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Suche nach Erleuchtung: Kurt Cobain im Jenseits (Teil 54)

Suche nach Erleuchtung

Suche nach Erleuchtung bzw. Erkenntnis ist eine Reihe von kontinuierlichen Erfahrungen mithilfe der Bewusstseinsprojektion in die Sphäre der alternativen Realitäten, die wie ein gigantisches Labyrinth angeordnet ist. Dort wird immer wieder mit mir über eine ganz bestimmte sehr umfassende Erleuchtung gesprochen, die nur wenige Menschen jemals erreicht haben…

Heute fühlte ich eine besondere Energie in mir und beschloss, mal wieder zu versuchen, in die Wahrscheinlichkeitsfraktale zu reisen. In den letzten Monaten war es mir nur sehr schwer gelungen. Ich war dieses Mal jedoch innerhalb von 10 Minuten dort und war überrascht, dass es so schnell ging. Dort angekommen traf ich natürlich wieder auf den alten Mann, der an einem Feuer saß und wie gewohnt, auf mich zu warten schien.

“Setz dich”, forderte er mich auf.

Ich suchte mir einen auf die Seite gelegten Baumstamm aus und setzte mich. Es war bereits dunkel in seiner Welt und der Wald um uns her wirkte verzaubert.

“Was möchtest du?”, fragte er mich gerade heraus.

“Ich wollte sehen, ob es neues zu besprechen gibt oder andere Neuigkeiten gibt – und natürlich, wie es dir geht…”, entgegnete ich lächelnd.

“Hast du die Erkenntnis erreicht?”

“Ich habe in der letzten Zeit viele Dinge für mich erkannt und da ist sicherlich einiges dabei, was sehr interessant ist”, antwortete ich.

“Das ist nicht ausreichend. Es geht um die große Erkenntnis! Und wenn du sie nicht erlangst, dann kann ich nicht viel mit dir anfangen!”

“Was schlägst du mir dann vor?”

Ohne mich anzuschauen, griff er nach einem dünnen Ast und stocherte im Feuer herum und meinte:

“Geh und such wieder nach der Erkenntnis! Halte dich nicht mit einem alten Mann auf. Dafür haben wir beide nicht genügend Zeit… Konversation können wir betreiben, wenn es so weit ist.”

Nun gut, dachte ich mir, so erhob ich und verabschiedete mich, um in die Wahrscheinlichkeitsfraktale einzutauchen und mich in dem Labyrinth erneut  umzuschauen.

Es war unglaublich! Wieder reiste ich durch die vielen alternativen Realitäten und sah all die Menschen unseres schönen Planeten, wie sie versuchten, die große Erkenntnis zu erlangen, von der der alte Mann gesprochen hatte. Ich musste grinsen, denn irgendwie hatte sich seit meiner ersten Begegnung mit dem alten Mann nicht viel verändert. Ich war noch immer auf der Suche nach dieser Erleuchtung, von der er dauernd sprach, ich suchte verzweifelt nach ihr und er lachte mich aus und hinterfragte meine Aufrichtigkeit.

Einer meine beliebtesten Sprüche ist, dass Glaube eigentlich nicht der Wahrheitssuche dient, sondern dass er vielmehr Geschmackssache ist und jeder nur das glauben will, was ihm schmeckt und was dem Menschen nicht schmeckt, das glaubt er auch nicht, folglich dient der Glaube der Selbstwerterfüllung und eben nicht der Wahrheitssuche. Aus dem Grund musste ich trotz meiner Empfindungen davon ausgehen, dass der alte Mann Recht hatte und ich mir selbst nur etwas vormachte. Bei unserer ersten Begegnung hatte er gemeint, dass ich nur mit den Fingern schnippen müsste, um die notwendige Erkenntnis zu erhalten und in meiner Entwicklung eine Ebene höher zu steigen. Zwar erblickte ich jetzt in den unendlich vielen alternativen Realitäten nicht, wie einfach es war, diese Erkenntnis zu erlangen, aber ich sah abermals all die vielen Menschen, die auf unserem Planeten lebten, wie sie nach der Erkenntnis suchten und sich dessen nicht einmal bewusst zu sein schienen. Überall, gleich, wo ich hinblickte, ging es ihnen um das Gleiche und während ich umhersuchte, stand plötzlich ein Mann vor mir mit halblangen, blonden Haaren und in lockerer Jeanskleidung.

Im ersten Moment dachte ich, dass ich diesen Mann doch irgendwoher kannte… Dann fiel es mir ein: Es war Kurt Cobain! Er war der Leadsinger der berühmten Musikband Nirvana gewesen und hatte sich im April des Jahres 1994 mit einer Schrotflinte selbst das Leben genommen. Warum begegnete gerade er mir hier? Ich hätte wirklich mit jedem anderen gerechnet!

