Aus dem Traumarchiv: Begegnung mit dem wahren Selbst

“Aus dem Traumarchiv” ist immer ein Traum oder ein bewusstseinserweiterndes Erlebnis, das ich vor vielen Jahren erlebt und einen bleibenden Eindruck in mir hinterlassen hatte. Aus dem Grund gedenke ich ihnen hiermit noch einmal, so geraten diese interessanten Träume nicht in Vergessenheit und die Leser können auch an meinen Erfolgen zu jener Zeit nachträglich teilhaben.

Donnerstag, 15. Februar 2001

Ich befand mich den ganzen Tag über in einem leicht erweiterten Bewusstseinszustand. Zwar kann ich mich nicht an den genauen Moment erinnern, in dem ich in diesen hineingeriet, aber ich genoss es. So hob es mich doch vom Alltag und dem normalen stets gewohnten Bewusstseinszustand ab.

Es war verblüffend! Ich war so klar im Kopf plötzlich und alles um mich herum war überdeutlich und klar. Davon bewegt ging ich dann  energiegeladen und staunend in die Stadt. Dabei fühlte ich mich so, als wäre alles um mich her gerade erst erschaffen worden. Die Autos, die Häuser, die Straßen, die Menschen… alles war neu! Ich fragte mich, wer hatte dies alles in diesem Augenblick erschaffen und warum fiel mir das nie in meinem normalen Alltagszustand auf, dass alles, was wir sehen, gerade erst erschaffen wurde? Während man im Alltag doch alles so vertraut und gewöhnlich wahrnimmt, als existiere alles schon seit Ewigkeiten, in sich ruhend und starr, so ist es im Gegensatz dazu in diesem erweiterten Bewusstseinszustand genau anders herum. Sogar das deutliche und erkennende Gefühl kehrte ein, dass alles um uns her in jedem Augenblick immer wieder neu erschaffen wird. Es gibt eigentlich nichts, das alt wäre. Es erscheint dem Alltagsselbst nur so, weil es an Alter, Vergänglichkeit und den Tod glaubt. Nur wenige schaffen es, über diesen Schatten hinwegzuhüpfen.

Irgendwann landete ich dann in der städtischen Bücherei in Münster und trank einen Kakao. Dort saß ich dann auf einem Stuhl und beobachtete die Leute. Die Bücherei besaß eine schöne Ausstrahlung und war erst vor kurzem gebaut worden. Plötzlich stand eine flüchtige Bekannte neben mir und begrüßte mich. Ich kannte sie von einem anderen Autoren her, den ich jedoch sehr selten sah. In ihrer Begrüßung war mein Verstand und mein Geist noch immer messerscharf und trieb auf Flügeln über der Alltagswelt.

Wie man das so macht, fragte ich sie, was sie denn hier mache und wie es ihr ginge. Sie meinte, dass sie einiges für ein Referat in der Schule recherchieren wolle (sie war gerade im Abi) und dazu bräuchte sie einige Bücher. Dann fragte sie mich das gleiche und ich behauptete, dass ich hier auf einen Freund wartete. Das entsprach natürlich nicht den Tatsachen. Ich wollte einfach nicht groß die “mystischen” Hintergründe erklären, was in mir ablief und warum ich hier eigentlich gelandet war.

Dann verabschiedeten wir uns auch schon wieder, da sie nach den erwähnten Büchern schauen wollte. Während ich weiterhin so da saß, überfiel mich der starke Drang, ihr einfach hinterherzugehen. Das tat ich auch, aber sie war plötzlich spurlos verschwunden. Ich setzte mich an einen Computer und surfte ein wenig herum, aber eigentlich ziellos, so, als wollte ich Zeit schinden. Ich stand dann auf und sah sie dann an einem der Rechner stehen, mit denen man nicht surfen, aber nach Büchern suchen konnte. Ich sprach sie an. Sie war gar nicht überrascht undversuchte mir gleich klarzumachen, was sie eigentlich suchte, nachdem ich genauer nachgefragt hatte. Sie erzählte dann, dass sie ein ausgesprochener Feind des Internets sei, denn es sei nicht nur die Zerstörung der Privatsphäre, sondern auch eine Isolierung von der Welt und außerdem füge es den normalen Büchern Schaden zu, da immer mehr diese am Bildschirm in digitaler Form lesen würden. Während sie ihren Standpunkt erklärte, lachte sie jedoch manchmal völlig unbegründet, als würde sie selber kein Stück ernst nehmen, was sie gerade von sich gab. Ich war sicher, dass sie sich in Selbstbeobachtung befand und hier irgendetwas ablief, was ich noch nicht verstand. Als ich sie frechweg darauf ansprach, meinte sie, dass sie das Thema nicht wirklich interessiere, weil sie dies bereits für sich abgehakt hätte und sie es nur für ihre Recherchen noch verfolge. Ich erzählte ihr einiges über das Internet, was ihr für ihre Recherche weiterhelfen könnte und meinte witzelnd, dass sie zu diesem Thema nicht viel in der Bücherei finden würde, sondern schon ins Netz müsste. Das bewirkte natürlich Gelächter. Das wollte sie dann nicht tun.

