Ego-induzierte Tarnungsträume und False Awakening

Living_in_Circles„Durch ihre Unglaubhaftigkeit entzieht
sich die Wahrheit dem Erkanntwerden.“
(Heraklit von Ephesos um 500 v. Chr.)

Das Ego, hier definiert als Alltags-Ich mit Zugriff auf einen Verstand plus limitierter Gedächtniseinheit, das primär mittels Erziehung und Programmierung vonseiten des Gesellschaftssystems über Eltern, Lehrer und Staat sowie manipulierter Nahrung erzeugt wird, besitzt einen recht weiträumigen Einfluss auf die Sinneswahrnehmungen. Auf die Welt der Träume besitzt das Ego jedoch nur einen begrenzten Einfluss, d.h. vorwiegend in der Einschlaf- und Aufwachphase. So kann es beispielsweise während des Einschlafens auf einen unachtsamen Moment warten und daraufhin das Selbst, hier definiert als ein an das Bewusstsein, Ego und Körper angeschlossenes bzw. angedocktes inneres Ich mit separat-suppletorischer Gedächtniseinheit, einschlafen lassen…

Dies bedeutet nicht, dass es nicht auch eine Instanz gäbe, die diesen Prozess anderseitig unterstütze, somit kann man zudem von einer korrelaten bzw. Fluktuations-Tarnung sprechen, d.h. sie beruht auf Gegenseitigkeit.

Das Einschlafen basiert hierbei auf einem schnellen Wechsel des Bewusstseins bzw. plötzlicher Fokusverschiebung, die durch die Beschleunigung des Gedankenapparates und des Assoziationsprozesses geschieht. Solch schnelle Wahrnehmungswechsel sind für das Ego stark gewöhnungsbedürftig und besitzen für gewöhnlich nicht die Möglichkeit, sich des Einschlafprozesses vollends bewusst zu werden. An dieser Stelle ist es möglich, additive Bewusstseinsübungen zu platzieren, die das Ego daraufhin exerzieren.

Im Aufwachprozess liegen mehrere Filterungsoptionen bzw. Tarnungsalternativen vor, indem bei der Modulation der Gedächtniseinheit beispielsweise mental-suppletorisch kommutable Sequenzen alterniert werden.

Beispiel 1 – Traum A in der Aufwachphase mit bereits erfolgter Sekundärtarnung:

Ich liege in meinem Bett in meinem Schlafzimmer. Plötzlich öffnet sich die Tür. Es kommt eine Person herein, die sehr seltsam aussieht. Sie erinnert mich an einen Komödianten, der sich eine riesige schwarzen Hornbrille aufgesetzt hat und dies mit derart dicken Gläsern, dass die Augen riesig groß wirken. Irgendwie schaffte er es, allein aufgrund seiner bloßen Anwesenheit, mich temporär bewegungslos zu machen und an mein Bett zu bannen. Wenige Sekunden später kommt eine zweite Person zur Tür herein, die exakt die gleiche Brille trägt und der Vater bzw. sein Vorgesetzter zu sein scheint. Er ist auch etwas älter und wirkt autoritärer. Ich wundere mich daher nicht nur über die identischen Hornbrillen (Tarnungszeichen 1), sondern ebenso über die Möglichkeit, dass zwei Menschen an einem Ort aufeinander treffen, die ein derart ähnliches Erscheinungsbild besitzen (Tarnungszeichen 2). Dann erwache ich.

Die Verwunderung bzw. das kurzzeitige Aufflackern des Hinterfragens, das jedoch nicht weiter sondiert wird, ist eines der primären Gründe für das Vorliegen einer nachträglichen Verschleierung bzw. eines Sekundärtarnungsprozesses.

Luzide Träumer führen im Alltag ausgiebige Reality-Checks (RC’s) durch, um sich während eines Traumes des gegenwärtigen Zustandes gewahr zu werden. Hierbei obliegt ihm die Hoffnung, dass sich diese RC’s aufgrund iterativer Alltagshandlungen im Traum wiederholen und werden bündig als Traumzeichen (TZ) bezeichnet. Diese können sich in mehreren Verkleidungen präsentieren, wie beispielsweise subjekt- und objektbezogene Elemente signifizieren. Auf diese Weise können sich Autos in Bäume oder Menschen zu Tiere verwandeln und wurden mitunter von Carl-Gustav Jung als symbolische Träume differenziert. Dieser Term ist durchaus berechtigt, präsentiert jedoch wenig Differenziertheit, denn hier liegt zwar ein Symbol vor, aber ausschließlich deshalb, weil ein Sekundärtarnungsprozess aktiviert wurde. Um dies nur nebenbei zu erwähnen, ist dies auch ein hervorragendes Indiz für die Existenz intentionaler Filterungsprozesse vonseiten des Egos und sicherlich nicht für eine simple Alltagsverarbeitung oder Unsinn, Gehirnspuk oder undifferenzierte Wahllosigkeit der Traumwelt, sondern vielmehr stellt die Akkumulation von Sekundärtarnungsprozessen das Vermögen oder Unvermögen des Träumers dar. Die wissenschaftliche Annahme, dass die Traumwelt eine unlogische, akausale und somit einen realitätsfernen Zustand darstelle, ist ebenso ein Sekundärtarnungsprozess des Egos. Ohne Berücksichtigung dieses ausschlaggebenden Faktors, sind sämtliche wissenschaftlichen Annahmen über die Traumwelt schlichtweg zu vernachlässigen und unprofessionell, denn sie basieren auf die (Un-) Fähigkeit des Träumers, die Traumwelt kontinuierlich, kohärent und kausal wahrzunehmen.

