Traumnacht: Ausbildung mit Hindernissen

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Ich befand mich hier vermutlich am Rande einer Stadt auf einem Bürgersteig. Links und rechts waren lange Betonmauern gezogen. Eine breite Straße war zu sehen, auf der sich einige Autos bewegten. Ab und zu gab es eine Treppe, die nach oben führten und von diesem langen Bürgersteig als Ausgang diente. Wo war ich hier? Wie war ich hierher gekommen? Ich versuchte mich an die letzten Minuten erinnern, aber mir fiel einfach nichts ein! Plötzlich kam ein Asiat von einem der Treppen heruntergelaufen und schrie mich an:

“Das gibt es doch nicht! Was machst du denn da? Nun komm wieder her!”

“Worum geht’s?”, fragte ich und ging langsam in seine Richtung.

Er packte mich am Hemdärmel und zog mich mit sich. Dann erinnerte ich mich. Er bildete mich aus. Ich konnte mich zwar jetzt nicht erinnern, in was er mich eigentlich ausbildete, irgendwie fehlten mir hier die letzten Ereignisse, aber er war ein Lehrer.

“Jetzt müssen wir wieder von vorn anfangen! Verdammt nochmal! Es ist immer wieder das Gleiche mit dir!”

Er nahm mich die Treppen mit hinauf und wir gingen auf einen kleinen Platz, der sich dort oben befand. Er musterte mich eindringlich. Dann schlug er tapsig mit seinen Händen gegen meine Arme und Beine, um mir zu zeigen, wie ich mich hinzustellen hatte. Es ging um eine Reihe von Bewegungen, die ich ausführen sollte.

“So! Und hier die Beine weiter auseinander, das linke weiter nach vorn und im Knie beugen… Und dann schnellst du mit dem rechten Arm nach vorn und gleichzeitg schiebst du das rechte Bein vor, sodass du mit den Fußsohlen nach vorne rutschst. Danach sofort das linke Bein wieder vor, solange, bis du anfängst über den Boden zu gleiten. Es muss perfekt sein, sonst klappt es nicht.”

Ich vollführte seine Anweisungen und rutschte tatsächlich mit den Fußsohlen über den Boden. Es war ein angenehmes und lustiges Gefühl. So rutschte ich mehrmals über den Boden.

Plötzlich stand ich wieder auf dem Bürgersteig an der Straße mit den Betonwänden. Ich schaute mich um und hatte völlig meine Orientierung verloren. Vor mir standen einige Gegenstände auf einem langen Tisch. Anscheinend machte hier jemand einen kleinen Flohmarkt. Was war eigentlich gerade passiert? Langsam kamen die Erinnerungen zurück… Der Asiat und diese seltsamen Bewegungen…

“Das kann doch nicht wahr sein! Da bist du ja! Warum hast du deine Konzentration wieder verloren? Du bist doch sonst nicht so verteilt! Was beschäftigt dich denn die ganze Zeit? All die kleinen, dummen Sachen aus deinem Alltag, stimmts?  Wenn du hier bei mir bist, brauche ich deine Konzentration! Hast du verstanden? Ansonsten können wir es wirklich vergessen! Ich werde dich sonst nicht in diese unglaubliche Kunst einweisen…”

Ich riss mich zusammen. Er hatte Recht. Ich war nicht richtig zentriert in diesem Traum. Dauernd schien mich etwas abzulenken.

“Ich weiß auch nicht, was los ist”, meinte ich.

“Hier, schau hier rein!”, sagte er und zeigte auf einen Spiegel, der auf diesem Flohmarkttisch stand. Es war ein schöner, großer, dunkler Spiegel mit Dekor. Seltsamerweise konnte ich mich selbst gar nicht in diesem Spiegel sehen. Ich kam mir wie ein Vampir vor!

“Und wenn du dort reinschaust, musst du einen Energiestoß in den Spiegel schießen!”

“Und das soll mich zentrieren?”

“Richtig!”, entgegnete er. “Los, mach es!”

Ich konzentrierte mich und sammelte meine Energie. Als ich sie gesammelt hatte, schoss ich sie in den Spiegel hinein. Der Spiegel blitzte einmal hell auf und dann erblickte ich mein Spiegelbild in einem eingefrorenen Zustand.

“Siehst du! Nun kannst du dein Spiegelbild nutzen, um dich in dieser Realität hier stärker und besser zu zentrieren”, erklärte er.

Es stimmte. Als ich mein Spiegelbild in diesem eingefrorenen Zustand erblickte, wurde alles viel klarer um mich herum. Ich blickte mich um und gewann immer mehr an Luzidität. Der Asiat grinste mich breit an und schien zufriedener zu sein. Seine Zufriedenheit hielt jedoch nicht lange an…

“Und jetzt machen wir weiter! Los! Wieder so hinstellen wie gerade! Linkes Bein nach vorn, beuge es im Knie und das andere Bein nach hinten und gestreckt lassen. Nun reiß den rechten Arm nach vorn…”

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