Ich überprüfte meine Emotionen und musste feststellen, dass ich ihr gegenüber irgendwie misstrauisch war. Überhaupt empfand ich dieses Gefühl innerhalb der ganzen Situation! Dem wollte ich nun unbedingt auf den Grund gehen…

Ich spürte kurz darauf, dass wir uns auf zwei Reailtätsebenen gleichzeitig unterhielten, aber eine von ihnen lag im Verborgenen. So fragte ich sie, was sie denn für Sachen schreibe, weil ich wusste, dass sie eine Hobby-Dichterin ist. Sie wollte aber nichts Diesbezügliches sagen, sie meinte nur, dass sie im Moment nichts rezitieren könne usw. Sie wich aus, sie war vorsichtig und schien mein Misstrauen zu spüren. Das Misstrauen empfand ich aber der kompletten Situation gegenüber und war nicht persönlich gemeint.

Also begann ich, ihr von meinen Projekten erzählen, an denen ich grad schriftstellerisch arbeitete. Sie schien irgendwie nicht überrascht, obwohl sie sehr interessiert wirkte.

Mir gelang es in den nächsten Minuten, sie etwas zu öffnen. Sie erklärte, dass sie einen neuen Zustand in sich erreicht hätte, der nun seit ungefähr zwei Wochen aktiv sei. Sie wäre in diesem auf zwei Ebenen gleichzeitig und könnte so zweifach Informationen erhalten. Da wurde ich hellhörig und hinterfragte sie recht forsch. Sie meinte, ich ginge aber sehr direkt vor und als ich fragte, ob ich zu indiskret sei, da verneinte sie jedoch. Sie meinte, dass sie mich so akzeptieren würde, wie ich bin. In dem Moment fühlte ich in sie hinein und sie akzeptierte nicht nur mich in meiner Art und in meinem Zustand, sondern auch irgendwie sämtliche Menschen in ihrem gegenwärtigen Zustand.

Während der zwei Stunden, in der wir dort saßen und sprachen, unterhielten wir uns zur Hälfte auch telepathisch, denn wir tauschten Erkenntnisse aus, die wir beide unabhängig voneinander errungen hatten. Wir redeten über die Rollen, die die Menschen so eindringlich und identifiziert tagtäglich durchspielen, über die Masken, die wir alle ständig aufsetzen, andere Ebenen usw. Es war, als wäre sie mit all diesen Themen auf eine spielerische Weise völlig selbstverständlich vertraut.

Nach diesen zwei Stunden der Unterhaltung, verlagerte sich plötzlich mein Bewusstsein in einen noch höheren Zustand! In diesem erkannte ich in aller Deutlichkeit und völlig unmissverständlich, dass ich dort in der Bücherei überhaupt nicht saß! Ich fühlte definitiv ein anderes Selbst von mir, das sich an einem ganz anderen Ort befand und welches ich wirklich war. Das Selbst, das in der Bücherei saß, war nur seine Projektion!

Ich fragte mich nun dauernd, wo sich dieses andere Selbst nur befinden könnte, während sich meine Gesprächspartnerin schief lachte. Mein Verdacht war, dass sie etwas wusste, was ich nicht wusste, bzw. schon erahnte. Ich fühlte auch, dass sie schon vorher bereits einiges über mich gewusst hatte. Erst meinte ich, dass ihr jemand von mir erzählt hatte, aber das war unmöglich, denn niemand konnte die Infos besitzen, die sie ansprach und die wir austauschten. Sie war nur sehr überrascht, wie aufmerksam ich ihr folgen konnte und welche Persönlichkeitsaspekte ich in ihrer Psyche ansprach und ins Bewusstsein hieven konnte. Auch war sie sichtlich überrascht, dass ich mitbekommen hatte, dass ich das andere Selbst von mir wahrnehmen konnte, mein wahres Selbst, aber auch, weil mir bewusst war, dass ich nicht wirklich hier saß, sondern mich tatsächlich woanders befand. Genau das versuchte ich ihr dann auch zu erklären! Und was erwiderte sie, als ich sie das fragte, ob sie mich verstünde: dass sie nicht gedacht hätte, dass ich das mitbekommen würde!

