Traumnacht: Der schwarze Schatten

Seit vorgestern habe ich mein Bett umgestellt, sodass es nun exakt auf der Nord-Süd-Achse steht. In der gestrigen Nacht habe ich keinen großen Unterschied bemerkt, aber heute Nacht schon. Die Intensität und Länge einer außerkörperlichen Erfahrung scheint mir viel länger zu sein als sonst. Ich bin jedoch nicht in der Lage, all die Erfahrungen wiederzugeben, die ich heute Nacht erlebt habe. Es waren einfach zu viele Sequenzen und Erlebnisse, als dass ich sie komplett behalten konnte. Dennoch werde ich versuchen, so viel zu erinnern, wie es mir eben möglich ist. Ich hatte wieder einige Probleme erneut einzuschlafen bzw. meinen physischen Körper vernünftig zu entspannen, aber nach einer halben Stunde konnte ich mich durch meine Drehtechnik wieder in meinen zweiten Körper transferieren. Die Schwingungen waren nicht sonderlich stark und lang. Viele Menschen mögen diese Schwingungen nicht, wenn sie sie erleben, aber ich mag sie. Für mich ist es ein angenehmes Gefühl. Hauptsächlich vibriert es dann knapp unterhalb meiner Ohren, so als wäre ich an einen Stromkreis angeschlossen. Nun gut, ich würde mit dieser “körperlichen” Empfindung nicht unbedingt dauernd herumlaufen mögen, aber sie ist mir eben nicht unangenehm. Ich kann diese Empfindung in abgeschwächter Form sogar im Wachzustand simulieren.

Nachdem ich in den zweiten Körper gewechselt hatte, besaß ich die Empfindung, ganz nah an der Bettkante zu liegen. Ein Fuß hing sogar darüber und ich lag schon fast auf dem Schwerepunkt. Ich dachte nur, dass ich unbedingt wieder in meinen physischen Körper zurück müsse, um mich mehr in die Mitte des Bettes zu legen. Als ich wieder in meinem physischen Körper war, lag ich jedoch bereits in der Mitte des Bettes. Offensichtlich hatte ich nur mit meinem zweiten Körper am Bettrand gelegen und die beiden Körper miteinander verwechselt. Also konzentrierte ich mich wieder erneut und nach ein paar Minuten hatte ich wieder gewechselt.

Nun konnte ich etwas fühlen. Es war kalt und staubig, außerdem schienen dort einige Steinchen zu sein. Ich bewegte meine Finger und kratzte scheinbar über meinen Schlafzimmerboden. Doch der ist mit Parkett ausgelegt, wie konnte ich dann Staub und Steinchen fühlen? Ich überlegte, ob ich vielleicht durch den Boden gegriffen hatte und somit unter das Parkett. Das war für mich die einzige Erklärung. Dann spürte ich plötzlich, wie sich jemand hinter mich legte. Es war ein sehr deutliches und unmissverständliches Gefühl. Die Person schmiegte sich sogar an mich und legte seinen Mund an mein Ohr und flüsterte mir etwas zu. Ich konnte jedoch kein Wort verstehen. Die Kennung dieser Person war definitiv männlich. Diese ganze Situation hatte schon einen sehr aufdringlichen Charakter, aber war keineswegs sexuell geprägt. Insbesondere als er sich dann auf mich setzte und sein Gewicht unendlich schwer auf mir lastete. Dies erinnerte mich gleich an meine Kindheit, in der jede Nacht ein dunkler Schatten in mein Zimmer kam, sich auf mich gesetzt hatte und mir die Luft nahm. Als vierjähriges Kind habe ich damals oft nächtelang nicht geschlafen, um die Dunkelheit abzuwarten. Sobald es hell war, kam der Schatten nie zu Besuch.

