Fragen & Antworten: Der freie Wille (Teil 2)

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‘Fragen und Antworten’ ist eine Unterrubrik, um Fragen zu stellen, die man gern beantwortet haben möchte. Diese können zu all den Themen gehören, die es in Form von Rubriken auf meinem Blog gibt. Wer eine Frage vorliegen hat, bitte an mich stellen und kurz angeben, ob man namentlich erwähnt werden möchte. Es ist auch möglich, die Frage einfach als Kommentar unten hineinzuschreiben.

Frage:

“Wenn alles in der Nacht entschieden wird, dann ist es ja eigentlich überflüssig – wie so oft beschrieben – seine Ziele und Wünsche zu visualisieren, zu tun und zu machen, versuchen die Zirbeldrüsen zu aktivieren ;-) usw. Es kommt so oder so alles, wie in der Nacht geplant – mit einem gewissen Spielraum. Kann ich mich also entspannt zurücklehnen und warten, was mein anderes Selbst schon entschieden hat!? Und wer hat dann den freien Willen, “ich” oder ein anderes (vielleicht) höheres Selbst? Und weiter: Wie groß ist der Spielraum? Kann ich mich auch gegen eine Heirat entscheiden, wenn in der Nacht entschieden wurde, ich heirate, oder kann ich mich “nur” für einen anderen Mann entscheiden als eigentlich vorgesehen? Ist der Spielraum der freie Wille??” (fragt Petra)

Antwort:

Zuerst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass das Selbst, das solche Entscheidungen trifft, man selbst ist. Es hat einen besseren Überblick über die möglichen, angrenzenden Alternativrealitäten. Außerdem ist es zeitunabhängig und kann sich mitten in den Alltag einklinken und dort Veränderungen vornehmen, während man am Computer sitzt und eine E-Mail schreibt oder sich mit einer anderen Person unterhält. Als kleines Beispiel: Gestern gab es vier Termine, zu denen ich kommen sollte. So viele Termine habe ich eher  selten und ich dachte, sie allesamt an einem Tag zu erledigen, würde die Woche zeitlich etwas freischaufeln und hatte darum den einen Tag vollgepackt. Ich dachte dann jedoch einen Tag vorher darüber nach, dass dies doch irgendwie eine Menge Arbeit sei, alles an einem Tag erledigen zu wollen. Keine drei Minuten später rief ein Kunde an und stornierte seinen Termin. Jetzt waren es nur noch drei Termine. Doch jetzt dachte ich darüber nach, dass der Kunde eigentlich jetzt nur abgesagt hatte, weil ich eben kurz vorher genau darüber nachgedacht hatte, es sei zu viel Arbeit. Darum fand ich das dann wiederum nicht so optimal und keine fünf Minuten später rief ein anderer Kunde an, der genau den Termin haben wollte, den ich kurz vorher hatte streichen können. Was ist hier passiert? Ich hatte mehrere Male im Alltag in einen höheren Bewusstseinszustand gewechselt und die Realität so verändert, wie ich es mir gewünscht hatte. Hierbei handelt es sich nicht um ein anderes Selbst und vor allem kein fremdbestimmendes, das diese Dinge koordiniert, denn obwohl in diesem Beispiel die Beeinflussung der Alltagsrealität so prompt aufgetreten ist – normalerweise dauert es oft ja länger als drei Minuten – hatte ich keine Erinnerung an diesen höheren Bewusstseinszustand, in dem der Vorgang geplant und umgesetzt wurde. Es ist wichtig zu erkennen, und dies dauerhaft, dass jeder Mensch aus mehreren Selbsten besteht. Er ist kein Individuum (unteilbares Selbst), sondern ein Zusammenschluss von Selbsten. Je mehr er davon hat, desto mehr Bewusstsein besitzt er auch und je mehr er davon besitzt, desto bewusster werden ihm diese Vorgänge.Der Glaube, ein Individuum zu sein, rührt aus den Zeiten, in dem es ganz war. Dies verhält sich jedoch in unserem Alltag anders.

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Es gibt darum drei Möglichkeiten der Intervention dieses anderen Selbstes:

1. Die inhaltliche Planung in der Nacht für die nächsten Alltage.

2. Die feiner abgestimmte Planung in kurzen Zeiträumen für den Alltag in einem erhöhten Bewusstseinszustand.

3. Die direkte Improvisation im Alltag durch unmittelbare Absprachen mit unmittelbar anwesenden Personen in der allumfassenden Gegenwart durch sekundenlange Sprünge zwischen dem Bewusstseinszustand des Alltags und der Planebene.

Diese drei Interventionen stehen dem anderen Selbst zur Verfügung und werden von jedem Menschen genutzt – natürlich in Übereinstimmung und gemäß den Wünschen des Alltagsselbstes. Leider ist das menschliche Bewusstsein nicht darauf trainiert worden, diese Wechsel zur Planebene zu registrieren, sondern man kann maximal nur die Auswirkungen erkennen. Viele erkennen jedoch nicht einmal die Auswirkungen und fühlen sich dann fremdbestimmt.