Er begrüßte mich mit einem Hi und lächelte mich an. Blitzschnell versuchte ich zu erinnern, was ich über ihn wusste, aber viel war es nicht, muss ich gestehen. Doch hatte ich mich gelegentlich mal gefragt, warum er sich wohl das Leben genommen hatte. Die Frage war jedoch nie so stark in mir gewesen, als dass ich nach einer Antwort gesucht hätte. Es ist auch immer so eine Frage, wie die Hinterbliebenen einen Selbstmord interpretieren und welche Rechtfertigungen dazu herangezogen werden. Kurzum: Was die Hinterbliebenen behaupten, muss noch lange nicht mit den Gedanken des Verstorbenen übereinstimmen.

Wir kamen ins Gespräch und ich fragte ihn, warum er sich das Leben genommen hatte. Darauf antwortete er:

“Ich kam mir damals so mechanisch vor! Ich hatte keinen Spaß mehr an der Musik. Doch mir gefiel es, die Menschen glücklich zu machen und das hat mich gleichzeitig unter Druck gesetzt, weiterzumachen. Ich wollte niemanden enttäuschen. Durch diesen  Konflikt wurde mein Körper krank, weil ich ihn nicht lösen wollte…”

“Und darum hattest du dann beschlossen, dein Leben zu beenden?”, fragte ich.

“Nein, deswegen nicht. Ich hätte ja eigentlich aufhören können, aber darum ging es eigentlich gar nicht.”

In dem Augenblick wunderte ich mich. Was war dann sein Grund gewesen, sein Leben zu beenden? Er fing meine Frage gleich telepathisch auf und antwortete: “Ich habe viele Drogen genommen und ich habe dabei etwas für mich erkannt, also ich meine, ich hatte eine Erkenntnis…”

Nun ahnte ich bereits, warum wir uns begegnet waren. Er hatte eine Erkenntnis und das war es, wonach ich ja auch suchte.

“…Es ist aber nicht die Erkenntnis, nach der du suchst, aber sie hat damit zu tun. Man kann es nicht mit Worten beschreiben, das geht einfach nicht. Schau in mich hinein und du wirst sehen, wovon ich spreche”, forderte er mich auf.

Dann konzentrierte ich mich und tauchte in seinen Geist ein oder er schickte mir eine Art Informationsblase, in der alles enthalten war, was er mir mitteilen wollte. Wie auch immer, ich erblickte wie auch er, in Übereinstimmung mit all den Menschen, die ich zuvor gesehen hatte und nach der Erkenntnis suchten, ebenfalls danach suchte. Er hatte völlig Recht! Es war wirklich kaum mit Worten zu beschreiben. Als ich in ihn hineinschaute, konnte ich mir alles erklären. Ebenso war es unmöglich, jemand Unbeteiligtes davon zu berichten oder ihn darüber aufzuklären, aber jedenfalls war für mich nun völlig deutlich, warum er sich getötet hatte! Ich hatte vollstes Verständnis und es war ganz einfach logisch, was er da gemacht hatte. Er war weder verrückt noch unfähig oder aufgrund von Drogenkonsum verwirrt gewesen. Ich würde sogar behaupten, er war klarer als jemals zuvor, als er sich für den Freitod entschieden hatte.

Natürlich weiß ich, dass nun ein jeder meiner Leser unbedingt gern wissen möchte, was ich in ihm “gesehen” hatte und ich werde versuchen, es mit Worten zu beschreiben, aber ich gehe nicht davon aus, dass es jemand mithilfe des geschriebenen Wortes verstehen wird:

Es entsprach wirklich einer Art erkenntnisorientierten Gegenwartssituation, wenn man so möchte, vielleicht mit der Pointe eines Witzes zu vergleichen, die man plötzlich begreift, nur, dass man nicht unbedingt darüber lachen muss, sondern ganz klare Optionen aufgezeigt werden, die bestehen.

