Raumschiff von der ESA fotografiert?

Komet Churyumov–Gerasimenko Rosetta SondeAnhand dieser Animation erkennt man den Kometen Churyumov-Gerasimenko, der am 30. Juli 2015 mit der Kamera der Rosetta-Raumsonde aufgenommen wurde. Interessanterweise sieht man in dieser Animation drei Fotos in Folge, wie sich ein silbernes Objekt vom Kometen löst und dann elegant ins All schießt. Jetzt ist das Internet in Aufruhr, denn die einen behaupten, es sei ein Kometsplitter, der in dem Moment der Fotografie abfiel, andere wiederum glauben, dass es ein Raumschiff ist, das aus unbekannten Gründen auf dem Kometen gelandet war.

Die Raumsonde „Rosetta“ passierte den Kometen in einem Abstand von 185 km und ihm gelang diese Aufnahmen. Das Objekt, das sich vom Kometen löst, wird bislang auf einen Durchmesser von 1 bis 50 Metern geschätzt. Leider kann man die Größe des Objektes nicht genau bestimmen, da es keinen Anhaltspunkt für einen Größenvergleich gibt, dennoch ist davon auszugehen, dass es mindestens einige Meter aufweist.

Wenn man es nun genau nimmt, ist die Entfernung von 185 km jedoch durchaus ein Anhaltspunkt zur Bestimmung der Größe. Ein Auto, mit einer Größe von 4 m aus einer Entfernung von 185 km zu beobachten, ist ziemlich schwierig, denn es wäre viel zu klein. Nicht einmal mehr die Farbe könnte man bestimmen, sondern sehe nur einen winzigen Fleck am Horizont. Von daher ist bei dem Objekt, das sich vom Kometen löst, davon auszugehen, dass es mindestens die Größe von 50 m aufweist.

Die Kamera der Sonde ist die OSIRIS-Weitwinkelkamera (Optical, Spectroscopic and Infrared Remote Imaging System) mit 25 unterschiedlichen Farbfiltern und besteht eigentlich aus zwei Kameras. Zum einen eine Weitwinkel mit 12°×12° und eine mit Tele und 2,2°×2,2° Sichtfeld. Jede von ihnen ist ausgerüstet mit Spiegeloptik, Filterrad und 4-Megapixel-Sensor. Leider wird nicht erwähnt, welche Zoom-Fähigkeiten die Kamera besitzt und wie nah sie an den Kometen herangezoomt hatte, um diese Aufnahmen zu machen. An einer Stelle las ich, dass ein fünffacher optischer Zoom für die Osiris möglich sei. Dies empfinde ich als sehr wenig, wenn man bedenkt, dass es heute handelsübliche Kameras mit 80fachen Zooms gibt. Sollte die Osiris-Kamera einen fünffachen Zoom besitzen, so würde es sich trotzdem noch grob gerechnet um eine Entfernung von ca. 37 km handeln, bei der das Objekt fotografiert wurde. Ein Objekt von dieser Größe aus der Entfernung von 37 km kann nicht nur einen Meter groß sein. Das Objekt dürfte mindestens 50 m oder mehr aufweisen.

Der Komet Churyumov-Gerasimenko besitzt einen Durchmesser von ca. 5 km. Das erwähnte Objekt fällt sofort ins Auge, da es eine ganz andere Oberflächenstruktur als der restliche Komet aufweist, selbst die Farbe ist auffällig anders. Aus dem Grund ist es schon verständlich, dass manche glauben, darin ein Raumschiff zu sehen, das gerade startet und sich fortbewegt. Vielleicht hat es die irdische Sonde entdeckt und ist sicherheitshalber auf dem Kometen gelandet, um nicht die Aufmerksamkeit etwaiger Bewegungssensoren einzufangen und als es entdeckte, dass es nur eine harmlose Sonde war, nahm es seinen Kurs wieder auf. Spekulationen sind hier viele möglich, wie man erkennen kann, aber Tatsache bleibt, es ist auf jeden Fall eine interessante Animation und erinnert wirklich an den einen oder anderen Science-Fiction-Film.

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Quellen:

ESA International (und Animation)

Wikipedia zum Kometen

Astro News

 

 

 

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