Filmkritik: Interstellar

Filmkritik InterstellarDie Menschheit ist einer starken Klimaveränderung ausgesetzt und wird nicht mehr lang überleben. Die Wissenschaftler haben sich mit dem Los der Menschheit abgefunden und als letzte Rettung fällt ihnen die verrückte Idee zu, ein Raumschiff zu einem Wurmloch in der Nähe des Saturns zu entsenden. Der Plan ist es, dass das Wurmloch zu anderen lebensfähigen Planeten führt, um dort Kolonien zu gründen und das Überleben der Menschen zu gewährleisten. Cooper (Matthew McConaughey) führt die Mannschaft an und trennt sich schweren Herzens von seiner Tochter, die mit allen Mitteln versucht hatte, ihn aufzuhalten, um ihn nicht an dieser Mission teilnehmen zu lassen…

Der Film läuft insgesamt 169 Minuten und man muss sich hier auf eine sehr langatmige Einführung und Entwicklung gefasst machen, bevor der Film wirklich beginnt. Ein langgezogener Plot mit teilweise oberflächlichen Charakteren. Fünf Oskar-Preisträger für diesen Film zu engagieren, hat zwar Eindruck geschindet, doch leider konnten diese das umfangreiche Intro nicht verhindern.

Ursprünglich war Steven Spielberg als Regisseur vorgesehen, doch Christopher Nolans Bruder Jonathan erklärte sich bereit, das Drehbuch zu verfassen. Mit der Hilfe von Christopher, der solch starke Filme wie “Inception” und “Dark Knight” (Batman) produzierte, wurde das Drehbuch Jahre später fertiggestellt und verfilmt.

Das abgeschlossene Werk plätschert jedoch stundenlang dahin und erst im letzten Viertel gewinnt der Film eine überraschende Wende, ganz im Stil des Regisseurs M. Night Shyamalan (“Signs”, “Sixth Sense”), der ebenso allzu gern seine Filme mit Gänsehaut-Feeling beendet. Denn der Eintritt in das Wurmloch verursacht einen Sprung in die fünfte Dimension, in der Cooper mit Schrecken erkennen muss, dass er aus dem Hyperraum heraus sich selbst daran zu hindern versucht hatte, diese Mission anzutreten und seine Tochter zurückzulassen. Einsteins Relativitätstheorie beginnt nämlich hier zu greifen und es wird mit extremen Zeitbeschleunigungen gearbeitet, bei der ein kurzer Besuch auf einem Wasserplaneten gleichzeitig die Menschheit um ein Vielfaches altern lässt. Das gewohnte und starre Zeit- und Raumdenken wird hier gelungen durch Nolan aufgebrochen und eine neue Betrachtungsweise im Sinne der Quantenmechanik dargestellt, in der ein Superteilchen sämtliche Positionen in Zeit und Raum einnehmen kann.

Gelungen ist also der interessante Zeit- und Hyperraum-Effekt gegen Ende des Filmes wie auch die fühlbare und somit fast vergleichbare Weltraum-Atmosphäre des Kultfilmes “2001 – Odyssee im Weltraum”. Natürlich ist dieser legendäre Film mit “Interstellar” kaum zu überbieten, aber Parallelen werden doch ersichtlich.

Im Epilog des Filmes werden noch einige Frage zur Existenz der 5. Dimension aufgeworfen und der ganze Aufbau des Filmes lässt diesen letztendlich und überraschenderweise zu einem Social Drama eskalieren, der sich weitab von Rettung der Menschheit und der Sicherung des Überlebens entfernt. Übrig bleibt eine romantisierte Vater-Tochter-Beziehung, die nie eine bemerkenswerte Erfüllung fand und mit Beginn der Mission beendet wurde.

Fazit: 6 von 10 Sternen. Sehr langatmig.

Der Film ist HIER erhältlich!

Regie, Drehbuch: Jonathan und Christopher Nolan
Mit: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Michael Caine
Genre: Social-Sci-Fi
Land: GB/USA 2014, 169 min.
Ähnliche Filme: 2001 – Odyssee im Weltraum

Trailer

Unterstütze den Matrixblogger mit einer kleinen Spende... :-)
Du kannst unten einen Kommentar hinterlassen.

Ein Kommentar für “Filmkritik: Interstellar”

  1. Sabrna sagt:

    Hab ihn gerade geschaut. Er hat bei mir sehr viele Fragen aufgeworfen. Ich fand ihn sehr unterhaltsam, nur die Roboter waren mir zu unrealistisch. :-)

Hinterlasse einen Kommentar

Powered by WordPress