Suche nach Erleuchtung: Der Tarner (Teil 9)

suche nach erleuchtung

Kaum hatte ich dissoziiert, fiel ich einige Minuten später wieder aus dem Klonselbst heraus und landete wieder einmal in den Wahrscheinlichkeitsfraktalen. Anfangs hatte ich schon ein wenig befürchtet, ich könnte wieder mit einem Blackout konfrontiert werden, aber ich hatte mir vorgenommen, dass ich meine Angst zulasse und akzeptiere, aber nicht aufhören werde, weiterzumachen. In den Fraktalen landete ich wieder bei dem alten Mann, der heute mal wieder mit mir an einem Lagerfeuer saß. Sein langer Weg zu seinem Ziel, das er zu verfolgen schien, hatte er vermutlich immer noch nicht erreicht. Manchmal fragte ich mich, wo er überhaupt hin möchte, aber vielleicht lief er auch nur in den Wäldern umher, weil es ihm Spaß machte.

“Ich freue mich, dass du wieder zurückgekommen bist”, meinte er zur Begrüßung, “Du bist in eine Sackgasse geraten und du hast diese Sache mit dem Blackout erfahren, doch beides hat dich nicht davon abgehalten, wieder ins Labyrinth zu gehen. Das Labyrinth ist deine Herausforderung, daran gibt es keinen Zweifel, aber das Bewusstsein, so wie es grundsätzlich beschaffen ist, akzeptiert keine Sackgassen. Es wird sich immer einen Weg bahnen – es sei denn, du gibst auf.”

Ich nickte und freute mich, denn ich musste zugeben, dass ich nach der letzten Erfahrung schon ein wenig an Mut verloren hatte oder zumindest an Respekt gewonnen hatte. Doch war mir auch immer irgendwie klar, dass ich nicht aufgeben wollte. Maximal hätte ich vielleicht einige Wochen oder Monate gewartet und es dann erneut versucht oder mich langsam herangetastet.

“Das Programm der Menschen in eurer Realität ist für alle gleich gestellt. Jeder Einzelne von euch jagt nach der Erleuchtung. Fast alle von euch sind in dem Labyrinth gestrandet, ohne Erinnerung an den Ursprung des Spiels und an eure Zielsetzung”, fuhr der alte Mann fort.

“Welches Spiel meinst du?”, fragte ich.

“Das Spiel, zu dem ihr herausgefordert wurdet.”

Ich runzelte die Stirn: “Wer hat mich herausgefordert?”

“Jeder von euch wurde vom inneren Kind herausgefordert, oder wie du es nennen würdest: der Tarner, Peter Pan oder auch Atreju. Er steht zwischen dir, dem Labyrinth und der Ganzheit des Selbst. Und natürlich auch zwischen dir und der Erleuchtung.”

“Welches Interesse verfolgt Atreju?”

“Das innere Kind ist nicht unbedingt ein Kind, aber es denkt so. Es hat so viel Energie und Macht, dass es dich alles glauben lassen kann, was es will. So kann es dir Gedanken senden, wenn es nötig ist, vielleicht auch Imaginationen. Es kennt sich hervorragend aus in dem Labyrinth und es will unaufhörlich spielen. Wir sprachen schon einmal darüber… Sieh mich an und lass dich von mir in die Fraktale führen…”