In welcher Realität befand ich mich hier? Warum erfuhr ich diese Spaltung in meinem Selbst, in der ich ein echtes und ein unechtes Selbst war – nur jeweils an zwei verschiedenen Orten? So dehnte ich meine Wahrnehmung aus und erhielt endlich Kontakt zu dem wahren Selbst, das mich in diese Bücherei projiziert hatte. Es lag auf einem Bett und befand sich in einer Trance oder einer Hypnose. Neben dem Bett saß ein Mann, der mir dabei geholfen hatte, mich in die Bücherei zu befördern. Kurz darauf brach der Kontakt zu der anderen Szene ab und ich war wieder nur ein Selbst, das in der Bücherei auf einem Stuhl saß und sich mit einer Bekannten unterhielt.

Wir sprachen weiter über diese Ereignisse und bewegten uns dabei durch mehrere Bewusstseinszustände. Dabei lachten wir sehr viel und erkannten eine  Menge über uns selbst. Ich spürte, dass auch sie sich in einem erhöhten Bewusstseinszustand befand. Wir harmonierten sehr gut miteinander und lachten auch viel über uns, wie wir im Alltag all diese Dinge um uns her nur so profan übersehen konnten. Es war mit Worten nicht zu beschreiben, was dem Menschen tagtäglich und ununterbrochen entgeht.

Nachdem wir dann über parallele Existenzen und andere Selbste sprachen, war sie doch sehr angetan, denn sie meinte, dass sie das wohl fühle, dass es so ist, aber doch etwas sei, worüber sie erst noch nachdenken müsste… Irgendwie glaubte ich ihr nicht, denn manchmal schien es so, als pirschte sie, aus mir unbekannten Gründen, mich auf dieses Selbst an, das “dort” war und nicht hier. Ich lenkte dann das Thema etwas ab und so, dass sie wieder über sich sprach. Daraufhin erzählte sie mir die Geschichte von einem Freund, den sie kenne. Dieser Freund, so sagte sie, sei zu zweidrittel gar nicht mehr hier in unserer Realität, sondern nur noch zu einem Drittel. Die anderen Zweidrittel wären bereits woanders. Als ich fragte, ob der denn Kontakt zu den anderen beiden Drittel habe, meinte sie, dass es schon so sei, aber nicht wirklich richtig, nur indirekt usw. Ich wusste, dass dieser Freund ich war! Ich sah ihr in die Augen, verblieb auf dieser Ebene und sprach mit ihr über diesen Freund weiter, um so zu sehen, was sie von mir dachte. Sie blickte aber ziemlich geschwind, dass ich ihre bewusst gewählte Analogie durchschaut hatte. Wir lachten dann beide, weil telepathisch war ja alles klar!

Während die Bücherei langsam schloss, gingen wir nach draußen und verließen somit gleichzeitig beide diesen höheren Bewusstseinszustand. Somit hatte nicht nur die Bücherei, sondern auch gleichzeitig unser gemeinsamer Ausflug in die benachbarten Alternativrealitäten Feierabend.

Auf dem Weg nach draußen dachte ich, dass ich nun endlich jemanden gefunden hatte, der in der Lage war, sich ebenso wie ich in den alternativen Realitäten und erweiterten Bewusstseinszuständen zu bewegen. Es war klar zwischen uns, dass wir nun viel Zeit miteinander verbringen würden, um das ganze Rätsel rundum der beiden Bewusstseinsebenen des wahren und des projizierten Selbstes zu lösen.

Draußen vor der Tür musste ich dann jedoch mit ansehen, wie sie immer mehr und immer tiefer in ihr Alltagsselbst rutschte und innerhalb von Minuten alles vergaß, was wir gerade eben erlebt hatten, während ich mich noch an jede Silbe erinnern konnte. Sie schaute mich an und ich entdeckte eine Verwunderung in ihren Augen: Warum hatten wir uns so lange in der Bücherei aufgehalten? Wieso hatte sie sich so lange mit mir unterhalten? Sicherlich ging sie nun davon aus, dass es ein unwichtiges Gespräch gewesen sei, denn sie konnte sich an kaum etwas erinnern.

Sie blickte mich kaum mehr an und meinte: “Wir können uns jetzt noch endlos weiter unterhalten. Es gibt Dinge, die muss man selbst herausfinden und ich muss nun ein Brot einkaufen gehen. Vielleicht sieht man sich einmal wieder…”

Ich überlegte, ob ich versuchen sollte, sie wieder aus dem aller verklärenden Sumpf des Alltagsbewusstseins herauszuziehen, aber ich hätte nur aufdringlich und stalkerisch erschienen, also ließ ich es.

