Fragen & Antworten: Warum sind wir so kritiklos im Träumen?

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‘Fragen und Antworten’ ist eine Unterrubrik, um Fragen zu stellen, die man gern beantwortet haben möchte. Diese können zu all den Themen gehören, die es in Form von Rubriken auf meinem Blog gibt. Wer eine Frage vorliegen hat, bitte an mich stellen und kurz angeben, ob man namentlich erwähnt werden möchte. Es ist auch möglich, die Frage einfach als Kommentar unten hineinzuschreiben.

Frage:

“Träume sind ja manchmal etwas abstrakt und es geschehen Dinge, die im Alltag nicht logisch wären. Z.B. träumte ich neulich, dass ich mitten in einer Menschenmasse etwas heimlich tat, und auch wenn alle schauten, keinem fiel es auf. Im Alltag wäre es auf jeden Fall aufgefallen und vorbei mit dem Heimlichen!
Wenn das eine parallele Alltagswelt war, ist dann davon auszugehen, dass wir in manchen Parallel-Alltagen ein anders funktionierendes Gehirn haben, das vielleicht nicht fähig ist, logische Zusammenhänge zu erkennen? Wie erklärt es sich, dass in Träumen oft niemandem auffällt, auch dem Träumenden nicht, das bestimmte Dinge so nicht funktionieren dürften?” (fragt Louis)

Antwort:

Erst einmal sind Träume nicht unlogisch bzw. nicht unbedingt unlogischer als unsere gewohnte Alltagswelt, sondern es liegt vielmehr an den Wahrnehmungsfähigkeiten des Träumers. Ein Element mangelnder Wahrnehmungsausbildung ist beispielsweise die Überlappung zweier gleichzeitiger Träume. Man nimmt zwei Szenen in zwei unterschiedlichen Realitäten wahr, aber glaubt, es handele sich um ein und denselben Traum. So überlappen sich die wahrgenommenen Bilder und schnell steht dann mal ein Ritter mitten auf der Kreuzung, während man gerade eine Kreuzung überqueren möchte oder dass das eigene Bett auf der Straße herumsteht, in dem man noch immer liegt und sich wundert, dass man trotz dieser verrückten Umstände gar nicht beachtet wird. Tatsächlich jedoch nimmt man einerseits eine Realität wahr, in der man sich im Mittelalter befindet und einen Ritter sieht und gleichzeitig träumt man andererseits, dass man am Morgen in seinem Bett erwacht. So nehmen eigentlich zwei Selbste in jeweils ihrer eigenen Realität diese Elemente wahr und keines von bedien hinterfragt die Situation oder denkt, dass irgendetwas nicht stimmen würde. Das träumende Selbst, das unabhängig von diesen beiden Selbsten diese zwei Realitäten gleichzeitig wahrnimmt, wird von ihnen wahrgenommen, aber nur zu einem geringen Teil, da es beiden an entsprechender Bewusstheit bzw. Gewahrsein über den gegenwärtigen Stand ihrer Lage fehlt. Das ist ein Teil, der nicht leicht zu verstehen ist, denn die Möglichkeit, innerhalb eines Traumes luzide zu werden, erfordert die Nähe seines Traumselbstes, welches seine eigene Realität mitbringt – in welcher es sich gerade befindet – und lässt eine Doppelperspektive entstehen. Durch diese Doppelperspektive ist es möglich, luzide zu werden – so innerhalb eines Traumes oder auch in der Alltagswelt.

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Da der Traum jedoch in einer schnelleren Geschwindigkeit abläuft als die Alltagsrealität, d.h. eine höhere Frequenz besitzt, so wird das Auftauchen des Traumselbstes während des Träumens nur kurz wahrgenommen. Danach verschwindet es wieder und die Möglichkeit, luzide zu werden, ist verpasst. Im Alltag jedoch würde die Annäherung des Traumselbstes an die uns wahrgenommene gewohnte Welt sehr verstörend und wesentlich langatmiger wirken. Plötzlich würde man Dinge im Alltag erkennen, die einen niemals gewundert haben und die man einfach übersehen hat, da sie so selbstverständlich waren oder man nie wirklich richtig hingeschaut hatte. Bis auf die Frequenz gibt es nämlich keinen Unterschied zwischen der Traum- und Alltagsrealität. Innerhalb des Träumens ist eben nur mehr möglich und Unstimmigkeiten oder spontane Verwandlungen, überlappende Sequenzen und dergleichen liegen nicht in der Verantwortung des Traumes, sondern in den Unfähigkeiten des Träumers. Gern wird gesagt: “Träume sind Schäume.” oder “Man, habe ich mir einen Mist zusammengeträumt” usw., aber tatsächlich jedoch war die Person nicht in der Lage, zwei Realitäten aufzuschlüsseln oder eine korrekte Wahrnehmung der anderen Realität hinzubekommen. Diese Einstellung gehört zur alltäglichen und immer wiederkehrenden Arroganz aller auf diesem Planeten befindlichen Egos, die sich sagen, dass nur dann eine Realität real sein kann, wenn sie vernünftig wahrgenommen wird. Es wird aber nicht bedacht, dass die Verantwortung bei einem selbst liegt.