Nachdem er sich also auf mich gesetzt hatte und er immer schwerer und schwerer wurde, rollte ich mich seitlich ab und landete auf dem Fußboden. Danach richtete ich mich auf und schaute mich im Schlafzimmer um, ob ich diesen aufdringlichen Besucher entdecken konnte. Doch ich sah niemanden. Befand ich mich eigentlich noch in meinem eigenen Schlafzimmer? Offensichtlich befand ich mich in einer fremden Wohnung. Ich verließ den Raum, ging durch die Haustür und auf die Straße. Draußen war es noch dunkel. Ich überlegte, wen ich denn jetzt mal besuchen könnte. Im Moment lief ich noch draußen herum und versuchte meinen Zustand zu stabilisieren, sodass ich nicht wieder zu meinem physischen Körper zurückgezogen werden konnte. So wandte ich die alte Indianertechnik an: Auf die Hände schauen. Ich schaute also auf meine Hände, aber dies half keineswegs. Also ließ ich den Blick durch die Gegend schweifen, um mich vielleicht damit gegen eine Rückkehr zum Körper abzusichern, aber auch dies half nicht wirklich viel. Somit hoffte ich, dass mein Zustand stabil genug war, um jemanden einen Besuch abzustatten. Ich konzentrierte und teleportierte mich zu meiner Mitbewohnerin. Innerhalb von Sekunden war ich dort und stand auch schon in ihrem Schlafzimmer. Sie lag im Bett und schien zu schlafen. Langsam ging ich zu ihrem Bett. Plötzlich richtete sie sich auf und schien gerade dabei zu sein, aufzuwachen. Nun konnte ich sie nicht mehr aus ihrem Körper herausziehen, aber ich konnte versuchen, auf mich aufmerksam zu machen. Aus diesem Gedanken heraus bewegte ich einige Gegenstände, die ich auf ihrem Nachttisch entdecken konnte. Es gelang mir, sie ein wenig in Bewegung zu bringen, aber scheinbar nicht stark genug, als dass es ihr aufgefallen wäre. Also brach ich meine Bemühungen an dieser Stelle ab und beamte mich kurzerhand hinfort.

Ich landete auf irgendeiner Straße. Es war eine schöne Nacht. Am Himmel erblickte ich einige Sterne und auf den Straßen gab es nur wenige Autos. Ich nahm Anlauf und riss meine Arme nach vorn, damit ich vom Boden abhob und flog immer höher in die Luft. Die Aussicht auf die Stadt unter mir war imposant und manche Häuser hatten schon Licht. So flog ich eine Weile umher, bis ich wieder auf dem Boden landete. Nur wenige Sekunden später stand ich vor einem großen Gebäude. Es schien mir eine Schule zu sein. Ich begann zu rechnen und schlussfolgerte, dass es mittlerweile wohl halb neun sein dürfte. Somit sollte bereits in der Schule etwas los sein. Ich betrat das Gebäude und lief in den ersten Klassenraum hinein. Er war angefüllt mit vielen Kindern. Es war eine Grundschule.

“So, meine lieben Kinder! Bitte schön hinsetzen, der Unterricht beginnt!”, rief ich laut in den Raum hinein und schritt an den vielen Tischen vorbei. Doch niemand störte sich an meinen Worten, nicht, weil sie nicht auf mich hörten, sondern weil sie mich nicht hören konnten. Ich befand mich noch immer in meinem zweiten Körper und war für sie schlichtweg unsichtbar. Ich machte mir weiterhin einen Spaß daraus und setzte mich auf den Pult. Von dort aus konzentrierte ich mich darauf, mich wieder in Psychokinese zu üben, der Fähigkeit, per Gedankenkraft Gegenstände zu bewegen. Wow! Ich hatte wirklich Erfolge zu verzeichnen. Besser als je zuvor gelang es mir, irgendwelche Gegenstände zu bewegen. Seien es Stifte, Hefte oder Etuis gewesen. Sie bewegten sich, doch fiel es den Kindern nicht auf. Sie waren mit ihren Tätigkeiten beschäftigt. Ich überlegte, ob ich vielleicht irgendwas an den Kindern bewegen sollte, ihr Haar, ihre Kleidung, irgendwas in dieser Art, aber ich wollte die Kinder nicht erschrecken und blieb bei den Gegenständen. Es war irgendwie eine urkomische Situation. Die Kinder spielten und tobten herum, sicherlich auch, weil keine Lehrerin zugegen war, und ich saß unsichtbar auf dem Lehrerpult und bewegte irgendwelche Gegenstände über meine Gedankenkraft.

“Genug geübt!”, meinte ich laut. “Ich danke für die Aufmerksamkeit. Ich hab jetzt frei!” Daraufhin verließ ich den Klassenraum.

