Nahtod-Erfahrungen erforschen

Mittlerweile gibt es viele Millionen Patientenberichte, die während einer Operation oder an der Schwelle des Todes von Nahtod-Erfahrungen berichteten, in denen sie ihren Körper verließen und/oder einen hellen oftmals begehbaren Tunnel wahrnahmen. Solche “unmöglichen” Behauptungen von Patienten sind immer wieder als Halluzinationen oder chemische Reaktionen des Körpers abgetan worden. Es kann unmöglich sein, dass man während einer Operation seinen Körper verlässt und das Ärzteteam von oben ungesehen bespannt. Anstatt die Patientenberichte einfach vorab zu verurteilen, haben sich nun über 30 Krankenhäuser in den USA und England dazu entschieden, Symbole an der Decke anzubringen, die ein Patient bei einer außerkörperlichen Erfahrung entziffern und dann hoffentlich später, falls er wieder erwacht, mitteilen kann. Die Ergebnisse werden bereits seit dem Jahre 2008 gesammelt und es ist geplant, diese mindestens drei Jahre lang zu archivieren, bevor eine entsprechende Studie veröffentlicht werden kann.

Aufgrund der fortgeschrittenen Technologie und Maßnahmen zur Wiederbelebung von Patienten häufen sich auch die Berichte an Nahtod-Erfahrungen. In den meisten Fällen wird von einem Tunnel besprochen, den man betreten und darin bereits verstorbene Verwandte oder Freunde antreffen kann. In manchen Fällen sind lange Unterhaltungen und Diskusionen geführt worden, doch in den meisten Fällen war es stets eine sehr bewegende Begegnung, von dessen Energie und Kraft die Patienten viele Jahre zehren konnten. Allein die Erinnerung an ein solches Erlebnis hat die Berichterstatter oftmals in emotionale Bewegung gebracht und ihnen die Angst vor dem Tod genommen.

Ob Halluzination oder tatsächliche Loslösung vom Körper bleibt für Zweifler hierbei die Frage. Tatsache ist, dass die Patienten detaillierte Aussagen über die Gerätschaften und Maßnahmen der Ärzte äußern konnten. Diese sind stets Indizien gewesen, dass es sich nicht um eine Halluzination hätte handeln können. Skeptiker sagen aus, dass eine solche Nahtod-Erfahrung nur durch den Wunsch entstünde, dass es nach dem Tode weitergehe, vergessen dabei jedoch zu erwähnen, welche schöpferische Kraft sie damit einem solchen Berichterstatter einräumen, Wünsche derart lebendig und intensiv Realität werden zu lassen. Wenn die Kraft des Wunsches dermaßen stark ist, dass sie weltweit Millionen Menschen dazu bewegen, unabhängig von Nation und Herkunft, Jenseitserfahrungen mit identisch beschriebenen Tunneln zu machen, verbleibt überhaupt stets die Frage zu jeder möglichen Lebenserfahrung, die ein Mensch in seinem Leben macht: Ist die Realität tatsächlich real oder nur eine Halluzination?

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Bild: Darstellung des Tunnels vom Maler Hieronymus Bosch (*1450 +1516) mit seinem Kunstwerk “Flug zum Himmel
Quelle: online.wsj.com

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4 Kommentare zu “Nahtod-Erfahrungen erforschen

  1. Hallo, Jonathan

    in Bonn haben die Klinikseelsorger ein Buch herausgegeben, weil sie von so vielen Patienten auf ihre NTE angesprochen worden waren.

    Herzliche Grüsse
    Uwe

    hier eine Pressemitteilung der Universitätskliniken Bonn:

