Suche nach Erleuchtung: Die Schichten (Teil 39)

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Ein dunkles Zwielicht umgab mich. Erneut stand ich am Rande eines gewaltigen Abgrunds. Neben mir stand der alte Mann und einer seiner Padawane. Ich konnte nicht mit Sicherheit sagen, wo ich mich hier befand. Um mich herum erkannte ich nur dunkles Gestein und der Abgrund reichte tausende Meter weit in die Tiefe. Dieses Mal wirkte der Abgrund vielmehr wie ein Stollen oder ein natürlicher, riesiger Graben. Teilweise konnten meine Blicke in die Tiefe festen Fels ausmachen, aber auch diverse Erd- und geologische Gesteinsschichten. So unnatürlich diese Öffnung in der Erde auch auf mich wirkte, so erschien sie mir dennoch natürlich entstanden. Es ist äußert schwer zu beschreiben, was ich dort sah, aber die ganze Szenerie wirkte wie ein dunkles Loch mit einer gähnenden Tiefe.

“Wo sind wir hier? Sind wir noch immer in den Felsschluchten?”, fragte ich den alten Mann.

“Nein und ja. Sieh genauer hin”, hörte ich ihn antworten.

Ich bin mir unsicher, ob ich meine Frage überhaupt ausgesprochen oder nur gedacht hatte. Jedenfalls hatte er sofort darauf reagiert. In meiner letzten Begegnung mit ihm liefen wir zwischen Felsen herum und verfolgten einen Pfad. Ich hatte dort in der Ferne Berge erblickt, die sich später als gigantische Selbste herausgestellt hatten, zu denen mich eine unbeschreibliche Sehnsucht gezogen hatte. Leider war es mir nicht möglich gewesen, zu ihnen zu gelangen.

So tat ich, wie mir geheißen und scannte den ganzen Abgrund nach ungewöhnlichen Vorkommnissen ab. Plötzlich spürte ich die Anwesenheit mehrerer Persönlichkeiten oder Seelen, die sich unsichtbar in der Nähe dieses Abgrunds aufhielten. Doch waren dies keine einzelne Persönlichkeiten, sondern sie wirkten wie Gruppenwesen, ja, beinahe wie Götter mit einer unglaublichen Macht und Präsenz. Ihre Ausstrahlung betäubte mich nahezu und ich blieb ganz still, als wollte ich nicht entdeckt werden.

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“Wer sind die? Woher kommen sie?”, fragte ich weiter.

“Ihr habt einfach keine Ahnung! Keine Ahnung…”, flüsterte er bedeutungsvoll.

Nach diesem ominösen Kommentar beobachtete ich weiter, was diese Wesen wohl planen mochten. Ich konnte ihre Anwesenheit und Bewegungen spüren, aber ich konnte niemanden sehen. Sie waren unsichtbar. Dann hörte ich ein seltsames Geräusch, als würden Steine bersten und wie durch Zauberhand bewegt, öffnete sich eine überdimensionale Schublade direkt aus dem Gestein heraus. Sie wurde aufgezogen als suchte jemand nach neuen Socken, doch was ich dort in dieser Schublade erblickte, war unglaublich! In ihr befand sich eine physische Realität, eine richtige Welt bzw. ein Ausschnitt dessen. Ich konnte Bäume, Wiesen, Blumen, Häuser und Straßen erkennen, selbst Menschen machte ich in dieser Schublade aus. Die Menschen schienen nichts davon mitzubekommen, dass sie in einer riesigen Schublade lebten und diese gerade von “Göttern” aufgezogen wurde. Sie bewegten sich auf ihren Wegen weiter fort, als sei nichts geschehen.

Kurz darauf öffneten sich weitere Schubladen. Mittlerweile waren es zwanzig oder dreißig dieser Laden, die ich zählte. Sie waren untereinander angeordnet, gleich wie an einem Kleiderschrank.

“Was… was hat das zu bedeuten? Leben wir in diesen Schubladen?”

“Sieh weiter hin… Ergreife die Chance und blicke in die Tiefe. Erkenne die Realitäten und lerne, sie zu durchschauen.”

In dem Moment, als er diese Worte an mich gerichtet hatte, konnte ich schwach durch eine der Realitätsschubladen blicken und darunter sogleich die nächste erkennen. Ich sah zwei dieser Realitäten gleichzeitig und je weiter ich in die Tiefe blickte, desto mehr Realitäten konnte ich feststellen. Es war ein sonderbarer Augenblick, denn ich glaubte langsam zu verstehen, was er mir mitteilen wollte. Wir lebten in diesen Realitäten wie in einem Setzkasten für Götter! Dabei erinnerte ich mich an den Film “Men in Black“, in welchem unsere ganze Galaxie in einer kleinen Kugel in den Händen einer unfassbar großen Kreatur dargestellt wurde, die infantilerweise mit anderen Göttern Murmeln spielte.

“Das kann doch nicht wahr sein!”, meinte ich.

“Doch, ihr habt alle keine Ahnung! Ihr seid nur mit euren sinnlosen Problemen beschäftigt, während das Unfassbare an euch unerkannt vorüberzieht. Ihr wisst nicht, wo ihr gelandet seid und niemand erinnert sich an seine Ankunft. Nutze das, was du hier siehst, um irgendwann das Unfassbare zu begreifen. Lerne, die Realitäten zu durchschauen und die Quelle zu entdecken…”

Als ich aus diesem Traum erwachte, musste ich an diverse Simulationsspiele denken, in denen man eine ganze Infrastruktur aufbauen kann, so wie Häuser, Straßen, Flora, Bewohner und Business. Aus der Perspektive des Spielers ist es ein Leichtes, Häuser, Straßen, Bürgersteige, Ampeln, Schilder usw. erbauen zu lassen, während wir glauben, dass wir Menschen dies aufgrund von Beschlüssen so angeordnet hätten. Allein ein einzelner Hausbau kann Monate oder Jahre dauern, Genehmigungen einholen, Ämtergänge, Bankkredit, Bauarbeiter, Handwerker und all das Personal, das hierfür notwendig ist, einstellen, während es für den Spieler nur wenige Mausklicks sind.

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2 Kommentare zu “Suche nach Erleuchtung: Die Schichten (Teil 39)

  1. Hallo, Jonathan
    finde ich nett von den Göttern, dass sie uns mal einen Blick hinter die Kulissen werfen lassen.Vielleicht sind wir sogar selbst diese Götter und haben es nur grad vergessen.

    Ich freue mich auch schon auf den workshop.

    Liebe Grüsse
    Uwe

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