Filmkritik: Sehnsucht der Falter

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Seit zwei Jahren lebt Rebecca (Sarah Gadon) in einem Mädcheninternat und hat viele Freundschaften geschlossen. Neben Schule und Sport muss sie auch noch den frühzeitigen Tod ihres Vaters verarbeiten. Doch die neue Schülerin Ernessa (Lily Cole) macht es ihr nicht leicht, denn nicht nur besitzt sie eine dunkle, gruftige Ausstrahlung, sondern Rebecca vermutet, dass es sich bei ihr um einen Vampir handelt. Ernessas Einfluss auf Rebeccas Freundinnen ist sehr stark und sie wendet sich an ihren Vertrauenslehrer. Bildet sich Rebecca das alles nur ein oder hat es wirklich was mit dem Neuzugang auf sich?

Was sich anfangs als liebevoll und romantische Internatsgeschichte für das vorwiegend weibliche Publikum dieser Welt präsentiert, verwandelt sie sich nach einiger Zeit in eine zauberhafte, mysteriöse und gotische Story im nahezu viktorianischen Stil. Auch dass der Film unter dem Genre Horror eingeordnet wird, entspricht nicht den Tatsachen und ist vermutlich vielmehr ein Mystery. Zwar wird Vampirismus angesprochen, aber hier wird überhaupt nicht versucht, die Vorgänge zu erklären und gerade das erzeugt die mystische und zauberhaft irritierende Atmosphäre im altenglischen Stil.

Ursprünglich basiert die Idee auf dem verträumten Jugendbuch “The Moth Diaries – Die Sehnsucht der Falter” von Rachel Klein. Mit dieser Vorlage liefert Klein einen schönen und spannenden Auftakt, indem sie erklärt, dass es sich hierbei um Rebeccas Tagebuch handele, das von einer befremdlichen und unerklärlichen Geschichte berichtet, in welcher nur die Namen geändert wurden, damit keine Rückschlüsse auf reale Personen gezogen werden können. Assoziationen zu unerklärlichen Jugendherbergenvorfällen sind hier schnell gezogen, wenn man plötzlich Zeuge dessen ist, wenn sich eine Person durch ein geschlossenes Fenster bewegt, ohne es auch nur im Geringsten zu zerstören. Vor allem ist auch Lily Cole in ihrer Rolle als Ernessa sehr gut ausgewählt worden, da sie aufgrund ihres befremdlichen Aussehens, das schnell an einen Alienhybrid erinnert, dem Film den notwendigen und übernatürlichen Zauber verleiht. Anfangs hat Cole eine erfolgreiche Modelkarriere bereits im zarten Alter von 14 Jahren in England gestartet und gewann sehr schnell einige Preise – u.a. wurde sie auch als Gesicht und als Model des Jahres 2004 gewählt. Dann reizte sie eine Filmkarriere und war daraufhin in Filmen wie “Das Kabinett des Dr. Paranassus”, “Snow White and the Huntsman”, “Die Girls von St. Trinian”, “Rage” und anderen zu sehen. Sie ist in jedem Fall eines der wirklich wenigen Models, die sich auch vor der Kamera beweisen konnten. Nebenbei engagiert sie sich für Umweltschutz und gegen Kinderarbeit.

Fazit: Sehenswert. 7 von 10 Sternen.

Film ist hier als Blueray erhältlich!

Regie: Mary Harron
Mit:  Lily Cole, Sarah Gadon, Sarah Bolger
Buch: Rachel Klein
Genre: Mystery, 85 min.
Land: Kanada, Irland 2011
Ähnliche Filme: Picknick am Valentintstag, Die Girls von St. Trinian

Trailer

 

3 Kommentare zu “Filmkritik: Sehnsucht der Falter

  1. Hallo Jonathan.
    Ich werd ihn mir mal bei gelegenheit anschauen der Trailer gefiehl mir schon ganz gut. Vor kurzem hab ich mir den Film Waking Life angesehen, auch ein faszinierenter Streifen wie ich finde den man nicht so schnell vergisst.
    Danke.

    Gruß Torben.

  2. hallo jonathan, hab mir den film angeschaut und fand den sehr inspirierend. am tag davor habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich so gerne aus dem fenster schaue…und nach dem film dachte ich, das ist die sehnsucht der falter…:-)
    glg grace

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