto empfindlicher und sensitiver wurde ich für die Umgebung. Ich spürte mittlerweile alles um mich herum in einer neuen und intensiven Deutlichkeit und es nahm immer weiter zu. Ich spürte die Dunkelheit… ich spürte die Persönlichkeiten im Raum… ich spürte einfach alles. Dann war der Prozess abgeschlossen. Die letzte Bandage fiel von mir ab. Gleichzeitig war mir auf intuitive Weise deutlich, dass ich mit diesem Prozess darauf vorbereitet wurde, auf eine weitere, höhere Ebene gelangen zu können. Etwas in mir hatte sich geöffnet. Es war wie eine Blüte, die sich öffnete und das erste mal den Regen ins Innere gelangen alssen konnte. Es war ein schöner, aber auch empfindsamer Moment. Dann spürte ich einige Stöße, die von hinten gegen meinen Rücken, vielleicht in Höhe des Steißbeins, ausgeführt wurden. Es fühlte sich sehr energetisch an.

Ich kam mir nun gleichzeitig ziemlich nackt vor. Das Abrollen der Bandagen war fast so als hätte man mir einen Schutz genommen. Doch trotz dieser Nacktheit fühlte ich mich mit der Umgebung fast eins und konnte alles erspüren. Nach wenigen Minuten erwachte ich dann wieder in meinem physischen Körper.

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10 Kommentare zu “Traumnacht: AKE – Ägyptische Bandagen

  1. Hi! Ich bin eben hier vorbeigerauscht und hab deine Seite entdeckt. Ich muss sagen, die Erfahrungen hauen mich total um. Da wo du bist wollt ich schon immer hin. Wie machst du das nur?
    Ah ja, das mit den Nebenwelten hab ich noch nicht so geschnallt, aber das krieg ich noch raus. :) Berni

  2. Deine Geschichte wirkt sehr elektrisierend und ich musste sie gleich zweimal lesen. Es ist die Beschreibung einer imaginären Dimension, die uns in dieser Welt des Konsums so abhanden gekommen ist. Wie geht es weiter?

  3. Deine Geschichte wirkt sehr elektrisierend. Ich musste sie gleich zweimal lesen. Es ist die Beschreibung einer imaginären Dimension, die uns in dieser Zeit so abhanden gekommen ist. Wie wird es weitergehen?

  4. das frage ich mich auch, wie es weitergehn wird und es gibt ja schon viele kleine Abenteuer hier zu lesen. ich warte immer wieder auf neues, aber im archiv sind auch viele gute sachen. am liebsten mag ich die reisen aus dem körper hinaus.

  5. Vielleicht könnte dieses Bild auf der symbolischen Ebene auch ein Liebesakt bedeuten. Habe kürzlich etwas erlebt in meinen Träumen, was zwar vom äusserem Bild her anders war, aber vom Erleben her, vom innerem Bild etwas ähnlich war.
    Bewusstseinserweiterung durch Liebe?

  6. @Michael: Diese Dimension ist eigentlich fast allen Menschen abhanden gekommen. Leider steht die Wirtschaft da in unseren Zeiten wesentlich mehr im Vordergrund. Doch es werden noch andere Zeiten kommen.

    @Sarah: Ein Liebesakt muss nicht Liebe sein, oder Liebe muss auch nicht beziehungstechnische Liebe sein. Das Wort ist mit den Jahrtausenden mittlerweile sehr viel interpretierbar. Sicherlich kann man aber mit all diesen Arten der Liebe auch sein Bewusstsein erweitern.

  7. >>Im gleichen Moment fragte ich mich, ob die beiden sich wohl morgen früh daran erinnern werden, dass sie mich hier besucht und mich auf die außerkörperliche Ebene gezogen hatten. Meine Intuition verriet mir, dass sie sich morgen leider nicht erinnern werden. Schade, dachte ich, dass sich immer kaum wer daran erinnert.<<

    Wie reagieren die Menschen, wenn du ihnen von ihren nächtlichen Erlebnisse erzählst? Ist bestimmt lustig.
    Wodurch erkenne ich (oder irgendwer), dass derjenige, den ich ausserkörperlich besuche, nicht selbst gerade auf Reisen ist?

    LG Maureen

  8. In der Regel interessiert es mich nicht, was andere tun. Ist ja deren Angelegenheit. Und wenn Du jemanden besuchst in Deinem 2. Körper und derjenige ist nicht da, dann merkst Du das sofort. Es ist kein Leuchten um dem physischen Körper herum.
    LG, Jonathan

  9. War doch nicht böse gemein und unterstellen wollte ich auch niemandem etwas.
    Aber wenn meine beste Freundin mich nachts besucht, würde ich schon mit ihr darüber reden und umgekehrt ist es genauso. Wir reden über alles und haben dabei keinerlei Hintergedanken. Durch unsere Gespräche erkennen wir uns selbst immer mehr und vieles wird für uns verständlicher. Es ist einfach nur sehr interessant auch auf diesem Weg mehr über seine unbewussten? Aktivitäten zu erfahren.
    Etwas anderes wollte ich damit nicht sagen.
    Liebe Grüße

  10. Das weiß ich doch, dass Du niemandem etwas unterstellst. :-) Es ist ja nicht so, dass es manchmal nicht auch interessant sein kann, zu spionieren. ;-) Und manchmal ist es sogar erforderlich, um sich ein besseres Bild von jemandem zu machen.
    Liebe Grüße, Jonathan

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