Traumzeichen stellen also ein evidentes Anzeichen für den luziden Träumer dar, sich in einem Traumzustand zu befinden, während ein Traumforscher bzw. Traumdekodierer hingegen erkennt, dass ein Sekundärtarnungsprozess vorliegt. Des Träumers Ego verschleiert suppressiv den erlebten Traum. Aus diesem Grund existiert für einen Standardträumer bzw. Trübträumer überhaupt erst die Möglichkeit, einen Traum nur als Erinnerung zu erleben. Nur ein luzider oder bewusster Träumer ist fähig, einen Traum zu vergegenwartisieren. In diesem Kontext könnte man von einer Traum-Ekmnesie sprechen, d.h. der Traum wird in seiner üblichen  Vergangenheitsexistenz als Gegenwartsperzeption erfahren.

Beispiel 2 – Traum B in der Aufwachphase mit aktiv-prozessierender Sekundärtarnung:

Ich liege in meinem Bett, erhebe mich und gehe in die Küche. Dort steht ein Außerirdischer mit einem großen Kopf und großen Augen. Automatisch erhalte ich die Intuition, dass es sich um einen weiblichen Außerirdischen handelt. Sie erklärt mir, dass sie mit mir meditieren möchte. Wir setzen uns auf Stühlen gegenüber. Sie ergreift meine Hände und wir blicken uns in die Augen. Plötzlich fühle ich, wie ich erwache. Das letzte Bild vor Augen ist der Kopf der Außerirdischen. Je mehr mein Alltags-Ich die Führung ergreift, um wieder den Alltag zu übernehmen, geschieht etwas Seltsames: Der Kopf der Außerirdischen wird wie von Zauberhand verwandelt und überzieht sich plötzlich mit einem künstlichen Flaum, der an das Fell von Stofftieren erinnert. Kurz darauf halte ich einen Stofftierkopf in der Hand.

Die angewandte Hypermnesie verschafft Klärung auf dem Gebiet der Sekundärtarnungsprozesse. Ohne Berücksichtigung derselben ist von einer ernsthaften Traumforschung kaum die Rede. Somit ist anzunehmen, dass der Verstand bzw. das Ego im Bündnis einen verheerenden Doppelagenten darstellt, der persönliche Absichten verfolgt, die sich der Klärung von Traumerlebnissen und anschließend dem gewöhnlichen Alltagsbewusstsein bzw. .-erinnerung zu entziehen versucht.

Beispiel 3 – Traum C mit aktiv-prozessierender Sekundärtarnung im Einschlafprozess:

Ich schlief ein und erwachte in einem anderen Bett (False Awakening). Ich setzte mich auf die Bettkante und zog mir meine Schuhe an. Danach wollte ich gehen. Mein Freund kam plötzlich herein und fragte mich, was ich denn nun vorhabe und ich antworte, dass ich jetzt nach Hause müsse. Ich wunderte mich kurz, weil ich meinen Rucksack neben dem Schrank stehen sah, denn ich erinnerte mich glasklar daran, dass ich gar keinen mitgenommen hatte. Doch eine Sekunde später fiel mir plötzlich ein, dass ich ihn ja doch mitgenommen hatte…“

Die Erinnerung aus dem Alltag, keinen Rucksack mitgenommen zu haben, wird vom Ego als Möglichkeit identifiziert, post festum einen luziden Zustand auszulösen und ein Sekundärtarnungsprozess durch Alternation des Gedächtnisspeichers initiiert und somit vereitelt. Intentionale Tarnungsprozesse, die dem Bewusstsein suppressiv vorenthalten werden (False-Memory-Prozess) dienen zur Diversion von bzw. Repression etwaiger Bewusstwerdungs- oder Selbstfindungsprozesse – subsumtiv zur Aufrechterhaltung illusionärer Annahmen, sich im Alltag im Wachzustand zu befinden und das allmorgendliche False-Awakening-Syndrom zu verschleiern. Die Annahme, dieses Syndrom sei nur auf die Traumwelt anzuwenden, entzieht sich somit jeglicher Grundlage.

Ein Doppelbewusstsein (bspw. Alltags- und Traum-Ich) impliziert offensichtlich die Möglichkeit eines Erinnerungskonfliktes bzw. der intentionalen Verschleierung von Prozessen in Alpha- und Thetazuständen und erzwingt pro memoria eine Alternation zur schlichten Manipulation persönlicher Einschätzungen. Es entzieht sich somit vollkommen einer objektiv-wissenschaftlichen Betrachtung des kompletten Themas, sobald ein Wissenschaftler ein ungeübter Träumer ist, d.h. je ungeübter dieser ist, desto mehr Tarnungsprozesse werden akkumuliert und desto mehr wird das Forschungsergebnis verfälscht.