    Blicke ins Jenseits?
    Klinikseelsorger stellen Buch über Nahtoderfahrungen vor
    „Ich habe ins Jenseits geblickt“ lautet der Titel eines neuen Buches über so genannte Nahtoderfahrungen, das von drei Klinikseelsorgern des Universitätsklinikums Bonn herausgegeben wird. Herzstück des Buches sind Nahtod-Erlebnisse von Frauen und Männern. Die praxisorientierten Herausgeber sowie ausgewählte Fachwissenschaftler analysieren diese Berichte. Am Dienstag, 29 August, 18 Uhr stellen die Herausgeber das Buch im Kapitelsaal des Bonner Münsters, Martinsplatz, vor.
    Menschen, die klinisch tot waren, erzählen häufig von außergewöhnlichen Erlebnissen. Kann man in dem Zustand des klinischen Todes tatsächlich in das Jenseits blicken? Besitzen diese Erfahrungen so etwas wie eine Beweiskraft für ein Leben nach dem Tod? Der evangelische Klinikseelsorger Andreas Bieneck und seine beiden katholischen Kollegen Hans-Bernd Hagedorn und Walter Koll, alle drei sind am Universitätsklinikum Bonn tätig, gingen diesen Fragen nach. Sie sammelten 50 Erfahrungsberichte, die zum Teil in das neue Buch einflossen. Die Herausgeber wollen Wege aufzeigen, Nahtoderfahrungen zu verstehen und einen ausführlichen Diskussionsbeitrag liefern.

    Bei der öffentlichen Buchvorstellung sind unter anderem zwei Vertreter aus dem Kreis der Nahtodberichterstatter und die Herausgeber anwesend. Am Ende der Veranstaltung sind Fragen aus dem Publikum möglich.

    Träger dieser Veranstaltung sind die evangelische und katholische Klinikseelsorge am Universitätsklinikum Bonn, der Münsterladen, das Evangelische Forum, das Katholische Bildungswerk sowie der Neukirchener Verlag.

    Ich habe ins Jenseits geblickt/Nahtoderfahrungen Betroffener
    ISBN: 3-7975-0130-7
    Preis: 12,90 €
    Neukirchener Verlagshaus

  2. Sehr schöner und interessanter Beitrag. Da er 2010 schon verfasst wurde, stellt sich jetzt die Frage, ob die Patienten auch die Zeichen an der Decke gesehen haben.

    Ich finde gut, dass man an so etwas glauben kann (und vielleicht sogar festhalten) und selbst wenn, Nahtod Erfahrungen nur Einbildung ist, lass uns doch den Wunsch und die Hoffnung nach ein Leben nach dem Tod

  3. Der Artikel ist alt, ich möchte dazu etwas schreiben. Es ist mir passiert.
    In 2012 hatte ich einen Totalabsturz, als der Notarzt eintraf hatte mein Körper sömtliche Funktionen eingestellt. Ich wurde wiederbelebt und lag anschließend noch 10 Tage im Koma.
    Meine Erlebnisse waren vielschichtig.
    Sie dürfen eines glauben, in dieser Situation interessiert es Niemanden, ob Zeichnungen irgendwo angebracht wurden.
    Es drängen sich ganz andere Fragen auf!
    Ich sah meinen Körper und wusste sofort, ich bin Tod. Die nächste Frage war, wenn ich Tod bin, woher weis ich das und wieso kann ich darüber nachdenken? Ich bin Tod, da gibt es kein Denken mehr!

    Das nun weiter auszuführen würde hier den Rahmen sprengen. Ich habe in den letzten Jahren versucht analytisch an das Thema heran zu gehen. Doch so funktioniert es eben nicht. Ich habe Bücher gelesen, manche waren eine echte Herausforderung und ich habe Videos angesehen.

    Meine behandelnden Ärzte haben mich nur ungläubig angesehen, ja so was gibt es auch.
    Mein Fazit: die Ärzte wissen nichts! Man muss aufpassen was man erzählt, wenn man nicht als Irre abgestempelt werden will, oder im schlimmsten Fall in der Psychiatrie landen will.

    Eins ist ganz klar, ich habe Dinge gesehen und erlebt und das waren keine Einbildungen und ähnliches.
    Es gibt mehr, viel mehr als wir uns vorstellen können. Mein Rat an alle Suchenden, seid offen für die Dinge.

    HW8F

  4. Hallo HW8F,
    danke für Deinen Kommentar.
    Da kann ich nur zustimmen. Die Ärzte haben für gewöhnlich kein Interesse daran, sich auf Nahtoderlebnisse einzulassen und betrachten das als Halluzination. So sind die Ärzte eben programmiert worden, da kann man nicht viel daran ändern. Die Zeit wird es zeigen. Jedenfalls kannst Du mir gern Deine Erlebnisse zusenden, um sie hier im Blog zu veröffentlichen, wenn Du möchtest.
    Liebe Grüße, Jonathan

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