Ich schaute ihn an und dann erhob ich mich und schoss wieder zurück in die Fraktale. Ich flog dort umher und erkannte einige der vielen alternativen Realitäten wieder, die ich schon so oft erblickt hatte, aber dann sah ich, was mir der Mann zu erklären versuchte. Ich sah es nicht, aber ich fühlte den Tarner, wie er über das Labyrinth jagte. Ich nahm ihn hinter mir, vor mir und seitlich von mir wahr, oben und unten. Er war so schnell und unerreichbar. Niemand konnte ihn genau ausmachen, wo er sich gerade wirklich befand. Kurz darauf verlor ich ihn aus den Augen und erblickte daraufhin all die Menschen, denen ich begegnet war. Dort durfte ich wieder einmal erkennen, dass sie alle an diesem großen Spiel beteiligt waren. Jeder einzelne, unabhängig davon, was jede Person für sich glaubte, was sie hier auf Erden zu suchen hatte. Selbst der Nachbar mit dem Tirolerhut, der Lederhose und dem Dackel war auf der Suche nach der Erleuchtung, auch wenn er es nicht bewusst wissen wollte. Es gab niemanden in dieser Welt, der nicht danach suchte. Sie alle waren schon bis auf einiges an die Erleuchtung herangekommen, aber keiner hatte sie erreicht. Die Erleuchtung selbst schwebte wie ein geheimnisvoller Schleier über all den Menschen auf ihrer Suche… Und wer stand dazwischen? Der Tarner, das innere Kind, das sich in den Kopf gesetzt hatte, alle zu diesem gewaltigen Spiel herauszufordern. Für ihn war unsere Alltagsrealität formbar wie der Teig zum Kuchen. Erinnerungen, Gefühle, Gedanken, sie alle konnten beeinflusst werden. Der Tarner war definitiv stärker als alles, was mir jemals persönlich begegnet war. Wie konnte ich kleines, mickriges Selbst dieses machtvolle, verspielte Selbst überlisten? Es war nicht nur aussichtslos, sondern unmöglich.

Wenige Augenblicke später saß ich wieder mit dem alten Mann auf der Lichtung am Lagerfeuer.

“Das Labyrinth ist das Problem von euch allen. Ihr rennt darin herum und habt vergessen, dass ihr das Spiel schon einmal verloren habt. Es ist aber wiederum das, was euch Menschen miteinander verbindet. Die meisten von euch haben aufgegeben und nur wenige haben noch eine intuitive Ahnung, was mit ihnen geschehen ist. Die Blöcke, die du in einer Erfahrung wahrgenommen hast, sind nichts anderes als das Verändern bestimmter Gänge in diesem Labyrinth. Im Alltag bedeutet ein verschobener Gang eine neue Möglichkeit, die sich euch öffnet oder schließt. Der Tarner kann diese Gänge ebenfalls beeinflussen, so wie die geheime Ebene, zu der du keinen Zutritt finden kannst.”

“Was kann mir dabei helfen, die aussichtslose Situation, in der ich mich befinde, zu lösen und den Tarner zu besiegen?”

“Du kannst den Tarner nicht besiegen, du kannst ihn nur herausfordern und nicht zu einem Gefecht oder einer Diskussion, in der du ihn mit Worten schlagen kannst, sondern nur im Spiel.”

“Wie kann dieses Spiel aussehen?”, fragte ich nach.

“Das Spiel ist, seine Tricks und Schlichen zu erkennen und seine Kennung zu finden. Sobald du sie hast, kannst du ihn jederzeit rufen und ihn zu einem Spiel herausfordern. Wenn du ihn einmal herausforderst, dann hast du seine Aufmerksamkeit erregt. Es ist unmöglich zu gewinnen, aber du musst es trotzdem versuchen.”

“Ich habe ihn wahrgenommen und er ist hundert Mal gewandter und erfahrener als ich. Es ist völlig aussichtslos! Es wundert mich nicht, warum so viele aufgegeben oder vergessen haben.”

“Nicht nur das, das Spielen mit ihm hat auch viele in Depression, Angst, Trauer, Wut, Hass, Bitterkeit und Resignation hinterlassen. Selbst euer krampfhaftes Festhalten an der harten, rationalen Realität ist eines seiner größten Späße. Die Kunst, die du zum Glück bereits erlernt hast, ist, dich nicht entmutigen zu lassen. Du machst weiter trotz der hinderlichen Gefühle, die dir schon begegnet sind”, ergänzte er.

“Ich habe überlegt, ob der Tarner böse ist, aber er ist es nicht. Ich fühle, dass er gut ist, aber nur sehr stark verspielt. Unser Alltag mit all seinem Ernst und Problemen ist für ihn nur ein Spiel. Wenn wir heulend in der Ecke sitzen und über Selbstmord nachdenken, wird es für ihn ein Spiel sein.”

“Das ist richtig. Mach dir aber keine Gedanken darüber, dass es dich dauernd beeinflusst. Es beeinflusst nur wichtige Momente im Leben oder Augenblicke, die dafür sorgen könnten, dich zu erinnern oder sich seiner Anwesenheit bewusst zu werden. Und natürlich im offenen Spiel mit ihm. Nimm nichts in der Auseinandersetzung mit ihm ernst. Wenn du negative Gefühle empfindest in deinem Leben, nehme sie nicht ernst. Folge deiner Intuition und deinem Herzen, dann hast du eine winzige Chance!”

