Suche nach Erleuchtung: Getarnte Netzwerke (Teil 43)

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Heute Nacht saß ich mit jemandem an einem Tisch und wir schauten uns die ganze Zeit in die Augen. Ich weiß nicht mehr, worum es ging, aber irgendwann wollte ich dann doch wissen, mit wem ich hier überhaupt saß. Man kennt es ja, wenn man sich ausschließlich in die Augen schaut, verliert das Gesicht schnell seine Konturen. Ich schaute mir dann die Person genau an und musste dann mit einem leichten Schreck erkennen, dass ich das war, der mir gegenüber saß. Es war ein seltsamer Moment, denn wenn man sich selbst vor sich sitzen sieht, kommt automatisch die Frage auf, wer ich denn dann bin? Befand ich mich in meinem Körper oder in einem anderen? Denn immerhin schien mir ja mein Körper gegenüber zu sitzen… Dann veränderte sich die Szene und wenige Sekunden später war ich wieder mal beim alten Mann…

Der alte Mann grinste breit und schaute zum Himmel hinauf. Vielleicht würde es bald regnen. Dann senkte er wieder seinen Blick und blickte mich an:

“In deiner Welt gibt es immer wieder Möglichkeiten, das eine oder andere zu tun. Phasen, die du durchlebst, Dinge, die du beginnst und dann wieder damit aufhörst. Aus deiner Perspektive ist es dann so, dass du plötzlich keine Lust mehr hast oder dich nach etwas anders umschaust. Doch dahinter steckt ein großartiges Netzwerk voller Organisation.”

Neben ihm saß ein junger Mann, sein Schüler bzw. Padawan, wie wir sie immer nannten. Er hörte gespannt zu. Ich fragte mich, ob er auch ein Leben auf meiner Alltagsebene besaß oder ob er aus einer irdischen Nebenwelt gekommen war. Sein Aussehen war völlig menschlich und darum hatte ich diese Vermutung. Ich hatte auch schon einmal einen Kobold getroffen, als ich den alten Mann eigentlich erwartet hatte. Bei ihm hatte sich mir die Frage dann nicht unbedingt gestellt.

Es schien, als würde der alte Mann für seinen Padawan gerade einen kurzen Vortrag halten. Er sprach darum weiter:

“All deine Gefühle, wie du sie in deiner Welt erlebst, finden ihren Ursprung in der übergeordneten Welt. In der Welt, in der du dein wahres Selbst stehen hast. Es sendet dich immer wieder in den Alltag hinaus, und über einen schmalen Pfad, der alle Menschen miteinander verbindet, sendet es dann seine Gefühle, Hinweise und Tipps. Dein wahres Selbst besitzt auch viel mehr Überblick. Es kann dein  gesamtes Leben überblicken und weiß, was oder wer dir morgen begegnen wird. Und ebenso weiß es auch von jeder Person und kennt dessen Ziele, Probleme und Wünsche – ohne jede Ausnahme.”

Ich hörte einfach nur zu, um ihn nicht zu unterbrechen, während er mit seinem Schüler sprach. Es war eine ruhige und entspannte Situation. Diese ganze Szene wurde durch das Licht einer Abenddämmerung untermalt. Um uns herum erkannte ich noch viele Tannen und Laubbäume. Wir saßen alle auf Baumstümpfen.

“Für dich wirkt es so, als wäre es eine falsche Entscheidung gewesen, vielleicht das eine oder andere zu tun oder getan zu haben, aber deine Anwesenheit kann in diesem Moment entscheidend gewesen sein, damit eine bestimmte Realität anvisiert werden konnte. Du hast dann vielleicht einen wichtigen Samen gelegt. Dir erscheint es dann in deiner Tarn-Persönlichkeit jedoch als unnötig, inkorrekt, falsch oder überflüssig. Doch dies ist eine nachträgliche Interpretation eines Vorganges, der im Moment des Geschehens schon nicht richtig interpretiert wurde. Eigentlich sind die meisten nachträglichen Interpretationen Versuche des Verstandes, einen gewissen Umstand zu verschleiern, denn das ist die Aufgabe des Tarn-Selbstes oder Klonselbstes. Wenn du im wahren Selbst bist, dann weißt du, was stimmt und was nicht.”

Während er sprach sah ich Bilder vor meinem inneren Auge, wie die komplette Menschheit diskutiert, streitet, sich wegen unterschiedlicher Meinungen in die Haare bekommt usw., aber in Wirklichkeit waren dies alles Manöver, um sich selbst in seiner Entwicklung und die anderer Menschen zu unterstützen. Es besaß eine Form von Autonomität. Er funktionierte unabhängig von dem, was das Ego eines jeden Menschen meint, interpretieren zu müssen. Irgendwie empfand ich es sogar amüsant, denn  seit Jahrtausenden schlagen sich die Menschen die Köpfe ein und erkennen überhaupt nicht den dritten Punkt in dieser Sache.

