Filmkritik: The Frame (von Jamin Winans)

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Alex (David Carranza) ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und Sam (Tiffany Mualem) arbeitet als Krankenhelferin in der Notambulanz. Sobald sich die beiden vor den Fernseher setzen, können sie das Leben des jeweiligen anderen mitverfolgen, bis beide begreifen, dass dies keine Fernsehserie ist, sondern tatsächlich geschieht…

Der 39jährige Regisseur und Drehbuchautor Jamin Winans wurde durch den Kultfilm „INK“ bekannt, in dem ein hässliches Astralwesen ein Mädchen stiehlt und in die Welt der dunklen Mächte bringt, um sie für Schönheit und Anerkennung zu opfern. In seinem Werk „The Frame“ (Das Bildfeld) hat man es wieder einmal mit dem bewusstseinsveränderndem Mystery-Sci-Fi-Genre zu tun, das in den letzten Jahren immer mehr an Bekanntheit und Faszination gewinnt und vermutlich mit „Die Matrix“ ihren Anfang nahm. Doch auch schon Schwarzweiß-Uraltfilme wie „Die Fliege„, „Der Mann mit den Röntenaugen“ oder auch Serien wie „Twilight Zone“ haben bereits dieses Genre behandelt und sind oft zu unvergesslichen Kultfilmen mutiert.

Jamin Winans stellt die philosophische Frage an sein Publikum, ob der Mensch in einer Daily Soap lebt und somit sein Leben bereits im unsichtbaren Drehbuch des Lebens geschrieben steht oder ob es einen Weg gibt, dieses Gefängnis zu verlassen. Seine Idee ist jedenfalls lobenswert und in seiner Umsetzung vielleicht etwas lahm, aber die bekannte Atmosphäre aus INK wurde in jedem Fall elegant beibehalten und prahlt mit seiner Sonderbarkeit und ständigen Aufforderung zur Beantwortung der philosophischen Frage wie ein kleiner Diamant am Filmhimmel. Mit nur 200.000 Euro gelang es ihm, diesen Film zu produzieren und hat bewiesen, dass es nicht immer teuer sein muss. Gelungener Soundtrack und eine surreale Liebesgeschichte mit besinnlichen Szenen sind hier bezaubernd zusammengestellt.

Interessanterweise verbreitete sich dieser Film bereits 2014 rasend schnell im Internet und wurde überall illegal heruntergeladen, doch in deutscher Sprache ist er nicht erhältlich. Der Regisseur hat dem Vorgehen illegaler Downloads keineswegs einen Riegel vorgeschoben und akzeptierte sein Schicksal, dass sein produzierter Film letzten Endes kostenfrei anzuschauen war. Er legte keinen Wert darauf, die entsprechenden Streaming-Portale zu belangen oder anzuzeigen. Winans erwähnte in einem Interview, dass sein Meisterwerk „INK“ eben nur mittels solcher Portale bekannt geworden sei und erhoffte sich dies ebenso mit diesem Film.

The Frame“ ist ein schönes Mystery-Melodram mit beruhigender und gelassener Atmosphäre und kunstvoll gestalteten Szenen sowie eindringlicher Aufforderung zur Beantwortung der großen Frage: Determinismus oder Possibilismus? Selbst Schnitttechnik und Kameraführung sind bereits höchst lobenswert. Leider setzte sich das Werk in der Filmwelt nicht wirklich durch, ist aber für Insider ein weiteres spirituelles Kunstwerk.

Fazit: 8 Sterne. Sehenswert.

Der Film ist hier erhältlich!

Regisseur/Drehbuch: Jamin Winans
Mit: David Carranza, Tiffany Mualem, Cal Bartlett
Land: USA 2014, 127 min.
Genre: Bewusstseinsverändernder Mystery/Sci-Fi
Ähnliche Filme: Haus am See, INK
Trailer: Youtube

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Ein Kommentar für “Filmkritik: The Frame (von Jamin Winans)”

  1. Louis sagt:

    Wooooooooooooow was für großartige Trailer, die für sich schon kleine Kunstwerke sind. Auch der INK Trailer hat mich beeindruckt. Endlich mal wieder ein echter Visionär! MUSS ICH SEHEN! Danke für den Tipp!

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