Es war also günstiger, sich nun zu verabschieden. Irgendwann würden wir uns sicherlich einmal wiedertreffen… Der Abschied war schnell und emotionslos.

Auf meinem Heimweg dachte ich darüber nach und reflektierte alles noch einmal:

Da ich mich in einen anderen Bewusstseinszustand begeben hatte, hatte ich diese Frau aufgrund meiner verstärkten psychischen Energie regelrecht angezogen. Ich wusste aber nicht, ob dieses Ereignis einmalig war, denn ich hatte so was Ähnliches schon mal erlebt und als ich die Person später darauf ansprach, konnte sie sich an nichts erinnern! Eventuell hatte ich in ihrer Psyche nur “andere” unterbewusste Aspekte angewählt, die im Alltagszustand schwer zu erinnern sind. Jedenfalls hatte sie in einem Moment geäußert, dass das eine meiner besten Eigenschaften sei. Was auch sicherlich stimmte, denn nur das Misstrauen seiner eigenen Wahrnehmungen gegenüber, also ein gesundes und spielerisches, lässt uns andere Ebenen und Realitäten wahrnehmen, die parallel im selben Moment ablaufen.

Einen anderen Moment hatte sie mich gefragt, was ich denn fühlte, wenn ich dieses andere Selbst wahrnähme? Ich antwortete, dass ich dann Faszination und Klarheit, aber auch Angst verspürte. Sie lachte, aber nicht über mich, sondern mehr, weil sie mich durchaus zu verstehen schien, sprich aus reinem Mitgefühl. Sie erklärte, dass, wenn man Angst empfände, man auch immer noch Grund habe, sich in der Realität aufzuhalten, in der man gern sein will. Verblüffend einfach!

 (weiter zu Teil 2)

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2 Antworten für “Aus dem Traumarchiv: Begegnung mit dem wahren Selbst”

  1. Moosfels sagt:

    Sehr auschlussreich. Ich kenne das auch in der einen oder anderen Form, bzw. in mehr oder weniger intensiver Art. Vorallem wie sich ganze Packete thelepatischer Information manchmal spürbar übertragen ist großartig. Das “alles neu ist” kann ich mir auch gut zu bewusstsein führen wenn ich mich fokusiere. Manchmal fängt alles an zu flimmern, so als könne ich den Tanz des Stoffes sehen. Das Ausschlußverfahren stellt auch sicher dass es kein “Weißes Rauschen” ist sondern sowas wie eine erhöhte Sehschärfe. Du hast ja auch schon in anderen Texten darauf verwiesen, dass alles direkt vor unseren Augen erschaffen wird. Seit ich dies zum erten mal las übe ich es oft beim morgendlichen Erwachen genau das zu erspüren, wodurch es auch sonst immer besser klappt. Interessant finde ich auch, dass der “Aether” in den dunkleren Abendstunden in meinem Bewusstsein extrem blau glüht, ich kenne daher eigentlich keine Finsterniss, auch wenn ich schon in sehr dunklen Ecken meiner Selbst war. Kannst du da Überschneidungen sehen? Also, kennst du das balue Glühen der “Dunkelheit”? Oder wie ist das bei dir?
    Was die Angst angeht, da hat sich mein Empfinden im letzten Jahr auch stark erweitert. Es ist jetzt mehr so, dass ich keine Angst mehr vor der Angst habe und dadurch klarer erkenne was ich hier grade mache, also direkter verstehe warum ich “so gerne hier in dieser Ebene” bin. In sofern ist Angst vielleicht auch eine Sogkraft die den Fokus hier mit aufrecht erhält, quasi Urvertrauen zu Angst wie Gravitation zu Levitation; mir fällt grade kein besserer Vergleich ein, aber es sollte reichen um zu verdeutlichen wie ich das meine.
    Jedenfalls sei dir mal wieder für diese Einblicke gedankt, Heute wird sicher ein recht luzieder Tag. :)

    A Ho, weise Seele.

  2. Marianne sagt:

    Toller Bericht! Danke auch von mir, für den Einblick.

    Es ist wirklich unglaublich, was wir durch eine Bewusstseinserweiterung erfahren können. Ja, wir können alles quasi mit den eigenen Gedanken (und natürlich den darauf folgenden Taten) erschaffen.

    Der 1. Schritt ist sich selbst zu erkennen. Hier habe ich einen Artikel darüber gefunden:

    http://www.lebeblog.de/geist-und-selbst/das-wahre-ich-sich-selbst-kennenlernen/

    Liebe Grüße

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