Ich musste grinsen. Für einen Moment glaubte ich, Atreju zu fühlen, wie er am Rande des Labyrinths fett grinste. Als seien wir telepathisch miteinander verbunden, wusste er genau, was ich in dem Moment dachte.

“Wenn du ihn zum Spiel herausforderst, dann musst du aufmerksam, flexibel und unerschütterlich sein. Vergiss das nicht! Nicht wenige von euch sind eines Morgens in ihrem Bett aufgewacht und erinnerten sich an irgendeinen Unfug und glaubten, das wäre nun ihr Leben! In Wirklichkeit hatten sie in einem offenen Kampf gegen den Tarner verloren! Niemand von euch kann sich die Kraft, die er besitzt, vorstellen. Und ich rede hier nicht von einem Spiel in einem Sinne, sondern von der Möglichkeit, euch selbst wiederzufinden, euch wieder zu erinnern und selbst zu erkennen. Wer kein Interesse daran besitzt, sich ihm erneut zu stellen, ist schon längst besiegt worden. Alle, und ich betone, alle sind an diesem Spiel beteiligt.”

Langsam kam ich wieder in meinem Bett und somit in meiner gewohnten Alltagsrealität an. Es war mal wieder eine interessante Begegnung mit dem alten Mann gewesen. Er schaffte es immer wieder, mich zu faszinieren. Die Auseinandersetzung mit dem Tarner war mir aus älteren Erfahrungen jedoch schon bekannt, aber ich hätte niemals gedacht, dass er so eine wichtige Schlüsselposition besitzt, die mich von der großen Erleuchtung und von der Ganzheit des Selbst trennte, von meiner eigenen Ganzheit, die ich irgendwann verloren hatte.

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15 Kommentare zu “Suche nach Erleuchtung: Der Tarner (Teil 9)

  1. hallo jonathan,

    hatte mich schon früher gefragt was es mit dem inneren kind (tarner) auf sich hat.
    freut mich sehr das du jetzt mehr erfahren hast.
    der tarner beeinflußt also immer die wichtigen momenten im leben oder augenblicke,die dafür sorgen könnten,sich zu erinnern oder sich ihm bewußt zu werden.er ist also im übertragenen sinne das sand männchen das uns eine neue priese sand (illusion) in die augen wirft,wenn wir gerade am aufwachen sind.
    wenn es unmöglich ist ihn zu besiegen,sollte man vieleicht nicht versuchen ihn zu besiegen.vieleicht sollte man versuchen ein unentschieden zu erreichen.einfach nur nicht verlieren und nicht gewinnen.
    wenn es unmöglich ist zu gewinnen,kann man nur gewinnen dadurch das er aufgibt.
    das meine ich mit unentschieden,solange bis er die lust verliert und entnervt aufgibt.
    wenn er wie ein kind denkt,dann wird er aufgeben wenn er keinen spaß mehr hat.
    das ist aber nur so ein gedanke von mir.
    freu mich schon auf deine weitere suche nach erleuchtung.mach weiter so.
    liebe grüße,
    marco

  2. Das innere Kind – das Es – oder auch Spirit genannt,
    Spirit fordert das Ratio Paradigma, was sich der moderne Mensch zur Grundlage seines irdischen Lebens als das allein Zuverlässige aufgebaut hat, zum Spiel heraus.

    Spirit steht am Rande des Labyrinths und lacht.
    Richtig, weil Spirit das gesamte gespeicherte Wissen des Universums im Hintergrund hat und darauf zurückgreifen kann

    weil aber Ratio nur das gesammelte Wissen der irdischen Wissenschaft und der rationalen Erfahrung besitzt und damit sehr begrenzt ist, Ratio wird ganz schnell mit seinem Kopf gegen die Wand laufen und das weiß Spirit längst.

    Spirit, der Magister Ludi!

    Folglich: fordere Spirit nur heraus, wenn du dein eigenes “Inneres Kind” wieder neu hast auferstehen lassen denn nur dann kannst auch du auf das gesamte Wissen des Universums zugreifen.

    Gewinnen wirst du allemal, wenn es vielleicht auch nicht dieses Spiel ist, ein Gewinner bist du trotzdem.