Jeder Mensch befindet sich im Alltag in einem Zustand, der völlig verklärt und verdunkelt ist. Man sucht nicht nach Erkenntnis oder Erleuchtung, sondern man regelt den Alltag – und ab und zu sieht man zu, dass man sich dabei auch ausreichend amüsiert. Darüber hinaus glaubt man auch der zu sein, der man in diesem Moment ist. Man vertraut den Angaben in seinem Personalausweis, den Erzählungen der Eltern über die Kindheit und last but not least seinen eigenen Erinnerungen an dieselbe. Kurt erlebte verschiedene Rauschzustände und erkannte in ihnen, dass die Menschen nicht viel anders als er und dass sie alle auf der Suche nach einer Möglichkeit waren, einen Level aufzusteigen. Doch dafür benötigten sie ein bestimmtes Verständnis. Dieses besaßen sie jedoch nicht im Alltag und somit konnten sie die Erkenntnis nicht erlangen, da der Alltagsverstand nicht dafür gedacht ist, nach Erkenntnissen zu suchen. Jeder Mensch kann handeln, wie immer er möchte, er kann sich sein Leben so gestalten, wie er es gerne haben will. Dies gelingt zwar nicht immer oder es tauchen Probleme und Widerstände auf, aber trotzdem mag man oft sein Leben oder strebt diesen Zustand zumindest an. Davon unabhängig erkannte er/ich, dass, was immer ein Mensch in seinem Leben auch unternimmt, es letzten Endes gleichgültig ist, was man tut. Es ist darum einerlei, ob man lebt, stirbt, erfolgreich, ein Landstreicher oder ein Industrieller ist. Letzten Endes ist jeder Mensch gleich und jeden ereilt immer wieder das selbe Schicksal: Er wird sterben und wiedergeboren werden.

Und die ganze Geschichte über die Reinkarnation beinhaltet genau diesen Prozess, dass man in einer Art Gefängnis sitzt, das einen den Freiraum lässt, unsterblich, aber auch in diesem Kreislauf gefangen zu sein. Darum ist es völlig egal, was man tut und genau dies hatte Kurt für sich erkannt. Aus dem Grund war es völlig unerheblich, ob er ein fleißiger und leidenschaftlicher Sänger, ein guter Ehemann, krank oder gesund, lebendig oder tot war. Für ihn war der Tod sogar die einzig wirklich freie Wahl, die er für sich begriff. Zwar bewirkte sie nicht viel, denn nun lief er im Jenseits herum und wartete auf seine nächste Reinkarnation, aber er hatte einen Entschluss fällen können, der nur von ihm und für ihn kam. Ich verstand ihn darum nur zu gut, auch wenn ich sicherlich nicht der Typ bin, der in seine Fußstapfen treten würde. Es erinnerte mich auch an eine Szene aus dem Film “Inception”, in der der Hauptdarsteller Cobb und seine Ehefrau ihre Köpfe in der vierten Unterebene ihres gemeinsamen Traumes auf Eisenbahnschienen legten, um sich zu töten, um so zu anderen Traumebenen zu gelangen und letzten Endes wieder im Alltag aufzuwachen. Natürlich wachten sie nicht wirklich auf. Jedoch um diesen Umstand mit diesem Beispiel besser zu erklären, war es für Kurt alles einerlei, in welcher Ebene er sich befand. Es war ein gigantisches Hamsterrad und es war gleichgültig, was man in ihm machte, es drehte sich stets von allein weiter.

Als ich das alles gesehen hatte, musste ich ihm zustimmen. Genau so verhielt es sich und ich dankte ihm für diese Begegnung und für das interessante Gespräch. Wir verabschiedeten uns. Dann flog ich los und begab mich wieder in die anderen Realitäten, in der Hoffnung weitere Spuren zu entdecken, die mich zu der großen Erkenntnis führen würden.

Plötzlich spürte ich eine Frau hinter mir. Sie sprach mich an, aber ich konnte mich umdrehen, wie ich wollte, sie war nicht zu sehen. Sie verblieb zwar unsichtbar, aber ich spürte ihre Anwesenheit definitiv. Es schien, als hätte sie meine Unterhaltung mit Kurt Cobain mitverfolgt und erklärte mir im Folgenden genau, was ich zu tun hatte, um erfolgreich zu sein. Sie folgte mir, während ich durch die Realitäten sauste… Dabei erkannte ich auf meiner Suche ein übergeordnetes Prinzip, das in allem Sein enthalten war! Es war ein ergreifender Moment. Zwar war es nicht die Erkenntnis, die ich gesucht hatte, aber es war ein hervorragender Anfang.

Dann sprach mich die Frau an: “Du erkennst nun dieses Prinzip. Das ist sehr gut, aber es geht auch für dich darum, endlich aufzusteigen. Es ist an der Zeit… Aber solange du den nächsten Level nicht erreicht hast, kann ich dir nicht weiterhelfen. Ich kann dir nur das Prinzip zeigen und dann kommt es ganz allein auf dich an…”

Während ich das Prinzip erkannte und ihre Worte verstanden hatte, war alles klar und deutlich für mich und ich entgegnete: “Ja, das habe ich auf jeden Fall verstanden!”