Kaum war ich durch die Klassentür gegangen, muss ich mich unterbewusst teleportiert haben, denn ich stand nun in einem mir fremden Hausflur. Ich spürte, dass etwas in mir die Kontrolle übernommen hatte und beschloss, so neugierig wie ich bin, den Impulsen einfach zu folgen und zuzuschauen. So ging ich zwei Stockwerke höher und blieb vor einer Wohnungstür stehen. Ein Blick auf die Türklinke reichte und die Tür öffnete sich automatisch. Ich konnte richtig zusehen, wie die Türklinke von Geisterhand bewegt heruntergedrückt wurde, nur, weil ich es wollte. Durch meine dauernden psychokinetischen Übungen erhoffte ich mir, dass sich eines Tages die Bereiche in meinem Gehirn aktivieren werden, die eine solche Fähigkeit auch im Alltag möglich machte, sozusagen die schlummernden Fähigkeiten, die in jedem von uns stecken, zu erwecken. Irgendwann würde es funktionieren. Ich musste grinsen und dachte dabei an mein letztes Gespräch mit dem alten Mann. Ein richtiger Jedi kann so was! Der kann sogar andere Menschen durch die Luft schleudern oder deren Atem zum Stillstand bringen, wenn er möchte, ohne dafür seinen Finger rühren zu müssen. Eigentlich ist es eine gefährliche Fähigkeit, wenn man einmal näher darüber nachdenkt, was damit möglich ist. Robert A. Monroe, der Pionier des außerkörperlichen Reisens und der viele Jahre stets ein Vorbild für mich gewesen ist, erwähnte einmal, dass man in seinem zweiten Körper sogar in der Lage sein dürfte, einen Menschen zu töten, wenn man es trainieren würde. Er konnte sich in diesem Zusammenhang durchaus vorstellen, dass bereits einige Menschen existierten, die von solchen unangenehmen Praktiken Gebrauch machen würden (s. “Der Mann mit den zwei LebenEcon-Verlag 1972). Diese Aussage ist nun mehr als 38 Jahre alt und in dieser Zeit mag sich vieles weiterentwickelt haben.

In diesem Sinne öffnete ich also die Tür der Person, die ich hier zu besuchen schien, rein psychokinetisch. Sie öffnete sich sehr schnell. Ein Mann stand hinter der Tür und begrüßte mich:

“Komm rein, ich hab dich schon erwartet!”, meinte er.

Hat er meine psychokinetische Handlung bemerkt? Nein, das hat er nicht. Er hatte nichts bemerkt.

Der Mann war sicherlich schon über 70 Jahre alt, Rentner, und er lebte in einer sehr kleinen Wohnung. Sie war völlig zugestellt und es gab eine Kochnische. Ein kleines, unaufgeräumtes Apartment.

“Hier, pass auf, da steht mein Papagei! Lauf nicht dagegen!”, sagte er lachend.

Ich schaute nach rechts und erblickte einen recht großen Käfig, der auf dem Boden stand, doch darin befand sich kein Papagei! Es war ein unheimliches, graufarbenes Tier mit einem riesigen Eierkopf und einem breiten, schmalen Maul, aus dem kleine Zähnchen hervorlugten. Meinem Empfinden nach war dies ein außerirdisches Tier und sicherlich kein Papagei. Doch warum sollte ich alles in diesem Raum auf normale Art und Weise wahrnehmen können, außer diesem angeblichen Papagei? Der Mann, die Gegenstände, die Kochnische, das Sofa, der Sessel, der Tisch, einfach alles konnte ich normal wahrnehmen. Dieses außerirdische Tier war jedoch hässlich, beinahe prähistorischen Charakters und es war nicht irdisch. Ich bekam kurz den Gedanken, dass ich vielleicht die wahre Natur des Papageis wahrnahm und nicht das übliche Aussehen, so, wie wir es im Alltag gewohnt sind. Dies war die einzige Erklärung, warum ich diesen Papagei ganz anders wahrnahm.

“Schau mal hier! Ich habe noch ein Kätzchen für dich. Wenn du es haben willst, kannst du es gern mitnehmen. Ich kann es hier nicht halten. Es ist noch ganz jung!”, sagte er und zeigte auf seine Couch.

Als mein Blick auf die Couch fiel, erblickte ich jedoch kein Kätzchen, sondern ein flauschiges Bündel mit einem sehr langgezogenem Gesicht und äußerst kleinem Mund. Der Mund war so spitz wie bei einem Fisch. Ich hatte keine Angst vor diesem Tier, aber es sah sehr seltsam aus. Ich hielt meinen Finger hin und sofort biss es hinein. Es tat nicht sonderlich weh, aber es schien meinen Finger sehr zu mögen.

“Und? Magst es haben?”, fragte er mich.

“Nein danke! Ich habe für so etwas keine Zeit…”, behauptete ich.