    Es gibt noch viel zu berichten über dieses ‘Innere Kind’, es ist ein zu großes Thema um jetzt hier näher darauf eingehen zu können.

    Grüße den Alten Mann wenn du ihn wiedersiehst, Jonathan, und viel Spaß beim Spiel ;-)

    Liebe Grüße
    Amelie

  3. Lieber Jonathan,
    danke, dass du uns an deinen fantastischen Träumen teilhaben läßt!

    Ist der „Tarner“ nicht genau an jener Demarkationslinie bis zu der unsere bisherigen Erfahrung reichen – einschließlich der daraus möglichen Schlussfolgerungen? Ist er nur der „Verdecker“ der eigentlichen, dahinterliegenden Realität aus der wir kamen? Einer Realität, die zu erkunden und als anwendbare Möglichkeit zu verstehen, wir mit unserer Geburt im Materiellen aufgebrochen sind? Hat er nicht die Aufgabe zu verdecken, weil wir ansonsten überhaupt keine Erfahrung sammeln könnten? Das große Spiel würde ohne ihn gar nicht funktionieren. Er muß sogar Teil unseres Deals sein, dieses Leben leben zu können. Er muß (vielleicht) sogar Teil unseres eigenen Selbstes sein – nicht vom ganz Großen Selbst, aber Teil unserer „Persönlichkeitsgesamtheit“, die die gleichzeitig (in der Zeitlosigkeit) existierenden Doppelexistenzen voneinander abschirmen muß um deren Enwicklungs- und Erfahrungsmöglichkeiten zu gewährleisten? So viele Fragen und nur ein Jonathan!

    Liebe Grüße
    Peter

  4. Hallo Marco,
    vielen Dank für Deinen Kommentar und dass Du hier weiter am Ball bleibst und die spannende Entwicklung weiter verfolgst. :-)
    Liebe Grüße, Jonathan

  5. Hallo Peter,
    der Tarner ist scheinbar so weit entwickelt, dass er das Labyrinth verlassen konnte, aber immer noch Zugriff darauf hat. Sogar mehr als man hoffen mag. In einer meiner Erfahrungen zum Thema Erleuchtung schien ich ein Weltenloser zu sein, der sich nicht entscheiden konnte, eine bestimmte Realität zu wählen und wurde mit Geschichten von dunklen Persönlichkeiten verglichen wie beispielsweise Darth Vader. Die Perspektiven sind hierbei sehr interessant, denn für den Tarner ist alles Spiel, selbst die schlimmste Dramatik, die man auf Erden erleben kann. Ich sehe hier also einen Zusammenhang. Er verdeckt vermutlich die Realität aus der wir wirklich kamen, sicher bin ich aber nicht. Ich gehe jedoch davon aus. Das Spiel würde dann nicht möglich sein, da hast Du Recht. Doch offensichtlich kann man zeitweise aus dem Spiel aussteigen, wenn nicht, dann werde ich irgendwann ein Problem haben. ;-)
    Liebe Grüße, Jonathan

  6. Hallo Jonathan;
    Könnte man es nicht so betrachten, dass das innere Kind, deins und der Tarner selbst, eins sind? Ja das DU es bist? Demnach könntest du ihn leicht „besiegen“. Wenn du anerkennst, dass nicht nur er dich beeinflusst (mit dir spielt), sondern ebenso du mit ihm, und dass ihr „beide“ eins seit, also DU, dann ginge es nicht mehr um gewinnen oder verlieren sondern nur noch um SEIN. Dann kannst du das sein, was du willst. Zum Beispiel der Wissende. All deine Erfahrungen sind eine Projektion deines Geistes, somit kannst du alles beeinflussen. Dazu musst du nichts tun, sondern einfach WISSEN, dass es so ist. Wenn du es WEIST, entspannst du dich automatisch und betrachtest das GANZE als ein Spiel, was es ja auch ist, welches du nach belieben beeinflussen/verändern kannst. Auch die Regeln. Deine Innere Ruhe und Gewissheit werden die Machthaber sein, wo Macht wahrscheinlich dann auch nicht mehr wichtig sein wird.