Wenn Petra nun heiraten möchte, wird die Realität angezogen, in der bereits geheiratet wurde und diese nach und nach in seinem zeitlichen Rahmen durchlebt und erfüllt. Sollte Petra es sich mit der Heirat jedoch zwischendurch anders überlegen, so wird die andere Realität angezogen. Wer sich nicht entscheiden kann und einen Tag will und am anderen nicht, erzeugt einen Konflikt. Dieser wird das Selbst spalten und zwar so weit, bis man unter Druck zu der einen oder anderen Entscheidung gelangt. Ein Konflikt ist energetisch gesehen sehr aufwändig und stressig, aber lehrt auch, wie es sich mit den alternativen Realitäten verhält und lässt vielleicht einen Einblick in die internen Prozesse erhalten. Darum ist es für einen Lehrer immer wieder interessant, seinen Schüler in einen Konflikt zu bewegen – in Übereinstimmung mit dem anderen Selbst des Schülers selbstverständlich.

Wenn jetzt etwas im Alltag auftritt, bei dem man denkt, dass man sich absolut nicht vorstellen kann, dies erschaffen zu haben, dann ist das Alltagsselbst nicht justiert. Es erkennt die Zusammenhänge nicht, weil es ihm schlichtweg an Energie und an Bewusstheit fehlt. Hier fehlt dem Selbst das notwendige Mentaltraining, damit es die Zusammenhänge erkennen und irgendwann vielleicht einen erhöhten Bewusstseinszustand sogar selbst erleben kann, um sich zu überzeugen, wie das ganze abläuft.

 

5 Kommentare zu “Fragen & Antworten: Der freie Wille (Teil 2)

  1. Hallo Jonathan,
    herzichen Dank für Deine ausführliche Antwort !!!

    Noch ein paar Fragen dazu ;-)

    Du schreibst:
    “… sondern ein Zusammenschluss von Selbsten. Je mehr er davon hat, desto mehr Bewusstsein besitzt er auch…”
    Das heißt die Selbste nehmen im Laufe des Lebens zu? Es kommen immer mehr dazu? In welchen Situationen oder wie entstehen sie? Bei Entscheidungen vielleicht? Oder wie noch?

    weiter schreibst Du:
    …”Diese drei Interventionen stehen dem anderen Selbst zur Verfügung und werden von jedem Menschen genutzt…”
    Stehen die Interventionen dem EINEN andern Selbst oder den VIELEN anderen Stelbsten zur Verfügung?

    Bin “ich” einfach eines meiner Selbste oder nochmal irgendwas anderes?
    Interveniere ich bei den anderen Selbsten so wie diese bei mir?

    Weiter schreibst Du
    “…Ein Konflikt …lehrt auch, wie es sich mit den alternativen Realitäten verhält und lässt vielleicht einen Einblick in die internen Prozesse erhalten.”
    Könntest Du das noch mal ein bißchen ausfürhlicher erklären ;-)

    Die Situationen mit Kundenterminen habe ich ständig. Ich muß sehr aufpassen, was ich denke, sonst klingelt das Telefon ;-)))

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Petra

    Heiraten möchte ich übrigens nicht. Das überlasse ich schön den anderen Selbsten…
    Keine Ahnung welches mir da solche Gedanken in den Kopf gesetzt hat ;-)

  2. Nachtrag (noch was vergessen)

    Du schreibst:
    “…Je mehr (Seblste) er davon hat, desto mehr Bewusstsein besitzt er auch und je mehr er davon besitzt, desto bewusster werden ihm diese Vorgänge…”

    Heißt das tatsächlich je mehr Selbste desto bewusster – ich dachte eher je mehr ich von den anderen Selbsten weiß oder mitbekommt desto bewusster… ?

    LG, Petra

  3. Hallo Petra,
    danke für dein Interesse und deine Fragen.
    Freut mich zu lesen, dass du das gleiche Phänomen mit Kunden erlebst. Es ist wirklich verblüffend, wie diese darauf reagieren. In solchen Momenten kann man sich schon viel besser vorstellen, dass hinter den Kulissen eine Absprache stattfindet.
    Es ist richtig, im Laufe des Lebens nimmt die Anzahl der Selbste zu bzw. die Bewusstwerdung diverser Selbste. Das kann man synonym betrachten.
    Die Interventionen stehen nur dem anderen Selbst zu.
    Du bist keines der Selbste. Deine wahre Identität ist die Ganzheit des Selbst. Gegenwärtig hast du dich mit einer Rolle identifiziert, die dir am sympathischsten ist für die Alltagsrealität.
    Als Allegorie kannst du dir vorstellen, dass das andere Selbst ein Schauspieler ist, der im Laufe seines Lebens immer mehr Rollen einstudiert (Bewusstwerdung) und so sein Wissen über das Theaterleben (Alltag) gewinnt. Wenn man z.b. stirbt, dann verlässt die Rolle die Bühne und wird wieder zum Schauspieler.
    Liebe Grüße, Jonathan

  4. Hallo Jonathan,

    sorry, ich muß noch weiter nachfragen ;-)

    Gegenwärtig habe ich mich also mit der Rolle “Petra” identifiziert (?)
    Ist die Rolle ein Selbst?

    LG, Petra

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