“Ja gut, dann schau aber mal hier an der Wand. Dort in der Kochnische ist Schimmel. Was meinst du dazu? Kannst du das wegmachen?”

In dem Moment erhielt ich den starken Eindruck, dass ich nicht mehr in meiner Realität war, sondern in einer Parallelwelt. Dort machte ich gelegentlich Hausmeisterdienste für ältere Leute. Ich wechselte deren Glühbirnen aus, strich Wände, entlüftete Heizungen und dergleichen.

“Also, wenn du mich fragst”, entgegnete ich, “dann würde ich sagen, dass dieser Schimmel auf der Tapete liegt und nicht von innen kommt. Dies bedeutet, dass du einfach nicht genug lüftest! Insbesondere nach dem Duschen oder Baden, oder was immer du da tust. Musst du kräftig lüften, sonst schimmelt es hier.”

Er nickte: “Ja, das hab ich auch schon vermutet. Eigentlich muss ich nur mehr aufpassen…”

Kurz darauf gab er mir die Hand, drückte sie freundlich und mir schien, als wäre meine Arbeit hier schon getan.

“Dann werde ich mal zum Nächsten gehen”, sagte ich, ohne zu wissen, ob es stimmte.

“Gut, bis bald, Detlef!”, rief er zum Abschied und drückte mir noch etwas Trinkgeld in die Hand.

Ich verließ seine Wohnung und schaute dann auf die Münze, die er mir gegeben hatte. Es war ein glänzendes 50-Pfennig-Stück. Folglich befand ich mich einige Jahrzehnte in der Vergangenheit. Seiner Einrichtung nach zu urteilen vielleicht in den 70ern oder 80ern. Ich war mir nicht sicher. Und vor allem, warum zum Teufel hieß ich hier Detlef? Hatte ich mich etwa an eine fremde Persönlichkeit angeschlossen oder hieß ich dort ganz einfach nur anders? Ich war mir dessen nicht sicher. Jedenfalls musste ich irgendwann diesen Realitätswechsel durchgeführt haben, ohne dass es mir aufgefallen war. Konnte ich eigentlich davon ausgehen, dass ich noch außerkörperlich war? Vielleicht hatte ich bei meiner letzten Loslösung direkt in einen luziden Traum gewechselt. Der Verdacht stand in jedem Fall jetzt im Raum.

Als ich meine Augen wieder öffnete, lag ich abermals in meinem Bett, befand mich jedoch immer noch in meinem zweiten Körper. Der aufdringliche Besucher war verschwunden. Dieses Mal ging es wieder einfacher, mich von meinem Körper zu entfernen und rollte mich einfach zur Seite ab. Ich hatte den Eindruck, als fiele es mir viel leichter als sonst und mutmaßte, dass es vielleicht mit der Position des Bettes zu tun haben könnte. Bisher hatte ich in der neuen Wohnung gezögert, mein Bett wie gewohnt auf die Nord-Süd-Achse auszurichten, vor allem, da dieses Haus hier sogar ausgerichtet ist und genau auf dieser Achse liegt, da mir das Arrangement in meinem Schlafzimmer nicht gefallen hätte. Vorgestern hatte ich mir jedoch gedacht, dass das Umstellen des Bettes bestimmt nicht sonderlich aufwändig ist und ich den Effekt einmal austesten könne. es ist zwar ziemlich ungewohnt, das Bett nun so stehen zu haben, aber es scheint einfach effektiver zu sein.

Ich erlebte noch viele andere Sequenzen in dieser Nacht. Schöne Spaziergänge in der Nacht und am Morgen, Flugmomente im Sternenhimmel anderer Realitäten, Ausflüge zu verlassenen Gebäuden und einigen Personen… Es war eine ereignisreiche Nacht mit vielen Begebenheiten.

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8 Kommentare zu “Traumnacht: Der schwarze Schatten

  1. Hallo Jesus,
    die dritte Pforte beschreibt die Vervollständigung des zweiten Körpers und ist in jedem Fall ein Meilenstein. :-)
    Liebe Grüße, Jonathan

  2. Hallo Jesus & Jonathan!

    Wer/was ist Tr. und C., und überhaupt,
    was ist die 3. Pforte in der Kunst des Tr. von C.?

    Würde mich mal interessieren, das mal zu lesen.