    Vor Jahren habe ich so gedacht. Es gab da etwas, was ich mir sehnlichst in meinem (physischen) Leben herbeisehnte, doch alles, alle Erfahrungen und Wissen sagten NEIN. Es war ganz klar unerreichbar. Dann, plötzlich, die Erkenntnis: alles wartete nur darauf, das gesamte Universum, alle Wesen darin, dass ich es endlich annehme. Das von mir gewünschte sollte längst mein sein, ich müsste es nur annehmen, meine „Macht“ anerkennen. So wie Innen so Außen bedeutete, wenn ich WEIS, dass ich zum Beispiel etwas bekommen oder erfahren werde, dann WIRD es auch so sein. Meine innere Haltung bestimmte über alles. Wenn es dort hies: nicht haben, dann bekam ich auch nicht. Und umgekehrt. Es leuchtete mir plötzlich glasklar ein, alles machte Sinn und alles PASSTE. Ich musste auch nichts mehr denken oder nicht denken, fühlen oder imaginieren, tun oder sein lassen. Einfach nur SEIN. Loslassen hatte nichts mehr damit zu tun, sich von etwas zu trennen, sondern damit, es sich entfalten zu lassen damit es zu einem kommt.

    Ich rechnete mit etwa 8 Monate oder ein wenig mehr, bis sich das Resultat einstellte. Nach eineinhalb Wochen war es aber plötzlich schon so weit, und ich nahm die Gelegenheiten nicht einmal wahr, ich interpretierte nicht mehr, ich hörte auf mich mit den Umständen zu identifizieren, ich war einerseits außerhalb der Illusion Leben und gleichzeitig VOLL DA, ich GENOSS einfach, dass ich dort war wo ich gerade war, es würde schon so kommen dass ich bekomme was ich will, war ja unvermeidbar, da ich es zu meiner Wahrheit gemacht hatte. Ich hatte nicht einmal mehr Fragen. Keine Fragen!! Mein Kopf hörte auf zu rattern und ich schwebte vor mich hin, konnte plötzlich wieder schlafen und alles war Zuversicht, Geborgenheit und Magie. Und siehe da, es kam so schnell!! Wow!
    Dann entwickelte es sich anders als gedacht und ich verfiel in Depressionen und jetzt lehne ich mein Leben komplett ab. Natürlich könnte ich sagen, dass meine Angst, zu verlieren was ich hatte, den Verlust auch verursacht hat, denn Angst bekam ich wieder schnell. Nur: bin ich wirklich der Erschaffer meiner eigenen Realität? Auch der physischen?? Jetzt zweifle ich daran, denn damals war der Zeitpunkt meines „Erwachens“ einfach perfekt, doch jetzt ist nichts mehr perfekt, und sollte ich damals erwachen, wieso ist dann alles so schief gelaufen?? Die Ironie ist, dass das erwünschte genau DANN kam, als ich wusste, dass ich alles selbst gestaltete. Doch wer sagt mir, dass es nicht Zufall war? Schlicht unvermeidlich, wie das bittere Ende? Es ist wie Gott. Ich kann es weder beweisen noch widerlegen. Doch wird immer dieser Restzweifel bleiben, dass es doch ICH war, der die Erfahrung ermöglichte… Im umgekehrten Schluss bleibt der Zweifel, dass es doch nur Zufall war bzw. das Resultat von einer simplen Kette von Ursache-Wirkung…

    Wenn wir aber doch in allen Ebenen des Seins alles selbst beeinflussen, warum dann nicht auch auf der physischen Ebene? Zumal ja alles aus reiner Information besteht, alles nur ein Konzept des Bewusstseins ist, alle grenzen nur im Geiste sind?? Zweifel, ach dieser Zweifel… Unwissenheit ist echt übel…

    Nun lass dich von meinem negativen Denken nicht irritieren. So ironisch es auch ist, dass ich noch zweifle, weil ich den Fehler begehe mich mit meinem Drama zu identifizieren, alles in mir sagt mir, dass es in Wahrheit KEINE Grenzen gibt. Nirgens.

    In diesem Sinne…

    Lieben Gruß
    Louis

  7. Wir, eine Gruppe hier, recherchieren seit 2,5 Jahren, eine junge Studentin aus unserer Stadt ist spurlos verschwunden von einer FH Fete in 2007.

    Unter anderem fand ich einen früheren Eintrag im Internet, noch zu ihrer Gymnasium Zeit,
    sie schrieb:
    “Ich bekomme immer alles was ich will!”