“Das ist gut”, meinte sie. “Dann hast du den ersten Schritt getan, um es zu schaffen…”

Kurz darauf kam ich ganz unvermittelt und abrupt wieder in meinem Schlafzimmer zu mir…

Ich kämpfte wie ein Löwe, um all diese Erinnerungen zurückzuholen. Das meiste hatte ich bereits schon vergessen, denn ich hatte wesentlich mehr erlebt, als ich hier niederschreibe. Es ist wirklich nur ein kleiner Teil. Doch das Prinzip des Seins, das ich verstanden hatte, entglitt mir wie Sand zwischen den Fingern und ich vergaß es in Windeseile. Dem Verstand fehlt es einfach an dem notwendigen Freiraum oder meta-geordneten Überblick.

Während ich versuchte, möglichst viel zu erinnern, fiel mir plötzlich etwas sehr Seltsames auf! Ich war zwar in meinen Alltag zurückgekehrt, aber nicht in der korrekten Zeit! Ich war einige Jahre zurückgeworfen worden und lag nun im Bett in meiner vorherigen Wohnung! Ich erkannte es daran, dass der Nachttisch dort auf der linken Seite stand und in meiner neuen Wohnung auf der rechten.

Also schloss ich sofort wieder meine Augen, damit ich schnell wieder zurück in meine eigene Zeit zurückkehren konnte. Dann konzentrierte ich mich noch einmal und schoss darauf wieder zurück in die Fraktale. Die unsichtbare Frau war noch immer dort und ich sprach sie noch einmal an:

“Ich vergesse das Prinzip, sobald ich wieder zurück in meiner Alltagswelt bin”, erklärte ich. “Was soll ich tun?”

Sie nickte und dann half sie mir, mich erneut daran zu erinnern, was ich gerade schon mal erkannt hatte…

“Ach ja, das war das Prinzip des Seins und richtig, ich erinnere mich: Die große Erkenntnis beinhaltet alles, z.B. das mit den Sternen, die man immer bekommen muss und vor den Augen auch sehen kann, mein Umzug nach Freiburg, die Menschen, die ich traf, sämtliche Dinge, die ich gemacht und unternommen habe. Alles hängt miteinander zusammen!”, erklärte ich.

“Gut, dass du dich wieder erinnerst. Denk daran, ich kann mich erst wieder um dich kümmern, wenn du das nächste Level erreicht hast. Vorher können wir uns nicht wiedertreffen oder besser gesagt, kann ich nicht viel mit dir anfangen. Wir können erst weitermachen, wenn du die nächste Stufe erreichst.”

Nichts anderes hatte auch der alte Mann zu mir gesagt, wie mir wieder einfiel. Gleichzeitig verstand ich nun auch, warum mein höheres Selbst mich zuvor weggeschickt hatte (s. “Anfrage an höheres Selbst abgelehnt”).

“Ich danke dir für deine Hilfe”, sagte ich zu ihr und verabschiedete mich abermals von ihr.

Danach kehrte ich gleich zurück in meine Alltagswelt, um mir schnell einige Notizen zu machen, aber ich vergaß das Prinzip des Seins schon wieder und ohne dieses war es mir nicht möglich, weiter zu kommen. Mehr noch, es war deprimierend zu erkennen, dass der Alltagszustand einfach nicht dafür geschaffen ist, eine Erleuchtung aufzuspüren. Er hat andere Aufgaben und es fehlte ihm die Motivation, der nötige Biss und das glasklare Denken! In dem Moment fühlte ich mich, als hätte man mich in einem UFO zum Mars mitgenommen, mir dort alles gezeigt und daraufhin gesagt, dass wir morgen um dieselbe Zeit verabredet sind und ich unbedingt kommen solle. Danach brachte man mich zurück zur Erde und nun musste ich zusehen, wie ich ohne UFO zum Mars zurückgelange. Das Gefühl ist nicht einfach zu beschreiben, aber wenn man das fehlende UFO mit dem Alltagszustand gleichsetzt, versteht man es vielleicht.

Ich habe dann ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass Cobain 1991 sein Album “Nevermind” herausbrachte. Bereits dort musste er erkannt haben, dass es völlig gleichgültig ist, was man macht und er gleichzeitig mitzuteilen versuchte, dass man sich daraus nicht viel machen sollte bzw. nichts wirklich ernst zu nehmen habe. Auch sein Song “Jesus doesn’t want me for a sunbeam” erinnert mich ein wenig an meine Situation, in der ich vom alten Mann, der unsichtbaren Frau und von meinem höheren Selbst sozusagen “zurückgeschickt” bzw. nicht eingelassen wurde.

Eine interessante und sehr spannende Erfahrung, die ich erlebt habe, aber ich muss sagen, eine bittere Seite hatte das ganze trotz allem.

~.~

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