Pokemon Go als getarnte Datenkrake

Momentan begeistert die Jugend und die Twens ein nagelneues Spiel namens „Pokemon Go„, in dem man zu Hause und im Garten kleine Wesen einfangen und dafür Punkte erhalten kann. Das klingt nicht neu, aber die pfiffige Idee daran ist, dass das Spiel in der vertrauten Alltagsumgebung stattfindet. D.h. sobald das Spiel beginnt, schaltet sich die Kamera ein, ortet den Spieler an seinem Platz und erzeugt dann Figuren auf seinem Schreibtisch, der Couch, dem Tisch, im Garten oder im nahegelegenen Park. Auf diese Weise laufen die Spieler nun zu zig Tausenden in Parks, Wäldern und an anderen Plätzen herum, auf der Suche nach Spielfiguren, die der Spielehersteller versteckt hat…

Eigentlich eine wirklich gelungene Idee, denn der interessierte Spieler läuft mit seinem Handy und eingeschalteter Kamera umher und scannt damit seine Umgebung… nach Pokemons. Doch scannt er wirklich nur nach Pokemons? Manche fachkundigen Computerfreaks sind der Ansicht, dass hier mithilfe eines gelungenen Spiels nebenbei noch Spionage betrieben wird, indem jeder Spieler freiwillig seine Umgebung scannt und das Bildmaterial an mehrere Server sendet. Dieser wertet die Umgebungsbilder aus und erstellt daraus ein zusammenhängendes Umgebungsbild des Spielers. Dies bedeutet, dass, sobald man sich beispielsweise in einem Park befindet, man sein Smartphone ständig hin- und herschwenkt und auf diese Weise die Umgebung aufzeichnet.

Dies klingt erst einmal nach Spionage, in dem die Spieler als unwissende Agenten eingesetzt werden. Viele können sich nicht vorstellen, dass dies wirklich der Fall sein kann, aber bei Betrachtung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird es deutlicher, denn bevor man dieses Spiel überhaupt beginnen kann, darf der Spieler den Geschäftsbedingungen jener Firmen zustimmen, die das Spiel erfunden haben. Diese besagen u.a.: „Wir sammeln bestimmte Informationen, die Ihr (oder die Ihres autorisierten Kindes) mobiles Gerät sendet, wenn Sie (oder Ihr autorisiertes Kind) unsere Dienste nutzen, wie Gerätekennung, Benutzereinstellungen und das Betriebssystem Ihres Geräts (oder das Ihres autorisierten Kindes) sowie Informationen über Ihre Nutzung unserer Dienste während der Verwendung des mobilen Geräts. Wir können diese Informationen verwenden, um die Dienstleistungen zu erbringen und unsere Dienstleistungen für Sie (oder Ihr autorisiertes Kind) zu verbessern und zu personalisieren.“

Dies klingt erst einmal nur danach, als würden die Informationen recht harmlos sein, die gesammelt werden. Doch der folgende Zusatz in den Geschäftsbedingungen besagt: „Wir können aggregierte Informationen teilen und nicht-identifizierende Informationen an Dritte für Forschung und Analyse, demografischer Profile und andere ähnliche Zwecke weitergeben. Diese Informationen werden nicht Ihr (oder Ihres autorisiertes Kindes) PII enthalten.“ und Wir arbeiten mit der Regierung und den Strafverfolgungsbehörden bzw. privaten Parteien zusammen, die erzwingen, das Gesetz  einzuhalten. Wir können alle Informationen über Sie (oder  Ihres autorisiertes Kind) offenlegen, die in unserem Besitz oder die Kontrolle der Regierung oder Strafverfolgungsbehörden oder private Feiern, wie wir in unserem alleinigen Ermessen glauben, notwendig oder angemessen sind: In den Forderungen (a) zu reagieren, Gerichtsverfahren (einschließlich Vorladungen); (B) unser Eigentum, die Rechte zu schützen und die Sicherheit und das Eigentum, die Rechte und die Sicherheit eines Dritten oder der Öffentlichkeit im Allgemeinen; und zu identifizieren und sämtliche Aktivitäten zu stoppen, die wir als illegal, unmoralisch oder unrechtlich einstufen. Wir können alle Informationen über Sie (oder Ihr autorisiertes Kind) offenlegen, die in unserem Besitz oder unter Kontrolle der Regierung, Strafverfolgungsbehörden oder privater Parteien ist.

Dies könnten durchaus Hinweise sein, dass die gesamte Umgebung gescannt wird und die gesammelten Daten an Dritte weitergegeben und entsprechend ausgewertet werden. Wie anders könnte man sonst erkennen, dass illegale, unmoralische oder unrechtliche Geschehnisse vorliegen als durch das Sichten des gescannten Materials während des aktiven Spielens?

Die Firma Niantic, die dieses Spiel entworfen hat, soll laut unten genannter Quellen mit der NGA (National Geospatial-Intelligence Agency) zusammenarbeiten, auch bekannt als NIMA (National Imaging and Mapping Agency). Diese Agentur sammelt also die gescannten Bilddaten und erstellen bzw. rekonstruieren daraus die Umgebung eines jeden Spielers. Dies ist mit Sicherheit persönlicher als das berühmte Google-Auto, das für Google Maps durch die Gegend fuhr und die Umgebung fotografierte, aber eigentlich ist es nichts anderes, nur dieses Mal ist es nicht das auffällige Auto von Google, sondern vielmehr der Spieler selbst, der als Spion ferngesteuert wird. Sehr geschickt eingefädelt und psychologisch mal wieder raffiniert durchdacht, denn wozu sich selbst anstrengen und Daten zu sammeln, wenn der Spieler das doch selbst erledigen kann?