    Das hat mir viel zu Denken gegeben, dieser Eintrag von ihr.

  8. Hallo Amelie;

    verstehe was du meinst. Nur bei meinem Wunsch ging es nicht um besitzen, sondern um Sein, wenn du verstehst. Dazu gehörte die vollkommene Harmonie der Welt mit meinen Wünschen, das nicht-getrennt sein, das selbst gestalten in der Form, dass man nichts dafür tun oder manipulieren muss, sondern einfach geschehen lassen. Schlicht annehmen. Die Idee war, alle Möglichkeiten sind irgendwo Realität und wir “navigieren” mit unserem Bewusstsein (so oder so, bewusst oder unbewusst) durch die unendlichen Optionen. Nach dem Motto: es gibt auch eine Version des Universums, wo alles so läuft, dass meine Neigungen und Vorlieben erfüllt werden und noch genug Raum für Entwicklung und Vielfalt ist. Da will ich hin. Eine kurze Zeit war ich auch dort…

    Zu meinem Wunsch gehörten die Wertschätzung, das frei sein und freie Entfaltung dazu. Es war PURE MAGIE. Wie ewig verliebt sein, in allem, alle Wesen, Atome, Wellen, Formen, Konzepte. Ich war frei. Ganz kurz…

    Wünsche dir Magisches.

    Lieben Gruß, Louis

  9. Hallo Louis,
    lieben Dank für Deinen langen Beitrag.
    Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Natürlich hast Du Recht und das habe ich auch in der Serie “Suche nach Erleuchtung” erklärt, dass das innere Kind und der Tarner identisch sind. Doch Ratschläge nutzen bei dem Tarner nicht. Für ihn ist jedes lustige Ereignis in der Welt der Körper ebenso herzerfrischend und gespielt wie jedes herzzerbrechende Ereignis. Wenn man das für sich selbst erkennt und es so handhabt, dann hat man eine Chance.
    Unwissenheit und Zweifel sind Eigenschaften des Verstandes. Es ist seine Aufgabe, genau so zu denken.
    Liebe Grüße, Jonathan

  10. ja Louis, ich verstehe dich sehr gut, ich habe eine Ahnung von diesem Magischen.

    Um diese Ebene des Frei sein von allem in unserem hiesigen Leben erreichen zu können, da bedarf es aber auch der Befreiung von allen körperlichen und irdischen Bedürfnissen, nun gut, sagen wir, die Einschränkung aller körperlichen Bedürfnisse auf ein unterstes Maß welches gerade noch das pure Überleben sichert.
    Schaffst du diese Ebene aus freien Stücken dann bist du wirklich frei, dann hat die Magie den Raum um sich entfalten zu können.
    Frei von menschlichen Bedürfnissen, frei von der Sucht nach Anerkennung in jeglicher Form, frei von Angst frei von Hass, frei von Sehnsucht frei von allem.
    Nur noch geschehen lassen, durchlässig sein für alles was dir begegnet.
    Aber dieser Zustand lähmt dich letztendlich auch wieder, weil du in diesem Zustand nur noch ein Guru am Rande des Ganges sitzend bist und darauf angewiesen, dass dich Leute füttern ;-).
    Somit ist dieser Zustand nicht von der Evolution erwünscht und daher auch nicht zuträglich für deine Erkenntnis.
    Vielleicht ist ja ein Mittelweg, so wie Gandhi es geschafft hat möglich ;-)

    Der Tarner, Jonathan, das scheint mir die Figur der Leichtfertigkeit zu sein, hier aus unserem irdischen Leben, die im Jenseits das widerspiegelt was hier als Spielsüchtige und leichtfertige rücksichtslose Elemente auf der Erde ihr Unwesen treiben. Die Figur hat Macht.
    Die Figur kennt kein Mitleid und keine Trauer, macht sich lustig über alles was geschieht und empfindet es als Spiel.
    Das tun diese korrupten Menschen auf der Erde, Banker, Manager, Mafia etc? Sie empfinden ihre Schachzüge an der Börse oder sonst in ihren Geschäften auch nur als Spiel, sie haben kein Erbarmen mit ihren Opfern.
    Der Tarner ist die Geistgestalt der Korrupten.
    Er ist furchterrebend!

