Fragen & Antworten: Das explodierende Gehirn

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‘Fragen und Antworten’ ist eine Unterrubrik, um Fragen zu stellen, die man gern beantwortet haben möchte. Diese können zu all den Themen gehören, die es in Form von Rubriken auf meinem Blog gibt. Wer eine Frage vorliegen hat, bitte an mich stellen und kurz angeben, ob man namentlich erwähnt werden möchte. Es ist auch möglich, die Frage einfach als Kommentar unten hineinzuschreiben.

Frage:

“Neulich habe ich gelesen, dass es verschiedene Areale im Gehirn gibt, die jeweils verschiedene Sinneswahrnehmungen verarbeiten. Ein Areal verarbeitet das Gehörte, eines das, was man sieht, eines die Geschwindigkeit, eines die Farben etc. Doch es gibt nirgendwo im Gehirn einen Bereich, indem das Gesamtbild repräsentiert wird. Dies erfolgt erst im Bewusstsein. Und da wollte ich Dich fragen, wie das so ist, wenn man so sehr dissoziiert, dass einem das Gehirn “auseinander zu fliegen” scheint. Du hast das oder etwas ähnliches ja mal erlebt. Könnte es sein, dass in dem Moment das Bewusstsein das Gesamtbild nicht mehr hingekriegt hat und sich musste  irgendwie neu organisieren musste? Und hat Dein Denken oder Deine Warhnehmung sich danach verändert?” (fragt Uwe)

Antwort:

Für diese erwähnten Gehirnareale existieren psychologische Entsprechungen, welche sich Deinen Beschreibungen nach sehr ähnlich aufbauen. Jeder Mensch besitzt ein Selbstbild, das er sich im Laufe seines Lebens aufgrund seiner gesammelten Informationen und Erfahrungen zusammengestellt hat. Die Basis dieses Selbstbildes bilden Aspekte der Persönlichkeit, die im Unterbewusstsein lokalisiert sind. Sobald dissoziiert wird, kann sich das Gehirn nicht mehr auf die Informationen im Langzeitgedächtnis und somit auch nicht mehr auf das erstellte Selbstbild zurückgreifen. Folglich muss das Gehirn andere Wege benutzen, um dem Bewusstsein eine andere Persönlichkeit anzubieten. Da momentan kein Bezug mehr zum Selbstbild aufgebaut werden kann, liefert es eine Reihe von Persönlichkeitsaspekten, auf die das Selbst dann zurückgreifen kann, um sich ein neues Selbstbild zu formen. Diese Persönlichkeitsaspekte bringen unterschiedliche Eigenschaften,  Charakterzüge und Emotionen mit sich, aus denen dann ausgewählt werden kann.

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Somit ist Deine Vermutung ganz richtig, dass es sich wie ein ‘Auseinanderfliegen’ anfühlt, wenn durch die allzu lange Dissoziation (ab ca. 10 Minuten aufwärts der absoluten Dissoziation) das Selbstbild fragmentiert und dann buchstäblich auch so anfühlt, als explodiere es. Aus dem Grund sollte man niemals länger als 10 Minuten dissoziieren – es sei denn, das Selbstbild ist einem nicht wichtig und man geplant hat, eine andere Realität zu betreten, als jene, in der man sich ansonsten zu Hause fühlt.

Die Zusammenstellung eines neuen Selbstbildes beinhaltet ab einem bestimmten Grad den Beitritt zu einer alternativen Realität. Man kann daraufhin kaum noch in seine gewohnte zurückkehren. Die alternativen Realitäten sind jedoch wie Cluster geformt, d.h. sie sehen sich sehr ähnlich bzw. die alternative Realität besitzt sehr ähnliche Elemente – man kommt dort also nicht mit zwei Köpfen oder vier Armen an, sondern erlebt sich, wie im Traum, in anderen Umfeldern mit anderen Freunden, Partnern oder gesellschaftlichen Positionen. Träume sind ja i.d.R. nichts anderes als ein flüchtiger Einblick in die alternativen Realitäten. Mithilfe der Dissoziation kann die gegenwärtige Realität gegen eine alternative getauscht werden.

Die Summe aller alternativen Realitäten ist für das Alltagsselbst das Unterbewusstsein.

Mein Denken und Fühlen hat sich danach stark verändert, als ich einmal 15 Minuten dissoziierte und ‘auseinanderflog’. Durch diesen Akt wechselte ich in eine alternative Realität mit Körper, Geist und allem Drum und Dran. In den ersten Wochen war es sehr schwierig, mich an die neue Realität zu gewöhnen, aber danach kam ich damit sehr gut klar.Zu empfehlen ist dieser Vorgang nur, wenn man für schnelle Erfolge ist und keine Verantwortung als nur für sich selbst besitzt. Man kann gerade als Anfänger nicht einschätzen, in welcher alternativen Realität man ankommen wird und wie dort Familien- und Freundschaftsverhältnisse aussehen.

 

3 Kommentare zu “Fragen & Antworten: Das explodierende Gehirn

  1. Hallo Jonathan,

    du schreibst: “Die Zusammenstellung eines neuen Selbstbildes beinhaltet ab einem bestimmten Grad den Beitritt zu einer alternativen Realität. Man kann daraufhin kaum noch in seine gewohnte zurückkehren.”
    Wie ist das genau gemeint, das man nicht zurückkehren kann? Was wäre in diesem Fall mit Familie und Freunden?

    LG
    Lee

  2. Hallo Lee,
    tja, das kann zu einem Problem werden, sodass entweder der Kontakt zur Familie sich sehr stark verändern wird oder man zu ihnen in einer ganz anderen Beziehung steht. Aus dem Grund sagte ich ja, dass die starke Dissoziation mit über 10 Minuten nur für Personen geeignet ist, die nur für sich selbst Verantwortung trägt und bereit ist, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Es gab mal eine Serie im TV, die das recht gut dargestellt hat. Wie hieß die denn noch? Jedenfalls waren da ein Wissenschaftler und ein paar Teens, die durch ein Experiment in eine alternative Realität gelangt sind und von da an versuchten, wieder nach Hause in ihre gewohnte Realität zu finden, aber bei jedem neuen Sprung landeten sie wieder in einer weiteren alternativen Welt…
    Liebe Grüße, Jonathan

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