Ich möchte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass ich Spiele wie Pokemon Go oder alle anderen Computerspiele hiermit in irgendeiner Weise diskreditieren möchte. Spiele sind wichtig für Entwicklung von Intelligenz, Denkvermögen, Reaktionsbildung und motorische Funktionen u.v.m. Mit diesem Artikel soll nur auf den psychologischen Missbrauch von Spielern zur ferngesteuerten Selbstspionage durch Geheimdienste sowie auf deren Vorgehensweisen und uneingeschränkten Möglichkeiten hingewiesen werden, das Gesetz auf sämtliche Art und Weisen umgehen zu dürfen, während Privatpersonen dieser Erde für vergleichbare Vorgehensweisen lebenslang ins Gefängnis kommen würden. Den Menschen das zu verbieten und Illegalität zu unterstellen, was dann so genannte offizielle Stellen jedoch selbst an illegalen Taten ausführen, nennt sich Bigotterie und ist nicht Teil einer echten Demokratie.

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Quellen:
CNET
Geospatial_intelligence
National Geospatial-Intelligence Agency
Pokemon go geospatial intelligence
Pokemon go is the surveillance states best friend
Anonymous HQ
Gadgets and tech
Niantic Labs

Videos:
HYPER-REALITY from Keiichi Matsuda
Do USA spy on peoples with Pokemon?
Pokemon spies on you

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6 Antworten für “Pokemon Go als getarnte Datenkrake”

  1. Jutta K sagt:

    Darüber sollte man nachdenken . . . !

  2. Anton sagt:

    Danke für diesen informativen Beitrag!
    Auch schön, dass ihr euch mal die AGB genau angeschaut habt. Solche Mühe macht sich sonst ja niemand!

    Technisch gesehen finde ich derartige Spiele schon sehr spannend. Der erste Schritt in Augmented Reality ist damit getan. Das dies natürlich auch negativ genutzt werden kann ist klar, wie es immer der Fall ist. Ich würde mir da stärkere gesetzliche Regelungen wünschen.

  3. Super Beitrag, der wirklich seltenes und informatives Wissen vermittelt!
    Obwohl das Game an sich noch zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten benötigt, um wirklich ausgereift zu sein, zeigt die Resonanz welchen Erfolg damit erreicht worden ist.
    Es werden wohl noch zahlreiche solcher Games mit dieser GPS-Technik folgen. Vermutlich auch unter Einbringung andere „Sinne“ des Smartphones wie beispielsweise Temperatur- und Schwerkraftsensor bieten ebenfalls noch einmal Möglichkeiten, um ein Game attraktiver zu machen.

  4. Hallo Gebäude,
    danke für Deinen Kommentar.
    Ich denke auch, dass das erst der Auftakt ist. Aufgrund des großen Erfolges werden nun solche Spiele viel mehr verfolgt und entwickelt werden. Für die so genannten Gamer kommen da noch spannende Jahre auf sie zu.
    Liebe Grüße, Jonathan

  5. TeeKrieger sagt:

    Schön, daß wenigstens dieder Blog darüber nachdenkt, daß in einer Welt der Spionage, Raub, Mord und des Todschlags für die Produktpiraterie auch dieses Spielzeug sich als ein Flächendeckenden Spionageapparat bis ins Intimste entpuppen kann und wird.

    Es sollte alles schon einmal vorgekommen sein, denn woher sonst wohl sollte das Osterfest mit dem traditionellen Eier verstecken denn sonst her kommen können, wenn nicht durch eine solche Aktion?!?

    Das bereits in der Vergangenheit Technologisch gesehen bereits Zivilisationen Existierten, die Technisch durchaus Fprtgeschritten waren kommen ja bekanntlich auch die angeblichen Historiker nicht drum herum, auch wenn diese an dem Problem der Datenfälschung aufgrund der Dogmatischen Cultur des Demagogismus dort einen großen Antheil hegen und dieses als Problem schon immer der Capitolistischen Civilisation im ganzen ein Räuberpistolenpack sondergleichen war und immer sein wird, denn so lange diese mit Ihren Glaubensprägungen dort weiterhin genügend Idioten finden, werden diese auch weiterhin Ihrer Eulenspiegelei nachgehen und die Leute mit Glaubensbehaftungen ans Messer liefern, wenn es denen mal wieder etwas eng an der Krawatte wird.

    Fakt ist, daß es sich um ein Osterhasenspielchen handelt, wo man besser mit der Bratpfanne beigehen sollte, denn Teiggesichter und Hirnfrittierte Idioten spielen sowas mehr als gern und bei solchen Lebensformen war es mit der eigenen Intelligenz noch niemals sonderlich gut bestellt.

    Trojanische Pferde wurden schon immer gern als Schaukelpferde verkauft – da solls dann einen auch nicht verwundern, wenn dort der E-Hack-Virus mal wieder um sich zu bereichern auch dann gerne um sich greift.

  6. Rene sagt:

    Ich glaube das die großen amerikanischen Unternehmen gar nichts mehr tarnen müssen.
    Auch bei Pokemon Go ist es nur eine Frage der Zeit bis man hier feststellt, das Bewegungsdaten gespeichert werden.
    Da diese Daten gerade für die Werbung einen Emens großen Wert haben, wird die Verlockung natürlich groß sein diese auch zu nutzen.
    Ich halte mich da doch besser fern.

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