Wahre Traumwissenschaft erfordert zuvor ein umfassendes Training und eine Bewusstseinsjustierung zur genaueren Determination. So resultiert dies, bei Betrachtung sämtlicher und überhaupt denkbarer Forschungsergebnisse auf allen Gebieten, zu einer zwingend notwendigen und allumfassenden Neubetrachtung, denn wie kann irgendein wissenschaftliches Ergebnis überhaupt als seriös betrachtet werden, wenn unzählige Sekundärtarnungsprozesse sowohl im Träumen als auch im Alltag vorliegen? Um es einmal geheimdienstlich oder auch physikalisch zu formulieren, so sitzt der eigene Doppelagent im eigenem Kopf und manövriert diverse Tarnungsprozesse, ebenso wie Quantenteilchen nur dann als Teilchen verbleiben, sobald sie observiert werden bzw. ein observierendes Bewusstsein beteiligt ist.

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Legende:
Ekmnesie: Die Vergangenheit als Gegenwart erleben.
Hypermnesie: Steigerung der Erinnerungsfähigkeit von Alltags- oder Traumwahrnehmungen.
False-Memory-Syndrom: Sekundärtarnungsprozess – Die Erinnerung wird abgewandelt.
False Awakening: Sekundärtarnungsprozess – Im Traum in einem anderen Bett erwachen und zu glauben, man sei erwacht.
Déjà-vu-Erlebnisse: Vertrautheit oder Wiedererkennen von Personen oder Situationen.
Jamais-vu-Erlebnisse: Verfremdung von Personen oder Situationen.

 

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5 Antworten für “Ego-induzierte Tarnungsträume und False Awakening”

  1. Albert sagt:

    Der KALLE meint:

    Halöschen, ihr alle!
    Als Gartenmeischter köönt isch ja vielleichte etwas aus diesem sehr fachmännischem Schinesisch in unsere bürgerischen Spracharten für eusch erklären. Hhmmm… also wen ein Egoischtischer Mensch in der Nacht schlafwandeln tut, dann begibt er sich in einen Tarnungstraum, denn er träumt ja ohne zu schlafen und ist nicht nüchtern beim umher wandeln. Na dann… wenn er seine Frau ansieht, die sich um ihn besorgt umschaut dann hat er eben ein False-Memory-Syndrom und dann nach dem Erwachen ein False Awakening. Dann schläft er wieder ein und dann am hellischten Tage hat er ein Jamais-vu-Erlebnis und wenn er dann seine Frau in der Küche sieht hat er ein Deja-vu-Erlebniss.
    Scheint ja eine rischtig koherente Schlussfolgerung, oder?
    Na dann Tschüssle eusch allen!

  2. MysteryMike sagt:

    Hallo Jonathan,

    Interessant. Fast sich einer Dissertation annähernde, auf einem entsprechend qualitativ, hochwertigem Niveau wird dieses Thema hier abgehandelt.
    Meine luzide Traumerfahrung war nie mit „Echtheit“ oder
    der Bewusstseinsklarheit des Wachzustands vergleichbar.
    Die tägliche Wachheits-Realität ist aber in Klarheit für mich, dem Luziden Traumzustand absolut überlegen.
    Weiteres: Deine Erwähnung verschiedener Focus Stufen(Stationen?)(erinnere mich an Focus 49 ;) deutet
    doch auf hierarchiebedingtem Aufsteigen(Aussteigen?)
    durch verschiedene Prozesse hin. Gilt dieser Ansatz unter Einbindung deiner heutigen Erkenntnisse nach noch?

    Greetings @all!

    Mystery Mike

  3. Sarah sagt:

    Hallo Jonathan!
    Danke für den interessanten Artikel! :D

    Meine Versuche im Traum Luzidität zu erreichen werden von den Sekundärtarnungsprozessen immer wieder durchkreuzt.
    Wenn Traumzeichen jedoch ohnehin Sekundärtarnungsprozesse sind… macht es dann überhaupt Sinn danach im Traum Ausschau zu halten?

    Was könnte man stattdessen tun?

    Liebe Grüße
    Sarah

  4. Torben sagt:

    Hallo Jonathan

    Ich finde deinen Bericht wirklich bemerkenswert. Hat mich sehr inspiriert :-).

    Vielen Dank

  5. Ikarios sagt:

    Jonathan Monroe – der dem Tode trotzend Wollende
    …gutes Gehirnfutter
    anregend, den labyrinthinischen Katalismus folgend, den Mittelpunkt als Einzigartig, zu fixieren.
    Der Ansatz, den Spiegel als Tarnung zu nutzen ist nicht neu, aber im Kontext eines imaginären Seins, welches sich selbst kreirt, natürlich Teil des Ganzem und berechtigt die Erforschung abstrusester Ideen.

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