  11. Hallo Amelie;

    was ich meinte war: frei sein von den Umständen, sich keine Sorgen machen, denn es ändert sich schon noch zu meinen Gunsten, ich will mich noch nicht von meinen Bedürfnisen befreien. Ich will frei sein UM ZU, nicht frei VON, wenn du verstehst. Vom negativen möchte ich mich natürlich schon befreien. Ich bin kein Guru oder Buddha, und das möchte ich nicht sein, noch lange nicht. Ich will meine Vorlieben und Bedürfnise erfüllt sehen, aber so, dass keine Sucht aufkommen kann. Nach dem Motto: ich brauche es nicht, muss aber deswegen nicht darauf verzichten. Ich will frei sein und gleichzeitig VOLL Mensch sein, denn das ist es was ich hier bin.

    Der Zustand den ich damals erreichte sah so aus: ich musste nicht mehr klammern und mich mit Mangel abgeben, denn ich war ja geistig in Fülle, und so wie Innen so Außen. Wie wenn man eine Flasche Cola auf den Tisch hat, wenn sie meine ist, dann schaue ich nicht ständig hin ob sie denn noch da ist, ich muss sie nicht mehr in meinen Armen umklammern, damit sie ja nicht verschwindet. Und diese Flasche ging auch nie leer.

    Es war ein Zustand in dem ALLES in Harmonie mit mir war und umgekehrt. Ich war auch in meiner Macht, aber so, dass NICHTS manipuliert werden musste. Ich konnte einfach zwischen den verschiedenen Versionen wählen, die alle real sind. Schickaniert mich mein Chef Hans Müller? Na und? Es gibt auch einen Hans Müller, der mich unterstützt. Den wähle ich. So konnte ich ihn akzeptieren als er noch im A…loch-Modus war. Und siehe da, plötzlich war er SO nett!!

    Ist nur ein Beispiel, die wahre Geschichte ist weitaus persönlicher.

    Zum Thema Macht: ich gehöre nicht zu denen, die Macht (oder Geld) verteufeln, denn wie das Wort schon sagt, es kommt darauf an, was man damit MACHT. Es kann etwas wundervolles sein.

    Ich kann auch erst Fülle und Freude zu anderen bringen, wenn ich selbst in der Fülle bin. Macht ist großartig, sie hat nichts mit Kontrolle zu tun.

    Erst ab einer bestimmten Reife wird Macht zu einen wundervollen Instrument. Vorher kann es natürlich großen Schaden anrichten. Alles ist eine Frage der Motivation.

    Tarner:
    ich glaube der Tarner ist ähnlich wie Gott. Er beurteilt nichts und kennt auch keine Vorlieben, denn alles ist in ihm enthalten. Es ist nicht böse. Zur Verzweiflung kann es einen trotzdem bringen.

    Danke Amelie für deine Gedanken. \”…durchlässig sein für alles was einen begegnet\”. Ja, ein sehr schöner Satz, und nein, erlahmen möchte ich keineswegs. Sagen wir so: sowohl als auch, und zwar gleichzeitig.

    Liebgruß von mir an alle.

  12. Ja Louis,

    jetzt verstehe ich was du meinst,

    sehr schade, dass du diesen Bewusstseins Zustand nicht mehr hast.

    Du warst sehr nahe am Ziel denke ich, vielleicht schaffst du es ja wieder dort hin.

    LG Amelie

  13. Dieser Beitrag löst wieder mal ein “seltsames” Gefühl bei mir aus:

    -> Amelie sagt:
    11. März, 2010 um 15:31 Uhr
    Wir, eine Gruppe hier, recherchieren seit 2,5 Jahren, eine junge Studentin aus unserer Stadt ist spurlos verschwunden von einer FH Fete in 2007.
    Unter anderem fand ich einen früheren Eintrag im Internet, noch zu ihrer Gymnasium Zeit,
    sie schrieb:
    “Ich bekomme immer alles was ich will!”
    Das hat mir viel zu Denken gegeben, dieser Eintrag von ihr. <-

    Zum einen wohne ich in der betreffenden Stadt, wo "Tanja" G. verschwunden ist und zum anderen ist der Satz "Ich bekomme immer alles was ich will" auch ein Standardsatz von mir…..

    LG
    Lee (Anja G.)

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