Der alte Mann nickte mir zu. Er muss meine Gedanken aufgefangen haben. er sprach dann weiter: “Deine Welt, in der du lebst, ist eine polarisierte Welt. Ihr sollt dort den Umgang mit Positiv und Negativ machen, mit gut und Böse. Doch nur wenige können sich über diesen Dualismus hinwegsetzen und erkennen, dass es eine übergeordnete Perspektive gibt. Nur die Weisen unter euch kommen aus diesem Dualismus mit einem Lachen heraus und verlieren dann jeden Drang zu bewerten, zu lästern, denunzieren und dergleichen. Das ist ein Meilenstein, den du erreichen musst.”

Sein Schüler schaute zu mir und ich nickte ihm zu, um ihm zu zeigen, dass ich dem alten Mann nur Recht geben konnte. Es ist ein wichtiger Punkt, den man erreichen muss. Nur auf diese Weise kann man sich von seinem schwachen Selbst befreien, dass seine Energie daraus bezieht, auf Kosten und Schwächen anderer aufzubauen. Diese Energie ist nicht die eigene Energie, die vom wahren Selbst kommt, sondern fremde Energie. Niemand kann sich selbst finden und erkennen, wenn man mit fremder Energie vollgestopft ist.

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5 Kommentare zu “Suche nach Erleuchtung: Getarnte Netzwerke (Teil 43)

  1. Hallo Jonathan;

    wenn jede unserer Regungen und Entscheidungen, ob bewusst oder unbewusst, derartig aufwendig geplant und organisiert werden, welcher Sinn oder Zweck wird bei dieenigen verfolgt, die verstreut sind, oder kurz vor Vollendung eines Werkes/Planes die Lust verlieren, sich anderem zuwenden, was wieder nix wird, und überhaupt was ist mit den Unentschlossenen, die nie was zustande bringen? Viele können wirklich nichts für ihr gescheitertes Leben!!

    Wozu soll das gut sein, ausser die Erfahrung zu machen, dass man ein Verlierer ist und BLEIBT?

    Manche Pläne und Absichten meines “wahren” Selbstes sind mir echt nicht geheuer. Und wozu Hinweise geben, die wir (viele von uns) sowieso falsch interpretieren?? Es ist ja so, dass so wie es sich verhält, die meisten überhaupt keine Chance haben, die Führung richtig zu deuten.

    Das ist echt frustrierend… kein Wunder, dass man den Glauben verliert, irgendwann aufgibt und sich um spirituelles gar nicht mehr kümmert!

    Ich persönlich bleibe zwar offen und beschäftige mich noch damit, aber herzlos und sowieso misstrauisch und absolut unzuversichtlich, da die intensive Jahrelange Beschäftigung damit mich am Ende wie ein Idiot dastehen lässt. In meinem ganz speziellen Fall natürlich.

    Wo ist das Licht am Ende des Tunnels???

    Hoffe es klang nicht allzu melodramatisch, weiter so und danke für die vielen wertvollen Einträge, trotz Skepsis verfolge ich Deine Texte noch immer mit Neugierde und Spannung.

    Liebe Grüße

    Louis

  2. Hallo Louis,
    danke für Deinen Kommentar.
    Jede Ganzheit des Selbst entsendet sehr viele Persönlichkeiten in die alternativen Realitäten. Während Du in einer Realität klug und beliebt bist, kannst Du in einer anderen Realität weniger klug und beliebt sein. Du kannst Raucher sein oder Nichtraucher, Vegetarier oder nicht usw. Während also ein Mensch, wie Du sagst, verpeilt ist und in ihrem Leben gescheitert sind, kann er in einer anderen Realität ganz andere Erfahrungen machen. Ein Wechsel von einer Realität in eine andere ist für jeden Menschen möglich.
    Wenn jemand das Gefühl hat, ein Loser zu sein, ist das ein Gefühl des Egos und muss nicht mit den Motiven und Gefühlen des wahren Selbstes zu tun haben. Wenn Du Deine tatsächlichen Ziele kennenlernst, erkennst Du den Grund für viele Deiner Taten. Mit negativen Gefühlen und Interpretationen vereitelst Du jedoch die Ziele Deines wahren Selbstes und verlässt Deine Blaupause, d.h. die optimale Version Deines Selbstes zu erreichen. Vielleicht sollte ich mal einen Workshop mit diesem Programm machen. ;-)
    Liebe Grüße, Jonathan

  3. den frieden dieser welt, den ihr im außen sucht,wer-det ihr nicht finden,ihn müßt ihr erst innerlich aus euch selbst gebären,bevor dieser im außen öffnet für euch sein tor. / der frieden wird für euch dann zum geschenk, wenn ihr in seinem Namen euch die `ehre erweist,in seiner aufgeschlossenheit zu leben. es gibt hierzu noch einen 3. vers,, mit verlaub salve.

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