    Liebe Grüße

    Louis

  3. Hallo Louis,
    das Buch, worüber wir hier geschrieben haben, ist “Die Kunst des Träumens” von Carlos Castaneda. Darin beschreibt der Lehrer von Castaneda mehrere Pforten des Träumens, die man erreichen und ggf. passieren kann. Die dritte Pforte des Träumens beschreibt die Gelegenheit, sich selbst und von außerhalb seines Körpers beim Schlafen zuzusehen. Diese Pforte haben ja schon viele erreicht, aber wenn man diese Pforte auch noch durchquert, sodann hat man diese Stufe “abgespeichert” und kann zur nächsten Traumpforte schreiten. Castanedas Lehrer Don Juan gibt hier diese Traumpforten sehr gut wieder und es ist in jedem Fall ein sehr spannendes Buch. Ob es jedoch eine Motivation zum Träumen darstellt, ist m.E. fragwürdig. Manche Kräfte und Einflüsse werden hier von seinem Lehrer recht dunkel betrachtet; außerdem schürt es Ängste. Aber der Weg des Kriegers a la Castaneda ist eben einer der härtesten Wege und nicht für Ängstliche, Egomanen und zart Beseitete gedacht. Darin sind einige klassische Varianten aus dem Buddhismus und vor allem Gurdjieff enthalten.
    Liebe Grüße, Jonathan

  4. Diese Lehre hat eine Jahrhunderte alte Tradition und einen dementsprechenden Erfahrungs,- und Lehrmethodenreichtum. Die Komplextaet und ihre Eigenart der Vermittlung sind gerade fuer unseren Kulturkreis schwer nachzuvollziehen. Trotzalledem sind die Buecher einfach nur fesselnd. Ich werde nicht eher ruhen, bis ich alle gelesen habe. 1999 bekam ich das erste in die Hand. Ja, dieser Weg ist steinig und lang. Aber die Erkenntnisse eines Lebens mit offenen Augen wollen irgendwann nicht weiter geleugnet werden. Fuer meine Suche ist Carlos inspirierend, befreiend, wegweisend und inzwischen unverzichtbar.

  5. So ihr zum Buddha werdet, enden die Fragen und auf dem Wege dahin,
    werden die Fragen weniger und weniger. Es ist ein Anzeichen des Erwachens,
    dass die Fragen abnehmen und es ist ein Zeichen dafür, dass man noch nicht bereit ist für die Erkenntnis der letzten Dinge, so man unentwegt in den Fragen, die der Verstand aufwirft, um euch unruhig und beschäftigt zu halten, den Frieden und das Wissen sucht.

    Don Juan erklaert es mit Nagual und Tonual. Das Nagual ist die Unendlichkeit, das Potential. Tonual sind die Dinge unserer Welt, geschaffen durch Verstand. Ein jeder erschafft mit seinem Verstand eine “Insel seiner Wahrnehmung”, die alles enthaelt was der Verstand zum Erklaeren dieser, seiner Welt benoetigt. Durch das herrschende naturw. Dogma, das unserer abendlaendischen Kultur zugrunde liegt, sind die Inseln vieler, besonders die der Systemhalter, riesige Gebirgslandschaften. Nun, das Nagual, das Unendliche, das sich nicht innerhalb des Tonuals erfassen, oder beschreiben laesst, ist vergleichbar einem Sturm der alles, auch die haertesten Felsen, hinwegfegt. Ein solches Individuum verliert sich in solch einem Sturm.
    Don Juan lehrt seine Insel der Warhnemung einem Atoll gleich flach zu gestalten mit div. Techniken, wobei die Traumarbeit dabei eine Schluesselrolle einnimmt, da sie den Zugang zum Nagual darstellt. Alle seine Lehren zielen darauf ab, dieses Ziel zu erreichen.

  6. Hallo Jesus,
    danke für Deinen Kommentar.
    Es kommt darauf an, aus welcher Perspektive man das betrachtet. Wer auf dem Pfad der Erkenntnis voranschreitet, dem werden viele Fragen beantwortet, aber es gibt auch sehr viele Menschen, die sich gar keine Fragen stellen und somit auch kein Interesse daran besitzen, ihr Bewusstsein zu erweitern. Man muss jedoch erst Fragen stellen, um weiter zu kommen. Man kennt ja sicherlich das Beispiel aus dem Buddhismus, wo gesagt wird, dass man zu einem vollen Glas nichts mehr hinzufügen kann. Somit ist das Fragenstellen ein Anzeichen des Erwachens und der Fortschritt wiederum besteht darin, dass man irgendwann Antworten auf diese Fragen findet.
    Liebe Grüße, Jonathan

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