Das Kritikbewusstsein ist im Träumen deshalb nahezu ausgeschaltet, weil, wie erwähnt, das Traumselbst mit seinem höheren Bewusstsein nicht in der Nähe ist, folglich nimmt man einen Traum ganz normal wahr, als wäre er Teil der Alltagsrealität. Erst wenn man erwacht, erkennt man, dass man geträumt haben muss, denn die Erinnerung verblasst sehr schnell und die Erlebnisse konnten darum nicht Teil der gewohnten Realität gewesen sein. Dass man nun aber einfach von einem Traum in den nächsten gewechselt hat, den wir aus Gewohnheit Alltag nennen, ist uns dabei wieder nicht klar. Somit sind wir nicht tatsächlich erwacht, denn das richtige Erwachen findet ausschließlich in einem anderen Selbst als das des Alltags statt.

Dies klingt für manche vielleicht verwirrend, doch in der Praxis ist das sehr einfach und unmissverständlich zu verstehen. Wir sind es nur nicht gewohnt, solche Wahrnehmungen aus anderen Realitäten, zu beschreiben und die richtigen Worte dafür zu finden.

Um sein Kritikbewusstsein im Träumen zu steigern, müsste man auch hier mit entsprechenden Suggestionen arbeiten und bei der kleinsten Abweichung, von den gewohnten Routinen des Alltag, eine Realitätsüberprüfung durchführen. Begegnet man zwei Schornsteinfegern, dann sollte man nicht nach dem nächsten Knopf suchen und sich etwas wünschen, sondern sich sofort fragen, ob dies nicht ein Traum sein könnte. Ebenso mit anderen Begebenheiten im Alltag, die überraschend auftreten, und seien sie noch so unbedeutend, sich augenblicklich fragen und die gegenwärtig wahrgenommene Realität prüfen, ob es sich hierbei nicht vielleicht um einen Traum handelt.

Erlangt man nun endlich die Klarheit über den Traum, dann kann man alles beeinflussen, was man möchte – tatsächlich jedoch bleibt die ursprüngliche Traumrealität für das dort “wohnende” Selbst unberührt. Aus dem Grund kann man in der wahrgenommenen Traumrealität alles zerstören und kaputtmachen, aber sobald man sie wieder betritt, wird alles wieder an seinem Platz stehen. Der Punkt hierbei ist, dass wenn das Traumselbst in der Nähe ist und sich der wahrgenommenen Realität nähert, eine Art Doppelrealität entsteht, wobei man in einer von ihnen sich richtig austoben und alle beteiligten Mensch und Objekte beliebig penetrieren kann. Die eigentliche Traumrealität wird unberührt gelassen, da diese dem dort lebenden Selbst gehört. Wir würden es auch nicht begrüßen, wenn ein anderes unserer Selbste in unseren Alltag kommt und hier alles zerstört, was wir in all den Jahren so fleißig aufgebaut haben. Aus dem Grund wird, salopp formuliert, eine leicht verschobene Realität kreiert, damit sich der Träumer austoben kann.

Nun tritt ein weiteres Problem auf, denn mischt man sich aktiv in den Traum ein, wird man auf die erwähnte Zwischenrealität verschoben oder aus dem Traum herausgeworfen, falls man doch versucht, das dortige Selbst ungünstig zu beeinflussen. Möchte man nun doch gern in der Realität bleiben, um die Erfahrungen des dort befindlichen Selbstes naturgetreu mitzuerleben, dann ist es wichtig, dass man luzide ist, aber sich nicht in den Traum aktiv einmischt. Dies verlängert den luziden Traum um ein Vielfaches und je länger man luzide träumt, desto mehr psychische Kraft (Energie) erhält man. Was man mit dieser gesammelten Energie alles bewirken kann, ist das, worauf es dem energiesammelnden Träumer ankommt. Damit kann er seinen Alltag positiv beeinflussen, viel leichter seine Ziele erreichen, mehr Selbstbewusstsein erhalten, seine Wünsche schneller als andere umsetzen, ein besserer Künstler, Liebhaber, Pilot, Politiker, Handwerker oder sonst was werden.

 

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5 Kommentare zu “Fragen & Antworten: Warum sind wir so kritiklos im Träumen?

  1. Dank dir. Sehr aufschlussreich deine Ausführung und sie hilft mir gut zu verstehen. Dieses Projekt der Frage/Antwort Darstellungen ist klasse. Schön das du es verwirklichst :) Grüße, Frank

  2. Woooow, Danke!! Ich muss es noch mal lesen, aber ja, es scheint einzuleuchten! :D

    Scheinbar gibt es von uns unzählige Selbste! Mal sehen was “mein” Selbt die Tage noch so träumt. :)

    Übrigens, wenn ich mir im Alltag bewusst mache, dass ich eigentlich träume, ohne was verändern zu wollen, sammle ich dann auch “Traumenergie”?

    Beste grüße

    Louis

  3. Hallo Louis,
    danke für Deinen Kommentar.
    Auf jeden Fall sammelst Du dann auch Traumenergie – vorausgesetzt es handelt sich nicht nur um den Gedanken daran.
    Liebe Grüße, Jonathan

  4. Hallo Frank,
    auch Dir Danke für Deinen Kommentar.
    Es kommt auch ganz gut an mit den Fragen und Antworten und wer sich darin wiederfindet – und das tut man ja sehr oft – hat auch jeder etwas davon. ;-)
    Liebe Grüße, Jonathan

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