Filmkritik: Midnight Special

Midnight Special FilmkritikDer achtjährige Alton (Jaeden Lieberher) ist ein Junge wie kein anderer, dann er besitzt völlig bizarre Fähigkeiten, die niemand so recht versteht. Ein richtiger Kult hat sich um ihn herum aufgebaut und sein eigener Vater muss ihn entführen, um ihn aus deren Klauen zu befreien. Doch nicht nur der Kult heftet sich nun an seine Fersen, sondern auch der Geheimdienst und das FBI, die sehr an den Fähigkeiten des Jungen interessiert sind und ebenso bereit, dafür über Leichen zu gehen…

Dieser Film ist ganz unbemerkt am Filmhorizont vorbeigeschlichen, obwohl er durchaus sehenswert ist. In den ersten Szenen wird der Zuschauer direkt in eine Fluchtszene versetzt und bewusst in Unwissenheit gelassen, was hier überhaupt geschieht. Im Fernsehen wird von einer Entführung durch böse Kidnapper berichtet und dies glaubt man erst einmal, weil man den Medien doch vertraut. Tatsächlich jedoch ist es der eigene Vater, der seinen Sohn aus Liebe und Mitgefühl entführt…

Erst nach und nach durchschaut man, dass sich der ganze Geheimdienstapparat und das Militär gegen diesen Jungen verschworen hat, natürlich nur der nationalen Sicherheit zuliebe, denn er ist auf unerklärliche Weise in der Lage, sämtliche Kommunikationsgeräte abzuhören und wenn er sich beobachtet fühlt, kann er sogar Satelliten vom Himmel holen. Während, wie gewohnt, die ganze Zeit über geflüchtet und geballert wird, der Film möglichst real zu bleiben versucht, gipfelt es dann doch in einem interessanten CGI-Spektakel, das den Versuch ausübt, irgendwie als Science-Fiction herüberzukommen, nur nicht im Kontakt mit Außerirdischen, sondern einer interdimensionalen Spezies, die aufgrund ihrer höheren Bewusstseinsentwicklung frequenz- und existenztechnisch über dem Menschen liegen, aber mit ihnen unsichtbar die gleiche Welt teilen.

Man nehme einfach Starman, The Abyss und Stephen Kings Feuerteufel und schon hat man einen recht guten Film zusammengeschustert. Schön war es, einfach in die Handlung hineinkatapultiert zu werden, ohne große Umschweife und Erklärungen. Der Zuschauer muss selbst zusehen, was er versteht und was nicht und sollte an dieser Stelle auch Bereitschaft zeigen, dass Puzzle nach und nach selbst zusammenzusetzen. Diese Vorgehensweise wird leider allzu selten in Filmen genutzt.

Fazit: Ein Film zum Selberdenken. 6 von 10 Sternen
Regie und Drehbuch: Jeff Nichols
Mit: Michael Shannon, Jaeden Lieberher, Kirsten Dunst
Land: USA, 2016, ca. 112 min.
Genre: Sci-Fi-Drama
FSK: ab 12 Jahre
Ähnliche Filme: Starman, Abyss, Feuerteufel
Trailer: Video
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5 Antworten für “Filmkritik: Midnight Special”

  1. Viola sagt:

    Das klingt sehr interessant und nahe an die Wirklichkeit angelehnt. Ich werde mir den Film so bald wie möglich anschauen. Danke!

    Liebe Grüße

  2. Archivar sagt:

    Der Film hat mich tief berührt. Ich hatte erst hier gelesen, als ich den Film gesehen hatte um wirklich hineingeworfen worden zu sein. Jetzt kreist alles im Kopf, weil ich dem Ende soviel entreißen vermag. Toller Film!

  3. Louis sagt:

    Ich kann den Film auch nur weiter empfehlen, Jonathan entdeckt immer sehr interessante Filme, hab Dank!

    Mich hat der Film auch berührt, unbedingt anschauen!

  4. Gamer01 sagt:

    Habe nun schon länger nach einer vernünftigen Filmkritik zu dem Film gesucht und habe sie hiermit gefunden. Aufgrund der Empfehlungen wird es wohl Zeit, den Film zu schauen. LG und Danke für die ganzen Interessanten Filmkritiken auf deinem Blog.

  5. Patrick sagt:

    Der Film war der Hammer.
    Die Filmkritik trifft es auf den Punkt! :)
    Einfach toll und weiter zu empfehlen.

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